Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Johann Georg Friedrich Jacobi >

Ueber die Kartoffeln, Erdäpfel, Erd- oder Grundbirnen ...

Johann Georg Friedrich Jacobi: Ueber die Kartoffeln, Erdäpfel, Erd- oder Grundbirnen ... - Kapitel 62
Quellenangabe
pfad/jacobijg/kartoffe/kartoffe.xml
typetractate
authorJohann Georg Friedrich Jacobi
titleUeber die Kartoffeln, Erdäpfel, Erd- oder Grundbirnen ...
publisherMonath und Kußler
year1818
firstpub
correctorreuters@abc.de
senderPamela Lampel
created20100408
Schließen

Navigation:

Kartoffelreibmaschine.

Um die Kartoffeln zur Ausziehung des Mehles und zu anderer Absicht klein zu reiben, hat man verschiedene Mittel zum Werkzeuge. Gewöhnlich reibt man die Kartoffeln auf einem Reibeisen; allein das ist sehr mühsam, ermüdend und langweilig, und die reibende Person wird sich auch die Finger sehr oft verwunden. Besser thut man daher, wenn man eine Art Krauthobel macht, und statt der scheidenden Eisen ein starkes Reibeblech einnagelt. Durch das Hin- und Herziehen des mit Kartoffeln gefüllten Kastens, wird die Zerreibung derselben sehr leicht und bald, ohne viele Ermüdung und ohne Verwundungsgefahr, vollbracht. Auf diese Art kann eine Person 8, 10, 12 mal mehr reiben, als mit dem Handreibeisen; je nachdem nun der Reibkasten viel Kartoffeln fassen, und auf dem Reibebleche hinschieben kann. Man bemerke, daß hier ein Brett mit einem Griffe, welches, genau in den Reibkasten paßt, vorhanden seyn muß, um mit demselben die Kartoffeln immer auf das Reibeblech niederdrücken zu können. Diese Kartoffelreibebank, wie man dieses Instrument füglich nennen kann, wird auf eine Wanne mit Wasser gelegt, damit das Zerriebene, so wie es durchs Blech geht, gleich ins Wasser falle, und da auswässere.

Man kann auch ein großes rundes Reibeblech machen lassen, und dieses mit seinem äussern Rande auf einen hölzern befußeten Kranz nageln. In der Mitte des Bleches ist ein rundes Loch von Zolle Weite, in welches eine vertikale Welle mit ihrem Zapfen gesezt wird. Aus dieser Welle gehen vier Bretter von 6 bis 8 Zoll Breite gleich unten am Zapfen wie Wellarme heraus, welche gerade so weit herausreichen, als das scheibenförmige Reibeblech aufgehauen ist. Um jene vier Bretter legt sich außen herum ein Siebkranz welcher an die Stirnen derselben festgenagelt ist, daß also die Vorrichtung einem bodenlosen Siebe, mit einem Brettkreuze, aus dessen Mitte eine Spindel empor steht, gleicht. Damit die Welle Haltung genug für die Bretter habe, muß sie da, wo die Bretter eingezapft sind, etwas stark, schon so dick wie eines Mannes Arm seyn, und so viel die Welle von dem Reibeblech um das Zapfenloch herum bedeckt, so viel ist von der letzten, wie sich das schon von selbst versteht, nicht auszuhauen. Kranz und Kreuzbretter dieser Vorrichtung laufen ganz nah auf dem Reibeblech hin, und damit die Welle nicht wanken könne, steigen von dem horizontalen hölzernen Kranze, welche das Reibeblech hält, vier Säulen empor, welche oben mit zwey Kreuzriegeln verbunden sind, durch deren Kreuzungsmittelpunkt ein Loch gebohrt ist. Durch dieses Loch, welches genau mit dem Loch im Reibebleche zusammentreffen muß, geht das andere Ende der Welle, und an dieses andere Wellenende ist eine Kurbel angebracht, mittelst welcher man die Welle und das daran befindliche durchkreuzte offene Sieb herumdrehet. Diese Maschine stellt man nun über ein Gefäß mit Wasser - man kann es auch so aptiren, daß es gerade auf ein großes Gefäß paßt, und auf dem Rande desselben befestigt werden kann - schüttet in die vier Fächer des durchkreuzten Reibesiebes die Kartoffeln, welche gerieben werden sollen, beschwert sie mit Brettchen, welche dazu schon bereitet sind, und fängt nun an zu drehen. Die Kartoffeln werden also auf diese Art, in einem ununterbrochenen Kreislaufe über das ausgehauene scharfe, runde Reibeblech herumgetrieben, und in sehr kurzer Zeit klar gemacht. Je höher der Triebekranz ist, desto mehr Kartoffeln kann er fassen, desto seltener braucht man nachzuschütten, desto mehr Schwung hat der, der dem Dreher zu Hülfe kommt. Man kann auch die Spindel durchs Reibeblech durchgehen lassen, und kann unten noch gleich ein oder zwey Siebe - das erstere größer, das zweyte feiner - anbringen, in deren erstes die geriebene Kartoffelmasse fällt, und sich gleich mit siebt und wäscht. Diese Siebe, welche zentrisch an der Welle stecken, müssen nämlich im Wasser gehen - das obere nur zum Theile - und vom Reibekranz gehen Bretterchen in sie herab, welche die Masse, die sich sonst mit den Sieben mitdrehen würde, aufhalten, und zur Reibung auf dem Haar, oder Drathboden derselben bringen. So kann man Reibung und Aussonderung auf einmal, und mit einer ganz leichten Bewegung vollbringen, eine Einrichtung, die dieses Geschäfte sehr abkürzt und bequem macht. Das untenstehende runde Gefäß, in welchem die Siebe laufen, und die feine Kartoffelmasse sich ansammelt, ist mit einem Zapfenloch, das ein Haartuch verdeckt, versehen, um das getrübte Wasser von Zeit zu Zeit ablassen zu können.

 << Kapitel 61  Kapitel 63 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.