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Tao Te King

Richard Wilhelm: Tao Te King - Kapitel 42
Quellenangabe
typepoem
titleTao Te King
authorLaotse
translatorRichard Wilhelm
publisherDiederichs
year1919
copyrightAchim Wagenknecht
senderaw@achimwagenknecht.de
correctorhille@abc.de
created20010113
firstpub1911
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41

Wenn ein Weiser höchster Art vom Sinn hört,
so ist er eifrig und tut danach.
Wenn ein Weiser mittlerer Art vom Sinn hört,
so glaubt er halb, halb zweifelt er.
Wenn ein Weiser niedriger Art vom Sinn hört,
so lacht er laut darüber.
Wenn er nicht laut lacht,
so war es noch nicht der eigentliche Sinn.

Darum hat ein Spruchdichter die Worte:
»Der klare Sinn erscheint dunkel.
Der Sinn des Fortschritts erscheint als Rückzug.
Das höchste Leben erscheint als Tal.
Der ebene Sinn erscheint rauh.
Die höchste Reinheit erscheint als Schmach.
Das weite Leben erscheint als ungenügend.
Das starke Leben erscheint verstohlen.
Das wahre Wesen erscheint veränderlich.
Das große Geviert hat keine Ecken.
Das große Gerät wird spät vollendet.
Der große Ton hat unhörbaren Laut.
Das große Bild hat keine Form.«

Der Sinn in seiner Verborgenheit ist ohne Namen.
Und doch ist gerade der Sinn gut
im Spenden und Vollenden.

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