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Friedrich Gerstäcker: Sträflinge - Kapitel 5
Quellenangabe
typefiction
authorFriedrich Gerstäcker
titleSträflinge
senderwww.gaga.net
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
modyfied20140523
created20050602
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5

Wir haben die beiden Reiter verlassen, als sie von der Herde fort wieder in den Busch galoppierten, und eine Zeitlang erforderte hier der sandige Boden, das starre Gras und das sehr dichtstehende Gebüsch ihre volle Aufmerksamkeit. Sowie sie aber die Salzbuschebene erreicht hatten, deren niederes Gesträuch den Pferden nicht das geringste Hindernis mehr in den Weg legte, konnten sie schneller reiten.

Von hier aus bot das Tal den beiden Reitern einen freien Überblick über die echt australische Szenerie des inneren Landes. Nach rechts und links, dem Lauf des Flusses folgend, dehnten sich die niederen, rotsandigen Malleyhügel aus, spärlich mit dünnem Gras bewachsen. Vollständig von dem Malleybusche gedeckt, ragten aus diesem nur hier und da die schlanken, silbergrauen Stämme der Malleyfichte mit ihren regelmäßigen Ästen und frischen, saftgrünen Nadeln hervor, während die graue Salzbuschebene sich wie ein weiter Teppich davor ausstreckte. Nur den Hintergrund bildete zum Teil jener breite Gürtel hoher, grauer – und wie sie passend genannt werden – »nimmergrüner« Gumbäume, die das eigentliche Murraytal bestanden.

Die Hunde hatten höchst aufmerksam rechts und links von den beiden dahinsprengenden Pferden umhergesucht, und der Eifer, mit dem sie herüber und hinüber fuhren, verriet, daß sie dort vielleicht sich kreuzende Fährten gefunden hatten. Powell munterte sie fortwährend auf, als plötzlich aus einem dichten Salzbusch heraus und kaum zwanzig Schritt von den Pferden entfernt, zwei braunschwarze wilde Hunde, sogenannte Dingos, herausfuhren und nach verschiedenen Seiten hin durch das Gesträuch setzten.

»Tallyho!« schrie der alte Herr, sich in vollem Jagdeifer in seinen Bügeln aufrichtend. »Bleiben Sie hinter dem einen, Mac Donald, – dort drüben liegt die Station!« Und dem eigenen Tiere die Sporen in die Seite drückend, daß es mit ihm über den nächsten Busch hinübersetzte, folgte er, die Augen auf die Hunde geheftet, der Jagd.

Mac Donald war selber zu viel Engländer, um ruhig bei einem so vortrefflichen ›start‹ zu bleiben. Der Dingo zeigte im Anfang Lust, den wilden Busch anzunehmen, die Hunde waren ihm aber zu rasch auf den Fersen und schnitten ihm die Richtung ab, bis er, nach mehrmaligem Hakenschlagen wie ein Hase, endlich eine fast gerade Richtung dorthin einzuschlagen begann, wo die Station liegen mußte. Vielleicht hatte er die Absicht, dort den Fluß zu durchschwimmen, vielleicht hoffte er, in dem dichteren Unterholz in der Nähe des Stromes seinen gefährlichen Verfolgern leichter entgehen zu können.

Das Pferd, das Mac Donald ritt, war vortrefflich; trotzdem aber hatten die Hunde doch schon einen tüchtigen Vorsprung gewonnen, und da der zum äußersten getriebene Dingo eben wieder einen Bogen schlug und nach rechts hinüberzubrechen schien, lenkte Mac Donald sein Tier dorthin. Er dachte, dadurch der Hetze den Weg abzuschneiden und die Hunde wieder zu überholen. Hierbei begünstigte ihn im Anfang eine kleine, fast buschfreie Ebene, über die er sein Tier tüchtig ausgreifen lassen konnte, ein schmaler Malleyhügel lag ihm indes am Ende wieder im Wege, und er mußte sich zu dessen Gipfel mühsam Bahn brechen.

Oben angelangt, wo der Busch wieder lichter wurde, lauschte er aufs neue auf das Gebell der Hunde, nach welcher Richtung hin er sich jetzt wenden müsse, als er nicht weit von sich entfernt menschliche Stimmen zu hören glaubte. Sein erster Griff war nach den Halftern am Sattel, und einige Beruhigung gewährte es ihm, die Pistolen darin zu fühlen. Er nahm die rechte heraus, und sein Pferd der Richtung zulenkend, von woher die Stimmen noch immer herüberschallten, ritt er auf dem sandigen Boden fast geräuschlos hin und fand bald, daß ihn nur noch ein kleines Dickicht von den Redenden trennte. Wieder horchte er und glaubte jetzt die rauhen Laute von eingeborenen Schwarzen zu erkennen.

Hier mitten im dichten Busch einem Trupp dieser Burschen in die Hände zu laufen, hielt er nicht für ratsam. Allerdings konnte er seiner Berechnung nach gar nicht mehr so weit von der Station entfernt sein. Er wollte eben sein Pferd langsam seitab die sandige Schlucht entlang führen, um den Schwarzen womöglich auszuweichen, als er plötzlich den Schrei einer weiblichen Stimme hörte, der ihm das Blut in den Adern erstarren ließ.

Im nächsten Augenblick fühlte das Pferd den scharfen Sporn, als sich der ängstliche Schrei wiederholte. Wenige Sekunden später setzte der wackere Renner durch einen lichten Malleybusch und fast mitten in einen Trupp von etwa acht Schwarzen hinein, die mit einem lauten Aufschrei zur Seite fuhren. Vor ihm aber, die Hände hilfesuchend nach ihm ausgestreckt, stand Sarah, während zwei neben ihr stehende riesige Schwarze die zu Boden geworfenen Speere rasch aufgriffen.

»Sie sendet mir der liebe Gott«, rief das junge Mädchen in Todesangst – »oh, Mr. Mac Donald, führen Sie mich nach Hause.«

»Haben Sie keine Furcht, Miss Sarah«, rief ihr der junge Mann beruhigend zu. »Sind Sie zu Fuß hierhergekommen?«

»Mein Pferd hat sich losgerissen und weidet dort im Busche.«

»He, alter Bursche«, wandte sich der Reiter, der sah, daß er hier eben zur rechten Zeit gekommen sei, an einen der am grimmigsten aussehenden Wilden, »hol' das Pferd da drüben und bring' es her. Rasch! verstehst du mich?«

Der Schwarze sah verblüfft zu dem weißen Mann auf, von dem er nicht erwartet hatte, in der eigenen Sprache angeredet zu werden, rührte aber kein Glied, und faßte den Speer, den er in der Hand hielt, nur noch fester.

»Du, weißer Mann«, sagte er dabei – »was tust du hier? Geh' fort, du gehörst nicht hierher.«

Mac Donald wäre gern von seinem Pferde gesprungen, um Sarah hinaufzuhelfen und sie so rasch wie möglich der Gefahr zu entrücken. Es war ihm aber bekannt, daß er sich dadurch eines großen Vorteils über die Schwarzen begeben hätte, die dann ihre Speere auf ihn und Sarah ungestraft schleudern und rasch in die Büsche entkommen konnten. Der Widerstand eines der Rädelsführer verriet außerdem nur zu deutlich, daß die Schwarzen noch Unterstützung in der Nähe wußten und vielleicht einen starken Stamm oder Trupp gar nicht weit im Busche lagern hatten, denn zu den Stationsschwarzen gehörten sie nicht. Ohne deshalb weiter ein Wort zu verlieren, nahm er die rechte Sattelpistole aus dem Halfter, spannte den Hahn und richtete den Lauf gerade auf die Brust des Schwarzen, der im Anfang eine Bewegung machte, als ob er zurückweichen wollte, aber doch der gefürchteten Waffe standhielt.

»Jetzt höre!« sagte ruhig Mac Donald. »Du weißt, was ich in der Hand halte. Ein Druck meines Fingers, und ich schicke dir den »kurzen Speer« mitten durch die »Butter«, daß die wilden Hunde deine Knochen nagen sollen. Und dies, hier«, fuhr er fort, indem er die zweite Pistole halb heraushob und wieder zurückfallen ließ, »ist für den nächsten Schurken, der nur einen Speer zum Werfen hebt. Finde ich, wenn ich zurückkomme, das Pferd nicht auf der alten Stelle, so hetzen wir euren ganzen Stamm in den Murray und füttern die Fische damit.«

Die Schwarzen standen noch ratlos, als Mac Donald Sarah zurief, keinen Augenblick Zeit zu versäumen, sondern seinen Steigbügelriemen anzufassen und neben dem Pferde herzugehen. Sie tat, wie ihr befohlen, und Mac Donald führte mit leichtem Schenkeldruck sein Tier langsam der nächsten kleinen Ebene zu. Die gespannte Pistole in der Hand, beobachtete er zu gleicher Zeit auf das sorgfältigste die Bewegungen der zurückbleibenden Feinde, bis er diese zusammentreten, eifrig ihre Speere schwingen und hastig miteinander reden sah. Sie hatten indessen etwa hundert Schritt Vorsprung vor ihnen gewonnen.

»Sie werden uns folgen«, flüsterte er Sarah zu, »aber die schwarzen Schufte haben den günstigen Augenblick versäumt. Geben Sie mir Ihre Hand, und setzen Sie den rechten Fuß auf den meinen – hier von der Wurzel aus können Sie leicht herauf. – Sie merken, was wir wollen – rasch, um Gottes willen, oder es wird zu spät!«

Sarah war ein echtes Kind der Wildnis und im Sattel zu Hause. Ohne Säumen setzte sie ihren Fuß auf den des Reiters und schwang sich vor ihn in den Sattel. Mit wildem Geschrei sprangen in diesem Augenblick die Schwarzen, die durch die beabsichtigte Flucht neuen Mut bekamen, heran; das wackere Tier aber fühlte kaum den Sporn, als es mit seiner Last im flüchtigen Laufe dahinsauste. Einige nachgeschleuderte Speere fielen viel zu kurz, und Mac Donald wußte sich mit seiner schönen Bürde bald in Sicherheit.

Sarah gab ihm dabei den kürzesten Weg an, den er zu reiten hatte, und erzählte ihm nun unterwegs in flüchtigen Worten, daß sie, allerdings etwas leichtsinnig, aber keine Gefahr fürchtend, hinausgeritten sei, dem Vater entgegen – wie sie das schon so oft getan hatte. Weiter in den Busch hinein habe sie sich nicht getraut, und sei dort auf jener Stelle abgestiegen, wo sie die ganze Ebene überschauen konnte, als sie sich plötzlich von den Schwarzen umringt gesehen habe, die immer dreister geworden wären, bis er, gerade zur rechten Zeit, zu ihrer Hilfe erschienen sei.

Mac Donald erwiderte kein Wort. Schweigend hielt er das junge Mädchen mit dem rechten Arm umfaßt, bis sie, außer jeder Gefahr, von den Wilden wieder eingeholt zu werden, die Umzäunung der Station erkennen konnten. Dann hielt er sein Pferd an, schwang sich aus dem Sattel, und schritt, das Pferd am Zügel nehmend, langsam neben ihr her, bis sie das nicht mehr ferne Haus erreichten.

»Hallo, Mac Donald, wo haben Sie Ihre Lunte?« rief Mr. Powell, der schon kurze Zeit vor den beiden jungen Leuten von einer andern Richtung her eingetroffen war, dem Gaste lachend zu, während er ihm die dem erlegten Dingo abgenommene Siegestrophäe entgegenhielt – »und wie kommt denn Sarah auf Ihr Pferd?«

»Vater«, nahm aber da Sarah seine Verteidigung auf, »wenn Mr. Mac Donald seine Jagd versäumt hat, trägt nicht er, sondern ich die Schuld. Er traf mich gerade zur rechten Zeit, um mir eine, vielleicht zu harte Strafe meines Leichtsinns zu ersparen.«

»Ich traf Fräulein Sarah in der Nähe von Schwarzen«, sagte Mac Donald, »und bot ihr meine Begleitung an.«

»Schwarze? – alle Wetter«, rief Mr. Powell, »so scheinen die schwarzen Halunken doch in der Nähe herumzustreifen!«

»In der Nähe von Schwarzen?« wiederholte aber auch Sarah erstaunt – »aus ihren Händen hat er mich errettet!«

»Ist es möglich?« rief der Vater, erschreckt auffahrend – »da soll ihnen doch der Böse das Licht halten, wenn sie sich unterstehen –«

»Sorgen Sie sich nicht deshalb«, sagte Mac Donald. »Ein paar übermütige Burschen von irgendeinem umherstreifenden Stamme haben allerdings gewagt, das Fräulein aufzuhalten, und warfen, als wir weit genug waren, um nicht mehr von ihnen erreicht zu werden, ein paar Speere hinter uns her. Das Pferd soll aber noch heute abend oder spätestens morgen früh wieder in Ihren Händen sein. Ich werde augenblicklich einen der hier lagernden Burschen danach ausschicken und bin fest überzeugt, daß er es ohne weiteres zurückbringt.«

Ohne eine Antwort abzuwarten, verließ er die beiden und schritt rasch dem Lager der Schwarzen zu. Mr. Powell ließ sich unterdessen den ganzen Vorfall ausführlich von der Tochter erzählen und schien nicht übel Lust zu haben, seine Leute noch heute abend aufzubieten und die frechen Gesellen zu züchtigen. Der Abend war jedoch so weit vorgerückt, daß sich das als unausführbar erwies. Für den nächsten Morgen wurde indes eine Erkundung beschlossen.

Frau Powell erschrak über die Nachricht, und fürchtete schon aus einem Zusammentreffen mit den rachsüchtigen Eingeborenen Gefahr für ihre Familie. Um so viel mehr fühlte sie sich aber auch dem jungen Fremden zu Dank verpflichtet und konnte die Zeit kaum erwarten, bis er nach Hause zurückkehren würde.

Darin sollte sie sich indes heute abend wenigstens getäuscht sehen, denn als die Familie wohl schon eine Viertelstunde mit dem Abendbrot auf ihn gewartet hatte, ließ er sich plötzlich durch den Stockkeeper entschuldigen. Er war selbst mit einem der Schwarzen, und zwar zu Fuß, wieder in den Busch gegangen, um nicht allein das Pferd wieder aufzufinden, sondern auch das Feuer der lagernden Eingeborenen aufzusuchen und zu erfahren, wie stark diese seien und ob wirklich Gefahr von ihnen zu fürchten wäre. Mr. Bale schüttelte allerdings den Kopf über den tollkühnen Marsch bei Nacht mit einem von der ›nichtsnutzigen, verräterischen Bande‹; meinte aber, Mac Donald sehe gerade nicht so aus, als ob er leicht zu Schaden käme, und der morgende Tag würde ihn wohl gesund und munter wieder zurückbringen.

Mr. Powell war ebenfalls nicht mit diesem allzu kecken Wagnis des Gastes, der den Wald nicht einmal genau kannte und sich fast ganz auf seinen schwarzen Führer verlassen mußte, zufrieden, sprach sich aber nicht darüber aus, da sich die Frauen schon ohnedies genug zu ängstigen schienen, und beauftragte nur Mr. Bale, am nächsten Morgen die Leute bewaffnet bereit zu halten und wenigstens den nächsten Busch zu säubern.

Mit Tagesanbruch begannen auch die Vorbereitungen hierzu, und Sarah war am Morgen noch allein im Frühstückszimmer beschäftigt, um den Tisch zu decken, als die Tür plötzlich aufging und Mac Donald ihr grüßend entgegentrat. Er sah bleich und ernst aus, und auf die freundlichen Worte, die sie zu ihm sprach, antwortete er fast nur mit einem leisen, wie wehmütigen Lächeln, daß es das Herz des Mädchens wie in der Ahnung eines ihr drohenden Unheils zusammenpreßte.

»Und wissen Sie, daß Sie uns gestern abend durch Ihren tollkühnen Streifzug noch rechte Sorge bereitet haben?« sagte sie endlich mit freundlichem Vorwurf.

»Das täte mir unendlich leid«, erwiderte Mac Donald, »denn gerade das Gegenteil hatte ich dadurch bezweckt. Ich wollte Sie einer Sorge überheben und mir zugleich Gewißheit verschaffen, wie zahlreich der hier lagernde Stamm etwa sein möchte. Ich kann Ihnen jetzt auch die beruhigende Versicherung geben, daß Sie für Ihre Sicherheit wohl nichts zu fürchten haben. – Ihr Pferd ist wieder da.«

»Erstaunt war ich gestern«, sagte errötend Sarah, »über Ihre genaue Bekanntschaft mit ihrer Sprache – so erstaunt und auch wohl erschreckt über das Ganze, daß ich – daß ich Ihnen noch nicht einmal so herzlich für Ihre freundliche Hilfe gedankt habe«.

»Miss Sarah!« erwiderte mit tiefer Bewegung der junge Mann, »die Erinnerung an den kleinen Dienst, den ich glücklich genug war, Ihnen leisten zu können, wird stets ein Lichtblick in meinem an Freuden eben nicht reichen Leben sein. Lassen Sie mich das wenigstens mit mir hinausnehmen in die kalte, freundlose Welt, und bewahren auch Sie mir ein Plätzchen in Ihrem Herzen.«

»Sie wollen uns wieder verlassen?« rief Sarah erschrocken.

»Heute morgen noch«, sagte Mac Donald bestimmt. – »Ich darf nicht bleiben – fürchte sogar«, setzte er leiser hinzu – »daß ich schon zu lange geblieben bin.«

»Und was treibt Sie?« bat Sarah, und mußte sich Mühe geben, bei der Frage ruhig zu bleiben. »Mein Vater hat Sie gern – er wird alles aufbieten, Sie in unserer Nachbarschaft zu halten, und – ist es recht, seine Freunde aufzusuchen, sie zu ewigem Dank zu verpflichten, und sie dann plötzlich wieder zu verlassen? Wenn ich Sie nun recht schön bitte, daß Sie – nur noch auf kurze Zeit – in unserer Nähe blieben?«

»Oh, tun Sie das nicht, Miss Sarah«, bat Mac Donald – »ich könnte der Bitte vielleicht nicht widerstehen.«

»Dann richte ich sie in vollem Ernst an Sie«, rief Sarah, während das verräterische Blut ihre Wangen und Stirn noch höher färbte – »und Vater und Mutter wird sie unterstützen.«

»Was, mein Kind?« rief der Vater, der in diesem Augenblick die Tür öffnete und mit seiner Frau eintrat – »was habt ihr beiden zusammen?«

»Mr. Mac Donald wollte uns heute wieder verlassen, und in der Bitte, noch länger bei uns zu bleiben, solltet ihr mich unterstützen.«

»Und das von Herzen gern«, rief Mr. Powell. »Lieber Freund, Sie dürfen unter keiner Bedingung daran denken, unsere Station so rasch wieder zu verlassen. Wollten Sie sich denn nicht hier in der Nähe einen Weidegrund suchen?«

»Und unserem Dank für die Rettung des lieben Kindes weichen Sie fast geflissentlich aus«, rief Mrs. Powell, des Fremden Hand ergreifend und herzlich drückend.

»Ich bleibe«, rief da Mac Donald plötzlich, aber mit einem Ausdruck, als ob er sein eigenes Todesurteil spräche. »Bleibe wenigstens noch für einige Zeit, um Ihnen zu beweisen, wie gern ich Ihre Gastfreundschaft in Anspruch nehme.«

»Aber ich will nicht hoffen, daß Sie uns dadurch ein Opfer bringen«, rief Mr. Powell rasch, denn es entging ihm nicht, daß sich der Gast in einer besonderen Art von Aufregung befand. »Sie dürfen Ihre eigenen Geschäfte nicht dabei versäumen und müssen bedenken, daß wir armen Buschmenschen uns mit aller Zähigkeit an jeden anklammern, den wir liebgewinnen und in unsere Nähe bannen können. Sie mögen sich nach Wochen und Monaten deshalb auch auf denselben Widerstand gefaßt machen, Sie fortzulassen, wie wir ihn heute alle miteinander gezeigt haben.«

»Daß Sie es nie bereuen mögen, ist mein innigster Wunsch«, sagte Mac Donald, die gebotene Hand nehmend und herzlich schüttelnd.

»Und nun zum Frühstück, Kinder«, bat die Mutter. »Wo bleibt denn nur Lisbeth, und Bill und Ned und Georg? Herein mit euch, der Tee wird kalt und das Fett gerinnt auf der Schüssel.«

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