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Tantris der Narr

Ernst Hardt: Tantris der Narr - Kapitel 8
Quellenangabe
typedrama
booktitleTantris der Narr
authorErnst Hardt
year1918
firstpub1907
publisherInsel-Verlag
addressLeipzig
titleTantris der Narr
pages159
created20180111
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Zweiter Akt

Der große Saal auf Schloß Lubin.

Erste Szene

Bogenfenster. Rechts in der Hinterwand eine breite Flügeltür. Links, senkrecht zur Hinterwand, ein langer Tisch, hochlehnige Stühle darum, die beiden vordersten sind höher und breiter und tragen königliche Zeichen. Links an der Wand ein auf Stufen erhöhter Thron. Vier gälische Barone stehen und sitzen um den Tisch. Herr Ganelun kommt herein.

Ein Baron. Sagt Ihr uns an, Herr Ganelun, was sich
Begibt, daß man uns hier im Rat versammelt
Mit Schenkeln, die noch schwitzen von dem Ritt
Durchs Morois?

Ein Zweiter.           Ein solcher Willkomm ist
Nach meinem Herzen nicht, bei Gott!

Ganelun.                                                   Ihr Herrn,
Ich weiß nicht mehr als ihr, die später kamt!

Ein dritter Baron. Wo steckt Herr Marke denn?

Der Zweite.                                                           Statt uns zu grüßen,
Läßt er durch einen niedren Knappen uns
Hier zwischen trockne, kahle Wände weisen
Mit dem Bescheid, zu warten.

Der Erste steht auf.                       Hols der Teufel,
Ich spüre eine Lust, mich auf mein Pferd
Zu setzen und nach Haus zu reiten!

Ein fünfter Baron kommt herein.           Herren,
Begreift ihr, wes Herr Marke Tristans wüsten,
Verkommnen Hund, den Husdent, leben läßt?
Fast hätt er mir zu einem bösen Sturz
Mit meinem Pferd verholfen!

Der Vierte.                                   Jetzt?

Der Fünfte.                                             Er fuhr,
Als ich vorbeiritt, wie ein hungriges
Getier in seinem Zwinger auf und sprang
Nach uns in einem großen Satz ans Gitter,
Daß alle Stangen klirrten und mein Pferd
Entsetzt sich bäumte und in rasendem
Galopp den Hof durchmaß.

Ganelun.                                   Der Hund ist wolfhaft!
Seit langer Zeit darf niemand mehr zu ihm
Herein, weil er Herrn Marke schon drei Pfleger
Zerrissen hat.

Der vierte Baron.   Ein schlimm verwildert Tier,
Das ich nicht hausen wollt auf meiner Burg!

Der Dritte geht unmutig ans Fenster.
Was mich dies Wartenmüssen kränket!

Der Erste.                                                     Wahrlich,
Neu ist der Brauch so frostigen Empfangs!

Ganelun. Geduld, ihr Herrn! Herr Marke und der Herzog
Denovalin besprechen im geheimen
Sachen von Wichtigkeit, so scheints!

Der dritte Baron.                                     . . . Und wollen
Geduld uns üben lehren!

Ganelun.                               Nein, dort kommt
Herr Marke!

 

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