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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 122
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Joseph Gruenstein (1841–1916)

Bäschens Näschen

Mein Bäschen hat ein lieb Gesicht:
Oval ists, apfelrosig auch,
Und in den Äugerln flammt ein Licht,

Worin verbrannt sich hat manch Gauch.
Nicht anders ists auch mir ergangen,
Mein Herz hatt Feuer auch gefangen.

Ich zitterte, wenn ich sie sah,
Ich dachte nur an sie allein.
Und kam sie gar mir manchmal nah,
Geschah mir süße Liebespein.
Ich schrieb manch Lied zu ihrem Ruhme
Und sprach davon, doch durch die Blume.

Sie sah mir mein Empfinden an
Und zeigte mir, sie sei mir gut.
Daß ich den hohen Mut gewann –
Schoß ins Gesicht mir auch das Blut –
Ihr zu gestehn, mir könnt auf Erden
Ein Glück durch ihre Lieb nur werden.

Da lächelte verstohlen sie –
Und ich umfing darauf sie kühn –
Doch fast verflog die Poesie,
Denn als geküßt ich sie voll Glühn,
Rief niesend meine kleine Base:
»Dein Schnurrbart kitzelt in der Nase!«

(Originalbeitrag)

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