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Tausend und Eine Nacht. Neunter Band

Unbekannte Autoren: Tausend und Eine Nacht. Neunter Band - Kapitel 15
Quellenangabe
authorUnbekannte Verfasser
titleTausend und Eine Nacht. Neunter Band
publisherF. W. Hendel Verlag
year1926
editorKarl Martin Schiller
translatorMax. Habicht Fr. H. von der Hagen und Carl Schall
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180118
projectid038d9e36
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Geschichte des Kalenders mit der Schmarre.

»Ihr müßt wissen, Herr, daß ich, bevor ich den Kalenderstand ergriff, Offizier im Kriegsheere war. Eines Tages unternahm ich mit mehreren meiner Genossen eine Jagd; wir stiegen zu Pferde, und kaum betraten wir den Wald, als ein gewaltiger Hirsch, dessen Ruhe seine Kühnheit verkündigte, plötzlich vor unsern Augen erschien. Alsbald stürzte jeder auf ihn los, und der Hirsch begab sich auf die Flucht vor uns hin.

In der Hitze der Jagd trennte ich mich von meinen Gefährten, und da ich die Wege des Waldes, worin wir jagten, nicht kannte, so verirrte ich mich bald. Die Hitze war unleidlich; mein hitziges und von Mut gesporntes Roß konnte sich nicht zurückhalten, es rannte mit wunderbarer Schnelligkeit dahin, und unter seinen Hufschlägen stoben tausend Funken aus dem Boden gleich den Sternen des Firmaments; aber endlich stolperte es über einen losen Kieselstein und stürzte nieder. Ich fiel so schwer zu Boden und war von meinem Falle so betäubt, daß mehrere Stunden vergingen, bevor ich wieder zur Besinnung kam.

Endlich erholte ich mich, und als ich versuchte, mich aufzurichten, sah ich ein altes abgelebtes Weib sich nahen, deren Wangen gefurcht waren wie das vom Westwinde bestrichene Wasser, sie stützte ihren wankenden Gang auf einen kleinen Stock und kam mit langsamen Schritten auf mich zu.

Die Annäherung der Nacht, das Grauen der Wildnis, ein dumpfes Getöse, welches sich in der Ferne hören ließ, die Betäubung von meinem Falle und die plötzliche Erscheinung und der seltsame Anblick dieses Weibes machten mich zittern wie ein Espenblatt. Ich hielt sie für einen bösen Geist, der sich meiner bemächtigen wollte; voll von dieser Vorstellung, redete ich sie mit bittenden Worten an und sagte ihr alles, was ich nur Angenehmes und Schmeichelhaftes erdenken konnte.

Die Alte bemerkte die Verwirrung, in welche ihre Gegenwart mich versetzt hatte, und bemühte sich, durch ihr freundliches Bezeigen meine Furcht zu zerstreuen. Sie fragte mich, wie es zuginge, daß ich mich so an diesem öden Orte befände. Ich erzählte ihr mit wenigen Worten, was mir begegnet war, und machte ihr meine Lage bekannt. Sie erbot mir ihre Hilfe, und ich, in der äußersten Verlegenheit, worin die Flucht meines Pferdes mich versetzt hatte, nahm diese schwache Stütze an.

Hierauf faßte die Alte mich bei der Hand, führte mich dreist mitten durch das Dickicht des Waldes und brachte mich auf tausend Umwegen aus dieser Wildnis.

Auf einmal erblickte ich nun mit Verwunderung ein anmutiges Landhaus am Ufer eines hellen Stromes. Dieses Haus war von reizenden Gärten umgeben, welche von zahllosen glänzenden Vögeln bewohnt und von kleinen Bächen erfrischt waren, welche ein ewiges Grün darin erhielten.

Wir betraten diese Wohnung, wo mir die gastfreundlichste Aufmerksamkeit erzeigt wurde. Man sparte nichts, was meinem Geschmack und meinen Sinnen schmeicheln konnte; alles an diesem Orte zeugte von Überfluß und Reichtum.

»Ich bitte Euch um Entschuldigung, Herr,« sprach die Alte zu mir, »daß ich Euch in einer Euer so wenig würdigen Hütte empfange; aber Eure Gegenwart ehrt sie, und ich schmeichle mir, daß die Herzlichkeit unserer Aufnahme Euch einige Tage in dieser Einsamkeit zurückhalten wird.«

Ich dankte Gott, daß er mich so schleunig aus einer öden Wildnis an einen so reizenden Ort versetzt hatte, wo ich der Gegenstand des Zuvorkommens und der zartesten Aufmerksamkeit von seiten einer Frau war, welche mir von Edelmut und Güte beseelt schien. Ich nahm mir vor, einige Zeit in diesem lachenden Gefilde zu verweilen, wo alles sich zu meiner Bezauberung zu vereinigen schien.

 

Fünfhundertundsiebenundfünfzigste Nacht.

Bei Sonnenuntergang sah ich die Alte einen Teppich ausbreiten, um ihr Gebet zu verrichten, und ihre Gewissenhaftigkeit in Erfüllung ihrer Religionspflichten bestärkte mich nur noch mehr in der guten Meinung, welche sie mir eingeflößt hatte.

Kaum hatte der Mond die Stelle der Leuchte des Tages eingenommen, als unser Aufenthalt durch ein junges, mit Anmut und Reizen geschmücktes Mädchen verschönt wurde: ihre Augen strahlten wie die Sterne; die frische Rose hätte die Röte ihrer Wangen beneidet; an ihrer Stirn voll Bescheidenheit und Reinheit malten sich zierlich zwei Bögen der Augenbrauen. Ihre Ankunft durchströmte die Luft mit einem köstlichen Wohlgeruche. Sie brachte mit sich ein Geisterfräulein, deren Schönheit den schlankesten und zierlichsten Gazellen den Rang streitig machte. Die Alte ging ihr entgegen zum Empfange, küßte sie auf die Stirn und bat sie, uns einige ländliche Speisen vorzusetzen.

Sogleich ging das Mädchen hin und melkte die Kuh; sodann kam sie zurück und brachte uns Milch und Früchte, welche sie mit uns aß.

Ich konnte ein so reizendes Geschöpf nicht sehen, ohne einen tiefen Eindruck und den Wunsch zu empfinden, daß sie denselben mit mir teilen möchte. Ich verdoppelte von nun an meine Aufmerksamkeit für die Alte, und die Abwesenheit meiner Geliebten benutzend, wartete ich am folgenden Morgen den Augenblick ab, wo die Alte ihr Gebet geendigt hatte, um ohne Umschweife mit ihr zu reden.

»Wie viel Dank bin ich Euch schuldig, meine gute Mutter,« sprach ich zu ihr, »für die wohlwollende Gastfreundschaft, welche Ihr mir bewiesen habt! Verloren in der Mitte jener furchtbaren Wildnis, habe ich plötzlich an Euch eine unerwartete Hilfe gefunden: würde es nun wohl diese Gastfreundschaft mißbrauchen heißen, wenn ich Euch fragte, wer das junge Mädchen ist, welche ich gestern hier gesehen habe?«

»Mein Sohn,« antwortete mir die Alte, »danket mir nicht dafür, daß ich meine Pflicht getan habe: indem ich mich von der Welt zurückzog, um in dem Schoße der Einsamkeit dem Dienste Gottes zu leben, ward es meine Pflicht, mich dem Dienste der Unglücklichen zu widmen, und ich setzte mir vor, dem Unglück überall beizuspringen, wo ich es anträfe. Ich habe mich dabei sorgfältig mit der Erziehung meiner Enkelin beschäftigt, welche Ihr hier bei mir sehet; ihr Vater und ihre Mutter sind gestorben, als sie noch sehr jung war, und ich habe sie bestimmt, die vergängliche Welt zu fliehen, um sich mit ihrem ewigen Heile zu beschäftigen.«

»Meine gute Mutter,« antwortete ich, »Euer Beispiel macht auf mein Gemüt einen solchen Eindruck, daß ich Euch auch nachfolgen, die verderbte Welt fliehen und mich von meinen Verwandten und Freunden trennen will, um mich ganz mit Euch in dieser Einsamkeit dem Dienste Gottes zu weihen; aber zugleich spreche ich Euch um eine Belohnung dafür an. Eure Enkelin ist noch jung, vertrauet sie mir an und vereiniget uns, wir wollen beide bei Euch bleiben, um Euch zur Stütze in Euren hohen Jahren zu dienen und Euch alle uns nur möglichen Dienste zu leisten, um Eure geringsten Wünsche zu erfüllen. Ich hoffe, Ihr werdet durch die Gewährung meiner Bitte mir einen neuen Beweis des Wohlwollens geben, welches Ihr mir schon bezeigt habt, und zugleich völlig den Willen des Himmels erfüllen, welcher mich ausdrücklich deshalb in dieses Haus geführt zu haben scheint.«

Die Alte gab meinen dringenden Bitten nach, und ich gelangte in den Besitz meiner Geliebten. Alles schien in den ersten Tagen meiner Vermählung mich mit dem verhofften Glücke zu überschütten. Meine Gattin, so schön wie die Huris, war ein Muster der Sittsamkeit und Zurückgezogenheit; das Licht des Mondes selbst erschreckte sie, und sie hatte noch nicht gewagt, die Augen zu mir aufzuheben: so strenge waren die Grundsätze, in welchen ihre Großmutter sie erzogen hatte. Ich war auf dem Gipfel des Glücks, und ich hätte keinen Augenblick meines Zusammenseins mit ihr hingegeben, und wenn man mir auch die ganze Welt geboten hätte. Und Ihr könnt Euch wohl denken, Herr, wie groß meine Glückseligkeit war, als ich mich mit einer reizenden Gattin vereinigt sah, welche nicht minder sittsam als anmutig war. Auch erinnerte ich mich oft folgender wahrer Sprüche:

»Der Arme, der eine schöne, tugendhafte und liebenswürdige Frau besitzt, ist ebenso glücklich wie ein König.

Hast du eine solche Frau gefunden, so bist du über allen Kummer des Lebens erhaben; denn sie vermag, dich über alles zu trösten.

Ihr Anblick genügt, um die Traurigkeit deines Herzens zu zerstreuen und dir das Bild des Paradieses darzubieten.«

Aber ach! wie sollte sich bald alles für mich verändern! Unsere alte Mutter starb, und ich erwies ihrem Staube die letzte Ehre. Seitdem ging eine plötzliche Veränderung in der Gemütsstimmung meiner Gattin vor: sie, die meine Traurigkeit zerstreute, und deren Anblick mein Herz erfreute, ward auf einmal mürrisch und traurig; der Aufenthalt auf dem Lande schien ihr unerträglich; sie fand die Luft ungesund, kurz, sie brachte es dahin, daß ich ihr zu Gefallen mich gezwungen sah, nach der Stadt zurückzukehren und dort die Bekanntschaft mit meinen alten Freunden und Bekannten wieder anzuknüpfen, welche ich verlassen hatte, um in der Einsamkeit zu leben.

Ich mietete ein Haus in einem abgelegenen Stadtviertel, gab meiner Frau eine alte Dienerin, das Hauswesen zu besorgen, und nachdem ich so meine häuslichen Einrichtungen gemacht, beschäftigte ich mich mit der Verwaltung der Landgüter, welche wir verlassen hatten, zu welchem Zwecke ich häufig abwesend war.

Eines Tages, als ich mich zu einer solchen Reise anschickte, sah ich die Alte, welche ich in Dienst genommen hatte, zu mir herantreten. »Herr,« sprach sie zu mir, »mein Alter erlaubt mir nicht mehr, genau alles zu verrichten, was die Besorgung Eures Hauswesens mir auferlegt; ich komme also, Euch zu bitten, mir erlauben zu wollen, daß ich Euch verlasse. – Auch bin ich,« setzte sie hinzu, »zu wenig vertraut mit den Intriguen des Stadtlebens und ganz und gar nicht geschickt zu Verrichtungen gewisser Art.«

Ich begriff nicht, was die Alte mir zu verstehen geben wollte, und da ich ihre Worte buchstäblich nahm, gab ich ihr den Abschied, ohne zu ahnen, welche Beschimpfung meine Frau mir antat; so weit war ich entfernt, sie eines solchen Verbrechens fähig zu halten.

Als die Alte sah, daß ich ihren Worten keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, da hielt sie es für ihre Pflicht, sich deutlicher auszudrücken, und eines Tages, als ich wieder im Begriffe stand, aufs Land zu reisen, kam sie und sprach zu mir:

»Ach Herr, Ihr treibet das Zutrauen bis zur Torheit: wie könnt Ihr nicht wissen, was bei Euch vorgeht, und nicht besser gegen Frauenlist auf Eurer Hut sein?«

Diese Worte der Alten hätten mich bald um den Verstand gebracht und versetzten mich in den heftigsten Zorn. »Erkläre dich,« sprach ich zu ihr, »und laß mich nicht länger in der grausamen Ungewißheit, in welche deine Worte mich stürzen!«

»Ihr seid noch jung, Herr,« fuhr die Alte fort, »und müßt vorsichtig zu Werke gehen; ich wollte durch meine Worte Euch nur veranlassen, auf Eurer Hut zu sein, aber ich habe mir nicht erlaubt, jemand anzuklagen: möchte nur die Weisung, welche mein Alter mich berechtigt Euch zu geben, Euch bestimmen, in Zukunft umsichtiger zu sein.«

Mit diesen Worten verließ sie mich mehr tot als lebendig.

 

Fünfhundertundachtundfünfzigste Nacht.

Ich schwankte lange über dem Entschluß, welchen ich fassen sollte: ich wußte nicht, ob ich reisen oder bleiben sollte; endlich, um den Verdacht aufzuklären, welchen die Worte der Alten in mir erzeugt hatten, höret, Herr, auf welche Weise ich es anstellte:

Ich setzte scheinbar vor meiner Frau die Vorbereitungen zu meiner Abreise fort, und nachdem ich ihr Lebewohl gesagt, stieg ich zu Pferde und verließ die Stadt; aber anstatt meinen Weg zu verfolgen, begab ich mich nach einem Garten, welchen wir in der Umgegend hatten, und blieb hier einen ganzen Tag, der mir viel länger dünkte als die dunkelste der Nächte. Als der Abend gekommen war, verkleidete ich mich als einen Bettler, und in diesem Aufzuge kehrte ich zu Fuße in die Stadt zurück. Ich näherte mich verstohlen den Hintergebäuden meines Hauses und horchte aufmerksam. Der Lärm, den ich hörte, ließ mich nicht zweifeln, daß etwas Außerordentliches drinnen vorginge; an allen Gliedern zitternd, gelang es mir jedoch, über die Gartenmauer zu klimmen und unbemerkt auf einen der großen Bäume meines Gartens zu steigen, welche dem Zimmer meiner Frau gegenüberstanden. Von diesem Standorte aus konnte ich leicht alles beobachten, was vorging: denkt Euch nun, Herr, meinen Schmerz, als ich die Treulose, welche ich bisher stets für ein Muster der Keuschheit und Tugend gehalten hatte, ihre Liebkosungen an einen Mann verschwenden sah, dem sie eben zu trinken einschenkte.

Ich wartete, bis meine Frau sich entfernte, und sobald ich sie mit einer Dienerin herausgehen sah, stieg ich schleunig von meinem Baume hinab und trat in das Zimmer, worin ihr Geliebter sich befand; er war berauscht, und ich stieß ihm zur Rache meiner beleidigten Ehre meinen Säbel in die Brust; hierauf stieg ich eilig wieder auf den Baum, welchen ich verlassen hatte.

Als meine Frau wieder in das Zimmer trat und ihren Geliebten von einem Säbelhiebe hingestreckt und in seinem Blute gebadet sah, konnte sie ihre Wut und Verzweiflung nicht mäßigen; sie ergriff selber den Säbel, womit er getötet war, und außer sich rannte sie hervor und durch alle Teile des Gartens, um den Mörder aufzusuchen: aber alle ihre Nachforschungen waren vergeblich.

Nach diesem fruchtlosen Suchen trug sie Sorge, den Leichnam zu verbergen; mit Hilfe ihrer Magd vergrub sie selber ihn in einem Winkel des Gartens. Hierauf brachte sie die Nacht unter Wehklagen und Weinen über den Tod ihres Geliebten hin. Ich aber eilte, sobald es mir möglich war, diesen Ort zu verlassen, und gelangte unter dem Schutze der Dunkelheit wieder aus dem Garten, so wie ich hereingekommen war.

Am folgenden Morgen früh kam ich wieder nach Hause, und ich sah, daß meine Frau sich vergeblich bemühte, ihren Schmerz zu verstecken: ich fragte sie, warum sie so traurig aussähe, und die Treulose antwortete mir, meine Abwesenheit wäre die Ursache ihres Kummers gewesen. Ich verbarg den Unwillen, welchen ihre Falschheit in mir erregte, und war genug Herr über mich, um mir nichts merken zu lassen. Aber als ich in den folgenden Tagen ihren Schmerz, anstatt sich zu vermindern, nur zunehmen sah, so drang ich von neuem in sie, mir die Ursache ihrer Tränen kundzutun. »Wir sind nunmehr wieder beisammen,« sagte ich zu ihr, »und mich dünkt, du solltest hinlänglich getröstet sein.«

Hierauf antwortete sie, einen neuen Vorwand ihrer Tränen ersinnend: »Ach, ich kann mich nicht enthalten zu seufzen, wenn ich an den fürchterlichen Traum denke, welchen ich diese Nacht gehabt habe. Wir wandelten beide am Ufer eines vom Sturm aufgeregten Meeres: plötzlich sah ich ein Ungeheuer daraus hervorsteigen, du wolltest fliehen und stürztest dich ins Meer, aber das Ungeheuer verfolgte dich in die Fluten.«

Ich konnte eine so arge Falschheit nicht länger ertragen. »Beruhige dich,« antwortete ich ihr, »dieser Traum, so fürchterlich er ist, bedeutet uns doch nur Günstiges, und ich will dir ihn auslegen. Das Ungeheuer, welches du gesehen hast, ist einer meiner Feinde; als ich mich ins Meer stürzte, rief ich gegen ihn den Schutz des Himmels an – und ich habe ihn getötet: seine Flucht in die Fluten bedeutet seine Beerdigung in einem Winkel meines Gartens.«

Sie verstand nur zu wohl den Sinn dieser Worte, und da sie ihre Wut nicht mäßigen konnte, ergriff sie ein Messer, stürzte auf mich los und gab mir im Gesichte die Wunde, von welcher Ihr noch die Narbe sehet. Ich suchte lange ihren Streichen auszuweichen, als ich aber sah, daß sie mir ans Leben wollte, so war ich gezwungen, mich des Messers zu bemächtigen, womit sie sich bewaffnet hatte, und es gegen sie selber zu gebrauchen. Sie fiel tot unter meinen Streichen, und in meinem wütenden Zorne erschlug ich ebenso ihre nichtswürdige Magd.

Seit diesem Ereignisse, Herr, beschloß ich, die Welt ganz zu verlassen und in einem umherirrenden Leben Zerstreuung zu suchen. Nachdem ich all meine Habe verkauft hatte, nahm ich Kalendertracht an und wanderte von Stadt zu Stadt in der Absicht, Ägypten zu besuchen, und dorthin reise ich jetzt.«

 

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