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Soll und Haben

Gustav Freytag: Soll und Haben - Kapitel 54
Quellenangabe
typefiction
booktitleSoll und Haben
authorGustav Freytag
publisherDroemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf.
addressMünchen
titleSoll und Haben
pages3-640
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
firstpub1855
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Drittes Buch

1

Ein böses Jahr kam über das Land, ein plötzlicher Kriegslärm erregte die deutschen Grenzländer im Osten, darunter auch unsere Provinz. Die furchtbaren Folgen eines heftigen Landschreckens wurden schnell fühlbar. Der Verkehr stockte, die Werte der Güter und Waren fielen, jeder suchte das Seine zu retten und an sich zu ziehen, viele Kapitalien wurden gekündigt, große Summen, welche in kaufmännischen Unternehmungen angelegt waren, kamen in Gefahr. Niemand hatte Lust zu neuer Tätigkeit, Hunderte von Bändern wurden zerschnitten, welche die Menschen zu gegenseitigem Nutzen durch lange Zeit verbunden hatten. Jede einzelne Existenz wurde unsicherer, isolierter, ärmer. Überall sah man ernste Gesichter, gefurchte Stirnen. Das Land war wie ein gelähmter Körper, langsam rollte das Geld, dies Blut des Geschäftslebens, von einem Teile des großen Leibes zu dem andern; der Reiche befürchtete, daß er viel verlieren werde, der Arme verlor die Möglichkeit, sich auch nur wenig zu erwerben. Die Zukunft erschien plötzlich verhängnisvoll, schwarz, verderblich wie der Himmel vor einem schweren Gewitter.

Das Schreckenswort ‹Revolution in Polen› brachte so große Wirkungen auch in Deutschland hervor. Das Landvolk jenseits der Grenze, aufgeregt durch alte Erinnerungen und seine Gutsherren, hatte sich erhoben, es zog, von fanatischen Geistlichen angeführt, längs der Grenze hin und her, hielt Reisende und Warensendungen an, fiel plündernd und brennend über Edelhöfe und kleine Städte und versuchte, sich unter Häuptlingen militärisch zu organisieren, indem es seine Sensen geradeschmieden ließ und alte Flinten aus dem Versteck hervorholte. Die Insurgenten nahmen eine große polnische Stadt unweit der Grenze ein, setzten sich dort fest und verkündeten ein Polenreich.

In unserm Staat wurden schleunigst Truppen zusammengezogen und nach der Grenze geschickt, diese militärisch zu besetzen. Unaufhörlich führten die Dampfwagen der neuerbauten Eisenbahn Soldaten ab und zu, überall rasselte die Trommel, die Straßen der Hauptstadt füllten sich mit Uniformen. Die Armee geriet in die Aufregung, welche bei der Aussicht auf Krieg regelmäßig entsteht. Die Offiziere rannten geschäftig umher, kauften Landkarten und tranken Toaste in jeder Art von Wein, die Soldaten schrieben nach Hause, ließen sich womöglich etwas Geld schicken und mit mehr oder weniger Gefühl ihre Mädchen grüßen. Zahlreiche Soldatenbräute im Lande wurden durch bleiche Wangen kenntlich und erschreckten ihre Familien durch fürchterliche Träume von ermordeten Musketieren; zahlreiche Mütter kauften sich Wolle und strickten mit trübem Auge Kriegssocken für ihre armen Söhne und suchten vorsichtig alte Leinwand zusammen, um Scharpie zu zupfen, was noch vom letzten großen Kriege her als nützliche Beschäftigung in wilder Zeit anerkannt war; zahlreiche Väter sprachen mit unsicherer Stimme von der Verpflichtung eines braven Sohnes, für König und Vaterland in den Krieg zu gehen, und erinnerten sich mit größerer Sicherheit an den Schaden, den sie einst dem argen Napoleon zugefügt hatten.

Es war ein sonniger Herbstmorgen, als die erste Nachricht von dem polnischen Aufstande in der Hauptstadt ankam. Dunkle Gerüchte hatten schon am Abend vorher die Einwohner neugierig gemacht, und Haufen unruhiger Geschäftsleute und erschreckter Müßiggänger standen auf dem Perron des Bahnhofes. Sogleich nach Öffnung des Kontors von T. O. Schröter kam Herr Braun, der Agent, hereingestürzt und erzählte atemlos, aber mit dem innern Behagen, welches der Besitzer auch der unangenehmsten Neuigkeit verspürt, daß ganz Polen und Galizien und viele angrenzende Länder in vollem Aufstande loderten; unzählige fremde Geschäftsreisende und friedliche Beamte seien überfallen und getötet worden, viele Grenzstädte ständen in Flammen, und ein nichtswürdiger Krakuse in roter Mütze habe um einen Vetter von Herrn Braun bereits mit seiner Sense den Kriegstanz getanzt in der Absicht, ihm den Garaus zu machen, sei aber durch eine Erinnerung, die ihm sein Weib mit der Mistgabel gegeben, wieder so weit zur Besinnung gekommen, daß er nur die Mütze des Vetters, die diesem vor Haarsträuben vom Kopfe gefallen war, durchstochen habe. Darauf sei sein Vetter barhäuptig die hundert Schritte bis zur Grenzbrücke gelaufen, wo ihn unsere Grenzwache aufgenommen und durch einen Schluck aus der Feldflasche wieder ins Gleichgewicht gebracht habe, während der Krakuse, die gemordete Mütze auf seiner Sense schwenkend, mit Triumphgeschrei abgezogen sei.

Anton geriet über diese Nachrichten in die größte Bestürzung, und er hatte Grund dazu. Kurze Zeit vorher hatte ein unternehmender Kaufmann aus Galizien eine ungewöhnlich große Sendung von Kommissionsartikeln, deren Wert sich auf zwanzigtausend Taler belief, an die Firma abgesendet und, wie bei solchen Geschäften dort üblich ist, den größten Teil des Wertes bereits in Wechseln bezogen. Die Wagenkarawane, welche diesen Transport bringen sollte, mußte gerade in dem insurgierten Gebiete sein. Außerdem war eine zweite Karawane mit Kolonialwaren auf dem Wege nach Galizien expediert und nach der Berechnung jetzt ebenfalls in Feindesland. Und was über dem allem stand, ein großer Teil der Geschäfte, welche das Haus machte, und ein großer Teil des Kredits, welchen dieses bewilligte, waren in den empörten Landschaften gemacht und bewilligt worden; vieles, ja alles, so ahnte Anton, ward durch diesen Krieg in Frage gestellt. Deshalb stürzte er seinem Prinzipal entgegen, als dieser die Treppe herabkam, und erzählte ihm hastig das Wichtigste der Neuigkeit, während Herr Braun im Kontor sich beeilte, den andern Herren die Schauergeschichte vom tanzenden Krakusen in zweiter Auflage mitzuteilen, wobei ihm begegnete, daß diesmal außer der Mütze des Vetters auch noch dessen Rock und Stiefel an der Sense des Krakusen hängenblieben, so daß der Bedrohte nur mit einem Hemd bekleidet bei der schützenden Grenzwache ankam. Beiläufig sei hier erwähnt, daß der arme Vetter bei der nächsten Wiederholung auch das Hemd hergeben mußte und daß ihm später noch die Haare abrasiert und sein Leib durch Megären auf die nichtswürdigste Weise zerzwickt wurde. Weiter konnte Herr Braun, ein wahrheitsliebender Mann, nicht gehen, da der Vetter noch als lebender Mensch unter dem Schirm einer neuen Mütze umherwandelte.

Unterdes vernahm der Prinzipal Antons fliegenden Bericht. Er blieb einen Augenblick stumm auf der Treppe stehen, und Anton, welcher ängstlich in sein breites Gesicht starrte, glaubte zu bemerken, daß er etwas bleicher aussah als gewöhnlich; aber er mußte sich wohl geirrt haben, denn der Kaufmann sah über Anton hinweg unter die Auflader, welche unruhig in dem Hausflur standen, und rief mit dem kühlen Geschäftston, welcher unserm Helden so oft imponiert hatte: «Sturm, schaffen Sie das Faß beiseite, es steht mitten im Wege. Rührt euch, ihr Leute, in einer Stunde muß der Fuhrmann abgehen», worauf Sturm sein Gesicht bekümmert nach dem Auge des Kaufmanns richtete und, mit der ungeheuren Faust nach draußen weisend, fast mutlos sagte: «Es trommelt, sie schlagen Generalmarsch; es geht los, unsre Leute marschieren. Mein Karl ist mitten darunter, als Husar, mit den Schnüren an seinem kleinen Rock. Es ist ein Unglück! Ach, unsere Waren, Herr Schröter!»

«Eben deshalb eilt, ihr Männer», antwortete der Prinzipal lächelnd. «Der Wagen geht nach der Grenze, es ist Zucker und Rum darauf, unsere Soldaten wollen bei dem kalten Wetter ein Glas Punsch trinken.» Diese humane Rücksicht auf die Kehlen der Vaterlandsverteidiger brachte das Behagen in die Seelen der Riesen zurück, sie lächelten grimmig, und Sturm setzte seinen Haken mit furchtbarer Kraft an den nächsten Ballen und schwang ihn mit einer Verachtung in die Luft, welche bedeuten sollte: ‹Wir geben nicht so viel auf die ganze Polackenwirtschaft›, während die übrigen das Faß aus dem Wege rollten und kurze geschäftliche Späße über Soldatenpunsch machten.

Zu Anton gewandt sprach der Prinzipal: «Die Nachrichten sind nicht gut, aber wir wollen nicht alles glauben.» Darauf ging er in das Kontor, grüßte Herrn Braun fast heiterer als sonst und ließ sich von ihm noch einmal die Geschichte seines Vetters und das übrige Unglück erzählen.

Als Braun gegangen war, sagte er beruhigend den Herren vom Kontor: «Ich hoffe, daß unsere Waren an der Grenze liegen, Fuhrleute sind ihrer Pferde wegen vorsichtig, sie werden es vermeiden, den Insurgenten in die Hände zu fallen. Sind die Wagen auf feindlichem Gebiet, so müssen wir versuchen, sie herauszubekommen.» Zu Anton setzte er leiser hinzu: «Schreiben Sie sogleich an das Grenzzollamt und unsern Spediteur an der Grenze, sicher gehen Extrazüge dahin ab, ein Nachtzug kann Antwort bringen, morgen wissen wir Näheres.»

Damit war für heut die große Frage erledigt, und alles im Kontor ging seinen gewöhnlichen Gang. Herr Liebold schrieb seine großen Zahlen ins Hauptbuch, Herr Purzel setzte Häufchen von Talern zusammen und schob papierne Handschuhhalter um große Bündel von Kassenanweisungen, und Herr Pix ergriff den schwarzen Pinsel, malte neben der großen Waage Hieroglyphen auf Packleinwand und beherrschte die Hausknechte mit gewohnter Entschiedenheit. Der Prinzipal wendete sich an Herrn Jordan, nahm die eingegangenen Briefe, welche zum Teil eine Bestätigung der kriegerischen Nachrichten enthielten, besprach die geschäftlichen Antworten und übergab sie den einzelnen Kommis. Darauf erschienen der Mäkler, die Agenten und Sensale, und wie gewöhnlich fielen vom Pult des Prinzipals kurze Bemerkungen oder ein trockener Scherz, wenn die Geschäftsfreunde sich zu tief in die Schrecken des Bürgerkrieges einließen. Die kleine Nebenunterhaltung im Geschäft war etwas belebter, sonst alles wie gewöhnlich. Beim Mittagstisch ging das Gespräch so ruhig vorwärts, als hätte nie ein polnischer Bauer seine Sense geschwungen, und nach Tisch fuhr der Prinzipal mit seiner Schwester und einigen Damen ihrer Bekanntschaft spazieren, und die Geschäftsleute, welche ihn sahen, sagten mit Verwunderung: «Er fährt heut spazieren, er hat's wie gewöhnlich vorausgewußt, es ist doch ein kluger Kopf, ein solides Haus. Allen Respekt!»

Anton war den ganzen Tag an seinem Schreibpult in einer nervösen Aufregung, wie er sie bis dahin noch nicht gekannt hatte. Er war beklommen und erwartungsvoll, und doch empfand er diese Stimmung mit Behagen, als ein großes Ereignis. Er fühlte lebhaft die Gefahren des Geschäftes und seines Prinzipals, aber er war nicht mehr niedergeschlagen und mutlos. Ihm war, als trüge er Sprungfedern an Arm und Bein; seine Feder flog bei den gleichgültigen Geschäftsbriefen, die er zu schreiben hatte; trotz dem Gedanken an die Gefahr, welche in seiner Seele fortwährend Fanfare blies, war seine Fassungskraft nie schneller, sein Stil nie klarer gewesen, nie hatte er so hurtig Provision und Spesen ausgerechnet. Es waren Augenblicke einer erhöhten, fast freudigen Tätigkeit; er bemerkte das selbst und wunderte sich darüber. Bei seinem Prinzipal sah er dieselbe Stimmung, auch dieser schritt mit glänzenden Augen und schnellem Fuße durch die Kontore.

Nie hatte ihn Anton so verehrt als heut, er sah ihm aus wie verklärt. Mit einer wilden Freude sagte sich Anton: ‹Das ist Poesie, die Poesie des Geschäfts, solche springende Tatkraft empfinden nur wir, wenn wir gegen den Strom arbeiten. Wenn die Leute sprechen, daß unsere Zeit leer an Begeisterung sei und unser Beruf am allerleersten, so verstehen sie nicht, was schön und groß ist. Dem Mann steht in diesem Augenblick alles auf dem Spiel, woran seine Seele hängt, sein Geschäft, der Erfolg eines langen Lebens von rastloser Tätigkeit, seine Freude, sein Stolz, seine Ehre; und er steht kaltblütig an seinem Pult, schreibt Briefe über geraspeltes Farbholz und gibt sein Urteil über Kleesamen ab, ja, ich glaube, er lacht innerlich.› So dachte Anton, als er am Abend sein Pult abräumte und mit den übrigen Herren nach dem Hinterhause ging. Auch seine Kollegen ließen jetzt ihre innere Aufregung merken, sie setzten sich in Jordans Salon zusammen und besprachen mit gemütlichem Schauder bei einer Tasse schwarzen Tees die Neuigkeit und deren Einfluß auf das Geschäft. Alle waren geneigt anzunehmen, daß die Firma zwar einigen Verlust erleiden werde, aber sie seien die Männer, mehr zu retten, als irgendein anderes Geschäft retten werde. Herr Specht bemerkte hoffnungsreich, bei jeder Insurrektion würden ungeheure Kolonialwaren verbraucht und die Firma werde ein glänzendes Geschäft in allen Flüssigkeiten nach der Grenze machen. Wenn der Aufstand nur ein Vierteljahr anhalte, sei der mögliche Verlust wieder gedeckt, denn trinken täten sie alle, Freunde und Feinde. Zuletzt sprach sich Herr Jordan dahin aus, daß man noch gar nicht wissen könne, wie die Sache verlaufen werde. Diese neue und gründliche Ansicht wurde von den meisten gebilligt, worauf sich die einzelnen in ihre Zimmer verfügten. In seiner Stube vernahm Anton durch die dünne Wand, wie sein Nachbar, Herr Baumann, beim Zubettegehen für das Geschäft und den Prinzipal betete. Dies ergriff Anton so, daß er mit großen Schritten in seiner Stube auf und ab ging, bis das Licht flackerte und der Gips auf dem Schreibtisch erschrak und in ein krankhaftes Zittern geriet.

Es war spät geworden, als der Diener geräuschlos in Antons Zimmer trat und halblaut meldete, Herr Schröter wünsche ihn noch heut zu sprechen. Rasch folgte Anton dem Diener in den ersten Stock des Vorderhauses und trat erwartungsvoll in das braune Arbeitszimmer des Prinzipals. Der Kaufmann stand vor dem gepackten Koffer, sein Portefeuille lag auf dem Tisch und daneben das untrügliche Zeichen einer längeren Reise, die große englische Zigarrentasche von Büffelleder. Diese hielt hundert Stück, war seit alter Zeit ein Lieblingsgegenstand für die Bewunderung des Herrn Specht und galt dem ganzen Kontor für eine Art Kriegsfahne, welche nur dann hervorgeholt und in den Wagen getragen wurde, wenn die Hauptmacht des Geschäfts auf ein außerordentliches Unternehmen auszog. Sabine war an den Schubladen des Schreibtisches beschäftigt und trug schweigend zu, was ihre Sorgfalt dem Reisenden für nützlich hielt. Sie warf einen schnellen Blick auf Anton und senkte das Haupt, als sie in seinem Gesichte las, was sie selbst mit banger Ahnung erfüllte. Der Prinzipal trat Anton freundlich entgegen. «Ich habe Sie spät herbemüht, glaubte aber nicht, daß Sie noch außer Bett sein würden.»

Als Anton erwiderte: «Die Aufregung ließ mich nicht schlafen», fiel wieder ein Strahl aus dem Auge der Schwester auf ihn, so sorgenvoll und so dankbar für seine Teilnahme, daß er mächtig gerührt wurde und nicht weitersprach, um seine Bewegung nicht zu verraten.

Der Prinzipal aber sagte lächelnd: «Sie sind noch jung, die Ruhe kommt mit den Jahren. Es wird nötig sein, daß ich selbst morgen nach unsern Waren sehe. – Ich höre die Polen zeigen besondere Rücksicht gegen unsere Landsleute, es ist möglich, daß sie sich sogar mit dem Gedanken tragen, unsere Regierung sei ihnen nicht abgeneigt. Diese Täuschung kann nicht lange dauern, es wird kein Unrecht sein, wenn wir davon für unsere Waren Vorteil zu ziehen suchen. Sie haben die Korrespondenz geführt und wissen selbst, was für mich zu tun ist. Ich werde nach der Grenze reisen und mich dort über die nächsten Schritte entscheiden.»

Mit ängstlicher Spannung hörte die Schwester auf seine Worte, sie suchte in seinen Mienen zu lesen, was er aus Rücksicht gegen sie nicht aussprach. Anton aber verstand, was die Rede bedeutete: sein Chef ging über die Grenze in das insurgierte Land.

Mit bittender Stimme sprach er nähertretend: «Könnte nicht ich an Ihrer Stelle die Reise machen? Ich fühle wohl, daß ich Ihnen noch keine Veranlassung gegeben habe, mir in so wichtiger Sache zu vertrauen. Ich werde mir wenigstens alle Mühe geben, bis zum äußersten, Herr Schröter.» Antons Wangen glühten, als er dies sagte, er fühlte in diesem Augenblick entschiedene Neigung, sich mit allen Krakusen um die Warenballen zu raufen.

«Das ist brav gesprochen, und ich danke Ihnen», erwiderte der Prinzipal, «aber ich kann Ihr Anerbieten nicht annehmen, die Reise könnte Schwierigkeiten haben, und da der Vorteil mein ist, wird auch billig sein, daß ich die Mühe übernehme.» Anton ließ den Kopf hängen. «Ich beabsichtige im Gegenteil, Sie mit bestimmter Order hier zu lassen für den Fall, daß ich übermorgen abend nicht zurück sein sollte.»

Sabine hatte ängstlich zugehört, jetzt faßte sie die Hand des Bruders und sagte leise: «Nimm ihn mit.»

Diese Unterstützung gab Anton neuen Mut. «Wenn Sie mich nicht allein schicken wollen, so erlauben Sie mir wenigstens, Sie zu begleiten, vielleicht kann ich Ihnen doch in etwas nützlich sein, ich würde es wenigstens sehr gern sein.»

«Nimm ihn mit», wiederholte Sabine flehend.

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