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Turngedichte

Joachim Ringelnatz: Turngedichte - Kapitel 31
Quellenangabe
typepoem
booktitleTurngedichte
authorJoachim Ringelnatz
firstpub1923
year1974
publisherKarl H. Henssel Verlag
addressBerlin
isbn3-87329-085-5
titleTurngedichte
pages3-82
created20050415
sendergerd.bouillon
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Nachtgalle

        Weil meine beiden Beine
Erfolglos müde sind,
Und weil ich gerade einsam bin,
Wie ein hausierendes Streichholzkind,
Setz ich mich in die Anlagen hin
Und weine.

Nun hab ich lange geweint.
Es wird schon Nacht; und mir scheint,
Der liebe Gott sei beschäftigt.
Und das Leben ist – alles, was es nur gibt:
Wahn, Krautsalat, Kampf oder Seife.
Ich erhebe mich leidlich gekräftigt.
Ich weiß eine Zeitungsfrau, die mich liebt.
Und ich pfeife.

Ein querendes Auto tutet. –
Nicht Gold noch Stein waren echt
An dem Ring, den ich gestern gefunden. –
Die nächtliche Straße blutet
Aus tausend Wunden.
Und das ist so recht.

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