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Tausend und Eine Nacht. Elfter Band

Unbekannte Autoren: Tausend und Eine Nacht. Elfter Band - Kapitel 9
Quellenangabe
authorUnbekannte Verfasser
titleTausend und Eine Nacht. Elfter Band
publisherF. W. Hendel Verlag
year1926
editorKarl Martin Schiller
translatorMax. Habicht Fr. H. von der Hagen und Carl Schall
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180123
projectid1a8085b2
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Geschichte des Kaufmanns und der alten Frau.

»Ein Kaufmann, der sehr oft Reisen zu machen hatte, begab sich einst in eine Stadt, und während er in selbiger die Straßen und Plätze besuchte, begegnete ihm eine alte Frau, die ihm zwei Brote anbot, welche sehr schön aussahen und künstlich gestaltet waren. Da er sie sehr wohlfeil fand, so kaufte er sie, nahm sie mit sich nach Hause und aß sie. Am andern Tage begab er sich an denselben Ort und fand die nämliche Frau mit ähnlichen zwei Broten und kaufte sie wieder. Dies geschah fünfundzwanzig Tage hintereinander fort, nach welchen er die Frau nicht mehr antraf. Nach einer langen Zeit fand er sie auf einem andern Platze der Stadt. Er fragte sie sogleich, woher es komme, daß er sie nicht mehr angetroffen habe, und erkundigte sich nach den Broten. Sie wollte ihm darauf nicht antworten. Da bat er sie und drang so lange in sie, bis sie ihm endlich sagte: »Mein Herr, Gott möge dich gesund erhalten! Ich diente dazumal einem Menschen, der ein Geschwür auf dem Rücken hatte. Da befahl denn der Arzt, einen Brei von Mehl zu machen, etwas Fett hinein zu mischen und dieses auf der bösen Stelle des Mannes die Nacht über liegen zu lassen. Am andern Morgen nahmen wir es dann ab und machten ein neues Pflaster. Ich nahm es dann jedesmal, knetete es, gestaltete es in Kuchenform, buk es und verkaufte es bald dir, bald einem andern. Nun aber ist der arme Mann gestorben, und ich kann dir leider keine Brote mehr anbieten.« Da sprach der Kaufmann: »Wir gehören Gott an und müssen einst zu ihm zurückkehren.« Auch fügte er folgenden Spruch aus dem erhabenen Koran hinzu: »Was dir Gutes begegnet, das hat dir Gott gesandt; was dir aber Böses widerfährt, hast du dir selbst zugezogen.« hierauf fing er an auszuspucken, wurde krank und bereute zu spät seine Genäschigkeit. Ich kann dir noch eine andre Geschichte erzählen,« fügte der Wesir hinzu, »es ist nämlich die Geschichte des Schwertträgers und des jungen Mädchens.

 

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