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Soll und Haben

Gustav Freytag: Soll und Haben - Kapitel 122
Quellenangabe
typefiction
booktitleSoll und Haben
authorGustav Freytag
publisherDroemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf.
addressMünchen
titleSoll und Haben
pages3-640
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
firstpub1855
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Als Lenore eintrat, mit verweinten Augen, nur mit Mühe ihre Fassung behauptend, ging er ihr artig entgegen und führte sie zu dem Sofa.

«Ich enthalte mich gegen Sie jedes Urteils über das, was heut vorgegangen ist», begann er. «Wir wollen annehmen, daß meines Freundes Aufenthalt in der Hauptstadt in Ihrem Interesse noch wünschenswerter ist als sein Verweilen im Gut. Nach alledem, was ich höre, ist dies in der Tat der Fall. Wohlfart wird übermorgen abreisen.»

Lenore verbarg ihr Gesicht hinter der Hand. Fink fuhr kaltblütig fort: «Unterdes erfordert mein eigener Vorteil, daß ich mich um eine Sicherung der hiesigen Verhältnisse bemühe. Ich habe mehrere Monate hier gelebt und einigen Anteil an dieser Besitzung gewonnen. Deshalb bitte ich Sie, der Bote einer Mitteilung zu werden, die ich in diesem Augenblick am liebsten durch Sie Ihrem Herrn Vater mache. Ich bin bereit, dem Freiherrn dies Gut für mich selbst abzukaufen.»

Lenore fuhr zusammen und stand von ihrem Sitz auf. Mit gerungenen Händen rief sie: «Zum zweitenmal!»

«Haben Sie die Güte, mich ruhig anzuhören», fuhr Fink fort. «Ich beabsichtige durchaus nicht, gegenüber dem Freiherrn von Rothsattel die Rolle eines rettenden Engels zu spielen, ich habe weniger von einem Flederwisch auf dem Rücken als unser geduldiger Anton, und vollends jetzt fühle ich mich durchaus nicht veranlaßt, Ihrem Herrn Vater etwas anzubieten, was irgendwie als leichtsinnige Behandlung meines eigenen Vorteils erscheinen könnte. Betrachten Sie in dieser Stunde uns als Gegner und meinen Antrag, wie er ist, als in meinem eigenen Interesse gemacht. Mein Anerbieten ist folgendes: Der Kaufpreis dieses Gutes würde, wenn ihn der Freiherr so berechnen wollte, daß er selbst keine Verluste erleidet, jetzt mehr als hundertundsechzigtausend Taler betragen. Ich biete Ihnen das Höchste, was das Gut nach meiner Ansicht in der gegenwärtigen Zeit wert sein mag: Übernahme der Gutsschulden und Auszahlung von zwanzigtausend Talern an den Freiherrn binnen vierundzwanzig Stunden; nach Ablauf dieser Frist wird das Gut an mich übergehen. Bis zum nächsten Ostern wünsche ich das Schloß in Ihren Händen zu lassen und würde, wenn dies ohne beiderseitige Inkonvenienz geschehen kann, mich bis dahin gern als Ihren Gast betrachten. Ich werde in der Regel abwesend sein und Ihnen nicht zur Last fallen.»

Lenore sah ängstlich in das Gesicht, welches in diesem Augenblick hart aussah wie das eines zähen Yankee; der Rest ihrer Fassung fiel zusammen, sie brach in dem Widerstreit stürmischer Gefühle in Tränen aus.

Fink lehnte sich ruhig in seinem Sessel zurück, und ohne Rücksicht auf diese Stimmung fuhr er fort: «Sie sehen; ich biete Ihnen einen Verlust; was ich Ihnen nehmen will, ist wahrscheinlich die Hälfte Ihres Erbes, es ist in der Ordnung, daß Sie das verlieren. Der Freiherr hat zu schnell sein Vermögen an dies Gut gewagt; daß Ihre Familie diesen Mangel an Vorsicht bezahlt, wird nicht zu vermeiden sein. Denn höher als mein Gebot ist der Kaufpreis des Gutes in seiner gegenwärtigen Verfassung sicher nicht. Ich würde unehrlich sein wenn ich Ihnen verschweigen wollte, daß das Gut bei zweckmäßiger Behandlung in einigen Jahren das Doppelte wert sein kann, ich habe aber die feste Überzeugung, daß es unter Verwaltung des Freiherrn diesen Wert niemals erhalten wird. Wäre Anton hier geblieben, so hätte nicht er, aber die Verhältnisse hätten es möglich gemacht, Ihnen dies Vermögen zu erwerben. Jetzt ist auch diese Hoffnung für Sie dahin. Ich verberge Ihnen ferner nicht, Wohlfart hat mir soeben die Forderung gestellt, daß ich an seine Stelle treten soll.»

Lenore machte noch in ihrem Schluchzen mit der Hand eine abwehrende Bewegung.

«Es freut mich», fuhr Fink fort, «daß wir hierin einer Meinung sind; ich habe das Anerbieten sehr bestimmt und für immer zurückgewiesen.» So schwieg er und sah prüfend auf das Mädchen vor ihm, welchem seine Worte das Herz zerrissen. Er sprach rauh zu ihr, der Mann, für den sie alles getan hätte, um ein Lächeln, einen freundlichen Blick zu erhalten. Mit schlecht verhehlter Verachtung redete er von ihrem Vater, seine Worte waren die eines starren Egoisten. Und doch, als der herbe Ton, mit dem er sprach, in der Stube verhallt war, fiel ihr in die Seele, daß sein Anerbieten für ihre hilflose Lage immer noch ein Glück sein konnte. Und mit der Sehergabe eines liebenden Herzens ahnte sie hinter dem Antrag eine Meinung, die sie nicht verstand, die ihr aber wie ein ferner Hoffnungsstrahl in die Tiefe ihres Schmerzes leuchtete. Wie er sich auch stellte, es war kein gemeiner Sinn, der aus seiner Weise hervorbrach. Das krampfhafte Schluchzen löste sich in ein heftiges Weinen, sie versuchte sich vom Sofa zu erheben und glitt hinunter auf den Boden. So lag sie neben seinem Stuhl und stützte ihr Haupt auf die Lehne, ein Bild der leidenden Hingebung. Und unter strömenden Tränen sprach sie: «Sie täuschen mich nicht, machen Sie mit uns, was Sie wollen.»

Das stolze Lächeln flog über das Gesicht des Mannes, er beugte sich zu ihr nieder, schlug seinen Arm um ihr Haupt, drückte einen Kuß auf ihr Haar und sagte: «Mein Kamerad, ich will, Sie sollen frei werden.» Lenorens Haupt glitt an seine Brust, sie weinte ruhig fort, er hielt sie in seinem Arm. Endlich faßte er ihre Hand und schüttelte sie herzlich. «Wir beide wollen von heute ab einander verstehen. Sie sollen frei werden, Lenore, mir gegenüber frei und frei von allem andern, was Sie hier einengt. Sie verlieren einen Mann, der die aufopfernde Zärtlichkeit eines Bruders für Sie gehabt hat, und mir ist's recht, daß er sich von Ihnen löst. Ich frage heut nicht, wollen Sie als mein Weib sich an mein Leben binden. Denn Sie haben jetzt nicht die Freiheit, nach Ihrem Herzen zu entscheiden. Ihr Stolz soll nicht nein sagen, und das Ja soll Ihre Selbstachtung nicht verringern. Wenn der Fluch gelöst ist, welcher über Ihrem Hause liegt, und wenn es Ihnen freisteht, bei mir zu bleiben oder zu gehen, dann hole ich mir Bescheid. Bis dahin ehrliche Freundschaft, mein Kamerad.»

Lenore erhob sich.

«Und jetzt denken wir an nichts als an unser Gut», sagte Fink in verändertem Ton. «Trocknen Sie die Tränen, die ich in Ihren großen Augen sehr ungern sehe, und teilen Sie die offizielle Hälfte meines Antrags dem Freiherrn und Ihrer Mutter mit. Wenn nicht eher, erbitte ich mir morgen um diese Zeit Antwort.»

Lenore ging zur Tür, dort blieb sie stehen, sie wandte sich noch einmal nach ihm um und reichte ihm schweigend die Hand.

Langsam schritt Fink in Antons Zimmer zurück. Er trat zu dem Freund, der mit verschränkten Armen am Fenster stand und auf die Felder sah, welche im Dämmerlicht des Mondes vor ihm lagen. «Erinnerst du dich an das, Anton, was du am Tage meiner Ankunft von deinem Patriotismus erzählt hast?»

«Es war ja seit der Zeit oft die Rede davon», erwiderte Anton trübe.

«Ich habe mir's gemerkt», fuhr Fink fort. «Dies Gut soll nicht wieder unter das Zepter eines Herrn Bratzky kommen; ich kaufe die Herrschaft, wenn der Freiherr will.»

Anton wandte sich überrascht um. «Und Lenore?»

«Sie teilt das Schicksal ihrer Eltern, wir haben das soeben miteinander ausgemacht.» Er erzählte dem Freunde von seinem Anerbieten.

«Jetzt hoffe ich, daß alles gut wird», rief Anton.

«Warten wir's ab», sagte Fink. «Drüben brennt ein Fegefeuer für den Sünder, es ist mir lieb, daß ich seinen Jammer nicht mit anhören darf.»

Am nächsten Morgen in der Frühe brachte der Bediente jedem der Freunde einen Brief aus dem Zimmer des Freiherrn; sie waren von Lenorens Hand, ihr Vater hatte in zitternden Zügen unterschrieben. In dem Briefe an Anton bat der Freiherr mit sorgfältig gewählten Worten um Vergebung, daß er ihn in einer krankhaften Aufwallung verletzt habe, und sprach seinen Dank für die treuen Dienste aus, die Anton ihm bis jetzt geleistet; in dem Briefe an Fink nahm er das Anerbieten an und bat, ihn, den Schreiber, so schnell als möglich von der Sorge zu befreien, die ihm die Verwaltung des Gutes bei seiner Krankheit machen müsse. Schweigend tauschten die Freunde diese Zuschriften gegeneinander aus.

«So ist es entschieden», rief endlich Fink. «Ich bin die halbe Welt durchlaufen und hatte überall etwas auszusetzen, und jetzt wühle ich mich in diese Sandgrube ein, wo ich gegen die polnischen Wölfe allnächtlich ein Feuer anzünden möchte. Du aber, Anton, erhebe dein Haupt und sieh vor dich, denn wenn ich jetzt eine Heimat gefunden habe, auch du gehst dorthin zurück, wo der beste Teil deines Herzens ist. – Und deshalb, mein Junge, laß uns noch einmal deine Verpflichtungen überlegen. Du hast die Aufgabe, gewisse gestohlene Papiere zu ermitteln. Denke auch an die zweite. Tu, was du kannst, um der Familie das wenige, was sie gerettet hat, zu sichern. Sieh zu, daß das alte Gut der Rothsattel bei der Versteigerung einen Preis erhält, der die Ansprüche aller Hypothekengläubiger deckt. Du mußt fort, ich fordere dich nicht auf, jetzt noch hierzubleiben, aber du weißt, daß unter allen Umständen da, wo ich wohne, auch du zu Hause bist. – Und noch eins. Ich würde den Amtmann ungern entbehren; wende deine Beredsamkeit an, damit dein treuer Sancho hierbleibt, wenigstens über den Winter.»

«Noch weiß niemand», erwiderte Anton aufstehend, «daß ich dies Gut verlasse, er muß der erste sein, der das erfährt. Ich gehe sogleich zu ihm.»

Das unsaubere Zimmer, in dem einst Herr Bratzky, der Verräter, gehaust hatte, war durch Karls Hände in einen wohnlichen Raum verwandelt, der nur an dem einen Übelstand litt, daß er zu voll von allerlei nützlichen Dingen war. Karl selbst hatte die Stube mit schöner Rosafarbe angestrichen, an der Wand hing im goldenen Rahmen ein Bild des alten Blücher und daneben eine große Sammlung von Gerätschaften des Krieges und des Friedens, Flinte und Pulverhorn, Säge und Axt, Lineal und Winkelmaß. Am Fenster war eine kleine Hobelbank aufgestellt, eine Anzahl Rotkehlchen flatterte hin und her, es roch stark nach Leim. Oft hatte Anton hier ausgeruht und sich an Karls frischem Mut erholt, wenn ihm in den letzten Monaten das Leben schwer geworden war. Als er heut auf die bekannten Wände sah, fiel ihm mächtig aufs Herz, daß er auch von dem anspruchslosen treuen Mann scheiden müsse. Er lehnte sich an die Hobelbank und sagte: «Lege deine Rechnung beiseite, Karl, und laß uns ein Wort miteinander reden.»

«Jetzt kommt's», rief Karl, «es ist schon lange etwas im Werke: ich sehe an Ihrem Gesicht, daß alle Bomben geplatzt sind.»

«Ich gehe fort von hier, mein Freund.»

Karl ließ die Feder aus der Hand fallen und sah stumm in das ernste Antlitz ihm gegenüber.

«Fink übernimmt das Gut, er hat es heut gekauft.»

«Hurra», rief Karl, «wenn Herr von Fink der Mann ist, welcher – so ist alles gut. Ich gratuliere von Herzen», sagte er, Antons Hand schüttelnd, «daß es so gekommen ist. In diesem Frühjahr hatte ich schon andere einfältige Gedanken. Jetzt aber ist's in Ordnung. Und auch unsere Wirtschaft ist gerettet.»

«Das hoffe ich auch», bestätigte Anton lächelnd.

«Aber Sie», fuhr Karl fort, und seine Miene wurde plötzlich ängstlich.

«Ich gehe nach unserer Hauptstadt zurück», erwiderte Anton. «Dort habe ich für den Freiherrn noch einige Geschäfte abzumachen, dann suche ich einen Stuhl in einem Kontor.»

«Und wir haben hier ein Jahr zusammengearbeitet», sagte Karl betrübt. «Sie haben die Plage gehabt, und ein anderer wird ernten.»

«Ich gehe zurück, wohin ich gehöre. Aber, lieber Karl, nicht um mich, sondern um deine Zukunft handelt sich's jetzt.»

«Ich gehe natürlich mit Ihnen!» rief Karl.

«Ich komme dich zu bitten, dies nicht zu tun. Könnten wir beide miteinander gemeinsam ein Geschäft beginnen, so würde ich dich mit aller Kraft an meiner Seite festhalten. Aber das ist unmöglich. Ich muß mir eine Stelle suchen. Ich war nie in der Lage, durch mein eigenes Vermögen eine selbständige Stellung zu gewinnen. Ein Teil von dem wenigen, was ich hatte, ist daraufgegangen; ich gehe nicht reicher von hier, als ich hergekommen bin. So würden wir uns trennen, sobald wir nach der Heimat kämen.»

Karl saß mit gesenktem Haupte und dachte nach. «Herr Anton», sagte er, «kaum wage ich Ihnen von etwas zu reden, wovon ich selbst nichts weiß. Sie haben mir einige Male gesagt, daß mein Alter ein Kauz ist, der auf Geldsäcken sitzt. Wie wär's?» fuhr er zögernd fort und arbeitete mit seinem Stemmeisen in den Stuhl. «Wenn Ihnen nicht zu wenig wäre, was in dem eisernen Kasten liegt – Sie nehmen das, und wenn's etwas mit Produkten sein könnte – es ist zwar sehr verwegen von mir -, vielleicht könnte ich Ihnen dann als Ihr Kompagnon nützlich sein. Es ist nur so ein Gedanke, und Sie müssen mir das nicht übelnehmen.»

Anton erwiderte bewegt: «Sieh, Karl, daß du mir einen solchen Vorschlag machst, entspricht ganz deiner uneigennützigen Weise; aber es wäre ein Unrecht, wenn ich ihn annähme. Das Geld gehört deinem Vater, und wenn er seine Einwilligung gäbe, und ich glaube, er würde es tun, so würde doch deine eigene Zukunft unsicherer, als sie jetzt ist. Jedenfalls wird dir das Vermögen deines Vaters in dem Berufe, in dem du heimisch bist, ein besseres Leben verschaffen als in einem andern, in dem du dich aus Liebe zu mir erst einarbeiten müßtest. Deshalb ist es nützlicher für dich, mein Freund, daß wir uns trennen.»

Karl griff nach seinem Taschentuch und räusperte sich kräftig, bevor er weiterfragte: «Und Sie allein wollten das Geld nicht benutzen? Sie würden uns ja gute Zinsen geben.»

«Es ist unmöglich», versetzte Anton.

«Dann gehe ich zu meinem Alten zurück und stecke meinen Kopf in einen Heuboden unserer Gegend», rief Karl ärgerlich.

«Das darfst du nicht», sagte Anton. «Du hast von diesem Gute mehr kennengelernt als ein anderer; es wäre unrecht, wenn das verlorengehen sollte. Gerade Fink braucht jetzt einen Mann wie du, die Wirtschaft kann dich bis zum nächsten Sommer gar nicht entbehren. Als wir herkamen, zogen wir nicht in das Land, um uns Gutes zu tun, sondern um etwas zu schaffen. Mein Werk ist zu Ende, du bist mitten in deiner Arbeit. Du tust ein Unrecht gegen dich und deine Arbeit, wenn du jetzt scheidest.» Karl ließ wieder den Kopf hängen.

«Was mir deinen Aufenthalt hier bisweilen ängstlich machte, war der geringe Lohn, den das Gut geben konnte, das wird jetzt anders werden.»

«Reden wir nicht davon», sagte Karl stolz.

«Es ziemt sich, davon zu reden», sagte Anton, «denn der Mensch tut unrecht, wenn er sein Bestes, seine Kraft, auf eine Arbeit verwendet, die ihm nicht in dem Grunde lohnt, wie seine Tätigkeit verdient. Das gibt ein ungesundes Leben, und der Mensch kommt dabei in Gefahr, unsicher zu werden. Mir kannst du das glauben. Also ich bitte dich, hierzubleiben, wenigstens bis zum nächsten Sommer, wo bei der großen Ausdehnung, welche die Wirtschaft jetzt erhalten wird, ein erfahrener Inspektor an deine Stelle treten kann.»

«Und dann», fuhr Karl fort, «soll auch ich gehen?»

«Fink wird dich immer festhalten; wenn du aber dann gehen willst, Karl, so denke an das, was wir in diesem Jahre oft miteinander gesprochen haben. Du hast dich an das Leben unter den Fremden gewöhnt, du hast alle Erfordernisse eines Kolonisten auf neuem Grunde. Wenn dich nicht eine größere Pflicht forttreibt, so ist deine Aufgabe, hier im Lande zu bleiben als einer von uns. Wenn du von diesem Gute fortgehst, so kaufe dich unter den Fremden an. Es wird kein leichtes Leben für dich sein, und vieles Behagen wirst du entbehren, aber wir leben nicht in einer Zeit, wo ein tüchtiger Mann sich zur Ruhe setzen soll, um gemächlich seine Garben zu schneiden. Du hast ein mutiges Herz, du bist nicht gewöhnt zu genießen, sondern zu erwerben. Du wirst mit der Pflugschar in der Hand hier ein deutscher Soldat sein, der den Grenzstein unserer Sprache und Sitte weiter hinausrückt gegen unsere Feinde.» – Er wies mit der Hand nach Morgen.

Karl reichte dem Freunde die Hand und sagte: «Ich bleibe.»

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