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Tausend und eine Nacht. Band I

Max Henning: Tausend und eine Nacht. Band I - Kapitel 24
Quellenangabe
typenarrative
authorUnbekannte Autoren
titleTausend und eine Nacht. Band I
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
yearo.J.
firstpub1895
translatorMax Henning
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20150411
modified20180223
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Die Geschichte von den drei Äpfeln.

In einer andern Nacht sagte der Chalife einmal wieder zu Dschaafar: »Wir wollen heute Nacht in die Stadt gehen und Umfrage halten, wie die Sachen unter den Gouverneuren und Präfekten stehen, damit wir jeden, über den jemand Klage führt, absetzen.« Dschaafar erwiderte: »Ich höre und gehorche.« So gingen denn der Chalife, Dschaafar und Mesrûr in die Stadt hinunter, durchwanderten die Bazare und kamen auch an einer Gasse vorüber, in welcher sie einen alten Scheich mit einem Netze und einem Korbe auf dem Kopf und einem Stecken in der Hand sahen, der gemächlich seines Weges ging und diese Verse sprach:

»Sie sagen wohl zu mir: Du bist unter den Menschen
Durch deine Kenntnisse wie die mondbeglänzte Nacht.
Ich aber sage: Verschont mich mit euern Reden,
Kenntnisse bedeuten nichts ohne Macht.
Wenn sie mich pfändeten samt meinen Kenntnissen,
Samt allen Büchern und dem Tintenfaß,
Um einen Tag davon zu leben, bis zum jüngsten Tage
Würden sie bei niemand die Annahme der Pfänder erreichen.
Des Armen Leben wie trübe ist's doch!
Im Sommer vermag er nicht sein Brot zu erwerben
Und im Winter muß er sich am Kohlenbecken erwärmen.Da der Winter in Bagdad sehr mild ist, so deutet dieser Vers darauf hin, daß dem Armen selbst die notdürftigste Kleidung fehlt.
Die Hunde folgen ihm auf Schritt und Tritt,
Und immer bleibt er gering und verachtet.
Beklagt er sich aber über sein Los und beweist, daß es unverschuldet ist,
So findet er keinen, der auf ihn hört.
Wenn dies des Armen Leben ist, so ist seine beste Stätte das Grab.«

Als der Chalife ihn diese Verse sprechen hörte, sagte er zu Dschaafar: »Sieh' diesen armen Mann und hör' sein Lied, das sicherlich auf seine Bedürftigkeit hinweist.« Hierauf trat der Chalife an ihn heran und fragte ihn: »Scheich, was ist dein Handwerk?« Er antwortete: »Mein Herr, ich bin ein Fischer und habe daheim Weib und Kind. Um Mittag ging ich von Hause fort und blieb bis jetzt aus, ohne daß Gott mir etwas zu teil werden ließ, um meiner Familie Brot zu schaffen; da ward ich meiner selbst überdrüssig und wünschte mir den Tod.« Der Chalife sagte darauf zu ihm: »Hast du noch Lust mit uns noch einmal an den Strom zurückzukehren, dich an das Ufer des Tigris zu stellen und dein Netz auf mein Glück auszuwerfen? Alles, was heraufkommt, kaufe ich dir für hundert Dinare ab.« Der Mann erwiderte hocherfreut: »Auf den Kopf kehre ich mit euch um.« So ging der Fischer noch einmal an den Strom zurück, warf das Netz aus und hob, als er es nach einiger Zeit am Stricke wieder zu sich heran zog, einen schweren, verschlossenen Kasten heraus. Der Chalife faßte ihn an und gab, als er sein Gewicht merkte, dem Fischer hundert Dinare. Dann ging er fort, während Dschaafar und Mesrûr den Kasten aufluden und ihn dem Chalifen ins Schloß nachtrugen. Dort setzten sie den Kasten vor dem Chalifen nieder, zündeten Lichter an und brachen ihn auf. Sie fanden einen Korb aus Palmblättern darin, der mit roter Wolle zusammengenäht war. Nachdem sie die Nähte aufgetrennt hatten, sahen sie ein Stück von einem Teppich; sie hoben es auf und fanden darunter einen Frauenschleier, und wie sie auch diesen aufhoben, erblickten sie ein Mädchen, glänzend wie Silberbarren, doch tot und zerstückelt. Bei ihrem Anblick rannen dem Chalifen die Thränen über die Wangen; er wendete sich zu Dschaafar und schrie ihn an: »Du Hund unter den Wesiren, schlägt man in meiner Zeit die Leute tot und wirft sie ins Wasser, daß ich einst dafür verantwortlich gemacht werde? Aber, bei Gott, ich will über dieses Mädchen Nachforschungen anstellen und ihren Mörder hinrichten lassen! So wahr ich vom Chalifengeschlechte der Abbassiden abstamme, bringst du mir nicht den Mörder dieses Mädchens, daß ich ihren Mord an ihm sühnen kann, so laß ich dich mit vierzig deiner Vettern vor dem Thore meines Palastes kreuzigen!« Dschaafar erbat sich von dem Chalifen eine Frist von drei Tagen; dann verließ er ihn und durchwanderte betrübt die Stadt, indem er bei sich sagte: »Wie soll ich den Mörder dieses Mädchens ausfindig machen, daß ich ihn dem Chalifen übergeben kann? Bringe ich ihm aber einen andern, so muß ich dafür einst Rechenschaft stehen; ich weiß nicht, was ich thun soll.« Schließlich blieb er die drei Tage über zu Hause. Am vierten Tage ließ ihn der Chalife vor sich kommen und herrschte ihn an, als er vor ihm stand: »Wo ist der Mörder des Mädchens?« Dschaafar erwiderte: »O Fürst der Gläubigen, weiß ich etwa das Verborgene, daß ich ihren Mörder kennen soll?« Da ergrimmte der Chalife und befahl ihn vor dem Thore seines Schlosses ans Kreuz zu schlagen. Dann ließ er einen Herold in den Straßen von Bagdad ausrufen: »Wer sich an der Kreuzigung des Barmekiden Dschaafar, des Wesirs des Chalifen, und seiner vierzig Vettern vor dem Schloßthor des Chalifen ergötzen will, der komme heraus und weide sich daran.«

Da kamen die Leute aus allen Quartieren herbeigeströmt, um sich an der Kreuzigung Dschaafars und seiner Vettern zu ergötzen, ohne die Ursache davon zu kennen. Als nun das Holz aufgerichtet war, stellten sie Dschaafar und seine Vettern darunter und warteten auf den Befehl des Chalifen, die Kreuzigung zu vollziehen, während die Volksmenge weinte. In diesem Augenblicke durchbrach ein hübscher, sauber gekleideter junger Mann eilends die Menge zum Wesir und sprach zu ihm: »Deine Rettung aus diesem Aufschub, o Herr der Emire und Asyl der Armen! Ich bin der Mörder des Mädchens, das ihr in dem Kasten gefunden habt; tötet mich und sühnet ihren Mord an mir!« Als Dschaafar die Worte des Jünglings vernahm, freute er sich über seine eigene Rettung, obwohl ihn der junge Mann dauerte. Während sie jedoch noch miteinander redeten, brach sich ein alter Mann durch die Volksmenge Bahn, kam eilends zu Dschaafar und dem Jüngling und sagte, nachdem er sie begrüßt hatte: »Wesir, glaub' nicht den Worten dieses Jünglings, ich habe das Mädchen umgebracht, nicht er; an mir sühne ihren Mord.« Der Jüngling hingegen sprach: »O Wesir, das ist ein alter faselnder Scheich, der nicht weiß, was er sagt; ich bin's, der sie umgebracht hat; sühne ihren Mord an mir.« Nun wendete sich der Alte zum Jüngling und sagte: »O mein Sohn, du bist noch jung und liebst die Welt; ich aber bin alt und der Welt satt; ich will mich für dich, den Wesir und seine Vettern opfern. Ich allein habe das Mädchen umgebracht, bei Gott, beschleunige die Sühne an mir!« Als Dschaafar dies hörte, begab er sich voll Verwunderung zum Chalifen und sagte: »O Fürst der Gläubigen, der Mörder des Mädchens ist gefunden.« Der Chalife fragte: »Wo ist er?« Er antwortete: »Dieser junge Mann sagt, er sei der Mörder, aber jener Scheich beschuldigt ihn der Lüge und behauptet, kein anderer als er sei es.« Der Chalife sah nun erst den Greis und dann den jungen Mann an und fragte: »Wer von euch beiden ist der Mörder?« Der Jüngling antwortete: »Kein anderer als ich.« Doch der Greis sagte ebenfalls: »Kein anderer als ich.« Da befahl der Chalife Dschaafar: »Nimm alle beide und schlag' sie ans Kreuz.« Dschaafar versetzte jedoch: »Wenn nur einer der Mörder ist, und beide hingerichtet werden, so geschieht an dem einen ein Frevel.« Darauf sagte der junge Mann: »Bei der Wahrheit dessen, der den Himmel hochgewölbt und die Erde ausgebreitet hat, ich bin's, der den Mord begangen hat,« und beschrieb die Art und Weise, in welcher der Mord ausgeführt war, ganz so wie es der Chalife gefunden hatte, so daß es ihm feststand, daß der Jüngling der Mörder des Mädchens war. Er erstaunte darüber und fragte ihn: »Weshalb hast du das Mädchen ungerechterweise umgebracht und gestehst nun den Mord ein, ohne geschlagenHartnäckige Leugner wurden durch Schläge auf die Fußsohlen zum Geständnis gezwungen. zu sein, und sprichst: Vollzieht die Sühne an mir?« – Darauf erzählte der junge Mann: »Wisse, o Fürst der Gläubigen, dieses Mädchen ist meine Base und Gattin; dieser Scheich aber ist ihr Vater und mein Oheim. Ich heiratete sie als Jungfrau, und Gott schenkte mir von ihr drei Knaben. Sie liebte mich, diente mir und niemals fand ich etwas an ihr zu tadeln. Am ersten dieses Monats erkrankte sie schwer; ich holte die Ärzte zu ihr und ließ sie behandeln, bis sie wieder genas, und wollte sie dann ins Bad führen. Sie sagte jedoch zu mir: »Ich möchte, bevor ich ins Bad gehe, etwas haben, nach dem mich sehr verlangt.« Ich fragte sie: »Was ist's?« Sie antwortete: »Ich hätte gern einen Apfel, um daran zu riechen und zu beißen.« Sofort machte ich mich auf in die Stadt und suchte nach Äpfeln, sollte auch das Stück einen Dinar kosten; ich fand jedoch keinen. Ich brachte infolgedessen die Nacht über in Gedanken zu und ging am nächsten Morgen der Reihe nach durch alle Gärten, ohne jedoch einen Apfel zu finden. Ein alter Gärtner, der mir begegnete, und den ich nach Äpfeln fragte, sagte mir schließlich: »Mein Sohn, Äpfel sind eine Sache, die man selten findet, weil es dieselben hier gar nicht giebt. Man findet sie nur in dem Garten des Fürsten der Gläubigen in Basra bei dem Gärtner, der sie für den Chalifen aufbewahrt.« So ging ich wieder zu meiner Frau zurück, doch ließ mir die Liebe zu ihr keine Ruhe, so daß ich mich reisefertig machte und in fünfzehn Tagen, Tag und Nacht, hin und zurückreiste und ihr drei Äpfel brachte, für die ich dem Gärtner in Basra drei Dinare bezahlen mußte. Als ich sie ihr gab, zeigte sie jedoch keine Freude an ihnen, sondern ließ sie liegen, da sie das Fieber stark plagte. Erst nach zehn Tagen genas sie von ihrer Krankheit, worauf ich mich wieder in meinen Laden setzte und verkaufte und kaufte. Während ich nun so gegen Mittag dasaß, kam ein schwarzer Sklave bei mir vorüber, der in der Hand einen Apfel hatte und damit spielte. Ich fragte ihn: »Woher hast du diesen Apfel, ich möchte eben so einen kaufen?« Er antwortete lachend: »Ich habe ihn von meinem Schatz bekommen. Als ich sie nach längerer Abwesenheit wieder besuchte, fand ich sie krank und drei Äpfel neben ihr. Sie sagte: »Sieh', mein Hahnrei von Gatte ist ihretwillen nach Basra gereist und hat sie für drei Dinare gekauft.« Darauf gab sie mir diesen Apfel.«

Als ich dies vom Sklaven vernahm, o Fürst der Gläubigen, ward mir die Welt schwarz vor den Augen; ich verschloß den Laden und ging, in der Erregung meines Zornes der Sinne nicht mehr mächtig, nach Hause. Wie ich den dritten Apfel nicht fand, fragte ich sie: »Wo ist der dritte?« Sie antwortete: »Ich weiß es nicht, ich habe keine Ahnung, wo er hingekommen ist.« Da stand es bei mir fest, daß der Sklave die Wahrheit gesprochen hatte; ich ergriff ein Messer, kniete auf ihre Brust, schnitt ihr die Kehle durch und dann den Kopf und die Glieder ab. So packte ich sie in aller Eile in den Korb, verhüllte sie mit ihrem Schleier, deckte ein Teppichstück darüber, setzte den Korb in einen Kasten und verschloß denselben. Dann lud ich den Kasten auf mein Maultier und warf ihn mit eigener Hand in den Tigris. Um Gott, o Fürst der Gläubigen, richte mich schnell hin und sühne ihren Mord, da ich mich sonst fürchte vor der Rechenschaft, die sie am Tage der Auferstehung von mir fordert. Denn siehe, als ich sie, ohne daß es jemand bemerkte, in den Tigris geworfen hatte und wieder nach Hause zurückgekehrt war, fand ich mein ältestes Söhnchen weinend, obwohl es noch nicht wußte, was seiner Mutter von mir widerfahren war. Als ich es nach der Ursache seiner Thränen fragte, sagte es: »Ich nahm einen von den Äpfeln meiner Mutter und ging damit auf die Straße, um mit meinen Brüdern zu spielen, als plötzlich ein großer schwarzer Sklave ankam und mich fragte, indem er mir den Apfel entriß: »Wie bist du zu diesem Apfel gekommen?« Ich antwortete ihm: »Mein Vater ist seinetwegen nach Basra gereist; er hat dort meiner kranken Mutter drei Äpfel für drei Dinare gekauft.« Er behielt ihn jedoch und schlug mich noch obendrein. Nun fürchte ich mich vor meiner Mutter, daß ich des Apfels wegen Schläge bekomme.«

Als ich dies von meinem Söhnchen vernahm, sah ich, daß mich der Sklave über meine Base belogen, und daß ich sie freventlich ermordet hatte. Wie ich darüber bittere Thränen vergoß, kam dieser Scheich, ihr Vater und mein Oheim, an, und ich erzählte ihm, was geschehen war. Da setzte er sich an meine Seite, und wir weinten beide bis Mitternacht. Fünf Tage lang, bis auf den heutigen Tag hielten wir die Trauer ab in tiefer Kümmernis über ihren Tod; nun aber, bei der Ehre deiner Ahnen, richte mich schnell hin und sühne den Mord an mir!«

Als der Chalife die Erzählung des jungen Mannes vernommen hatte, erstaunte er und sagte: »Bei Gott, ich lasse keinen andern als den ruchlosen Sklaven hinrichten, denn dieser junge Mann ist zu entschuldigen.«

Neunzehnte Nacht.

Dann wendete er sich zu Dschaafar und sagte zu ihm: »Schaff' mir den ruchlosen Sklaven zur Stelle, der die Ursache dieses Verhängnisses geworden ist. Thust du es nicht, so mußt du an seiner Statt dein Leben lassen.« Da ging Dschaafar weinend fort und sagte bei sich: »Woher soll ich ihn schaffen? Nicht jedesmal bleibt der Krug heil; ich weiß mir in dieser Sache nicht aus noch ein. Aber der, welcher mich das erste Mal behütet hat, wird mich auch das zweite Mal behüten; bei Gott, ich will wieder drei Tage lang zu Hause bleiben und der Wahrhaftige – Preis ihm! – wird thun nach seinem Willen.« Hierauf blieb er drei Tage lang zu Hause; am vierten Tage ließ er den Kadi kommen, machte sein Testament und nahm mit Thränen von seinen Kindern Abschied, als auch schon ein Abgesandter vom Chalifen erschien und zu ihm sagte: »Der Fürst der Gläubigen schickt mich im höchsten Zorn zu dir; er hat geschworen dich noch vor Tagesschluß hinzurichten, falls du ihm den Sklaven nicht schaffst.«

Als Dschaafar dies vernahm, weinten er und alle seine Kinder; nachdem er dann den letzten Abschied von ihnen genommen hatte, ging er zu seiner jüngsten Tochter, die er am meisten liebte, um auch ihr Lebewohl zu sagen. Wie er sie nun an die Brust preßte und in Thränen über die Trennung von ihr zerfloß, fühlte er in ihrer Tasche einen rundlichen Gegenstand. Da fragte er sie: »Was hast du da in deiner Tasche?« Sie antwortete: »Vater, einen Apfel, den mir unser Sklave Reihân vor vier Tagen gebracht hat; er schenkte ihn mir für zwei Dinare. Als Dschaafar dies hörte, rief er erfreut: »O du naher Trostbringer!« Dann ließ er den Sklaven kommen und fragte ihn: »Woher hast du diesen Apfel?« Der Sklave antwortete: »Ach, mein Herr, vor fünf Tagen ging ich durch eine der Gassen der Stadt und sah dort Kinder spielen, von denen eines diesen Apfel hatte. Als ich ihm denselben fortnahm und es schlug, weinte es und sagte: »Dieser Apfel gehört meiner kranken Mutter, die von meinem Vater Äpfel verlangte, so daß er deswegen nach Basra reiste und ihr drei Äpfel für drei Dinare brachte.« Ich behielt den Apfel und spielte damit, ohne auf sein Weinen zu hören; dann brachte ich ihn mit mir hierher und gab ihn meiner kleinen Herrin für zwei Dinare.«

Dschaafar hörte staunend den Sklaven an, durch dessen Erzählung es sich herausstellte, daß sein eigener Sklave die Veranlassung seiner Trübsal und der Ermordung des Mädchens gewesen war, und gab dann Befehl den Sklaven einzukerkern, indem er, glücklich über seine Errettung, die Verse sprach:

»Wenn dich ein Sklave ins Unglück gestürzt hat,
Womit wirst du dein Leben dann loskaufen?
Diener findest du wohl in Menge,
Aber für dein Leben findest du keinen Ersatz.«

Dann nahm er den Sklaven und ging mit ihm zum Chalifen; der Chalife aber befahl diese Geschichte aufzuzeichnen und seinen Unterthanen kund zu thun. Darauf sagte Dschaafar zu ihm: »O Fürst der Gläubigen, erstaune nicht über diese Geschichte; sie ist nicht wunderbarer als die Geschichte des Wesirs Nûr ed-Dîn und seines Bruders Schems ed-Dîn.« Der Chalife meinte: »Wie kann eine Geschichte noch wunderbarer sein?« Dschaafar entgegnete: »O Fürst der Gläubigen, ich will sie dir erzählen, jedoch nur unter der Bedingung, daß du meinem Sklaven das Leben schenkst.« Der Chalife sagte: »Ich schenke dir sein Blut.«

Darauf erzählte Dschaafar:

 

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