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Stillleben auf Sylt

Julius Rodenberg: Stillleben auf Sylt - Kapitel 5
Quellenangabe
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typereport
authorJulius Rodenberg
titleStillleben auf Sylt
publisherVerlag Schuster
printrunDritte vermehrte Auflage
year1979
firstpub1876
isbn3-7963-0163-0
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
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III.

Am 16. August.

Das Nordseebad Westerland besteht jetzt drei Jahre. Es will mir nicht einleuchten, warum man erst vor drei Jahren auf den Gedanken kam, hier zu baden. Der Strand an der ganzen Küste hinauf ist vortrefflich; er senkt sich flach und bequem und der Grund ist weicher Sand- und Muschelboden. Das Wasser kann nicht besser und kräftiger sein; hier rollt die breite Woge des Nordmeeres heran, von keiner Insel mehr gehemmt, von keinem letzten Ausläufer des Landes eingezwängt, nur die Sandbänke, die vor unserem Strande liegen, zerreißen ihre ruhige Fläche, und schaumspritzend, in immerwährender Brandung stürzt sie sich auf den Sand, wo wir sie erwarten. Dieses heilkräftige Wellenspiel ist vom Winde nicht abhängig; die See kann blau sein und sonnig vom goldenen Morgen schimmern, ohne daß der Wogenbruch fehlt, der dann wie ein silberner, vielfach gewundener Streif den Biegungen der Küste folgt. Wenn nun aber dunkles Gewölk die Fernsicht beschränkt, wenn der Regen über dem dumpfen Meere steht und der westliche Wind in die trübe Masse von Nebel und Wasser braust: dann scheint die Brandung zu rauchen, wirbelnd überstürzt eine Welle die andere, der aufgewühlte Boden mischt seine röthlichen Bestandtheile mit dem dunkelgrünen Schaume und ein donnerartiges Getöse den Strand entlang verkündet die schwere See. Dann halten wir uns an Seilen, die weiter oben an den Dünen ankerfest gemacht sind, und indem wir, an's Festland gekettet, in den rasch verdunstenden Schaum tauchen, überschauen wir nicht die nächste Welle und bedenken kaum, welcher Schrecken, welch' unsägliche Gefahr hinter den Bänken lauert, von denen sie herantobt.

Wehe dem Fahrzeuge, das in diese Brandung geräth! Wir aber holen uns, dicht aus der Nähe des gräßlichen Todes, neue Kraft, dem Leben zu trotzen; und nicht zwanzig Schritte vom schauerlichsten Grabe, neue Lust, es zu genießen. Und wie herrlich ist die Luft, die uns umwettert, wie rein ist sie, wie kühl – wie weitet sich die ganze Brust, indem sie die köstliche Frische in sich athmet. Man geht ihr entgegen, man glaubt sie umfassen, umarmen zu können. Man sitzt einsam mit ihr auf den Hügeln, sie zieht dahin, ewig neugeboren, und sie flüstert uns schöne Erzählungen in die lauschende Seele, tausend süße Stimmen nimmt sie an, die alle von Liebe und Leben, und Hoffnung und Glück sprechen.

So ist das Seebad von Westerland. Wessen Seele nicht gewohnt ist, die luftigen Pfade zu wandeln, die der Scheidestrahl des sinkenden Tages in's Wasser und weit hinaus zeichnet, der wird sich unglücklich fühlen an diesen Küsten. Wer es nicht vergessen kann, daß jenseits der Gewässer eine Welt liegt, voll zweifelhafter Freuden, voll halber Genüsse, voll unbefriedigter Wünsche, was könnte der hier suchen, auf der entlegensten Insel, die nichts hat als ihr Meer, ihre Haide, ihre strohgedeckten Hütten und ihre schuldlosen Bewohner? Haben wir doch kaum eine Zeitung, die uns Kunde gäbe von dem wirren Laufe der Dinge da draußen, und selten nur kommt der alte Postbote von Keitum mit einem Briefe, der uns erinnert, daß es noch hier und da im Weltall ein Herz giebt, das wir lieben oder verehren dürfen. Die Verbindung mit dem Festland ist mangelhaft und höchst unregelmäßig; von den beiden Dampfschiffen, die den Dienst besorgen sollen, bleibt bald das eine und bald das andere aus. Will man mit einem Segelboote fahren, so muß günstiger Wind abgewartet werden, und nicht selten, mitten in der Reise, schlägt er um, und das Boot muß liegen bleiben oder zurückkehren. Was uns ein neuer Reiz zu sein scheint, ist es nicht für Alle.

Dazu ist das Badeleben höchst monoton. Keine Musik, kein Tanz, keine Gesellschaften; soll etwas dergleichen veranstaltet werden, so müssen die Mittel dazu erst mühsam und mit großem Aufwand vom Lande herbeigeschafft werden. Man wohnt in den beschränkten Räumen, welche die Insulaner mit den Badegästen theilen. Ein kleines Stübchen mit weißer Kalkwand, nicht größer, als daß ein Bett, ein Tisch, ein paar Stühle, vielleicht noch ein Sopha mit Haartuch überzogen, darin Platz finden können, ist unser Quartier. Nicht jeder findet Ersatz darin, daß er mit den besten der Menschen, mit den ehrlichsten und gütigsten Wand an Wand unter einem Strohdach wohnt; daß mit dem Wenigen, was ihm gewährt wird, stets das Gefühl verbunden ist, als sei er ein Gast und kein bezahlender Fremder, dem man es gewährt, und daß die größte Reinlichkeit im Aeußern die Lauterkeit des Innern überall begleitet.

Von Essen und Trinken ist auch nicht viel zu sagen. Wir müssen an der Genügsamkeit, die uns umgiebt, Theil nehmen. Wir leben zwar am Meere, aber diesseits der Brandung halten sich keine Fische, und jenseits derselben fangen sie die Blankeneser uns weg. Wir schmachten nach Fischen, aber wir müssen uns an Entsagung gewöhnen. Dicht vor der Nordspitze unserer Insel liegen die berühmten Austernbänke, aber der Fang wird erst beginnen, wenn wir jene längst verlassen haben. Nirgends werden mehr Krick-Enten gejagt, als in der Vogelkoje zwischen Wenningstädt und List auf Sylt; aber sie streichen erst, wenn die Westwinde des September wehen. Und werden wir diese Winde nicht durch die dürren Linden von Berlin rauschen hören? Wir stehen, wie Tantalus, bis an's Kinn im Wasser, und können nicht trinken; wir sehen, wie Tantalus, Zweige mit goldenen Früchten über uns hangen, und können sie nicht erhaschen. O, zahlreich und bemerkenswerth sind die Lehren, die uns die Tage von Sylt hinterlassen!

Am Empfindlichsten von Allem sind die Mängel, die uns beim Aufenthalt am Strande begegnen. Erstlich ist das Baden bei Ebbezeit einigermaßen beschwerlich; die Badehäuschen, in denen man sich entkleidet, stehen alsdann so weit vom Wasser, daß man oft zwei Minuten über den Sand und durch die kalte Luft, zuweilen im Regen, laufen muß, ehe man die äußerste Welle fängt. Die Westerländer sagen, es sei wegen der meistentheils sehr schweren Fluth unthunlich, die Bretterbuden näher zu bringen, und wegen des weichenden Sandes unmöglich, sie auf Räder zu stellen. Dieser weiche Sand ist eine zweite Mißlichkeit. Man sinkt oft bis an die Knöchel in den feuchten Kies, wenn man am Strande lustwandelt, und eine Promenade, die nicht länger als ein Stündchen zu währen braucht, macht todtmüde. Für Erfrischung nach solchen Touren ist allerdings zur Noth gesorgt; ein paar Leinenzelte sind in den Schutz eines Dünenhügels aufgestellt. Aber gering ist der Comfort, der uns auf den Holzbänken derselben erwartet, und geringer noch die Auswahl dessen, was der Wirth gegen Hunger und Durst in Bereitschaft hat. Auch nicht für Alle wird der Ausblick befriedigend sein, den man von dieser Ruhestatt gegen das breite Meer hat. Kein Schiff mit dem Fernglas zu finden – kein Segel, noch so fern, zu entdecken. Leblos für Jeden, der in der unendlichen Eintönigkeit der wogenden Fläche, in dem ruhigen Wandel von Schatten und Licht nicht die ewige Nahrung alles Lebendigen zu erblicken vermag, liegt die See vor Sylt; und nur selten erblickt man ein Fischerboot von anderen Küsten, das bei östlichem Winde vorbeitreibt.

Es ist nicht Jedermanns Sache, die Natur zu belauschen, die oft am Gewaltigsten redet, wo sie am Tiefsten zu schweigen scheint; was mir den Eindruck dieser Insel vollendet, daß nämlich auch ihre See so einsam, so traurig ist, das wird Andere noch mehr verstimmen. Was kümmert es sie, daß diese See den Gesang des Untergangs singt? Daß die Welle, indem sie heranbraust, einen Fuß breit Erde nach dem andern fortreißt, die Dünenwälle zurückschiebt, und zuletzt die ganze Insel und ihre Bewohner hinunterspülen wird, wie es deren Voreltern und die Stadt, die Dörfer und die Wälder hinuntergespült hat, in denen sie einst wohnten? Werden sie sich geneigt fühlen, die kleinen Züge sorgsam zu belauschen, in denen sich das Wesen eines Volkes offenbart – werden sie sein häusliches Leben beobachten mit seinen unbedeutenden Sorgen, die nicht über den Viehstall und die Weide hinausgehen – oder die abenteuerlichen Wege der seefahrenden Jugend verfolgen, die sich nicht selten in Sturm, Schiffbruch und Tod an fernen, unwirthbaren Küsten traurig verlieren? Werden sie so viel Geduld haben, um die Sagen und alten Geschichten anzuhören? Die Thinghöhen besteigen – auf den Bramhügeln im brütenden Mittags-Sonnenschein träumen? Werden sie in stillem Versunkensein die unscheinbaren Erlebnisse des Tages zusammentragen und aneinanderreihen, aus denen sich zuletzt das Bild dieser Insel und dieses Volkes herstellt – klein, anspruchslos aber ehrwürdig und voll jener süßen Farben, die das Auge besänftigen, voll jener Töne des Friedens, die man im Leben oft bange sucht, ohne zu wissen, wo man sie finden soll? Werden Viele zu solch' verlorenem Thun gestimmt sein? Ich fürchte, nicht Viele.

Zu den geschilderten Uebelständen des Strandes gesellt sich noch dieser, daß die Häuser des Dorfes weit ab von ihm liegen; zehn Minuten die nächsten, bis auf zwanzig Minuten und darüber die entfernteren. Weite Strecken durch struppig Dünengras und aufgehäuften Sand und beschwerlich zu wandeln für Reifröcke und pariser Stiefelchen! Es ist schlechte Gelegenheit auf Sylt für Toilette; fast jede Bequemlichkeit, an die uns Andern das Leben gewöhnt hat, hört hier auf. Johanne, die Nähterin, ist die Einzige, die mit der Nadel umzugehen weiß; die Wäscherin hält kein Wort, der Schuster fühlt sich gekränkt, wenn man ihn rufen läßt. Wer seiner bedarf, soll zu ihm kommen. Endlich hat sich ein Barbier gefunden. Er ist ein Cigarrenmacher und wohnt in Keitum, eine halbe Stunde von hier. Außerdem ist er Kellner in der Dünenhalle. Wenn sein großes, grelles Augenpaar über mir ruht, glaube ich in ein Paar Feuerräder oder ein Paar Katzenaugen, die im Dunkeln leuchten, zu sehen; und sein gelber struppiger Bart erinnert mich an die Moosbüschel einer alten Austernschale. Er heißt Breuer, aber so nennt ihn Niemand; Einige nennen ihn Leporello, Andere Rinaldo, und er hört auf beide Namen.

Ein Modebad ist Westerland nicht und wird es, nach den angedeuteten Uebelständen, die zu sehr in der Natur und Beschaffenheit der Insel und des Strandes liegen, auch schwerlich werden. Das dänische Gouvernement scheint nicht geneigt, das junge Bad zu protegiren, obwol es auch seinem Emporkommen eben Nichts in den Weg legt; und nicht einmal sind alle Sylter sehr für dasselbe eingenommen. Viele von den Einsichtigen fürchten den demoralisirenden Einfluß, den die Leichtigkeit des neuen Gelderwerbs und der Besuch der verderbteren Städtebewohner ausüben könne; von einem Capitain, der, reich und bejahrt nach vielfältigen Seereisen zurückgekehrt, sich das schönste von den jungen Mädchen der Heimathinsel zur Frau nahm, mit der er jetzt in behaglicher Zurückgezogenheit in einem großen Steinhause an der Küste wohnt, sagt man, er habe sich der Einrichtung des Seebades ganz besonders widersetzt, weil er von den jungen Müssiggängern, die sich dort versammeln würden, Gefahr und Nachstellungen für seine Frau besorgt habe. Das Gottesfürchtigste aber, was wir in dieser Hinsicht gehört haben, ist ein Wunsch, welchen C. J. Clement, der von seiner kleinen Heimathinsel aus so große und durch ihre Forschungen bedeutende Reisen nach Schottland und Irland gemacht, irgendwo in seinen Schriften allen Ernstes ausspricht: »Der Allmächtige braucht nur einen einzigen Haifisch in die Binnengewässer der Friesen zu lassen (denn außen vor giebt es genug von diesen Fischen!) so wird bald kein Bad mehr bei den Inselfriesen sein« ...

Der Besuch von Westerland wird von Jahr zu Jahr wachsen; aber ein Bad für die große und fashionable Welt wird es nicht werden. Es werden Leute hierherkommen, die wie wir, Sehnsucht haben nach der Stille, in der die erschütterten Saiten ihres Innern endlich einmal austönen können; Leute, die dem bunten, flüchtigen Tand entfliehen wollen, anstatt ihn aufzusuchen, die wieder einmal auf kurze Zeit – da ihnen längere nicht gegönnt ist – in die kunstlos einfachen, die natürlichen Bedingungen des Lebens zurückkehren möchten, aus denen sie hervorgegangen sind, die Einen mit, die Andern ohne Schuld.

Mein einziger Umgang unter den hiesigen Badegästen ist ein Müller aus Mecklenburg und ein Wattenfabrikant aus Westfalen. Die guten Leute wissen nicht, wie sie hierhergekommen sind; ich weiß es auch nicht. Aber es thut mir wohl, von Mehl und Watten und Packeseln und Kleinstädtern sprechen zu hören; ich fühle mich in die Sphäre und die Räume meiner Kindheit zurückversetzt, und das vollendet das Glück und den Frieden, dessen ich hier vollauf genieße.

Unser Lebenslauf ist höchst einfach und ein Tagewerk gleicht dem andern. Wir stehen in früher Morgenstunde auf, und noch halbwarm vom Schlummer und Traum der Nacht stürzen wir uns in den Schaum des Meeres und fühlen uns mit Eins gekühlt und gestärkt. Dann gehen wir den Strand entlang und sehen, was die letzte Fluth gebracht hat. Etwas Tuul, – jene schwarzen Torfreste der Wälder von Altsylt – pflegt jedesmal da zu sein. Auch an Quallen fehlt es nicht: blaue Mollusken mit schönen, bunten Rändern. Manche Fluth wirft Tausende zugleich aus; es ist schwer, diesen weichen Klumpen beim Gehen auszuweichen, oft sogar beim Baden schlägt eine Welle sie heran und man fühlt noch lange ein Brennen an dem Fleck, wo das giftige Halbthier gesessen. Bunte Muscheln, zarte Kiesel liegen vor uns ausgestreut. Einjährige Möven, an den grauen Flügeldecken zu erkennen, spazieren durch das stehengebliebene Wasser in den Strandrinnen; weiße Möven schweben in breitem Fluge aus den Dünennestern dem Meere zu und noch lange bleibt ihre Schaar wie eine Silberflocke über der blauen Tiefe sichtbar. Auch der Strandläufer stelzt zuweilen eilfertig an uns vorbei; aber der Sand, der unter unsern Tritten knirscht, scheucht ihn auf und seewärts fliegt er. Je nach dem Winde und der Richtung des Fluthstroms finden sich Pflanzen aus den verschiedenen Regionen und Distrikten des Meergrundes. Schwarze, traurige Gewächse, oder braune und zäh wie Leder, mit langen Fäden, harten Glocken und verworrenen Büscheln, an denen Sand klebt. Aufgeplatzte Rocheneier – lederartig und mit Spitzen versehen – hängen dazwischen. Die röthlichen Schalen der Hummer und des Seekrebses brechen unter unseren Sohlen. In einer vom Seewasser gewühlten Grube liegt ein todter Kabeljau, und die Möven und Wasserspinnen halten ihr Fest an ihm. Ein schwarzes Brett treibt auf dem Wasser; die eine Welle schleppt es heran, die andere schwemmt es zurück. Zuletzt liegt es schaumtriefend im Sande fest. Es ist eine Schiffsplanke. Wer sagt mir, woher sie kommt? Wie lange sie schon in dem Meere getrieben? Wer sagt mir, ob nicht ein Mensch an ihr bis zum Letzten gehängt, und sie fahren ließ und niederging? Das Brett schweigt. Es liegt im Sande fest. Einen Holznagel treibe ich aus der Fuge und trage ihn zum Andenken mit mir. Kein menschliches Wesen außer mir ist am Strande; ganz ferne in der blendenden Helligkeit des weißen Sandes und der Morgensonne wird ein schwarzer Punkt sichtbar, der sich zu bewegen scheint. Es ist der Strandvogt, der die Runde macht.

Nun ist es Frühstückszeit und über die Dünen gehe ich zurück. Mein Haus ist das erste unter den Dünen. Brigitte hat den Tisch mit einem sauberen Leinen bedeckt, der Kaffee ist fertig, Brod, Butter und Eier sind da, und die beste Milch. Eine Kerze steht zum Anzünden bereit; daneben liegt die frische Thonpfeife mit der Siegellackspitze und in einem bunten Schälchen holländischer Rauchtabak. Welch eine Lust, wenn die bläulichen Duftwolken emporkräuseln! Wenn das Meer von Ferne rauscht; durch das eine, halboffene Fensterchen die Morgensonne, die Morgenluft strömt; wenn der Blick auf die ruhige Haide geht, mit einigen Schafen, hier und da, mit werdenden Kühen und einem oder zwei sylter Mädchen, die fern auf den Fußsteigen durch die Wiesen schreiten. Alles ist lautlos, Alles ist still; auf dem weichen Rasenboden ist kein Tritt zu hören. Nur Meeresrauschen, Windesrauschen, das Blöken des Schafes, der Ruf der Kuh, das Gackern der Hühner – Nichts vernehmbar, als die Haushaltstimmen der Natur. So ist auch der Wandel meiner Jungfer Brigitte. Ich höre sie nicht, ich sehe sie selten; entweder ist sie bei den Kühen oder bei den Schafen, oder sie sitzt in ihrem Kämmerchen – dabei aber habe ich das Walten gütiger und unermüdlicher Sorgfalt nie naher und wohlthuender empfunden. – Wenn der Rest des holländischen Tabaks verdampft worden, begeben wir uns wiederum an den Strand; im leichten Leinenrock mit flatterndem Halstuch, mit bequemen Schuhen. Wir könnten hier im Schlafrock und in Pantoffeln gehen und thun es ab und an. Wir setzen uns auf die Bank am Strande zu Paulsen, dem Badewärter.

Paulsen ist sechsundzwanzig Jahre in der Fremde gewesen; er hat amerikanische Schiffe zehn Jahre als Capitain geführt. Bevor er im sechsten Jahre seiner Reise Sylt verließ, verheirathete er sich. Er sah seine Frau darauf zwanzig Jahre nicht wieder. Er kam nach Newyork, wurde krank, in's Lazareth gebracht und war dem Tode nahe. In solchen Lagen glaubt der Seemann an ein Mittel, das entweder rasch zum Ende oder zur Genesung führt: er muß auf's Schiff und auf See. Paulsen entfloh mit Hilfe eines Kameraden und kam auf einen Westindienfahrer. Der Capitain entdeckte den Kranken, als es zu spät war, ihn auszusetzen. Paulsen verstand keinen Menschen an Bord. Paulsen ward von Keinem verstanden. Sie sprachen Portugiesisch. Aber er genas und kam glücklich in der Havanna an. Vier Jahre später sprach er Portugiesisch und Englisch und hatte ein eigenes Schiff, das er zehn Jahre lang führte. Die letzten sechs Jahre seines abenteuerlichen Lebens war er Goldgräber in Kalifornien. Hier sammelte er ungeheure Reichthümer, baute Häuser, ließ Dampfmaschinen errichten und trieb die Goldgräberei in's Große. Hier traf er auch den täppischen Mommsen, einen armen Schlucker von Landsmann, dem es in der Fremde gar nicht recht gelingen wollte und der es zuletzt nach mancherlei Fahrten im Goldlande zum – Nachtwächter von Sacramento-Stadt gebracht hatte. Diesen nahm Paulsen in seine Dienste und als Beide endlich, jeder nach seiner Meinung, Geld genug hatten, da machten sie sich auf ein Schiff, das nach Liverpool abging, litten an der irischen Küste Schiffbruch, verloren all' ihr Geld und retteten kaum das nackte Leben. Und als sie bettelarm auf Sylt ankamen, da fand Paulsen seine Frau wieder und einen Jungen obendrein von 19, 20 Jahren, der sein Sohn war und den er noch nie gesehen. Und als vor drei Jahren das Seebad zu Westerland eingerichtet wurde, da machte man Paulsen, den Schiffscapitain von Newyork und Goldgräber, zum Badewärter, und Mommsen, den Nachtwächter von Sacramento, zu seinem Gehilfen. Und so sitzen wir hier auf der Bank am Strande zwischen Beiden. Paulsen mit seiner blaugestreiften Jacke, seiner weiten Hose, seinem breiten Strohhut sieht aus wie ein Yankee und singt, wenn er sich unbelauscht meint: »Yankee Doodle went to town, to buy a pair of trowsers«... und mit einem schwermüthigen Blicke über das weite Wasser gen Westen sagt er, daß er gerne wieder nach Amerika ginge, wenn sein Weib nur wollte. Aber sein Weib sei wie alle Sylterinnen und könne sich von dieser armseligen Insel nicht trennen. Mommsen, der Gehilfe jedoch mag nichts mehr von Amerika hören; mit seinem Friesrock und der Mütze, tief über den Hinterkopf gezogen, sitzt er da und wundert sich über Alles, was er sieht; über den Rock, den ein fremder Herr trägt, über einen Regenschirm, über die Badekarren, am meisten über seine eignen Stiefel, die er oft stundenlang ansieht.

Gegen Mittag verlassen die beiden den Strand, und es ist Zeit, daß auch wir uns auf den Weg zur Dünenhalle und zu Meister Steffens begeben. Meister Steffens ist kein geborner Sylter, aber sein Beruf hat ihn naturalisirt. Er ist der Wirth von Westerland und die »Dünenhalle« ist sein Herrschaftsgebiet. Meister Steffens ist ein kurzer, dicker Mann, der sich jetzt, in seinem sechszigsten Jahre, zum erstenmale den Schnurrbart stehen läßt. Er ist vermählt, hat aber keine Kinder; er arbeitet, wie er sagt, für die Menschheit. Sein Stolz ist ein dreieckiges Holzgerüst von eigener Erfindung, in welchem er Fleischkeulen aufhängt. Er kann stundenlang darunter stehen und die Schwenkungen beobachten, die sie machen, wenn der Wind sie hin- und hertreibt. Die vertrautesten seiner Gäste führt er manchmal in weihevollen Stunden zu diesem Verschlag und fordert sie auf, an dem Anblick Theil zu nehmen. Seine Freude ist der Ochsenbraten, den er Mittags auf den Tisch setzt, und den Werth desselben bemißt er nach dem Schweiße, den er vergießt, wenn er ihn zerschneidet. Sein einziger Verdruß auf Sylt und Erden ist der »Mann im Strandhotel«, der sich als zweiter Wirth seit Anfang dieses Jahres hier besetzt hat. Steffens verachtet diesen Mann, wie Moses, der Prophet vom Sinai, die Priester des Baals verachtet hat; er haßt ihn, wie Brutus den Cäsar gehaßt, und fürchtet ihn, wie Robespierre den Danton gefürchtet hat. Seine Waffen sind die Tranchirgabel und das Vorlegemesser, das er schwingt, wie ein Hüne das Schlachtschwert schwingen würde, wenn er aus einem der Gräber auferstehen könnte, die wir durch die Fenster unseres Speisesaales fern am Haiderand täglich erblicken. »Laßt ihn nur kommen, den Mann im Strandhotel«, sagt er dann knirschend und triumphirend zugleich, indem er mit der Gabel in den Braten sticht, »von ihm heißt es in der Bibel: sein Geist ist willig, aber sein Fleisch ist schwach.« – Den Abend, als ich ankam, nahm er mich am Wagen in Empfang und behauptete, er kenne mich schon recht gut, könne sich aber nicht sogleich besinnen, wo er mich gesehn. Ich konnte mich auch nicht besinnen und verlangte – hungrig wie ich von der langwierigen Fahrt durch's Wattenmeer war – nach der Speisekarte.

»Wilkens in Hamburg und Steffens auf Sylt führen keine Speisekarte; verlangen Sie, mein Herr!« – Ich verlangte ein Beefsteak.

»Das Beefsteak, mein Herr«, sagte Meister Steffens, »ist gerade alle geworden, damit kann ich für heute nicht dienen!

»Nun dann etwas Braten,« –

»Vielleicht Kalbsbraten? Oder Hammelbraten – Ochsenbraten? .... –

»Einerlei, wenn es nur Braten ist«, erwiderte ich, »und recht bald.«

Meister Steffens stand eine Weile vor mir, dem Anschein nach in tiefe Gedanken versunken; dann nahm er eine Prise und sagte: »Ja, mein Herr, Braten ist auch nicht da; ich werde aber sogleich gehen und ihnen das Beste bringen, was Küche und Keller sonst noch vermag.« Meister Steffens ging und nach einer halben Stunde stand ein Souper, bestehend aus Brod, Butter, Eiern und Käse vor mir.

Dieser Tage kamen ein paar Creolen aus der dänischen Colonie St. Thomas hier an. »Wissen Sie, was diese Creolen zu mir gesagt haben?« raunte mir Meister Steffens in's Ohr, nachdem er mich geheimnißvoll in das dunkele Billardzimmer geführt hatte. »Sie haben gesagt: Steffens, Euer Name ist in ganz Europa berühmt, wir haben von Euch schon in St. Thomas reden gehört. Nun legt eine Probe ab und zeigt uns, daß Ihr's doch besser versteht, als da drüben der Mann im Strandhotel. Da habe ich gesagt, das will ich thun, meine Herren, und habe sie in den Verschlag geführt und ihnen die Braten gezeigt, die dort hingen, und zuletzt habe ich den Creolen auf die Schulter geschlagen und gesagt: solche Ochsen, meine Herren, giebt es da drüben im Strandhotel doch wahrlich nicht! Da haben die Herren gesagt, das wäre richtig, und sie wollten mir ein schriftliches Attest darüber ausfertigen.« ...

Das ist Meister Steffens, und bei ihm verbringen wir unsere Mittage und unsere Abende. Hier sitzen wir an einem langen Tische bei drei oder vier Lichtern und trinken Thee oder Grog; die alten Schiffskapitäne kommen und erzählen von ihren Fahrten und Abenteuern, der Küster von Westerland kommt und bringt einen Collegen aus Schleswig mit, der vom Regiment des Dänen daselbst erzählt. Ich spiele Sechsundsechszig mit dem Müller, und der Watten-Fabrikant liest die neueste Nummer der Hamburger »Reform« – acht Tage alt, ehe sie zu uns kommt – und macht darauf in hoher Politik. Andere sprechen von den Hasen in den hörnumer Dünen oder von dem eisernen Hause, das man im nächsten Jahre auf Spekulation dicht am Meere bauen will.

Hier ist es auch, wo wir die Bekanntschaft von Wulff Manne Dekker machen. Wulff Manne Dekker ist unser Faktotum. Sein Bruder ist Strandinspektor, sein Vetter ist Strandvogt; seine Familie gehört zu den ältesten der seefahrenden Patricier von Sylt. Wulff Manne hat es auf See nicht weit gebracht; seine Talente sind von festländischer Beschaffenheit und die Natur hat ihn dazu bestimmt, Gottes Wege auf dem Trocknen zu wandeln. Es ist nicht leicht, eine Beschreibung dieses Mannes zu machen, da er ohne bestimmten Charakter Alles ist, ohne bestimmendes Gewerbe Alles thut, und ohne bestimmbares Interesse – Alles weiß. Auch allgegenwärtig scheint er zu sein. Die Suppe und den Braten ißt er bei Steffens, den Pudding nimmt er bei dem »Mann im Strandhotel« ein, und zwischen beiden verspricht er einem Bootsmann aus Föhr, daß er ihm zur Heimfahrt Passagiere verschaffen wolle. Die frühesten Badegäste sehen ihn am Strande, und die spätesten behaupten, ihn auch da gesehen zu haben. Nicht lange darauf aber sitzt er schon beim ersten Frühstück in Keitum, während er bei Gelegenheit des zweiten die Stelle am nösser Ufer in Augenschein nimmt, wo man ein Häuschen zum Empfang der landenden Ankömmlinge errichten will. Die Hasenjäger von Hörnum sind ihm zur Zeit des Sonnenuntergangs begegnet, und die Vergnügungs-Parthie, die von Wenningstedt heimkehrt, erzählt, daß er auf der Rampe des Leuchtthurms gestanden habe. Und wenn er des Abends an dem langen Tische in der Dünenhalle sitzt, so ist man nicht sicher, daß er im nächsten Augenblick im Strandhotel erscheint; und daß im folgenden ein Mann aus dem Strandhotel kommt, um sich zu erkundigen, ob man Wulff Manne Dekker nicht gesehen habe? Er ist der leibhaftige Ueberall und Nirgends, und es geschieht auf Sylt Nichts, bei dem er nicht zu Gevatter gestanden. Er ist der Weltmann, der den Verkehr vermittelt; er ist Eisenbahn und Telegraph zugleich. Sein Haus ist das einzige zu Westerland, welches ein Ziegeldach hat. Er versteht es, die gerühmte Biederkeit der Insulaner mit den continentalen Tugenden zu vereinen, die namentlich zur Zeit der Badesaison nicht unüblich sind. Er hat das Seebad gegründet,Um ganz correct zu sein, und das Wort zu erläutern, welches damals, im Jahre 1859, allerdings seine ominöse Nebenbedeutung noch nicht hatte, will ich Folgendes zur Entstehung und frühesten Geschichte des Seebades hinzufügen. Die erste Anregung ward im Beginn der fünfziger Jahre von einem Arzte, Dr. Roß aus Altona, gegeben. Die ersten Fremden ließen sich, in allerdings spärlicher Zahl, in den Jahren 1854 und 55 sehen, worauf sich, 1856, eine Gesellschaft von Einheimischen bildete, mit Wulff Manne Dekker an der Spitze und Steffens als Wirth. Der 29. September des Jahres 1857 kann als der eigentliche Geburtstag des Seebades gelten: Der Grundstein zur Dünenhalle wurde nach einer schönen Rede des Dr. Roß feierlich gelegt, Wulff Manne Dekker zum Director des neuen Seebades gewählt, und in die Reihe der übrigen trat Westerland auf Sylt im Jahre 1858 mit 263 Badegästen. Als ich es im folgenden Jahre, dem zweiten seines Bestehens, besuchte, standen Wulff Manne Decker und Steffens im Zenith ihrer Glorie, wiewol Ersterer schon vom Direktorat zurückgetreten war und Letzterer an dem »Mann im Strandhôtel« einen Widersacher und Concurrenten erhalten hatte. Seitdem sind die Beiden von einer jüngern Generation überholt worden, was ihr Verdienst um die Vergangenheit aber nicht schmälert (Anmerkung vom Jahre 1875.) und es fehlt nicht viel, so verspricht er dem Badegast Sturm und hohe Wellen für morgen, und günstige Witterung mit klarem Sonnenuntergang für übermorgen. Die Post bleibt aus, weil conträrer Wind das Fährschiff von Hoyer zurückhält; er verspricht, sich um die Sache zu bekümmern, und siehe da – am andern Morgen sind die Briefe da. Man beklagt sich über den sauren Wein und das dünne Bier in den Gasthäusern; acht Tage darauf hat Wulff Manne Sherry und Porter von Hamburg im Keller und seine Preiscourante bedecken die Tische aller Badegäste. In der linken Brusttasche trägt er ein Buch mit Gummilitze, auf dessen Deckel in Goldbuchstaben zu lesen ist: »Baden-Notizen.« In diesem Buche befinden sich die Fahrpläne der Eisenbahnen und Dampfschiffe der ganzen Welt; die Fluthkalender des Außenmeeres und des Binnenmeeres, die Akten über die Entstehung des hiesigen Seebades, die Reden, welche Wulff Manne bei verschiedenen Gelegenheiten gehalten hat, der Speisezettel aus dem Strandhotel, die Tanzordnung vom nicht zu Stande gekommenen Ball in der Dünenhalle, – dieses Buch gleicht dem Sack eines Professors der Magie. Alle Wünsche, die man nicht hat, werden befriedigt.

Außerdem hat Wulff Manne eine bemerkenswerthe Leidenschaft für das Anfertigen von Schriftstücken, und in der Geschwindigkeit, mit der er eines dem andern folgen läßt, übertrifft er die kühnsten Vorstellungen. Die Tische beider Wirthshäuser liegen voll von seinen Manifesten; und da er gefunden hat, daß man an beiden Orten denselben nicht immer die gebührende Achtung erweist, so hat er zwei schwarze Tafeln verfertigen lassen, an die er sie befestigt. Es erscheint ein gedrucktes Verzeichnis der hier weilenden Fremden. Wulff Manne kann jedoch nicht umhin, es zweimal abzuschreiben und so an die schwarze Tafel zu nageln. In jeder Badekammer hängt ein gedrucktes Register über Ebbe und Fluth. Wulff Manne händigt es seinen Freunden noch einmal geschrieben ein. Es kommt kein Dampfschiff, es geht keines ab, ohne daß Wulff Manne es nicht schriftlich verkündigte, obgleich es Alle auf den Fahrplänen schon vorher gedruckt gelesen haben. Seine Erlasse, Bekanntmachungen und Aufforderungen vermischten Inhalts haben weder Zahl, noch Ziel, noch Grenze. Eine noch größere Leidenschaft womöglich als für die Schrift, hat Wulff Manne jedoch für den Druck. In diesem Punkt ist er Fanatiker. Die Rede, die Jungfer Jaken Eschels sprach, als sie bei Errichtung der Dünenhalle dem Zimmermann den Kranz überreichte, läßt er drucken; und die Rede, mit der Boy Boysen, der Zimmermann, dankte, läßt er gleichfalls drucken. Daß er seine eigenen, bei dieser Gelegenheit gehaltenen Reden drucken läßt, versteht sich. Es wird ein Plan von Westerland gezeichnet und er läßt ihn drucken. Ein Buch über Sylt erscheint bei Weber in Leipzig; Wulff Manne läßt es in Tondern noch einmal drucken. Auf eine Karte der friesischen Inselgruppen schreibt er mit Bleifeder unter die Brockhaus'sche Firma seine eigene; und in einem Exemplare von Gerstäcker's Reisen lesen wir: »Stuttgart und Tübingen, J. G. Cottascher Verlag. Sylt und Westerland. W. M. Dekker'scher Verlag.« Ganz kürzlich hat er seine Preiscourante auch gedruckt erscheinen lassen. Sie lauten folgendermaßen:

  »Verlag von Wulff Manne Dekker in Westerland.
Der Fremdenführer auf Sylt 4 Mark.
Plan von Westerland 2 Mark.
Rothwein von 5 Mark an.
Porter (die halbe Flasche) 3 Mark.
Briefbogen mit Ansichten von Westerland ¼ Mark.

NB. Sobald Krickenten zu haben sind, werde ich es bekannt machen.«

In dieses Mannes Gesellschaft, so viel uns davon gegönnt ist, sitzen wir die schon länger werdenden Herbstabende dahin. Gegen zehn Uhr brechen wir auf. Ueber die finstere Haide gehen wir nach Haus. Im Norden leuchtet durch das schauerliche Dunkel der Feuerthurm; sobald wir über die Gräben hinaus sind, wandern wir in vollständiger Einsamkeit und Nichts mehr stört uns, als das Husten eines aus dem Schlafe auffahrenden Schafes, das gespenstisch mit dem Heulen des Nachtwindes dahinwandert. So erreichen wir zuletzt den Hafen, welcher den Menschen in der Fremde vergessen macht, daß er eine Heimat gehabt und verloren hat: das Bett, in welchem die Leiden und Freuden des Tages für eine Weile ihr Ende finden; und begleitet von dem Rauschen des Meeres gehen wir in jenes stille, selige Reich ein, dessen Grenzen von Abend bis Morgen reichen, und in dem wir alle Menschen und Plätze, die uns je lieb gewesen, noch einmal wieder sehen und besuchen dürfen.

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