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Um die indische Kaiserkrone I.

Robert Kraft: Um die indische Kaiserkrone I. - Kapitel 17
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typefiction
authorRobert Kraft
titleUm die indische Kaiserkrone I.
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17. Die schwarze Maske

Monsieur Francoeur und seine Schwester saßen in einer Gartenlaube, schlürften den Morgenkaffee und lasen die Zeitung.

»Man sollte meinen,« sagte der Franzose, das Blatt sinken lassend, »man wäre in Spanien oder Italien, nicht aber in England. Da ist wieder auf offener Landstraße ein Wagen von einem maskierten Räuber angehalten worden. Der Kerl hat dem Kutscher und den beiden Passagieren, zwei bekannten Aristokraten, sämtliche Wertsachen abgenommen. Schließlich stattet der Räuber, der schon mehrere solche Fälle auf dem Gewissen hat, auch dieser Gegend einen Besuch ab. Wir müssen auf unserer Hut sein!«

Er las weiter.

»In derselben Nacht noch,« fuhr er dann fort, »hat der Kerl in einer einsamen Villa eingebrochen. Er war allein, hatte aber Posten ausgestellt. Der Einbruch geschah mit ungeheurer Kühnheit. Der Räuber stieg in ein Hinterzimmer ein, leerte einen Geldschrank, nahm aus dem Büfettzimmer alles Silberzeug mit, welches zum Gebrauch aufgestellt war, denn in den anderen Gemächern befand sich eine zahlreiche Gesellschaft. Ein eintretender Diener sah den Maskierten, wie er mit seinem Raube durch das Fenster eine Etage tief hinab sprang. Die Verfolgung blieb fruchtlos. Pfiffe im Walde deuteten an, daß der Räuber nicht allein war; vielleicht hätte er, wenn er Widerstand gefunden, Gewalt angewendet. Der Diener kann keine genaue Beschreibung abgeben, der Mann war groß, schlank gebaut, dunkel und anständig angezogen, trug eine schwarze Maske und eine die Haare bedeckende Kappe, wie der, welcher am Morgen den Wagen anhielt. Es ist kein Zweifel mehr, daß jener kühne Räuber, welcher unter dem Namen >die schwarze Maske< sein Unwesen in den Gebirgen von Schottland treibt, nach einer Pause von einem Jahre sein Gewerbe in der Umgegend von London wieder beginnt. Die Polizei wird ihm bald sein Handwerk gelegt haben.«

»O, die schwarze Maske!« rief Madame Dubois erstaunt.

»Hast du von ihr schon gehört?«

»Gewiß! Zu meinen Zeiten interessierte man sich in Paris sehr für den verwegenen Räuber, weil er ein Franzose sein soll. Man sprach davon, daß er sein Geld in Großbritannien verdiene und in Paris verprasse, ja, man umgab ihn mit einem romantischen Zauber; ein Theaterstück, >Die Schwarze Maske', verherrlichte ihn als Helden. Man sagte von ihm, daß er sich Damen gegenüber, welche er beraubte, sehr galant betrug, es wurde sogar behauptet, manche schöne Pariserin zähle die schwarze Maske zu ihren Verehrern, ohne daß sie es wüßte.«

»Vielleicht war er auch der deine?« fragte Francoeur spöttisch.

»Warum nicht?« war die freche Antwort. »Manche Dame, besonders manche Pariserin, zieht heutzutage eine Liaison mit einem Räuber der mit einem hausbackenen Mann vor, der nichts weiter kann, als ihre Liebe durch Geld erkaufen!«

Plötzlich sprangen beide erschrocken empor. Draußen vor der Laube, im Gebüsch, war ein leises Lachen erschollen.

»Wer belauscht uns hier?« rief Francoeur und eilte hinaus.

Es war niemand zu sehen. Der Franzose durchstöberte das Gebüsch, rief die in einiger Entfernung mit Gartenarbeiten beschäftigten Indier herbei, examinierte sie, aber vergebens.

Einige Diener erklärten, sie hätten vorhin einen alten Bettler am Gartenzaun gesehen.

»Wenn er sich das nächste Mal hier blicken läßt, so jagt ihn mit Hunden fort, überhaupt jeden, der hier nichts zu suchen hat!«

Beruhigt kehrte Francoeur in die Laube zurück.

»Es ist niemand in der Nähe; ein Indier mag gelacht haben, und der Wind trug den Schall hierher, so daß wir glaubten, es würde neben uns gelacht.«

»Es war so seltsam, weil wir uns gerade über die schwarze Maske unterhielten, von welcher behauptet wird, daß sie sich überall einschleicht, sich in jede Gesellschaft mischt und alles belauschen kann, wobei der Räuber sich der verschiedensten Verkleidungen bedient.«

»Du bist doch sonst nicht so ängstlich,« lachte Francoeur, »besonders wenn es sich um einen schönen Mann handelt, wie doch die schwarze Maske auf alle Fälle einer ist!«

»Ich möchte ihn gern einmal sehen.«

»Meinetwegen magst du die Bekanntschaft der schwarzen Maske machen, nur nicht in meinem Hause, sonst könnte sie mein Silbergeschirr mitgehen heißen!«

»In Sachen der Liebe sollen Banditen ebenso galant wie freigebig sein. Ich habe noch nie davon gehört, daß ein Räuber die Dame beraubt hat, die er liebte!«

»Lieber wäre es mir trotzdem, die schwarze Maske bliebe meinem Hause fern, wenn auch deine Lust nach pikanten Abenteuern nicht befriedigt wird. Ich habe seit gestern eine größere Summe in meinem Hause aufbewahrt!«

»Wieviel war es?«

»Zweihundert Pfund – meine vierteljährliche Rente.«

»Mir war es doch, als hättest du sie nicht in den Geldschrank geschlossen. Du gingst mit dem Portefeuille in dein Schlafzimmer und kamst ohne dasselbe wieder heraus.«

Der Franzose lächelte geheimnisvoll.

»Marquis de Lacoste, mein alter Freund, hat mir bei Verpachtung dieses Besitzes das Versteck verraten, wo man Geld sicher vor Räubern und Hausdieben bewahren kann.«

»Aha! Nun, ich will dein Geheimnis nicht wissen, obgleich du es mir nicht zu verbergen brauchtest, um so weniger, als es sich nur um eine so lumpige Summe handelt. Ich glaube aber fest, der Betrag, den man dir gestern übermittelte, war größer!«

»Warum?« fragte Francoeur mit lauerndem Blick.

»Weil du sonst nicht so sorgsam mit Geld umgehst. Du legst es einfach in den Geldschrank und vergißt auch noch manchmal, die Tür zuzumachen!«

Da traten Bega und Eugen aus dem Hause, begrüßten die beiden und sagten, sie wollten einen Spaziergang unternehmen.

Sinnend sahen ihnen die angeblichen Geschwister nach.

»Ein Ziel wäre erreicht,« meinte Francoeur. »Eugen geht in etwa vierzehn Tagen nach London und tritt als Volontär in ein Garderegiment ein. Du meinst, Eugen liebt Bega, und das ist die Hauptsache. Wenn aber nun einmal eine offene Aussprache erfolgt und Bega gibt ihm deutlich zu verstehen, daß sie für ihn keine Neigung besitzt, was dann?«

»Das müssen wir eben verhüten. Sie dürfen unbedingt nicht mehr zusammenkommen.«

»Eugen würde dies allerdings nichts schaden, die Sehnsucht stärkt nur die Liebe. Um seine Geliebte zu sehen und zu besitzen, ist ein junger Mann zu allem fähig.«

»Wenn ihm Bega aber nun bei solch einem Widersehen kalt entgegenkäme?«

»Das wird sie nicht tun; ihr Herz ist noch frei, sie wird Eugen noch lieben lernen.«

»Vielleicht ist es schon zu spät; vielleicht liebt sie schon einen anderen.«

»Was?« rief der Franzose erschrocken.

»Es ist nur ein Verdacht.«

»Ah so! Und wer könnte es sein?«

»Reihenfels!«

»Reihenfels? Den sie nicht mehr sehen will, weil er sie beleidigt hat? Den sie ignoriert, und der diese Verachtung so kaltblütig hinnimmt? Phöbe, da täuschst du dich!«

»Ich sagte ja, es ist nur eine Vermutung! Gerade, weil das Mädchen so darauf bestanden hat, ihn aus ihrer Nähe zu verbannen, schöpfe ich Verdacht. Bedenke, Bega ist ein Weib und zeigt, trotz ihrer sonstigen Offenheit, doch manchmal einen raffinierten Charakter. Ein solches Weib nun würde den, der sie beleidigt hat, in ihrer Nähe dulden, um sich revanchieren zu können, ihn nie aber von sich verbannen. Das tut sie nur, wenn sie den Betreffenden liebt und die durch ihn erlittene Kränkung sie geschmerzt hat. Ich glaube wirklich, Reihenfels hat die Neigung Begas gewonnen, ohne daß er es wollte.«

»Das wäre!« murmelte Francoeur. »Und was denkst du von ihm?«

»Er ist mir ein unergründlicher Charakter!«

»Da müßte schnelle Abhilfe geschaffen werden!«

»Ja, aber wie?«

»Reihenfels muß verschwinden!«

»Dadurch wird eine Liebe nicht kuriert!«

»Dazu ist nur eine Verdächtigung nötig, daß er etwas ehrloses begangen oder auch nur schlecht über Bega gesprochen hat. Er müßte Lady Carters Haus verlassen, vielleicht auf Eugens Vermittlung hin. Diese Intrige ist leicht einzufädeln.«

»Reihenfels ist sehr energisch und scharfsinnig, er könnte das Gewebe zerreißen.

Jedenfalls würde er nicht ruhen, bevor er seine Unschuld bewiesen hat, und soweit ich Bega kenne, würde sie nicht eher an seine Schuld glauben, als bis er überführt worden ist.«

»Dann muß ihm die Gelegenheit entrissen werden, seine Unschuld zu beweisen.«

»Wie das?«

»Ein Dolchstoß hat schon manchen stumm gemacht, der seine Ehrlichkeit wiederherstellen wollte, wodurch er aber die Pläne anderer zerriß,« sagte der Franzose finster.

»Genug davon,« fuhr er fort, als ihn das Weib bestürzt unterbrechen wollte, »du weißt nun, wie entschlossen ich bin, keinen Buchstaben meiner Vorschrift unerfüllt zu lassen. Tue auch du deine Pflicht. Hast du Hedwig gesprochen?«

»Gestern. Die Indierin hat noch nicht erlauschen können, ob zwischen Westerly und Lady Carter eine Aussprache erfolgt ist.«

»Ich glaube nicht, daß Westerly mich belügt, weil er mich zu fürchten hat.«

»Wann könnte die Bestätigung von Sir Carters Tod aus Indien hier eintreffen?«

»Ich gehe in den nächsten Tagen nach London und sehe, wie weit die Sache gediehen ist.«

»Du bringst das Geld dorthin?«

»Du scheinst zu glauben, es sei sehr viel. Ich versichere dir, es sind nur zweihundert Pfund Sterling, aber sie sind doch besser bei einem Bankier aufgehoben als in dem einsamen Hause.

Jetzt beende das Frühstück, geh spazieren und suche in die Nähe von Bega und Eugen zu kommen und sie zu belauschen, womöglich ohne daß sie es merken.«

Francoeur ging in das Haus; die Dame ließ sich von einem Diener einen Sonnenschirm bringen und schlug die Richtung nach dem Walde ein. Sie wußte, wo Bega und Eugen gewöhnlich zu finden waren, wenn sie den Wald durchstreiften. Madame Dubois kannte den Lieblingsplatz der beiden, schon oft hatte sie sie dort belauscht.

Madame Dubois war eine imposante, reife Schönheit, deren Alter man nicht taxieren konnte.

Die großen, von dunklen Brauen überwölbten Augen die etwas aufgeworfene Nase, das starke Kinn und die vollen Lippen gaben dem Gesicht einen sinnlichen Ausdruck, alles Leidenschaft und Glut. Sie wußte, daß sie schön war, und es kam ihr auch darauf an, zu gefallen. Trotz der Morgenstunde befand sie sich in einem eleganten Hauskostüm. Straff legte sich eine schwarzseidene Bluse über den vollen Busen, von einem silbernen Schuppengürtel zusammengehalten, und durch die schwarzen Gazeärmel schimmerten die Arme in entzückender Weiße hindurch.

Eben wurde sie von dichtem Gebüsch umgeben, welches nur hier und da einen Durchblick gestaltete, als sie etwas erschrocken zusammenfuhr. Sie hatte zwischen den Bäumen die Gestalt eines zerlumpten, alten Mannes gesehen, der ihr nur einen Blick zugeworfen und dann hinter einem Busche verschwunden war.

Im Nu schoß ihr der Gedanke an Räuber, an die schwarze Maske, durch den Kopf. War das jener Bettler, den die Indier gesehen haben wollten? Es bemächtigte sich ihrer eine gewisse Bangigkeit. Doch sie war ja ganz in der Nähe des Hauses.

»Drehen Sie sich um, und erschrecken Sie nicht« sagte da plötzlich hinter ihr eine sonore Stimme.

Wie vom Blitz getroffen fuhr Phöbe herum und stand einer Erscheinung gegenüber, bei deren Anblick sie so erschrak, daß ihr selbst der Schrei der Überraschung auf den Lippen erstarb.

Einige Schritte vor ihr stand ein Mann, hoch und schlank gebaut, modern gekleidet, aber statt des Hutes eine den Kopf ganz bedeckende Kappe, und vor dem Gesicht eine schwarze Maske tragend, hinter welcher dunkle Augen hervorblitzten und mit unverhohlener Bewunderung das schöne Weib betrachteten.

Madame Dubois war nicht furchtsam, und dabei ein echtes Kind ihrer verdorbenen Zeit.

Was ihr bevorstand, betrachtete sie als ein amüsantes Abenteuer, mit dem sie später einmal prahlen konnte. Jetzt stand ihr vorläufig nur ein Räuber .gegenüber, vielleicht entpuppte er sich noch als ein Mann – es war ja die schwarze Maske, von der sie schon so viel gehört hatte.

»Ich habe nichts weiter bei mir, als Uhr und Kette und einige Silberstücke. Nehmen Sie es, und seien Sie edelmütig gegen eine Dame!«

Sie nestelte die goldene Uhrkette von ihrem Busen los. Der Räuber trat bis auf einen Schritt an sie heran und machte eine abwehrende Handbewegung.

»Ich komme nicht, um Sie zu berauben,« klang seine spöttische, offenbar verstellte Stimme hinter der Maske hervor, »sondern, weil Sie es gewünscht haben.«

»Wie? Ich hätte Ihre Begegnung gewünscht?«

»Allerdings! Sie sprachen vor einer Viertelstunde den Wunsch aus, die schwarze Maske einmal zu sehen. Ich stehe zu Ihrer Verfügung, schöne Frau!«

Das Weib erschrak.

»Sie haben uns vorhin belauscht?«

»Ich war so frei.«

»Waren Sie es, der lachte?«

»Ja, ich freute mich, als Sie so günstig über die Ritter der Nacht, und ganz besonders über mich sprachen.«

»Was haben Sie sonst noch gehört?«

»Alles, verstand jedoch nicht den Sinn – leider!«

Das Weib war beruhigt. Dieser Mann wollte seine gefährlichen Abenteuer einmal mit einem galanten würzen. Nun, sie wollte sehen.«

»Wo befanden Sie sich?«

»Ganz in der Nähe.«

»Sie konnten aber nicht gefunden werden.«

»Die schwarze Maske findet niemand, wenn sie nicht will.«

»Ich interessiere mich höchlichst für kühne Unternehmungen. Bitte, sagen Sie mir, wo hielten sie sich versteckt?«

»Ich lag über Ihnen, auf der Laube.«

»Dann konnten Sie allerdings nicht entdeckt werden, denn niemand dachte daran, da hinaufzusehen. Wie kamen Sie hinauf?«

»Ich wußte, daß Sie jeden Morgen den Kaffee in der Laube einnahmen und begab mich vorher hinauf.«

»Was hatte Ihre Spionage für einen Zweck?«

»Mich über die Hausangelegenheiten des Monsieur Francoeur zu erkundigen. Ich wollte einmal Einsicht in seinen Kassenschrank nehmen,« war die offene Antwort.«

»Ich werde ihn warnen, er wird Sie mit der Pistole empfangen.«

»Haben Sie keine Sorge. Seitdem ich Sie gesehen und Ihre liebenswürdigen Worte vernommen, habe ich eine schönere, wertvollere Beute in Aussicht.«

Das Weib hatte verstanden und ging darauf ein. Mit Wohlgefallen musterte Sie die schlanke, kräftige Gestalt des Mannes, dessen sorgfältig gepflegte Hände verrieten, daß er kein gewöhnlicher Wegelagerer war.

»Was meinen Sie, mein Herr?« fragte sie schelmisch.

»Sie!«

»Wie? So sind Sie auch gelegentlich ein Räuber der Unschuld?«

»Ihnen kann ich die Unschuld nicht mehr rauben. Ich begnüge mich aber gern mit dem, was größere Räuber als ich noch gelassen haben.«

Das war zynisch frech, doch das Weib fühlte sich nicht beleidigt, sie lachte wie über einen gelungenen Witz.

»Wenn Sie von mir sprechen, so müßten sie beweisen, daß dies nicht der Fall ist,« entgegnete sie.

»Der Beweis ist leicht erbracht. Sie nennen sich Madame verwitwete Phöbe Dubois.«

»Sie sind gut orientiert!«

»In Wirklichkeit aber sind Sie die Maitresse, oder meinetwegen auch die Frau des Monsieur Francoeur!«

»Woher wissen Sie das?«

»Ihre vertraute Unterredung verriet es mir, so spricht kein Bruder zur Schwester!«

»Ich mache Ihnen mein Kompliment, sie besitzen ein scharfes Auge. Wissen Sie sonst noch mehr?«

»Ich weiß, daß Sie, schöne Phöbe, vor zehn Jahren in Paris die gefeiertste Balletteuse waren. Alle Welt lag zu Ihren Füßen und betete Sie an.«

»Richtig, auch der Träger der schwarzen Maske soll sich ab und zu in Paris aufgehalten haben, um seinen Raub zu verprassen. Er hatte Zutritt in manche Boudoirs, sagte man.«

»Sie selbst sprachen es vorhin aus, und ich muß es bestätigen, weil ich noch dieselbe schwarze Maske bin, die ich früher war, nur zehn Jahre älter.«

»Waren auch Sie unter meinen Verehrern?«

»Kennen Sie mich?«

»Lüften Sie die Maske!«

»Ich vermeide dies. Nein, ich hielt mich von Ihnen fern, so sehr Sie mich auch anzogen, weil ich Sie vom Marquis Alfons de Lacoste geliebt wußte, er war mein Freund.«

»Wie? Sie kannten Alfons? Ach, das war eine schöne Zeit! Der arme, hübsche Junge!«

rief Phöbe schwärmerisch und bedauernd.

»Ja, Alfons war ein hübscher Kerl, und es war wirklich zu bedauern, daß der alte Marquis gegen seinen Sohn so filzig war. Sie haben ihn manchmal unterstützt.«

»Das tat ich von Herzen gern! Kennen Sie sein trauriges Schicksal?«

»Um Ihre Ehre zu retten, erschoß er im Duell den Gegner und mußte fliehen. Haben Sie seitdem wieder etwas von ihm gehört?«

»Nie wieder. Er soll nach Indien gegangen und dort verschollen sein.«

Beide standen sich einige Minuten stumm gegenüber, Phöbe in Erinnerungen versunken, der Räuber das schöne Weib mit verlangenden Blicken betrachtend.

»Er war meine einzige, wahre Liebe,« seufzte Phöbe dann.

»Ich weiß es. Seinetwegen gerieten Sie in ganz enorme Schulden –« »Es war ein so netter Junge, dem ich nichts abschlagen konnte – leichtlebig, gerade wie ich. Wir paßten zusammen.«

»Das war Ihren Gläubigern aber gleichgültig. Diese rohen Barbaren fragten nicht nach dem gefühlvollen Grunde Ihrer Schulden, sondern sagten Mademoiselle Phöbe, entweder Sie bezahlen, oder wir lassen Sie pfänden!«

»Es kam nicht so weit.«

»Nein, ein Herr Namens Betranger nahm sich Ihrer an, er zahlte, und Sie wurden seine Maitresse. Er ging nach Indien, nach Bengalen, und Sie folgten ihm um so lieber dorthin, als Sie hofften, dort Ihrem geliebten Alfons wieder zu begegnen.«

»Sie sind gut orientiert!«

»Dieser Monsieur Betranger nennt sich jetzt Francoeur.«

»Sind Sie allwissend?«

»Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewußt – läßt ein neuerer Dichter den Teufel sagen. Übrigens müssen Sie bedenken, daß ich mich damals in Paris aufhielt. Ich erkannte Monsieur Francoeur vorhin sofort wieder.«

Der Maskierte trat plötzlich dicht vor Phöbe hin.

»Aber ich bin nicht hier, um an vergangene Zeiten zu erinnern. Ich möchte die Gegenwart genießen.«

»Was wollen Sie?« fragte Phöbe naiv.

»Ich möchte die Stelle Alphons' einnehmen.«

»Mein Herr, Sie sind kühn!«

»Kühn wie ein Räuber!« lachte der Maskierte und ergriff ihre kleine, volle Hand.

Phöbe versuchte Sie ihm zu entziehen.

»Hier wäre nicht der Platz zu einem Rendezvous, gesetztenfalls ich gewährte Ihnen ein solches, was ich aber nicht beabsichtige.«

»Was man den Räubern nicht freiwillig gibt, das nehmen sie sich mit Gewalt!« entgegnete er und umschlang sie.

»Ich rufe um Hilfe!«

»Das würde nichts nützen,« lachte er, ließ sie jedoch frei. »Haben Sie keine Furcht; ich bin nicht so ungalant, mir eine Umarmung erzwingen zu wollen. Vorläufig möchte ich nur Ort und Zeit ausmachen, wo unser Rendezvous stattfinden soll.«

»Und wenn ich nicht einwillige?«

»Sie werden es.«

Der Maskierte schwieg und lauschte. Man hörte das Zwitschern eines Rotkehlchens.

»Sie werden gebraucht,« flüsterte er.

»Ich?« fragte Phöbe erstaunt.

»Ja, es ist eine Gelegenheit da, welche Sie benutzen müssen. Ich halte darauf, daß jeder seine Pflicht erfüllt, wie ich sie als Räuber erfülle. Mein Begleiter benachrichtigt mich, daß Bega und Eugen, die Sie beobachten sollen, in der Nähe sind, und daß zwischen ihnen etwas von Wichtigkeit vorgefallen sein dürfte. Kommen Sie, vielleicht bietet sich uns ein anregendes Schauspiel.«

Er ergriff Phöbes Hand, lauschte noch einen Augenblick und zog sie dann mit sich fort.

»Ich höre sie schon sprechen,« flüsterte er, »sie sind sehr aufgeregt.«

Nach kurzer Wanderung hielt er, bog die Büsche auseinander, und Phöbe wurde wirklich eine Szene gewahr, die sie keinesfalls hätte verpassen dürfen.

Auf einer kleinen Lichtung standen Eugen und Bega. Ersterer sprach aufgeregt, leidenschaftlich; Bega wendete sich halb von ihm ab, wie zur Flucht bereit. Ihr Gesicht konnten die beiden Beobachter nicht sehen.«

»Bega, nur ein Wort gönne mir,« rief Eugen mit stehender Stimme, »nur ein einziges Wort!«

Das Mädchen antwortete nicht, es blickte stumm zu Boden.

»Laß mich nicht so von dir, ich verzweifle sonst. In sechs Tagen schon gehe ich nach London, und nehme ich dein Geständnis nicht mit, so ziehe ich mit trostlosem Herzen in eine Öde. Sage mir, Bega, daß du mich liebst, und ich bin der glücklichste Mensch unter Gottes Sonne.«

»Es ist noch Zeit, wir sehen uns ja wieder,« murmelte Bega.

»Nein, eine solche Gelegenheit finden wir nie wieder. Ich kann dich fortan nur selten sehen. Bega, ich habe dir gestanden, wie heiß ich dich vom ersten Augenblicke an geliebt habe, ich konnte mich vorhin nicht länger beherrschen, ich mußte sprechen. Verzeihe mir, wenn ich zu ungestüm war!«

»Ich habe nichts zu verzeihen. Das Herz ist mächtiger als alles andere.«

»So sage mir, daß du mich wiederliebst!«

»Ich habe dich immer liebgehabt.«

»Nein, lieben – lieben mußt du mich! Sprich es nur aus, wir sind allein, niemand hört und stört uns, und ich will das Geheimnis unserer Liebe wie ein Heiligtum bewahren.«

»Gib mir Bedenkzeit!«

»Die Liebe kennt keine Bedenkzeit. Heute, jetzt mußt du mir es gestehen.«

»Müssen?« erklang es wie trotzig.

»Ich bitte dich, ich flehe dich an, sage ja.«

»Nicht heute!«

»Bega!« rief Eugen, einen Schritt zurücktretend und das Mädchen mit flammenden Blicken betrachtend. »Bega, du magst wohl unter der Sonne Indiens geboren sein, aber eine Indierin bist du nicht, sonst müßtest du wissen, welche Flammen du in meinem Herzen entfacht hast!«

»Ist das ein Grund, daß ich dich lieben muß?«

»Wenn du mich liebtest, würdest du mich nicht so kalt anhören können, du würdest nicht ans Morgen denken, sondern nur ans Jetzt.«

»Ich bin ein Halbblut und besitze Überlegung.«

»Ich frage nochmals: Liebst du mich?« stieß Eugen mit bebender Stimme hervor.

Da drehte sich Bega um und schaute ihn voll an.

»Eugen, laß dir genügen, daß ich dich herzlich lieb habe,« sagte sie weich, »ich will mit meinem Vater und meinen Verwandten sprechen, und dann, vielleicht morgen schon, sollst du hören, wonach du verlangst. Gedulde dich, und ich versichere dir, daß es dich hundertmal mehr beglücken wird, als wenn du es jetzt in deinem leidenschaftlichen Rausche hörst.«

»Ich weiß, du liebst mich nicht!« rief Eugen außer sich, am ganzen Körper bebend. »Ich aber liebe dich und lasse dich nicht, und wenn du mich auch von dir stößt, mein mußt du doch werden!«

Mit diesem letzten, heiser klingenden Ausrufe stürzte er plötzlich auf Bega zu, umschlang sie mit beiden Armen, preßte die Überraschte an sich und suchte sie zu küssen.

Phöbe erschrak, das durfte sie nicht zulassen, sonst scheiterten ihre Pläne. Sie kannte Begas Charakter.

Schnell wollte sie vorstürzen und die beiden trennen, doch der Maskierte hielt sie mit festem Griff zurück.

»Die Zuschauer dürfen sich nicht in das Spiel mischen,« raunte er ihr zu.

»Ich muß!«

»Das Verhängnis können Sie auch mit Hilfe aller Intrigen und Gewaltmittel nicht ändern, höchstens aufhalten – es geht seinen Lauf. Ich bin ein Beweis davon.«

Phöbe wäre auch schon zu spät gekommen.

Bega war nicht das Mädchen, sich zwingen zu lassen; der Überfall empörte sie aufs äußerste.

Ein kurzer Ringkampf entstand, dann wurden plötzlich Eugens Handgelenke kräftig gepackt und er so heftig zurückgeschleudert, daß er zu Boden fiel.

Mit vor Zorn gerötetem Antlitz, die Hände geballt, die Augen feuersprühend, stand das Mädchen vor ihm.

»Knabe,« sagte sie mit schneidender Stimme, »unbesonnener Knabe, geh erst bei Reihenfels in die Schule und laß dir von ihm Selbstbeherrschung beibringen!«

Sie wendete sich ab und schritt in der Richtung des Hauses davon.

Phöbe wollte Bega nacheilen und für Eugen ein gutes Wort einlegen, doch der Maskierte hielt sie wiederum zurück.

»Verschieben Sie es auf ein andermal,« sagte er. »Jetzt möchte ich mit Ihnen allein sein.«

Er schlang wieder den Arm um ihre Taille.

»Lassen Sie mich. Es steht mehr auf dem Spiele.«

»Bah, was denn? Hat sich dieser Eugen jetzt tölpelhaft benommen, so kann er es wieder gutmachen. Ich will Ihnen ein Mittel an die Hand geben.«

»Sie könnten wirklich?«

»Mit Leichtigkeit. Nichts imponiert den Weibern mehr als eine ritterliche Tat, die einer Leidenschaft für sie entspringt. Dasselbe Ungestüm, das Bega jetzt verletzt hat, muß sie wieder versöhnen. Lassen Sie mich nur machen. Es scheint allerdings, als ob sie nicht Eugen liebt, sondern Reihenfels.«

»Wer ist das?«

»Eugens Hauslehrer.«

»Ah, diese Herren sind manchmal eine ganz gefährliche Sorte Menschen. Ist er jung und hübsch?«

»So ziemlich, wenn auch nicht nach meinem Geschmack.«

»Finden Sie mich nach Ihrem Geschmack?« lenkte jetzt der Maskierte ab.

»Ich kenne Sie noch nicht.«

»So sollen Sie mich kennen lernen. Setzen Sie sich auf den Baumstamm hier, und vergessen Sie die Komödie, die wir soeben gesehen!«

Er zog das Weib neben sich auf einen gestürzten Baumstamm; Phöbe wollte sich von seiner Umschlingung befreien, doch es gelang ihr nicht. Durch die eben gesehene Szene war auch ihr Blut erregt worden.

»Also, schöne Frau, ich habe die Kühnheit, Sie um ein Rendezvous zu bitten.«

»Was für einen Grund haben Sie, zu glauben, daß ich Ihnen ein solches gewähre?«

»Sie haben schon gar manchem die Gunst gewährt, um die ich Sie jetzt bitte.«

»Wenn Sie in Paris waren und sogar in Boudoirs Zutritt hatten, so müssen Sie wissen, daß man seine Gunst wohl verschenkt, aber auf ein Gegengeschenk rechnet.«

Der Maskierte stand auf und stellte sich vor sie hin.

»Ich bin zwar ein Räuber, aber auch ein Kavalier und weiß mich Damen gegenüber zu benehmen. Ich wagte nicht, Ihnen ein Geschenk anzubieten.«

»Seien Sie nicht so blöde!« lachte Phöbe.

»Gold und Edelsteine kann ich Ihnen nicht, verehren, denn sie sind gestohlen und werden oft zu Verrätern.«

»Das war offen. Ich glaube überhaupt, daß alles, was Sie mir anbieten können, gestohlen ist.«

»Aber dennoch sauer verdient. Ich setze oft mein Leben daran. Was fordern Sie?«

»Monsieur Betranger bezahlte meine Schulden im Betrage von 300 000 Francs.«

»Kamen Sie Alfons de Lacoste auch so teuer zu stehen?« fragte der Räuber spöttisch.

»Das war etwas anderes; er war mein Geliebter!«

»So nehmen Sie mich zum Geliebten!«

»Ich verzichte darauf; sentimentale Neigungen habe ich hinter mir.«

»Nennen Sie mir Ihre Schulden, die Quittung darüber soll der Ehebrief sein.«

»Ich habe keine Schulden mehr, Francoeur sorgt dafür. Sonst ist er leider sehr knauserig.«

»Ah, dann ist es gut! Nun denn, schöne Dame, so fordern Sie eine Summe, die ich Ihnen als Beweis meiner Ehrfurcht zu Füßen legen soll.«

Phöbe spielte mit der Spitze ihres Sonnenschirms im Grase.

»Ich brauche Geld, um mir für später meine Unabhängigkeit zu sichern,« sagte sie dann.

»Sie wollen sparen?«

»Ich will den Anfang damit machen.«

»Wie groß soll der erste Sparpfennig sein?«

»Sagen wir – taufend Pfund Sterling.«

»Mehr nicht? Sie sind bescheiden.«

Erstaunt blickte Phöbe auf.

»Treiben Sie Scherz?«

»Durchaus nicht.«

»Verfügen Sie über so viel Geld?«

»Natürlich! Ich habe erst vor einigen Tagen das fünffache verdient.

»Fünftausend Pfund?«

»Ja, eine Kleinigkeit für mich.«

»Dann bin ich bereit, Ihnen für ein Rendezvous eine Stunde zu gewähren.«

Der Räuber zog sie wieder an sich; sie ließ es geschehen.

»Göttliche, wie danke ich dir!« versetzte er mit Pathos. »Wie Eugen vorhin in der Komödie, so rufe ich jetzt: Du machst mich zum Glücklichsten unter der Sonne! Wann darf ich Sie besuchen?«

»In meinem Hause geht es auf keinen Fall,« rief sie erschrocken, »Sie sind ein Räuber.«

»Als solcher würde ich der Ehre ihres Hauses keinen Abbruch tun, ich glaube, es beherbergt größere Räuber als mich. Schlagen Sie einen Ort vor!«

»In London.«

»Wo da?«

»Kennen Sie keine Räuberhöhle dort?« lachte Phöbe.

»Ah so, Sie lieben das Romantische!«

»Habe ich ein Rendezvous mit einem Räuber verabredet, so will ich auch den ganzen Reiz dieses Abenteuers kosten.«

»Sie sollen es. Gern möchte ich zwar schon heute die glücklichste Stunde meines Lebens genießen, doch meine Pflicht ruft mich anderswohin. Können Sie mir morgen nachmittag die Schäferstunde gewähren?«

»Ich bin Herrin meiner Zeit.«

»Wohlan! Sie kennen den Steinbruch von Wanstead?«

»Ja. Es befinden sich viele Höhlen dort. Hausen Sie etwa in einer solchen?«

»Allerdings, wenigstens zu Zeiten. Passen Sie auf! Wenn Sie den Steinbruch kennen, so wissen Sie auch den Steinblock, der sich wie ein Monument in der Mitte erhebt.«

»Ich kenne ihn.«

»Nun wohl! Stellen Sie sich nachmittags um vier Uhr an das Postament in der Mitte und gehen Sie dorthin, wohin sein Schatten zeigt. Sie stoßen so auf eine Höhle, in der ich Sie erwarten werde. Also morgen nachmittag um vier Uhr.«

»Aber wir entbehren dort jeder Bequemlichkeit.«

»Sie werden nichts vermissen. Sie werden ein freundliches Interieur finden.«

»In dieser Höhle? Ich kann nicht begreifen, wie sich dort jemand für längere Zeit versteckt halten kann.«

»Sie werden es begreifen lernen.«

»Gut ich komme!« sagte Phöbe. »Aber welche Sicherheit geben Sie mir, daß ich die versprochene Summe erhalte?«

»Mein Ehrenwort als Kavalier.«

»Ich muß daran glauben, denn –« »Sie dürfen an meinem Wort nicht im geringsten zweifeln,« unterbrach der Räuber sie stolz.

»Wenn Sie mich um das Geld prellen würden, müßten Sie fürchten, daß ich Ihr Versteck verrate,« scherzte Phöbe.

»Das dürfte Ihnen schwer fallen.«

Der Räuber lauschte, wieder erklang das Vogelgezwitscher.

»Ich werde gerufen, ich muß gehen. Leben Sie wohl, schöne Phöbe, morgen auf Wiedersehen!«

Er preßte Sie nochmals an sich.

»Sehe ich Sie morgen ohne Maske?«

»Vielleicht! Kommen Sie sicher?«

»Auf jeden Fall!«

»Wenn Sie nicht kämen, würde ich Gebrauch von dem machen, was ich erlauschte. Leben Sie wohl!«

Er schritt schnell davon und verschwand im Gebüsch.

»Er weiß mehr, als er gestehen will,« murmelte Phöbe. »Francoeur und ich haben einen großen Fehler begangen, als wir in der Laube so ungeniert sprachen. Doch sehr zu fürchten ist der Räuber nicht; denn eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Vielleicht könnten wir ihn sogar ganz gut verwerten. Nun, ich werde mich morgen einfinden; mein gegenwärtiges langweiliges Leben muß einmal durch ein interessantes Abenteuer unterbrochen werden. Ich würde gehen, selbst wenn mir nicht eine große Summe als Belohnung in Aussicht stände.«

Der Räuber stieß mit dem schon erwähnten Bettler und einem großen, herkulisch gebauten Mann zusammen.

»O, Renard, bist du schon zurück?« sagte er zu ihm.

»Es ging alles schnell, Kapitän, und unsere Aktien stehen vortrefflich. Die Herrschaften fahren morgen nach London; ich glaube, der Sohn soll dort irgendwo untergebracht werden.

Die Dienerschaft geht nach Loughton zu einem Fest.«

»Es ist gut. Renard, ich bin mit dir zufrieden; dein Eifer soll belohnt werden, ich werde den Einbruch in Carters Haus jedoch vorläufig aufgeben, mich überhaupt dieser Gegend fernhalten. Findet euch kurz vor Mitternacht hier ein!«

»Wo wollen wir einbrechen?«

»Nicht weit von hier. Ich führe es allein aus. Ihr steht wie gewöhnlich nur Posten.«

Die drei trennten sich und verloren sich im Walde.

»Diesem Francoeur werde ich scharf auf die Finger passen,« murmelte der Maskierte.

»Diesmal scheint er es mit Indien zu halten; er lebt bei einem Radscha und gibt sich mit den beiden indischen Kindern ab. Phöbe soll mir behilflich sein, eine Verbindung mit ihm einzuleiten. Ha, wie freue ich mich, Phöbe hier gefunden zu haben! Doch jetzt gilt es erst, die ihr versprochene Summe zu schaffen.«

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