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Tausend und Eine Nacht. Elfter Band

Unbekannte Autoren: Tausend und Eine Nacht. Elfter Band - Kapitel 22
Quellenangabe
authorUnbekannte Verfasser
titleTausend und Eine Nacht. Elfter Band
publisherF. W. Hendel Verlag
year1926
editorKarl Martin Schiller
translatorMax. Habicht Fr. H. von der Hagen und Carl Schall
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180123
projectid1a8085b2
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Geschichte des Kaufmanns.

Ein Kaufmann erhielt einst unerwartet mehrere Gäste, da schickte er sein Mädchen auf den Markt, um einen Topf Milch zu holen. Diese kaufte die Milch und trug sie sodann nach Hause zu ihrem Herrn. Unterwegs flog ein Raubvogel über ihr vorbei, der in seinen Klauen eine giftige Schlange trug, welche ihr Gift tropfenweise fallen ließ. Zum Unglück fielen einige Tropfen Gift in den Topf, ohne daß es die Sklavin bemerkte. Als diese nun bei ihrem Herrn anlangte, nahm er ihr die Milch ab, trug sie auf und genoß mit seinen Gästen davon, welche alle davon nach einiger Zeit starben.«

Jetzt wandte sich der Sohn des Königs zu denen, welche um ihn standen, und sprach: »Wem glaubet ihr wohl, daß die Schuld an diesem Unglück zuzuschreiben sei? Der Sklavin, welche die Milch gebracht hat, oder der Gesellschaft, welche sie genossen hat?« – Da sprach einer aus der Versammlung: »Die Gesellschaft selbst ist schuld daran, daß sie die Milch nicht vorher untersucht hat.« – »Nein,« sprach ein anderer, »die Sklavin trägt allein die Schuld, weil sie den Topf nicht zugedeckt hat.« – »Und was sagst du?« fragte der weise Sindbad den Sohn des Königs. – »Das Lebensziel dieser Leute war gekommen,« antwortete dieser, »daher mußte sich ihnen der Tod nahen. Das ist der wahre Grund ihres Sterbens.« Da wunderten sich alle Anwesenden, priesen den Sohn des Königs und sagten: »Du bist der Weise deiner Zeit.« – »Mitnichten,« antwortete der Prinz; »die Geschichte des blinden Greises wird euch belehren, daß dieser weiser war als ich.

 

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