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Um die Kaiserstadt

: Um die Kaiserstadt - Kapitel 11
Quellenangabe
type
authorCarl Ferdinand van Vleuten
titleUm die Kaiserstadt
publisherVerlag von Abel & Müller
year1913
illustratorHugo L. Braune
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160614
projectid6fce1c34
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Zehntes Kapitel.

Der Kaiser und Eumenius hatten die wahre Quelle ihrer Kenntnis des fränkischen Kriegsplanes jedem Dritten verschwiegen.

Als der Redner einige Tage später mit Romanus in Neumagen eintraf, fanden sie beide Regia seltsam verändert; aus dem übermütigen, beweglichen, heiteren Kinde war ein frauliches, strenges Wesen geworden, das einsilbig, in sich versunken, dem Gespräch der Gäste kaum folgte oder die schönen Augen unsicher und sorgenvoll über die beiden streifen ließ.

Attulius hatte zu dem Antrag des Stadtobersten mit Freuden ja gesagt; als er nun in seiner lauten Weise kam, um seiner Tochter das mitzuteilen und ihr glückliches Einverständnis erwartete, denn er kannte ja ihre Sehnsucht nach dem Kaiserpalast, da blieb Regia unbeweglich, sie sagte nicht nein, aber ihre Hände und ihr Mund waren wie kalter, toter Marmor, als Romanus sie berührte.

Eumenius redete dem Obersten ein, daß es mädchenhafte Scheu sei; Romanus, der doch von Regias Anteil an dem Kampf gegen die Franken nichts wußte, war beängstigt von diesem rätselhaften, zugleich abstoßenden und doch wieder anziehenden Geschöpf.

Einmal nur, als Regia zuerst mit Eumenius allein war und er begann, einiges von der Tätigkeit des Kaisers zu erzählen, hatte sie ihn jäh unterbrochen und mit zornigem Klang in der Stimme gefragt: »Wer weiß von meinem Verrat?«

»Verrat, mein Töchterchen?« hatte Eumenius mit verwunderter Frage geantwortet.

»Ich will wissen, wer weiß davon?«

»Niemand, nur der Kaiser und ich, die anderen glauben, daß Merogais ...«

Da hatte sich Regia erhoben: »Es ist gut« gemurmelt und den bestürzten Eumenius schnell verlassen.

In der letzten Woche war Romanus nicht mehr gekommen, da seine Anwesenheit in der befestigten Hauptstadt erforderlich war; desto dringender hatte er aber seine schon mündlich oft ausgesprochene Bitte wiederholt, Attulius und seine Tochter möchten sich in Sicherheit bringen.

Der Oberst übersandte diese Aufforderungen durch einen Mann, dessen riesige Körperkraft und Gewandtheit ihn in dieser gefahrvollen Zeit veranlaßt haben mochten, ihn in seine Dienste zu nehmen, auch hatte Agritius, der Bischof, für seine Treue sich verbürgt. Das war Sakruna, der in Ehren alt gewordene Fechter, der Kaiser hatte ihn endlich freigelassen, und er tat sich nun als rechte Hand des Romanus hervor.

Sklaven hielten das dampfende Roß, Sakruna überbrachte einen Brief seines Herrn an Regia.

Die Tochter des Attulius, schlank und bleich, überlas die Zeilen:

»An Regia Donilla, des Attulius Tochter zu Noviomagus

Marcus Julius Romanus, der Oberst.

Der Aufstand der Germanen, den ich befürchtete, scheint ausgebrochen, die Stadt Vetera ist angegriffen, der Cäsar weilt im Felde, keiner weiß, was der Tag morgen bringt, ich setze die Mauern der Hauptstadt in stand und weise meinen Leuten ihren Platz. Es wäre möglich, daß die Scharen eines Feindes, der käme, nur zersprengt, nicht vernichtet würden, Streifbanden könnten sich dann über das Land ergießen. Dich, Regia, und dein Haus möchte ich in Sicherheit wissen und nicht in der offenen Villenstadt. In Trier seid Ihr gesichert, nahe bei mir, so daß ich Euch mit dem Schwerte in der Hand verteidigen könnte, wenn es not täte. Ich bitte Euch bei allen Göttern, folgt mir, es ist Gefahr nahe!«

Noch aufatmend von dem scharfen Ritt stand Sakruna geneigt vor Regia Donilla, die wandte sich, fast ohne ihn anzusehen, hochaufgerichteten Hauptes an ihn und sprach, als spräche sie zu jemandem, der ferne irgendwo in der Luft schwebe, mit leiser, schwingender Stimme: »Sage dem Obersten Marcus Julius Romanus, daß ich hier bleibe in Noviomagus, ich will nicht am Schicksal drehen und biegen; will es mich erschlagen, so findet es mich ebenso in Trier, will es mich emportragen, trägt es mich auch in Noviomagus empor!«

Sakruna beugte seinen Stiernacken noch tiefer, sah einmal schief zu der Stolzaufgerichteten empor und stammelte: »Herrin, ich weiß ja nicht zu reden, aber wenn du wüßtest, was man alles in Trier erzählt!«

Flüsternd fuhr er fort, obwohl Regia ihm gar nicht zuzuhören schien: »Irgendwo soll eine große Schlacht im Gange sein, bis an die Knöchel stehen die Legionen in Feindesblut!«

Mit starren, ausdruckslosen Augen sah Regia den Boten an, während ihr Mund sich herb zusammenzog.

»Ja,« fuhr der gewesene Fechter fort, »das ganze Eifelgebirg soll von Germanen überflutet sein, erzählen die Leute, fliehendes Landvolk überall, Greuel, bewaffnete Bagaudenbanden, ganz wie vor zwanzig Jahren, kein Mensch traut mehr dem anderen, am schlimmsten aber die Schwärme der beutegierigen Franken!«

Da leuchtete es im Auge Regias auf, sie zog ihren Mantel fest um die Schultern und sagte streng: »Du hörtest, was ich dir auftrug, geh, melde es!«

Sie rief Svanhild und befahl ihr, dafür zu sorgen, daß der Bote reichliche Kost finde.

Sakruna wurde von Dienern auf einen Söller geführt, von dem man die Mosel und die Berge gegenüber erblicken konnte. In Gedanken aß und trank er, er überlegte, was zu tun sei, denn Romanus hatte ihm befohlen, nicht nachzulassen, bis er Regia Donilla und die Ihrigen nach Trier geleiten durfte. Was aber war bei diesem Widerstande Regias zu tun?

Mürrisch ließ er seine Augen über das Gewirr der Schieferfelsen auf dem anderen Ufer schweifen, da plötzlich hielt er mitten in einem Trunk inne, starrte hinüber, beschattete die Augen, um besser sehen zu können, kniff sie zusammen, als wolle er verhüten, daß ihn ein Traumbild narre. Nein, das war Wirklichkeit, in den Schluchten, an den Abhängen und in den Furchen lebte und bewegte sich etwas, hier blitzte ein Speer, dort eine Helmzier. Hier tauchte ein bunter Mantel zwischen den Büschen auf, dort zeigte sich ein gewaltiger Körper. Das waren Germanen.

Im Nu legte der Fechter die Hände an den Mund und schrie gellend: »Feinde, Feinde!«

Dann sprang er die Treppen hinauf und hinab, er warf Sklaven, die ihn halten wollten, beiseite und stürzte Tische um, bis er Regia in ihrem Gemach fand. »Germanen sind drüben, Franken, du mußt mit, Herrin, mein Pferd, schnell, ehe es zu spät ist.«

»Wo sind sie?« rief die Tochter des Attulius und eilte ans Fenster, sie meisterte ihre innere Bewegung, als sie das Gewimmel der Krieger am anderen Ufer sah; sie atmete mit geschlossenen Augen tief auf. Svanhild, die neben ihr stand, begann zu weinen, Regia ergriff ihren Arm und schalt sie ein feiges Weib, da traf sie aus dem Auge ihrer fränkischen Dienerin ein Strahl seligsten Glückes, sie schwieg betroffen, dann legte sie verstehend den Arm um des Mädchens vollen Nacken und flüsterte: »Verzeih, Freundin!«

Sakruna hatte sich verlegen und unruhig im Gemach umgesehen, nun näherte er sich schnellen Schrittes den Umschlungenen: »Eile, Regia, jeder Augenblick ein Verderben!«

»Geh, Mensch, fort mit dir!«

Da wollte Sakruna in Erinnerung an den Auftrag seines Herrn, die Zarte mit den Armen ergreifen und zu seinem Pferd tragen.

Aber Regia Donillas Augen sprühten Feuer, sie griff nach einem kleinen, nadelscharfen Dolche, der wie ein Spielzeug an ihrem Gürtel hing und zückte ihn gegen den Fechter: »Weg, Elender!« rief sie.

»Vergebt mir!« murmelte der Fechter, war in ein paar Sätzen unten, warf sich aufs Pferd und flog in der Richtung auf Trier davon.

Wortlos standen Regia und Svanhild im Fenster, wortlos schauten sie auf das schöne, grausige Schauspiel, die Landstadt hallte wieder von Schreckensrufen, die Besatzung des festen Hauses an der Mainzer Straße flüchtete mit heftiger Eile aus den Hunsrück zu.

Die Franken schwammen über den Fluß, einige auf Pferden, andere auf Kähnen, an Balken und Brettern, immer neue Massen quollen aus dem Hohlweg hervor. Hoch in ihrer Mitte hielt Askarich, neben ihm das Feldzeichen, ein silberner Salm auf roter Stange. Um ihn herum die anderen Edlen. Der Herzog deckte den Übergang, er ordnete Wachen nach den Höhen drüben ab, er sorgte, daß die Pferde gut über das Wasser kamen, überall hin wies seine starke Rechte.

Regia Donilla war nicht mehr die strenge, hohe Frau, weich und ratlos begann sie dies und das, um sich immer wieder staunend neben Svanhild zu stellen und dem Übergang der Reisigen zuzuschauen.

»Hilf mir, Liebe, sag mir, was soll ich tun, wie soll ich mich schmücken, welchen Schmuck soll ich wählen?«

»Regia, das Prachtgewand zieh an, das du trugst, als er dich zuerst sah!«

»Nein, ich will mich fränkisch kleiden, sei gut, dein Festkleid bring mir, in weißem Leinen will ich den Helden begrüßen.«

Eilig erfüllte Svanhild den Wunsch der Drängenden; aber deren schlanke Glieder verschwanden unter der lastenden Wucht des schweren, weißen Leinengewebes.

»Sag mir, bin ich schön, gib mir den Spiegel, wie sehe ich aus? Svanhild, so antworte doch!«

»Du bist immer schön, Herrin!«

»Ich will so schön sein, wie nie zuvor!«

Aber plötzlich erschrak sie und beugte sich in jähem Schmerz auf das Holzgitter nieder: »Was wird er tun,« fragte sie erblassend.

»Wer, Herrin?«

»Askarich, wer sonst, was wird er tun, mich in die Gefangenschaft schleppen, nicht ansehen, in die Wälder, oder töten, o, jetzt ins finstere, graue Reich, wehe! Jetzt, da die Welt sich auftut.«

»Er sah nicht aus, als ob er dich töten würde, Herrin,« antwortete Svanhild, »als er vor zwei Wochen hier weilte; sicher nicht,« fügte sie, eifrig lächelnd hinzu; »meiner schwachen Stimme wird es nicht bedürfen, er, Askarich, wird seinen Schild über dich halten!«

Nun schwoll schon der dumpfe Ton der fränkischen Heerhörner zum grauen Himmel, an zwanzig Stellen zugleich waren die Krieger gelandet, mit Axt und Waffen brachen sie in den Ort ein.

Was von römischen Wachen vorhanden gewesen, war längst geflohen. Gellendes Getöse erhob sich, das Krachen der Streitäxte an den eilig verrammelten Toren mischte sich mit dem Angstgebrüll fliehender Sklaven und dem dräuenden Siegesruf der Franken. Überall Lärm, Kreischen der Frauen und der erste Wirbel aufsteigender Brandwolken.

Nur die Gärten und Häuser des Budus Attulius lagen still, wie im tiefsten Frieden, Wachen schützten sie nach allen Seiten, Wachen, die Askarich vorsorglich ausgestellt hatte. Aber in der grauenhaften Verwirrung waren die Sklaven, Bauern und Arbeiter ins Herrenhaus geflüchtet und drängten sich nun verstört und ratlos um ihren Herrn. Budus Attulius selbst aber war der Ratloseste, seine Zähne schlugen aufeinander, immer schob er sich wieder hinter die breiten Rücken seiner Leute, um sich zu verbergen.

Regia, zornig und stolz, holte ihn aus seinem Versteck und drückte ihn in einen Sessel.

Endlich schob eine breite Hand den Teppich am Eingang zurück, die sehnige Gestalt Askarichs erschien, sich zurückwendend rief er: »Die Straße nach Trier deckt mit starker Wache, fünfzehn Männer, an die höchste Stelle des Berges dort ein Wachtposten, die Pferde zusammengehalten, jeden Augenblick bereit, daß ein Angriff erfolgt, wir sind nahe beim Feind!«

Dann trat er mit sechs Begleitern ein, um seine Schultern hing der feuerrote Mantel des Anführers, am Helme blinkte ein goldener Reif.

»Regia Donilla,« rief er, »schick mir doch das bange Volk fort, es soll niemanden ein Leid geschehen!«

Aus einen Wink der Herrin entwich das geängstigte Gesinde in die Gärten, als einer der ersten Budus Attulius.

Regia ging am Arme Svanhilds dem Sieger entgegen, ihre Züge waren ernst, fast traurig.

Askarich betrachtete kopfschüttelnd die fränkische Tracht: »Meine kleine Freundin liebt die Mummerei,« sprach er lächelnd, »ich grüße dich. Regia Donilla! Wie ich versprach, komme ich, dreitausend Krieger sind bei mir.«

Daraus gab er ihr die Hand.

Beklommen sprach Regia in abgerissenen Worten: »Ich bin deine Gefangene!«

»Ich komme, um bei dir das Mahl zu nehmen; auch dich Svanhild, Grimawalds Tochter, grüße ich!«

Plötzlich beugte sich Regia Donilla nieder und weinte in beide Hände.

Askarich legte ihr beruhigend seine Rechte auf die zuckende Schulter: »Was quält dich so, zarte Frau, sei fröhlich mit uns Fröhlichen!«

Flüsternd sagte die Tochter des Attulius: »Ich möchte mit dir allein sein.«

Nun waren sie allein, nur beide allein und das Plätschern des Springbrunnens im Wasserbecken und die Marmorbilder an den Wänden.

Askarich saß breit aus dem Pfühl, begütigend sagte er: »Wir sind etwas schnell wieder gekommen, es ist wahr, aber ...«

Mit trockenen, angstweiten Augen stand Regia vor ihm. »Sag mir,« preßte sie hervor, »sag mir, wie steht es mit Euch und Euerm Kriegszug?«

»Weshalb deine Angst, Mädchen? Ich sollte mit nach Ausava, aber ich verlangte nach dir, du Schöne. Ich fürchtete, es könnte dir Unheil begegnen in diesem Sturm. Daher drang ich schließlich im Rat durch und bekam den Auftrag, hierher nach Süden einzubrechen und Trier von Süden her zu beunruhigen.«

»Und die anderen?«

»Werden heute nacht von Ausava aus auf Trier zu eilen.

In höchster Angst rief Regia: »Nein, sie werden es nicht!«

Askarich, von der leidenschaftlichen Heftigkeit des Ausrufs betroffen, lächelte kopfschüttelnd: »Ach, was versteht meine kleine Freundin, die ein so spitzes Zünglein hat, vom Krieg der Männer!«

Da warf sich Regia plötzlich vor ihm auf die Knie, rang die Hände und schrie: »Alles verstehe ich davon, alles, ich bin es, der Euch vernichtet, töte mich, Askarich!«

Askarich strich mit seiner bestaubten Hand vorsichtig über das schwere Haar des Mädchens und sagte leise: »Sei ruhig, du Schöne, so sei doch ruhig!«

Aber Regia fuhr auf, riß seine Hand von ihrem Haar und jammerte: »Ich verdiene es nicht, daß du mich berührst, laß mich von deinen Knechten erdrosseln, wirf mich von dir.«

»Regia, du redest irre!«

Königlich schön, mit brennenden Wangen, die Arme an die atmende Brust gepreßt, stand Regia vor dem Herzog: »Ich verriet dich, Askarich!«

Der sprang zu ihr hin, schlang die starken Arme um sie, fragte glühend: »Wie verrietst du mich, du Wilde, sag es mir,« und küßte sie aus den zuckenden Mund, der sich ihm entwinden wollte.

Regia wehrte sich, aber der Franke hielt sie fest, da schrie sie ihm die ganze Wahrheit ihres Verrates ins Gesicht.

Askarich stieß in der ersten Erregung Regia von sich auf den Boden, wild blickte er über die Kauernde hinweg im Saal umher, als suche er etwas, um seinen kochenden Zorn zu kühlen. Dann aber sah er, wie die schlanken, weißen Hände krampfhaft auf den Marmorfliesen tasteten, wie Regia zusammensank und ohnmächtig wurde. Da zog er sie hoch, hielt sie, die ohnmächtig an seiner Schulter lag, bis sie die Augenlider schwer hob und sprach dann langsam und fest: »Nicht du verrietst mich, ich selbst tat es, mehr noch, uns Franken verriet ich; was ich tat, trage ich, tragen wir zusammen, Regia. Sieh, Regia, ich dachte, du wärst ein blitzendes kleines goldenes Püppchen, aber du bist eine Walküre in schimmernder Wehr, eine Göttin, göttlich schön!«

Regias Augen waren geschlossen, doch auf ihrem feingeschwungenen Munde spiegelte es sich wie ein überschwängliches, unnennbares Glück.

Nun blickte sie den Helden an: »Tausendfache Strafe hatte ich schon dafür, daß ich verraten; ich haßte dich vorher, seitdem ich dich aber verraten, war ich dein eigen und bin es jetzt und immer mit allem, was ich habe, töte mich, aber küsse mich, Askarich ...«

Das tat der junge Frankenherzog: »Mag sich auch das Schicksal wenden, wie es will, wir werden selig sein, einen Fremden verrietest du, aber Askarich liebst du!«

Doch plötzlich im Rausch ihres Glücks bebte Regia auf: »Und deine Freunde? Alle erschlagen durch mich!«

»Wir fürchten römische Legionen nicht, wir Franken sind wachsam auf dem Marsch, ich muß es auch sein, wir sind ja so stark, Konstantin fürchten wir nicht!« Aufgereckt stand der Krieger da und hob die Arme, dann legte er sie wieder um Regia Donilla.

»Und kommt es durch dein vorschnelles Wort, Regia,« fügte er hinzu, »ein paar Tage früher zur Schlacht, wir werden auch dann siegen!«

Als das Mahl, das Attulius den Franken in seinen Gärten gab, zu Ende war und der Abend nahte, brachen die Franken auf, in ihrer Mitte das kostbare Beutegut, und in Sänften Regia, die Tochter des Attulius und Svanhild.

Da kamen die Vorposten, die auf der Trierer Straße gewacht hatten und meldeten, daß römische Reiter sichtbar geworden seien, die sich aber bald wieder zurückgezogen hätten. Dasselbe sagte auch die Nachhut aus, deren Aufgabe es gewesen war, die Berge gegenüber von Neumagen zu bewachen.

Askarich weilte nicht bei den Frauen, er war bald an der Spitze, bald bei dem Ende seines Heerbannes, kein römischer Helmschopf zeigte sich und doch fühlte man, daß möglicherweise der Feind hinter den Büschen und Wäldern lag und jeden Augenblick Hervorbrechen könne.

So zogen Regia und Askarich in das trübe, matte Abendrot hinein gen Trier, die Kaiserstadt.

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