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Tausend und eine Nacht. Band VIII

Max Henning: Tausend und eine Nacht. Band VIII - Kapitel 18
Quellenangabe
typenarrative
authorUnbekannte Autoren
titleTausend und eine Nacht. Band VIII
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
yearo.J.
firstpub1895
translatorMax Henning
pages194
created20180131
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Barmekide Jahjā bin Châlid.

Ferner erzählt man, daß Jahjā bin Châlid der Barmekide eines Tages von dem Chalifenpalast nach Hause ging und an seiner Hausthür einen Mann erblickte. Als er nahe an ihn herangekommen war, erhob sich der Mann vor ihm und bot ihm den Salâm, hinzufügend: »O Jahjā, ich bedarf dessen, was in deiner Hand ist, und ich mache Gott zu meinem Fürsprecher.« Da ließ Jahjā ihm ein Gemach in seinem Hause anweisen und befahl seinem Schatzmeister ihm täglich tausend Dirhem zu bringen und bestimmte außerdem ihm von seinen besten Gerichten aufzutragen. In dieser Weise blieb der Mann einen vollen Monat bei ihm; als aber der Monat zu Ende ging und er im ganzen dreißigtausend Dirhem bekommen hatte, fürchtete er, Jahjā möchte kommen und ihm das Geld wegen der Höhe der Summe wieder abnehmen, und machte sich heimlich davon.

Dreihundertundzweiundneunzigste Nacht.

Als man dies Jahjā hinterbrachte, sagte er: »Bei Gott, wäre er sein ganzes Leben lang alle Zeit bei mir geblieben, so hätte ich ihm mein Geschenk nicht versagt und ihm meine Gastfreundschaft vorenthalten.« Denn in der That waren die Tugenden der Barmekiden unzählbar und ihre Vortrefflichkeiten nicht zu beschreiben, ganz besonders aber die edeln 53 Eigenschaften Jahjā bin Châlids, welcher ein Ocean preislicher Tugenden war, wie denn auch der Dichter von ihm sagt:

Ich fragte die Freigebigkeit: Bist du frei? Und sie antwortete: Nein;
Denn ein Sklave bin ich des Jahjā bin Châlid.
Da fragt' ich: Durch Kauf? Gott behüte! sprach sie,
Von Vater zu Vater ward ich auf ihn vererbt.

 

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