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Tausend und eine Nacht. Band X

Max Henning: Tausend und eine Nacht. Band X - Kapitel 39
Quellenangabe
typenarrative
authorUnbekannte Autoren
titleTausend und eine Nacht. Band X
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
yearo.J.
firstpub1895
translatorMax Henning
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150411
modified20180223
projectidbbb389ae
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Die Breslauer Ausgabe schließt die Erzählung etwas ausführlicher. Nachdem die Sklavin vor den König gebracht ist, fragt der König: »Wie sollen wir sie zu Tode befördern?« Die einen raten ihm, ihr die Zunge auszuschneiden, die andern, sie mit Feuer auszubrennen; sie selber aber spricht zum König: »Mir ergeht es mit dir gerade so wie dem Fuchs mit den Leuten.« Da fragt der König: »Wieso?« Und sie erzählt:

Die Geschichte vom Fuchs und den Leuten

»Mir kam zu Ohren, o König, daß einmal ein Fuchs in eine Stadt durch eine ihrer Mauern drang und dort in einer Gerberei alles vernichtete und dem Eigentümer die Häute verdarb. Eines Tages gelang es dem Gerber den Fuchs zu überlisten und zu fangen, worauf er ihn so lange mit den Häuten schlug, bis er ohnmächtig dalag. Dann warf er ihn, im Glauben er sei tot, auf die Straße neben das Thor. Nicht lange, da kam eine Alte an ihm vorüber und sagte: »Was soll der Fuchs hier, dessen Auge ein gutes Mittel gegen das Weinen der Kinder ist, wenn man es ihnen um den Hals hängt?!« Sprach's und riß ihm das rechte Auge aus. Hierauf kam ein Knabe vorüber und sagte: »Was soll der Schwanz an diesem Fuchs?« Sprach's und schnitt ihm den Schwanz ab. Dann kam ein Mann an ihm vorüber und sagte: »Was soll der Fuchs hier, dessen Galle ein gutes Mittel gegen trübe Augen ist, wenn man sie damit salbt?« Da sprach der Fuchs bei sich: »Wir haben standgehalten, als man uns das Auge ausriß und den Schwanz abschnitt; was aber das Wanstaufschneiden anlangt, so werden wir dem nicht standhalten.« Mit diesen Worten sprang er auf und rannte durchs Stadtthor fort, ohne an sein Entkommen zu glauben.«

Nach dieser Erzählung überläßt der König seinem Sohne das Gericht über seine Widersacherin, der sie außer Landes weist. Dann setzt der König den Prinzen auf seinen Thron, krönt ihn und läßt ihm von den Großen des Reiches huldigen, worauf er sich ganz der Anbetung Gottes weiht, während sein Sohn gerecht und ruhmvoll bis zum Tode regiert.

 


 

Ende des zehnten Bandes.

 

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