Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Richard Zoozmann >

Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 131
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
Schließen

Navigation:

Alfred Friedmann (1845–1923)

Vorspiel

Wie sehr es mich nach Weisheit dürstet.
Ergeben ganz dem Studium,
Noch bin ich Knecht nur, nicht gefürstet,
Mein Wissen bleibt Präludium.

Wie sehr nach höchster Lieb ich schmachte,
Zu ihr führt, ach, kein Studium,
Und die Versuche, die ich machte,
Sie waren all – Präludium.

Doch ists ein Glück, das letzte Wissen?
Ist Glück nicht das – Präludium?
Wer mag, was stets ergötzte, missen, –
Das täglich neue Studium?

Wem möchte denn der Tod gefallen,
Das End vom Lebensstudium?
Es wird doch mehr geliebt von allen
Das Sein, des Tods Präludium!

Und wie mich auch die Liebe treibet,
Zu weihn ihr all mein Studium,
Das schönste in der Liebe bleibet
Bei ihr auch – das Präludium!

Schlechter Tausch

Ich stand in deinem Blumengarten
Und habe sehnsüchtig gehofft.
Du ließest mich so lange warten,
Und kamst doch früher bald und oft.

Ich hab dir ins Gemach geschaut
Und zauberte mir die Gestalt,
Die sonst sich oft mir anvertraut.
Als du mir nahtest oft und bald.

Dein Antlitz hofft ich dort zu schauen.
Dein aufgelöstes Wellenhaar,
Die dunklen, kühn gezognen Brauen,
Dein Auge drunter, groß und klar!

Ich blieb am Fenster lange stehen,
Bis mich mein Hoffen arg betrog;
Nur deinen Onkel konnt ich sehen.
Wie er den Schlafrock überzog!

(Originalbeitrag)

Bitte

Mein Liebchen, laß das Grollen sein,
Und öffne deine Arme weit,
Was kann für Lust am Schmollen sein,
Wenn Liebe ihre Arme leiht?

Wenn übern Kopf die Decke auch
Voll Schelmerei gezogen ist,
Und wenn dein Hals, der kecke, auch
Von mir zurückgebogen ist.

Du wirst gebeten wollen sein,
Wie dies die Art des Weibes ist,
Dann werden wir die Tollen sein,
Wie das die Art des Leibes ist!

(Originalbeitrag)

Unerträglich

Unerträglich ist das Leben,
Das nur Lust und keine Pein hat,
Sehr bedauerlich ein Trinker,
Der viel Durst und keinen Wein hat.

Leicht vergänglich ist die Dichtung,
Die von Tiefe nur den Schein hat,
Schlimm die Frau, die auf mein Flehen
Immer nur ein kaltes Nein hat.

Doch am meisten scheint unleidlich
Mir von allem, was nur Sein hat,
Eine Maid, die, süß und reizend,
Statt des Herzens einen Stein hat.

(Originalbeitrag)

 << Kapitel 130  Kapitel 132 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.