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Tausend und Eine Nacht. Neunter Band

Unbekannte Autoren: Tausend und Eine Nacht. Neunter Band - Kapitel 10
Quellenangabe
authorUnbekannte Verfasser
titleTausend und Eine Nacht. Neunter Band
publisherF. W. Hendel Verlag
year1926
editorKarl Martin Schiller
translatorMax. Habicht Fr. H. von der Hagen und Carl Schall
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180118
projectid038d9e36
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Fünfhundertundsechsundvierzigste Nacht.

Geschichte Attafs von Damaskus.

»Herr, eines Tages, als der Kalif Harun Arreschid, ermüdet von der Last der Regierung, sich zerstreuen wollte, begab er sich mit seinem Großwesir Giafar und seinem treuen Mesrur in sein Kabinett der Seltenheiten, in welchem sich eine Menge merkwürdiger Sachen in prächtigen Kästen oder in Schränken von wohlriechendem Holze befanden.

Der Kalif befahl Mesrur, ihm einen dieser Schränke zu öffnen, welcher eine große Menge Bücher enthielt, worin die Weltweisen und die Gelehrten die Früchte ihrer Nachtwachen niedergelegt hatten: man las darin allerlei wichtige Geheimnisse und Weissagungen.

Der Großwesir war sehr verwundert, als er den Kalifen, der eine dieser Handschriften genommen hatte, beim Lesen derselben zu dreien verschiedenen Malen von der Traurigkeit zur Freude übergehen sah. »Herr,« sprach er zu ihm, »ist es mir wohl erlaubt, Euer Majestät zu fragen, wie Ihr nach der Art der Wahnsinnigen fast zu gleicher Zeit weinen und lachen könnt?«

Er war nicht wenig überrascht, als er den Harun folgendes antworten hörte:

»Es ziemt sich nicht für einen Wesir, seinen Herrn, dem er Gehorsam schuldig ist, einem Narren zu vergleichen; du willst den Inhalt dieses Buches wissen, und ich begreife deine Neugier: wohlan, reise auf der Stelle ab und erscheine nicht eher wieder vor mir, als bis du mir sagen kannst, was es enthält; alsdann wirst du die Ursache meiner Gebärden begreifen und einsehen, daß ich kein Wahnsinniger bin. Ich erkläre dir, daß, wenn ich dich wiedersehe, bevor du mir die Gründe meines Benehmens auslegen kannst, du mit dem Tode bestraft werden sollst.«

So sprach er, legte das Buch weg, verschloß den Schrank und ließ seinen Wesir in der tiefsten Bestürzung zurück.

Beim Nachhausegehen mit langsamen Schritten suchte Giafar sich die Ursache seiner Ungnade zu erklären, aber er konnte den Grund derselben nicht begreifen. Er sah sein Glück umgestürzt und sich vom Hofe verbannt, ohne Aussicht, jemals dahin zurückzukehren, und er durfte nicht hoffen, zu erraten, was den Kalifen zum Lachen und zum Weinen gebracht hatte.

Da begegnete er seinem Vater Yahia dem Barmekiden, welcher ihm Trost einzusprechen suchte, ihn zur Geduld ermahnte, ihm riet, sich nach Damaskus zu begeben, und ihm nicht einmal verstattete, von seiner Gattin Abschied zu nehmen; »denn das ist,« fügte er hinzu, »der Wille des Schicksals.«

Der in Ungnade gefallene Großwesir gehorchte seinem Vater, bestieg ein Maultier und machte sich auf den Weg nach Damaskus. Nach einer ziemlich beschwerlichen Reise erreichte er das herrliche Tal, in welchem diese Stadt liegt. Er bewunderte ihre zauberischen Umgebungen, den Wohnort unsers Stammvaters, ihre fruchtbaren Gefilde, ihre zahlreichen Ströme, welche, in tausend Kanälen verteilt, sich in einen großen See ergießen, nachdem sie Erfrischung und Wachstum über die Fluren verbreitet, welche tausend Blumen und ein ewiger Frühling schmückt. Mitten in diesem reizenden Gefilde lag die heilige Stadt Damaskus. In derselben wohnte damals ein ebenso reicher als großmütiger Mann, dessen Freigebigkeit wenigstens ebensogroß war als die des berühmten Hatem Thay.

Dieser Mann lustwandelte gerade in dem Wadi der Veilchen, als der Großwesir Giafar zu Damaskus ankam. Er beeilte sich, ihm sein Haus anzubieten, und führte ihn nach einem Palast in der Nähe, welchen er bewohnte.

Giafar bewunderte die Zierlichkeit und Pracht dieses Gebäudes, das von Marmor erbaut und dessen Inneres mit köstlichen Teppichen und bewundernswertem Geräte aller Art versehen war; ein Springbrunnen, der bis an die Decke emporstieg, unterhielt eine erfrischende Kühlung in dem Saale, wo dem Großwesir bald ein Mahl vorgesetzt wurde, welches aus den auserlesensten Gerichten bestand: während er aß, machten die Sklaven eine vollstimmige Musik. Als Giafar den Kaffee eingenommen hatte, fragte ihn sein Wirt, weshalb er diese Reise unternommen, und der Wesir erzählte ihm alles, was zwischen ihm und dem Kalifen vorgegangen war.

Attaf (so hieß dieser großmütige Einwohner von Damaskus) beeiferte sich, ihn auf alle Weise zu trösten, und sagte unter andern zu ihm, er könnte diesen Palast ganz als den seinen betrachten und so lange darin wohnen, als es ihm beliebte, ohne fürchten zu dürfen, daß er ihm im geringsten beschwerlich fiele.

Als die Stunde des Schlafengehens gekommen war, ließ Attaf seinem Gaste ein Prachtbette bereiten und neben demselben ein kleines Bette für sich selber. Der Wesir war über dieses Benehmen seines Wirtes sehr verwundert und fragte ihn, ob er keinen Harem hätte und nicht verheiratet wäre.

»Ich bin zwar verheiratet,« antwortete Attaf; »aber das soll mich nicht abhalten, bei Euch zu bleiben: ich werde nicht so unhöflich sein, Euch allein zu lassen, um zu meiner Gattin schlafen zu gehen; solange mein Haus durch Eure Gegenwart geehrt wird, werde ich Euch nie verlassen.«

Der Wesir konnte nicht umhin, die große Höflichkeit seines Wirtes zu bewundern, und dankte ihm für das ehrenvolle Wohlwollen, welches er ihm bezeigte.

Am folgenden Morgen begaben sie sich mitsammen ins Bad; und als der Wesir seine Kleidung wieder anziehen wollte, fand er schon andere, viel prächtigere, welche Attaf ihm darbot. Hierauf stiegen sie zu Pferde und ritten aus, die Merkwürdigkeiten der Stadt Damaskus in Augenschein zu nehmen; und alle folgenden Tage setzten sie diesen Spazierritt fort.

Indessen waren vier Monate verflossen, und Giafar war trostlos, seine Verbannung sich verlängern zu sehen, ohne daß irgend ein außerordentliches Abenteuer ihm Mittel darbot, das zu erraten, was der Kalif ihm aufgegeben hatte. Dieses Mißgeschick preßte ihm Tränen aus: sein Wirt fragte ihn um die Ursache seiner Betrübnis. Der Wesir antwortete, er fühle täglich seinen Kummer zunehmen, ungeachtet all seiner freundlichen Bemühungen, ihn zu zerstreuen; es wäre ihm Bedürfnis, einsam zu sein, und er hätte sich vorgenommen, die berühmte Moschee der Ommiaden zu besuchen. Attas beteuerte, es würde ihm sehr leid tun, ihm in irgend etwas zu mißfallen, und wenn es ihm beliebte, allein auszugehen, würde er sich wohl hüten, ihm beschwerlich zu sein. Er bot ihm zugleich seine Börse dar, im Fall er Geld bedürfte. Giafar dankte seinem Wirte für seine Gefälligkeit, stand auf und ging aus.

Als er zu der Moschee kam, stieg er die dreißig Stufen zu der Türe Dschirun hinauf und betrachtete mit Bewunderung die Goldzieraten, Edelsteine und köstliche Marmorarbeit, welche diese Türe von allen Seiten schmückte, er ging hindurch, verließ die Moschee wieder und wanderte durch mehrere Straßen der Stadt.

Ermüdet von diesem Spaziergange, setzte er sich auf eine steinerne Bank: ihm gegenüber befand sich ein Fenster, ganz mit Blumen, Basiliken und Nelken besetzt; dieses Fenster öffnete sich, und der Wesir sah ein junges Frauenbild erscheinen, welche sich lange damit beschäftigte, die Blumen zu begießen; aber sobald sie den Wesir bemerkte, zog sie sich eilig zurück, vergebens wartete er noch lange Zeit, sie erschien den ganzen Tag nicht wieder.

 

Fünfhundertundsiebenundvierzigste Nacht.

Als nun die Nacht gekommen war, sah er trotz seinem Verlangen, noch länger dort zu verweilen, sich gezwungen, sich zu entfernen, und er kehrte traurig nach Attafs Palast zurück.

Attaf kam ihm entgegen; denn die lange Abwesenheit Giafars hatte ihn beunruhigt; er äußerte die Besorgnis, welche er seinetwegen gehabt hatte. Giafar sagte zur Entschuldigung seines Außenbleibens, daß das Vergnügen, welches der Spaziergang ihm gewährt, ihn verleitet hätte, denselben zu verlängern.

Als das Abendessen aufgetragen war, bemerkte Attaf, daß sein Gast keine Eßlust hatte, und äußerte sich darüber. Giafar antwortete ihm, er hätte zu Mittag viel gegessen, und das wäre ohne Zweifel die Ursache, daß er der Abendmahlzeit nicht Ehre machen könnte.

Die Vorstellungen, welche den Wesir bei dem Abendessen beunruhigten, umlagerten ihn auch während der Nacht; vergeblich suchte er den Schlaf, unaufhörlich schwebte das Bild derjenigen vor seinen Augen, die er am Fenster gesehen hatte, und er konnte sich nicht enthalten zu seufzen, indem er zu sich selber sprach: »O, wie beneide ich das Glück desjenigen, der dich besitzen soll! O du, deren Schönheit so glänzend ist wie die Sonne, deren Strahlen den Mond verdunkeln!« In dieser unaufhörlichen Wallung des Liebesfiebers, welches ihn verzehrte, brachte Giafar die Nacht hin.

Am folgenden Morgen konnte er nicht aufstehen, und sein Wirt fragte ihn, warum er das Bett nicht verließe. Giafar antwortete ihm, daß er die ganze Nacht kein Auge zugetan hätte. Hierauf sandte Attaf nach einem Arzte, der beim Anblicke des Kranken sogleich erkannte, daß sein Übel von keiner Gefahr wäre; er befragte ihn über sein Befinden, fühlte ihm an den Puls und erriet leicht die Ursache seines Unwohlseins.

Er verschrieb nun etwas und schob das Papier unter sein Kopfkissen. Während er hiermit beschäftigt war, kam man, Attafs Befehle wegen des Mittagsmahles einzuholen, und Attaf ging deshalb hinaus. Als er wieder hereinkam, sagte ihm der Arzt, er hätte das, was er dem Kranken verschrieben, unter dessen Kopfkissen gelegt, und Attaf dankte ihm für seine Bemühung, indem er ihm ein Goldstück gab.

Als er nun die Verordnung las, war er sehr erstaunt, zu vernehmen, daß Giafar verliebt wäre; der Arzt benachrichtigte nämlich Attaf darin, er müßte sich beeilen, die Leidenschaft Giafars zu befriedigen, der sonst, wie er sich ausdrückte, in der größten Gefahr schwebte.

Nachdem Attaf diese Weisung gelesen, machte er Giafar Vorwürfe über das Stillschweigen, welches er gegen ihn beobachtet hatte, und zeigte ihm die Verordnung des Arztes.

Giafar war sehr verwundert über den Scharfsinn des Arztes und sah sich gezwungen, die Wahrheit zu bekennen. Er erzählte nun seinem Wirte, wie er im Vorbeigehen in einer abgelegenen Straße an einem Fenster eine junge Schöne von reizender Gestalt erblickt hätte, deren Züge er ihm schilderte.

Alle Kennzeichen, welche er ihm angab, ließen Attaf nicht länger zweifeln, daß er seine eigene Frau gesehen hätte, welche ein von dem Palast abgesondertes Sommerhaus bewohnte: aber durchdrungen von edelmütiger Hingebung, säumte er nicht, den Wesir zu trösten, und sagte ihm, er kenne die Frau, in welche Giafar verliebt wäre, und diese Frau wäre jetzt eben von ihrem Manne verstoßen worden: er fügte hinzu, er würde sogleich sein mögliches tun, daß der Vater sie nicht an einen andern verheiratete, und verließ Giafar mit dem Versprechen, bald wiederzukommen und ihm Bescheid von dem Erfolge seiner Werbung für ihn zu bringen.

Er begab sich unverzüglich nach der Wohnung seiner Frau; sie empfing ihn umso herzlicher, als er seit Giafars Ankunft von ihr getrennt lebte. Attaf sagte zu ihr, er käme, sie zu benachrichtigen, daß ihre Mutter sehr krank wäre und sie so bald als möglich bei sich zu sehen wünschte.

Diese Neuigkeit erschreckte die junge Frau sehr, und sie eilte, sich zu ihrer Mutter zu begeben, war aber sehr verwundert, zu sehen, daß diese die erste war, welche ihr in dem väterlichen Hause entgegentrat. Sie fragte sie, ob sie krank gewesen, und diese versicherte ihr, sie wäre gar nicht unwohl gewesen; dann befragte sie auch ihren Vater, der sie ebenfalls versicherte, er hätte ihren Mann heute noch nicht gesehen.

Während dieser Erklärungen hörte man an die Tür klopfen; Lastträger traten herein und sagten, sie kämen von Attaf und brächten die Kleider seiner Frau.

Dieser Auftrag versetzte die Familie in die größte Bestürzung, und schon hatte der Vater den schmählichsten Verdacht auf seine Tochter geworfen, welchen die Mutter abzuwenden strebte, als Attaf selber mit mehreren Freunden eintrat.

Sein Schwiegervater fragte ihn um die Ursache seines Betragens, und er antwortete ihm, er hätte durchaus keine Ursache, mit seiner Tochter unzufrieden zu sein, aber die Unvorsichtigkeit begangen, ein Gelübde zu tun, daß er sie verstoßen wollte. Hierauf konnte er seine Tränen nicht zurückhalten, indem er sich von seiner geliebten Gattin trennte und ihr die Morgengabe und die Verstoßungsurkunde einhändigte.

Nachdem dies geschehen war, kehrte er in seinen Palast zu Giafar zurück und sprach zu ihm: »Ihr könnt jetzt ganz ruhig sein: seid versichert, daß die, welche Ihr liebt, Euch nicht entgehen wird; ich habe alles aufs beste eingeleitet: suchet nur, Euch zu zerstreuen, und verbannet allen Kummer, bis es so weit ist, daß Ihr sie heiraten könnt.«

Diese Zusicherung machte den Wesir auf der Stelle wieder gesund; er dankte seinem Wirte für den ihm geleisteten Dienst und dachte nur noch darauf, sich zu ergötzen. Attaf verdoppelte jeden Tag seine Aufmerksamkeit für ihn, um ihn mit Geduld den Augenblick abwarten zu lassen, wo er sich mit seiner Geliebten vermählen konnte.

Als diese Zeit gekommen war, riet er Giafar, sich nach einer benachbarten Stadt zu begeben, dort seine Verkleidung abzulegen und hierauf seinen Einzug in Damaskus mit allem seinem Range geziemenden Glanze zu halten.

»Ihr müßt,« sagte er zu ihm, »unserm Statthalter ankündigen lassen, Ihr werdet auf Befehl des Kalifen Syrien bereisen: und er wird Euch die gebührenden Ehren erweisen, indem er vor der Stadt Zelte aufschlagen läßt und Euch entgegen kommt. Hierauf könnt Ihr um diejenige werben, die Ihr liebt, und dürft versichert sein, sie zu erhalten. Nach Eurer Vermählung kehrt Ihr dann im Besitze des Gegenstandes Eurer Wünsche heim nach Bagdad.«

Der Großwesir befolgte diesen Rat: nachdem er sich von Damaskus entfernt hatte, schickte er zwanzig Eilboten nach dieser Stadt, um dem Statthalter anzukündigen, daß er die Hauptstadt von Syrien zu besuchen käme.

Abdel-Malek-Ebn-Merwan, welcher damals Statthalter war, kam mit allen Behörden von Damaskus dem Minister eine halbe Tagereise weit entgegen und empfing ihn unter den dazu aufgeschlagenen Gezelten, wo ein prächtiges Mahl bereitet war. Die ganze Bevölkerung von Damaskus war dem Wesir entgegengegangen, und der Tag seines Einzuges war ein Festtag für die Einwohner.

Seine erste Sorge war nun, nach dem Vater derjenigen zu senden, in die er verliebt war: er sagte zu ihm, er hätte die Schönheit und den Verstand seiner Tochter so rühmen gehört, daß er sie zur Gemahlin zu erhalten wünschte. Der Vater, geschmeichelt, daß der Großwesir eine Verbindung mit ihm suchte, erklärte sich sogleich bereit, sie ihm zu bewilligen. Der Statthalter von Damaskus wollte dem Großwesir den Hof machen und erbot sich, die Morgengabe der Neuvermählten zu übernehmen, und der Vater erwiderte, er hätte sie schon empfangen. Giafar eröffnete seinem Schwiegervater, daß er am folgenden Tage wieder abreisen würde und seine neue Gemahlin mitzunehmen wünschte, sie müßte sich also bereit halten, ihm zu folgen. Der Vater eilte nun nach Hause und verkündigte seiner Tochter die glänzende Verbindung, welche er für sie eingegangen war. Aber die verstoßne Frau, obwohl den Befehlen ihres Vaters gehorsam, war weit entfernt, seine Freude zu teilen.

Am folgenden Tage, nachdem die Nacht unter Festen, Vergnügungen und bei glänzenden Erleuchtungen, wodurch die Einwohner von Damaskus die Ankunft des Großwesirs feierten, vergangen war, trat dieser seine Rückkehr nach Bagdad an. Die Neuvermählte bestieg eine prächtige Sänfte, welche ihr Vater für sie hatte bereiten lassen. Zur Stunde des Asr (Gebets) setzte sich der ganze Zug unter dem Schalle der Trompeten in Bewegung. Der Statthalter und die vornehmsten Einwohner begleiteten den Wesir bis nach Kobbal-al-Aßafir.

Auf dem Rückwege begegneten sie Attaf, welcher dem Zuge nachritt, um Abschied von dem Wesir zu nehmen. Abdel-Malek äußerte ihm seine Verwunderung, daß er sich nicht den Einwohnern von Damaskus angeschlossen hätte. Er antwortete, er hätte geglaubt, noch zeitig genug zu kommen, und sich eilig mit seinem Gefolge zu Pferde gesetzt; und nach dieser Beurlaubung entfernte er sich und beschleunigte seine Schritte.

Als er den Wesir eingeholt hatte, stieg er vom Pferde und sagte zu ihm: »Glück auf, Herr! Gott sei Dank, Euer Verlangen ist erfüllt!«

»Ja, mein teurer Wirt,« antwortete Giafar; »und ich werde es nie vergessen, daß ich Eurer freundlichen Bemühung mein Glück verdanke. Kehret heim und rechnet auf Giafars Erkenntlichkeit.«

Unterdessen entspann sich gegen diesen edlen Einwohner von Damaskus eine Verschwörung, welche ihm bald verderblich zu werden drohte. Er hatte beim Statthalter Feinde, welche diesen Umstand benutzten, ihn zu stürzen.

»Denkt Ihr,« sprachen sie zu Abdel-Malek, »daß Attaf abgesondert von den übrigen Einwohnern von dem Wesir Abschied nimmt, ohne dabei eine Absicht zu haben? Ist Euch unbekannt, daß dieser Minister mehrere Monate bei ihm gewohnt hat, ohne sich zu erkennen zu geben? Ohne Zweifel nimmt er nur deshalb heimlich Abschied, um von wichtigen Dingen mit ihm zu reden; es sei denn, daß er seine Frau wenigstens noch einmal sehen will; denn ihr müßt wissen, Herr, daß Attaf sie seinem Gaste zum Opfer gebracht hat, um ihm den Hof zu machen und sich in Gunst bei ihm zu setzen: und die Statthalterschaft von Damaskus ist der Lohn, nach welchem er für so viel Gefälligkeit trachtet.«

Diese treulosen Einflüsterungen machten einen tiefen Eindruck auf Abdel-Malek, und von demselben Augenblick an war der Untergang Attafs beschlossen.

Man ließ während der Nacht in seinen Garten den Leichnam eines ermordeten Menschen legen: und am folgenden Morgen verfügte sich einer von des Statthalters Leuten zu Attaf, welcher verhaftet und vor Abdel-Malek geführt wurde.

»Wie,« sprach dieser zu ihm, »Ihr seid es, Herr Attaf, den man eines Mordes anklagt? Ist es möglich, daß Ihr Euch einer solchen Handlung schuldig gemacht habet?«

»Ja, Herr,« antwortete Attaf, der verhindern wollte, daß seine Nachbarn die Mordbuße bezahlen müßten; »ich allein habe ihn getötet, und ich allein bin also für die Buße verhaftet, in welche ich verfallen bin.«

Aber Attafs edelmütige Absicht wurde durch die Bosheit des Statthalters gegen ihn gekehrt, der sich nicht mit der Buße begnügen, sondern die Vorschriften des Korans über das Wiedervergeltungsrecht in aller Strenge gegen ihn angewendet wissen wollte. Um die Formen des peinlichen Verfahrens zu beobachten, ließ er durch Zeugen bekunden, daß Attaf sich des angeklagten Mordes für schuldig bekannt hätte; zu gleicher Zeit ließ er feststellen, daß derselbe, als er dieses Bekenntnis abgelegt, bei vollem Verstande gewesen wäre. Jetzt forderte der Statthalter die Richter auf, ihre Pflicht zu tun; diese konnten nicht umhin, die Todesstrafe auszusprechen, und Abdel-Malek befahl sogleich nach ihrem Urteilsspruche, den Scharfrichter kommen zu lassen.

Als aber die Neuigkeit von Attafs Verurteilung sich in der Stadt Damaskus verbreitete, so murrte man laut über den richterlichen Ausspruch gegen diesen edelmütigen und bei dem Volke beliebten Mann, dergestalt, daß der Statthalter es für rätlich erachtete, seine Hinrichtung noch aufzuschieben. Er schickte ihn also ins Gefängnis und ließ den Gefangenwärter wissen, daß er die Absicht hätte, den Verhafteten in der Nacht heimlich erdrosseln zu lassen.

 

Fünfhundertundachtundvierzigste Nacht.

Glücklicherweise war dieser Mensch dem Attaf sehr zugetan und über die Ungerechtigkeit des Abdel-Malek empört. Er ging in seiner Großmut so weit, daß er den Gefangenen auf Kosten seines eigenen Lebens retten wollte. Er benachrichtigte Attaf, daß der Statthalter beabsichtigte, ihn in der Nacht umbringen zu lassen, und zugleich teilte er ihm den Plan mit, welchen er entworfen hatte, um die Absichten seines Verfolgers zu vereiteln.

Attaf erwiderte, er ergäbe sich lieber in seinen Tod, als daß er das Leben des Kerkermeisters, der sich ihm aufopfern wollte, in Gefahr setzte; er fügte hinzu, er wäre unschuldig an dem Verbrechen, dessen man ihn anklagte, unterwürfe sich jedoch ohne Murren dem Schicksale, welches Gott über ihn verhängt hätte. Aber der mutige Kerkermeister drang dermaßen in ihn, daß er gezwungen war, sein Erbieten anzunehmen: er nahm Attaf die Fesseln ab und hieß ihn sich entfernen, nachdem er ihm den Mund durch einen Knebel verstopft hatte. Attaf, von so viel Edelmut bis zu Tränen gerührt, tat, was er verlangte, verließ das Gefängnis und machte sich auf den Weg nach Bagdad.

Unterdessen zerfetzte der Kerkermeister sich das Gesicht, zerraufte seinen Bart, zerriß seine Kleider und öffnete die Gefängnistür. Als um Mitternacht der Statthalter in Begleitung des Scharfrichters sich nach dem Gefängnisse begab, um sein abscheuliches Vorhaben auszuführen, war er sehr verwundert, den Kerkermeister in solchem Zustande zu finden. Dieser sagte zu seiner Entschuldigung, eine Bande verkappter Leute hätte in der Nacht die seiner Hut vertraute Türe erbrochen, ihn geknebelt, mißhandelt und den Gefangenen befreit.

Abdel-Malek wurde auf diese Weise überlistet; aber er war so mißvergnügt über Attafs Entweichung, daß er den Kerkermeister seines Amtes entsetzte. Als er wieder in seinen Palast kam, sandte er nach allen Richtungen Reiter aus mit dem Befehle, den entflohenen Gefangenen aufzusuchen: aber es war vergeblich, sie konnten seinen Zufluchtsort nicht entdecken.

Der unglückliche Attaf hatte auf seiner Flucht gen Bagdad sorgfältig alle betretenen Wege vermieden; er war schon in der Nähe dieser Stadt; als er von einer Räuberbande überfallen und gänzlich ausgeplündert wurde, dergestalt, daß er beim Eintritt in die Stadt im elendesten Zustande war. Er fragte nach dem Palaste des Großwesirs; aber als er so zerlumpt an der Tür erschien, wollte man ihn nicht einlassen. Jetzt nahm er seine Zuflucht zu der Gefälligkeit eines Greises, welcher ihm ein Schreibrohr und Schreibzeug lieh, dessen sich Attaf bediente, um dem Großwesir seine klägliche Lage kund zu machen. Er übergab hierauf diesen Brief einem von der Wache mit der Bitte, ihn so schleunig als möglich an Giafar gelangen zu lassen. Aber in demselben Augenblicke wurde verkündigt, daß dem Kalifen eben ein Kind geboren wäre, und in dem Getümmel, welches diese Neuigkeit verursachte, verlor der Soldat den Brief, welchen ihm Attaf anvertraut hatte.

Als der Posten an der Tür des Großwesirs abgelöst wurde, verhaftete die neue Wache den Attaf; aber er wurde bald wieder entlassen infolge eines Befehls, welchen der Großwesir überall bekannt machte, und worin der Kalif alle Gefangenen in Freiheit setzen ließ zur allgemeinen Freude über das neue glückliche Ereignis. Auch wurden dem Volke prächtige Feste gegeben, und Attaf lebte so mehrere Tage, indem er an den öffentlichen Festen teilnahm.

Eines Abends wollte er sich in eine Moschee zurückziehen, um darin auszuruhen; aber der Aufseher zwang ihn, sie zu verlassen, weil ihm am Tage zuvor ein Teppich gestohlen war. Attaf sah sich also genötigt, auf der Straße zu bleiben; hier wurde er von einer großen Menge Hunde verfolgt und von den Wächtern des Stadtviertels, welche ihm zuriefen, sich zu entfernen. Er wollte sich nun in einen dunkeln Winkel drücken, tat hier aber einen Fehltritt über einen Leichnam. Ganz mit Blut bedeckt stand er wieder auf: in diesem Augenblicke zog ein Polizeibeamter mit seinen Leuten durch die Straße; er zweifelte nicht, daß Attaf der Mörder wäre, und man führte diesen ins Gefängnis, wo wir ihn einige Zeit lassen wollen, um zu Giafar zurückzukehren, welchen wir mit der großmütig von Attaf ihm abgetretenen jungen Frau auf dem Wege von Damaskus nach Bagdad aus dem Gesichte verloren haben.

Am Ende der Tagereise hielten beide mit ihrem zahlreichen Gefolge an, um sich für die Nacht zu lagern. Als die Zelte aufgeschlagen waren, eilte der verliebte Wesir in dasjenige, welches für seine Neuvermählte bestimmt war. Diese schien bei seinem Anblicke verwirrt und bedeckte ihr Gesicht mit ihren Händen.

»Ei wie!« sprach Giafar zu ihr, »Ihr verbergt Euer Antlitz vor mir? Sind wir nicht beide vereinigt, und seid Ihr nicht meine rechtmäßige Gattin?«

»Ja, Herr,« antwortete sie ihm, »wenn der Großwesir des Beherrschers der Gläubigen ungroßmütig genug ist, das Opfer eines Mannes anzunehmen, welcher, nachdem er alle seine Reichtümer für ihn hingegeben, die Großmut so weit getrieben hat, ihm sogar seine Gattin abzutreten.«

Hierauf fand eine Erklärung statt, und nicht ohne das größte Erstaunen vernahm Giafar die Hingebung seines Wirtes. Er versicherte, daß er, weit entfernt, Attafs Gefälligkeit zu benutzen, ihm seine Gattin wiedergeben würde; aber er achtete es für unziemlich, sie nach Damaskus zurückzuschicken, und hielt es für besser, sie mit nach Bagdad zu nehmen, wo sie als seine rechtmäßige Gemahlin aufgenommen werden und die in solcher Eigenschaft ihr gebührenden Geschenke empfangen würde. Er versprach ihr, bei seiner Ankunft in dieser Stadt ihr einen Palast und Einkünfte anzuweisen, um bequem die Zeit abzuwarten, wo sie ohne Übelstand wieder zu ihrem Manne heimkehren könnte.

Der Großwesir hielt treulich sein Versprechen: als sie in der Hauptstadt anlangten, nachdem sie in den Städten, durch welche sie kamen, mit allen Ehren aufgenommen worden, ließ er Attafs Gattin eine prächtige Wohnung nahe bei seinem Palaste beziehen, gab ihr Kleinode und reiche Kleider, um sie, so viel an ihm wäre, über die Trennung von ihrem Manne zu trösten. Er eilte hierauf zu dem Kalifen in der Hoffnung, daß der Bericht von seinen wundersamen Abenteuern den Zorn dieses Fürsten besänftigen möchte.

Als Giafar vor dem Beherrscher der Gläubigen erschien, fragte ihn dieser, was ihm während seiner Abwesenheit begegnet wäre: und nun erzählte der Wesir seinem Herrn die Abenteuer, welche er in Damaskus erlebt hatte. »Ich wußte das alles voraus,« erwiderte Harun; »ich lasse sogleich aus meinem Kabinett der Seltenheiten die Handschrift holen, in welcher du mich lesen sahst: – Mesrur, nimm diesen Schlüssel und bringe sie her!«

Nachdem das Oberhaupt der Verschnittenen den Befehl des Kalifen erfüllt hatte, las der Großwesir die Handschrift und war höchst erstaunt, darin die Weissagung von alledem zu finden, was sich in Damaskus zugetragen hatte. Er las bis zu der Stelle, welche seine Abreise von dieser Stadt verkündigte: da ließ der Kalif ihn das Buch zumachen und erlaubte ihm nicht, weiter zu lesen. Er befahl Mesrur, es wieder dahin zu tragen, wo er es geholt hatte, und sprach zu seinem Großwesir:

»Du siehst, Giafar, was dir so auffallend in meinem Betragen vorkam, war ganz natürlich: beim Lesen der Begebenheiten, deren Zeuge du gewesen bist, mußte ich abwechselnd von Freude zu Leid übergehen, und ich hatte Grund, dir zu sagen, du solltest nicht eher wieder vor mir erscheinen, als bis du mir sagen könntest, was in dem Buche, welches ich in der Hand hatte, enthalten wäre: mein Zorn war nur verstellt. Kehre in deinen Palast zurück, tritt in dein Amt wieder ein, das ich dir anvertraut habe, und rechne stets auf die Gewogenheit deines Herrn.«

Giafar dankte dem Kalifen und befolgte seine Befehle.

 

Fünfhundertundneunundvierzigste Nacht.

Unterdessen schmachtete der unglückliche Attaf in dem Gefängnisse, in welches der Polizeibeamte ihn geworfen hatte. Als er vor den Kadi geführt wurde, um gerichtet zu werden, war er des Lebens so überdrüssig, daß er sich für den Urheber des ihm angeschuldigten Mordes bekannte.

Der Kadi nahm eine Verhandlung über das Verhör auf und berichtete darüber dem Mufti, welcher das Todesurteil aussprach: das Urteil wurde von dem Großwesir bestätigt und alles angeordnet, um ihn schleunig hinzurichten.

Attaf wurde nun an den Fuß des Galgens geschleppt, und schon hatte der Scharfrichter ihm den Strick um den Hals gelegt, als zufällig der Großwesir, welcher in diese Gegend kam, die Hinrichtung wahrnahm und sich nach dem Namen des Verurteilten erkundigte. Als er hörte, es wäre Attaf von Damaskus, stieß er einen Schrei aus und befahl, ihn schleunigst zu befreien.

Der unglückliche Verurteilte kam und warf sich dem Großwesir in die Arme, und beide blieben einige Augenblicke ohne Bewußtsein, so groß war ihre Bewegung, sich also wiederzusehen.

Als sie wieder zu sich gekommen waren, ließ der Großwesir Attaf in ein Bad gehen, ihm prächtige Kleider dahin bringen und bat ihn dann, wieder zu ihm in den Palast zu kommen.

Als hier die Freunde wieder vereint waren und Attaf die ihm sehr nötige Nahrung eingenommen hatte, bat ihn der Großwesir, seine Abenteuer seit ihrer Trennung zu erzählen. Nachdem er diese vernommen hatte, erzählte er seinerseits, was ihm begegnet war seit der ersten Unterredung mit seiner Gemahlin, zu welcher er ihn sogleich auch führte.

Attaf war auf dem Gipfel der Freude, diejenige wiederzusehen, welche er nie aufgehört hatte zu lieben, und die selber eine herzliche Zuneigung für ihn hegte. Sie bezeigte ihm ihr großes Vergnügen über sein Wiedersehen und erzählte ihm das großmütige Betragen, welches der Großwesir gegen sie beobachtet hatte.

Während die beiden Gatten des Leides vergaßen, welches sie erduldet, hatte Giafar sich zu dem Kalifen begeben, um ihm mitzuteilen, was eben vorgegangen war. Harun ließ ihn nun sehen, daß in jener Handschrift auch der Verfolg dieser Abenteuer ebenso verkündigt war, und befahl, ihm den Attaf vorzustellen.

Giafar stellte seinen Wirt dem Kalifen vor, der ihn sehr freundlich empfing und ihn sogar fragte, was er für ihn tun könnte.

»Herr,« antwortete Attaf, »die einzige Gunst, um welche ich Euer Majestät anzuflehen habe, ist die Begnadigung Abdel-Malek-Ebn-Merwans, Eures Statthalters von Damaskus, der sich schwer vergangen, indem er mich so ungerechterweise verfolgt hat: geruhet, ihm seinen Fehler zu verzeihen, so wie ich selber ihm verzeihe; denn ich bin überzeugt, daß er gegen mich nur so verfahren, weil er durch die treulosen Ratschläge seiner Höflinge hintergangen ist; damit er aber in der Folge nicht in ähnliche Verirrungen zurückfallen möge, so würde ich Euer Majestät vorschlagen, ihm den mutigen und unbescholtenen Kerkermeister, dem ich meine Befreiung verdanke, als Rat beizugesellen und diesem die Aufsicht und Vollstreckung der Handlungen des Statthalters zu übertragen.«

Der Kalif drückte Attaf seine volle Bewunderung über dieses edelmütige Benehmen aus und bewilligte ihm gern seine Bitte. Attaf bat ihn überdies noch, die Schenkung all seiner Güter an den Kerkermeister, seinen Retter, zu bestätigen.

Es wurde nun ein Eilbote mit den Befehlen des Kalifen nach Damaskus gesandt. Als man in dieser Stadt vernommen, daß Attaf nach seiner Flucht aus dem Gefängnisse seine Beschwerden dem Beherrscher der Gläubigen zu Füßen gelegt hatte, so fürchtete man, der Kalif möchte in seinem Zorne die Hauptstadt Syriens das Vergehen ihres Statthalters büßen lassen, und man glaubte wohl, daß dieser mit dem Tode würde bestraft werden, dergestalt, daß die ganze Stadt nicht ohne große Zufriedenheit die durch den Staatsboten überbrachten Befehle vernahm. Der Statthalter machte dem Kerkermeister die ihm von dem Kalifen gewährte Gunst und Attafs Schenkung all seiner Güter bekannt.

Der Großwesir Giafar übernahm Attafs Entschädigung dafür und tat es mit solcher Freigebigkeit, daß Attaf unendlich viel reicher ward als vor seiner Abreise von Damaskus.«

Als Dinarsade sah, daß die Sultanin, ihre Schwester, diese Geschichte vollendet hatte, dankte sie ihr auf die verbindlichste Weise von der Welt für das Vergnügen, welches sie ihr durch diese anziehende Erzählung gemacht. Scheherasade versprach hierauf, in der folgenden Nacht eine andere Geschichte zu erzählen, welche dem Sultan noch besser gefallen würde; und ihrem Versprechen getreu, begann sie in der nächsten Nacht folgendermaßen:

 

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