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Tausend und Eine Nacht. Elfter Band

Unbekannte Autoren: Tausend und Eine Nacht. Elfter Band - Kapitel 8
Quellenangabe
authorUnbekannte Verfasser
titleTausend und Eine Nacht. Elfter Band
publisherF. W. Hendel Verlag
year1926
editorKarl Martin Schiller
translatorMax. Habicht Fr. H. von der Hagen und Carl Schall
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180123
projectid1a8085b2
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Geschichte des Bösewichts und der tugendhaften Frau.

Ein schändlicher Mensch liebte eine sehr schöne Frau, welche ebenso tugendhaft und enthaltsam als ich war. Sie hatte einen Mann, den sie sehr liebte, und widersetzte sich jedem Angriff, den jener auf ihre Tugend machen wollte.

 

Neunhundertunddreiundachtzigste Nacht.

Um zu seinen Zwecken zu gelangen, suchte sich der Liebhaber der Frau die Freundschaft eines Knaben zu erwerben, den ihr Mann zu sich genommen hatte. Er machte sich diesen so zum Freunde, daß er von ihm alles erlangen konnte, was er wollte. Eines Tages fragte er ihn: »Willst du mir wohl den Eintritt zu den Zimmern der Frau deines Herrn verstatten, wenn sie ausgegangen sein wird?« Der Knabe versprach es ihm und führte ihn auch wirklich eines Tages in ihr Zimmer. Hier betrug er sich so, daß ihr Mann bei seinem Eintritt vermuten mußte, ein Fremder sei gegenwärtig gewesen. Als der Mann endlich wiederkam und seine Frau nicht fand und die Unordnung im Zimmer bemerkte, fragte er den Knaben, wo seine Frau wäre. – »Sie ist im Bade,« antwortete dieser, wahrend der Zeit ihrer Abwesenheit dachte er noch mehr darüber nach, und seine Eifersucht vermehrte sich so, daß er, als sie eintrat, auf sie losstürzte, um sie zu töten. Auf ihr Geschrei eilten die Nachbarn herbei und fragten ihn um die Ursache seines Benehmens. Nachdem er ihnen alles erzählt hatte, gelang es dem Knaben, ihm seinen ungegründeten verdacht zu benehmen. Hier siehst du ein neues Beispiel von der List und Schändlichkeit der Männer.« Diese Geschichte bewog den König, aufs neue Befehl zur Hinrichtung seines Sohnes zu geben.

 

Neunhundertundvierundachtzigste Nacht.

Am andern Tage begab sich der zweite Wesir zum Könige, bat um Gnade für seinen Sohn und warf sich zu den Füßen des Königs. »Steh auf,« sprach dieser, »nur vor Gott darfst du dich auf dein Angesicht werfen.« Hier stand der Wesir auf und bat ihn, die Geschichte des Kaufmanns und der alten Frau anzuhören. »Was ist das für eine Geschichte?« fragte der König, und der Wesir hub folgendermaßen an:

 

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