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Tausend und Eine Nacht. Elfter Band

Unbekannte Autoren: Tausend und Eine Nacht. Elfter Band - Kapitel 10
Quellenangabe
authorUnbekannte Verfasser
titleTausend und Eine Nacht. Elfter Band
publisherF. W. Hendel Verlag
year1926
editorKarl Martin Schiller
translatorMax. Habicht Fr. H. von der Hagen und Carl Schall
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180123
projectid1a8085b2
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Der Schwertträger und das junge Mädchen.

Der Schwertträger eines Königs liebte eine Frau aus dem Volke. Das eine Mal schickte ihr Geliebter einen Knaben zu ihr, durch welchen er ihr irgend etwas anzeigen ließ. Als dieser seinen Auftrag ausgerichtet hatte, ließ sie ihn setzen, unterhielt sich mit ihm eine Zeitlang und erklärte ihm, daß sie ihn weit mehr liebe als ihren Geliebten, der ihn geschickt habe.

 

Neunhundertundfünfundachtzigste Nacht.

Während sie in der besten Unterredung waren, kam der Herr des Knaben an, klopfte an die Türe, und sie verbarg den Knaben unter einem Korbe. Kaum hatte der Neuangekommene sich gesetzt und sich mit der Frau unterhalten, als sich auch ihr Mann an der Türe einfand und durch Klopfen eingelassen zu werden verlangte. »Was ist zu tun?« fragte der Fremde erschrocken. – »Das beste, was du tun kannst,« erwiderte sie, »ist, daß du dich gegen mich grimmig anstellst, mich bedrohst und mich schiltst; sobald aber mein Mann eingetreten ist, so verlasse diesen Ort ganz unbesorgt.« So tat er denn nun, und als ihr Mann hereintrat und einen Waffenträger des Königs mit gezogenem Schwerte erblickte, war er erstaunt und fragte seine Frau um die Ursache, der Schwertträger aber steckte sein Schwert in die Scheide und ging davon.

»Ich war, lieber Mann,« sagte nun die Frau, »mit Waschen beschäftigt, als ein Knabe zu mir hereintrat und bei mir Schutz gegen einen Ungerechten suchte, der ihn mit gezogenem Schwerte verfolgte und ihn töten wollte. Da habe ich ihn denn unter jenen Korb versteckt, und dieser Mann verfolgte ihn sodann bis hierher und bedrohte mich, wie du gesehen hast, weil ich es leugnete, daß der Knabe bei mir sei. Gott sei Dank, daß du endlich gekommen bist, sonst wäre ich verloren gewesen.« Er ging hieraus zu dem Korbe und sagte zu dem Knaben: »Du hast nichts mehr zu befürchten. Gehe in Frieden.« Der Mann merkte auf diese Weise nicht, daß er von seiner Frau doppelt betrogen worden war.

Hier hast du ein neues Beispiel von der List der Frauen,« fügte der Wesir hinzu, und dies bewog den König, den Tod seines Sohnes aufzuschieben.

Bei Anbruch der dritten Nacht begab sich die Frau wieder zum Könige, verlangte Gerechtigkeit gegen seinen Sohn und erzählte folgende Geschichte, um ihm zu beweisen, daß er seinen Wesiren nicht trauen dürfe.

 

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