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Gottfried von Straßburg: Tristan - Kapitel 111
Quellenangabe
authorGottfried von Straßburg
titleTristan
typeepos
booktitleGottfried von Straßburg: TRISTAN
publisherDATA MEDIAEVIS
senderputmans@pi.net
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sô gelîch und alse einbaere
was ir har dem golde.
sus gienc Isôt Isolde,
diu tohter ir muoter bî,
vrô und aller sorgen vrî.
ir trite die wâren unde ir swanc
gemezzen weder kurz noch lanc
und iedoch beider mâze.
si was an ir gelâze
ûfreht und offenbaere.
gelîch dem sperwaere,
gestreichet alse ein papegân.
si liez ir ougen umbe gân
als der valke ûf dem aste.
ze linde noch ze vaste
haeten si beide ir weide.
si weideten beide
als ebene und alse lîse
und in sô süezer wîse,
daz dâ vil lützel ougen was,
in enwaeren diu zwei spiegelglas
ein wunder unde ein wunne.
diu wunnebernde sunne
si breite ir schîn über al,
si ervröute liute unde sal
slîchende neben ir muoter hin.
si zwô si wâren under in
in süezer unmuoze
mit zweier hande gruoze
grüezende unde nîgende,
sprechende unde swîgende.
ir reht was an in beiden
besetzet unde bescheiden.
ir eine gruozte, diu ander neic,
diu muoter sprach, diu tohter sweic.
diz triben die wol gezogen zwô.
diz was ir unmuoze dô.
Nu daz sich Isôt unde Isôt,
diu sunne unde ir morgenrôt,
haeten nider gelâzen,
dem künege bî gesâzen,
nu nam der truhsaeze allez war
und vrâgete her unde dar,
wâ der gewaltesaere,
der vrouwen kempfe waere.
des was er unberihtet dâ.
sîne mâge nam er sâ.
der was ein michel her umb in.
vür den künec sô gieng er hin.
dem gerihte antwurte er sich.
« nu hêrre « sprach er « hie bin ich
und vordere mîn kampfreht.
wâ ist nû der guote kneht,
der mich an mînen êren
hie waenet umbe kêren?
ich hân noch vriunde unde man.
ouch ist mîn reht sô guot hier an:
tuot mir daz lantreht, alse ez sol.
ich geteidinge wol.
gewalt entsitze ich cleine,
ir entuot ez danne al eine. «
« Truhsaeze « sprach diu künigîn
« sol dirre kampf unwendic sîn,
sone weiz ich rehte, waz getuo.
ich bin dar ungewarnet zuo.
und zwâre woltestû 'n noch lân
ûf solhe rede understân,
daz Isôt dirre maere
ledic und âne waere,
truhsaeze, zwâre ez kaeme dir
ze alse guoten staten als ir. «
« ledic? « sprach der ander dô
« jâ vrouwe, ir taetet ouch alsô,
ir liezet ouch gewunnen spil.
swaz ir geredet, ich waene, ich wil
mit vrumen und mit êren
von disem spile kêren.
ich haete michel arbeit
unsinneclîchen an geleit,
solte ich nû dar vone gân.
vrouwe, ich wil iuwer tohter hân.
daz ist daz ende dar an.
ir wizzet in sô wol, den man,
der den trachen dâ sluoc.
den bringet, sô ist der rede genuoc. «
« Truhsaeze « sprach diu künigîn
« ich hoere wol, ez muoz et sîn.
ich muoz mîn selbe nemen war. «
si wincte Paranîse dar.
« gâ hin « sprach sî « und brinc den man. «
nu sâhen s' alle ein ander an,
ritter und barûne.
under in wart michel rûne,
vil vrâge und manic maere,
wer der kempfe waere.
nune wiste ez ir dekeiner dâ.
Hie mite kam ouch geslichen sâ
diu stolze Brangaene,
daz schoene volmaene,
und vuorte ze handen

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