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Tausend und Eine Nacht. Elfter Band

Unbekannte Autoren: Tausend und Eine Nacht. Elfter Band - Kapitel 13
Quellenangabe
authorUnbekannte Verfasser
titleTausend und Eine Nacht. Elfter Band
publisherF. W. Hendel Verlag
year1926
editorKarl Martin Schiller
translatorMax. Habicht Fr. H. von der Hagen und Carl Schall
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180123
projectid1a8085b2
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Geschichte der Frau und des Krämers.

Ein Mann gab einst seiner Frau Geld, um Reis zu kaufen. Sie nahm es, ging zum Krämer, gab es ihm und sprach: »Gib mir für dieses Geld Reis.« Da die Frau sehr schön war, so fing der Krämer an, ihr Schmeicheleien zu sagen und sie zu liebkosen. Endlich sprach er zu ihr: »Der Reis taugt nicht ohne Zucker.« – »Nun wohl, so gib mir Zucker und Reis,« sagte sie. Während er sie nun so in den Laden lockte, um ihr Zucker zu geben, sagte er einem seiner Leute, er solle in das Tuch der Frau statt Reis Steine und Sand hineintun. Er bezweckte nämlich dadurch, die Frau zur Wiederkehr zu nötigen. Diese nahm ihr Tuch und ging fort in dem Glauben, sie trüge in demselben Reis und Zucker. Als sie nach Hause kam, übergab sie das Tuch ihrem Manne und ging unterdessen, um einen Topf zu holen. Während dieser Zeit öffnete der Mann das Tuch und fand darin Steine und Sand. Sobald sie wiederkam, fragte sie ihr Mann: »Was fällt dir denn ein, daß du Steine und Sand bringst?« Als die Frau den Sand sah, merkte sie wohl, daß der Krämer sie angeführt hätte. Sie sagte zu ihrem Manne: »Ich bin so in Gedanken gewesen; ich wollte das Sieb hineinholen und habe den Topf gebracht. Ich muß dir nämlich nur sagen, lieber Mann, daß, als ich auf dem Markte war, mir das Geld aus der Hand in den Sand fiel. Ich schämte mich, vor den Leuten den Sand zu durchwühlen; und da habe ich den ganzen Sand in mein Tuch eingescharrt und wollte dich bitten, den Sand durchzusieben. Der Mann ging also, holte ein Sieb und siebte den ganzen Sand durch, ohne ein Stück Geld zu finden. Seinen Bart hatte er dabei ganz eingestaubt und war doch weit entfernt, zu glauben, daß das eine List seiner Frau war.

Hüte dich also, o König, deinen Sohn übereilt zu töten.«

In der vierten Nacht kam die Frau wieder zum Könige, bat wiederholt um Gerechtigkeit und bekräftigte ihre Bitte durch folgende Geschichte.

 

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