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Singende Flamme

Isolde Kurz: Singende Flamme - Kapitel 27
Quellenangabe
typepoem
booktitleSingende Flamme
authorIsolde Kurz
year1948
firstpub1948
publisherRainer Wunderlich Verlag Hermann Leins
addressTübingen und Stuttgart
titleSingende Flamme
pages56
created20150404
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Jetzt heißt es still und heimlich . . .

      Jetzt heißt es still und heimlich sich entfernen.
Wer wagt's, der Liebe Lebewohl zu sagen?
Entschloßnes Lebewohl den Sonnentagen,
Die hingeblüht, und allen Jugendsternen?
Wer wagt's, sein Glück noch einmal zu umfassen,
Ins Aug' ihm schaun und es auf ewig lassen?

Es war doch Glück, und endigt's gleich mit Schmerzen,
Es war doch treu, bevor's die Stunden raubten.
Wer darf uns schelten, daß wir's ewig glaubten,
Als wir so fest uns hielten Herz am Herzen,
Mit Schweigen uns den tiefsten Sinn vertrauten,
Und eins im andern uns die Heimat bauten?

Was wird nun sein? Die Tage werden kommen
Und gehn, und jeder wird dem andern gleichen.
Das Schöne aber bleibt hinweggenommen,
Und endlich wird Erinnrung auch verbleichen,
Bis taub und tot, dem Schattenreich verhandelt,
Das Herz vergißt, wie sich's im Licht gewandelt.

 

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