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Timon von Athen

William Shakespeare: Timon von Athen - Kapitel 19
Quellenangabe
typetragedy
booktitleTimon von Athen
authorWilliam Shakespeare
translatorChristoph Martin Wieland
year1993
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20143-3
titleTimon von Athen
pages3-140
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1763
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Fünfte Scene.

Timon lauft in der Wuth heraus.

Timon. Wie, ist mir nicht mehr erlaubt zu meiner Thür heraus zu gehen? Ich bin immer frey gewesen, und soll nun mein Haus mein Kerker werden? Muß mich die eisenherzige Grausamkeit der Menschen bis in den Plaz verfolgen, wo ich ihnen Bankette gab?

Caphis. Bring dein Gewerb' izt an, Titus.

Titus. Gnädiger Herr, hier ist meine Obligation.

Caphis. Hier ist die meinige.

Varro. Und hier die meinige, Milord.

Philo und die Übrigen. Und hier die unsrige.

Timon. Schlagt mich damit zu Boden – – Spaltet mich bis an den Gürtel.

Caphis. Aber, Milord – –

Timon. Schneid mein Herz in Stüke.

Titus. Meine ist fünfzig Talente.

Timon. Rechne sie an meinem Blut ab.

Caphis. Fünftausend Cronen, Milord.

Timon. Fünftausend Tropfen zahlen das. Wie viel ist eure – und eure?

Varro. Milord! – –

Philo. Milord! – –

Timon. Hier nehmt mich, zerreißt mich, und die Götter zerschmettern euch, und die so euch geschikt haben!

(Er geht ab.)

Hortensius. Bey meiner Treue, ich sehe, unsre Herren können ihre Kappen nach ihrem Gelde werfen; diese Schulden können wohl verzweifelt genennt werden, denn der sie bezahlen soll, ist wahnwizig.

(Sie gehen ab.)

Timon und Flavius kommen zurük.

Timon. Sie haben mich ganz ausser Athem gebracht, die Sclaven! Gläubiger! – – Teufel!

Flavius. Mein theurer Herr – –

Timon. Wie, wenn ich es so machte?

Flavius. Mein theurer Herr – –

Timon. So soll es seyn! – – Mein Verwalter!

Flavius. Hier, Milord.

Timon. Du bist schnell da – – Geh, lade alle meine Freunde ein, Lucius, Lucullus, Sempronius, Alle! Ich will diesen Galgenschwengeln noch einmal zu schmausen geben.

Flavius. Ach, mein gütiger Herr, ihr sprecht in der Zerstreuung euers Gemüths; es ist nicht einmal so viel übrig, als zu einer mässigen Mahlzeit nöthig ist.

Timon. Bekümmre dich nicht um das; geh' und lade sie alle ein, laß die Fluth von Schelmen noch einmal herein; mein Koch und ich wollen schon davor sorgen.

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