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Tausend und eine Nacht. Band X

Max Henning: Tausend und eine Nacht. Band X - Kapitel 17
Quellenangabe
typenarrative
authorUnbekannte Autoren
titleTausend und eine Nacht. Band X
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
yearo.J.
firstpub1895
translatorMax Henning
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150411
modified20180223
projectidbbb389ae
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Der Geizige und die beiden Brote

Es war einmal ein Kaufmann, welcher ein großer Knicker im Essen und Trinken war. Da begab es sich, daß er eines Tages nach einer andern Stadt reiste, woselbst er, als er in den Bazaren derselben umherwanderte, ein altes Weib mit zwei Brotlaiben antraf. Auf seine Frage, ob die Brote zum Verkauf wären, antwortete die Alte »Ja,« worauf er dieselben von ihr kaufte, nachdem er ihr den niedrigsten Preis dafür geboten hatte, und in seine Wohnung ging, wo er sie noch an demselben Tage verzehrte. Am nächsten Morgen begab er sich wieder zu derselben Stelle und kaufte, als er die Alte daselbst wieder mit zwei Broten antraf, dieselben wieder von ihr. In dieser Weise verfuhr er zwanzig Tage lang, als er am einundzwanzigsten Tage die Alte nicht antraf. Trotz seiner Erkundigungen hörte er nichts von ihr, bis er ihr einmal in einer der Hauptstraßen der Stadt begegnete. Da blieb er stehen, begrüßte sie und fragte sie, weshalb sie fortgeblieben wäre und ihm nicht mehr die üblichen zwei Brote verkauft hätte. Als die Alte seine Worte vernahm, stellte sie sich erst zu faul zum Antworten; dann aber, als er sie beschwor ihm Auskunft zu geben, versetzte sie: »Mein Herr, vernimm meine Antwort; es kam dies daher, daß ich einen Mann bediente, der einen Fraß in seinem Kreuze hatte, und dessen Arzt Mehl mit Honig zusammenknetete und ihm den Teig die Nacht über bis zum Morgen auf die kranke Stelle legte, worauf ich jenes Mehl nahm und zwei Brote daraus machte, die ich dir oder einem andern verkaufte; nun aber ist jener Mann gestorben, und die Brote sind mir ausgegangen.« Als der Kaufmann diese Worte vernahm, rief er: »Wir sind Gottes, und zu Ihm kehren wir zurück! Es giebt keine Macht und keine Kraft außer bei Gott, dem Hohen und Erhabenen!«

Fünfhundertundeinundachtzigste Nacht

Darauf erbrach er sich so lange, bis er krank wurde, und bereute, wo die Reue ihm nichts mehr nützen konnte.

Ferner, o König, vernahm ich von der Arglist der Weiber auch noch folgende Geschichte:

 

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