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Singende Flamme

Isolde Kurz: Singende Flamme - Kapitel 18
Quellenangabe
typepoem
booktitleSingende Flamme
authorIsolde Kurz
year1948
firstpub1948
publisherRainer Wunderlich Verlag Hermann Leins
addressTübingen und Stuttgart
titleSingende Flamme
pages56
created20150404
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Philister

        Ein braves, bürgerliches Pärchen
Hält hier am Fenster Mittagsruh,
Nicht jung, doch in den besten Jährchen,
Sie stehn und sehn dem Wetter zu.

Ihm hängt der Himmel voller Geigen,
Weil heut ein guter Kauf gelang,
Und wenn die Kaffeepreise steigen,
So ist ihm um die Welt nicht bang.

Sein Pfeiflein schmeckt dem Guten prächtig,
's ist eine Freude, wie es zieht.
Der Hund daneben blickt bedächtig.
Ob er dem Herrn nicht ähnlich sieht?

Die Gattin auch kennt keine Sorgen,
Als daß die Suppe nicht verbrennt
Und daß der Wäschekorb geborgen,
Bevor sich trübt das Firmament.

Unsterblich nenn' ich diese beiden,
Sie leben immer, Mann und Weib,
Denn wenn sie von der Erde scheiden,
Die Braven wechseln nur den Leib.

Sie werden gleich verjüngt erstehen,
Sich finden zum erneuten Bund,
Und völlig so vom Fenster sehen
Mit Pfeife, Strickstrumpf, Korb und Hund.

 

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