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Silberne Saiten

Stefan Zweig: Silberne Saiten - Kapitel 60
Quellenangabe
authorStefan Zweig
titleSilberne Saiten
publisherSchuster & Loeffler
year1901
correctorreuters@abc.de ohne Rechtschreibprüfung
senderbruce.welch@gmx.de
created20171117
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Erfüllung.

Uns will der lange Sommertag nicht enden,
Wir schreiten immer tiefer in den Park hinein,
Und frohen Herzens, mit verschlungnen Händen
Begrüßen wir den Tagestod und senden
Die haßerfüllten Blicke in den Abendschein.

Wir hassen seine grellen Sonnenstrahlen,
Wir lieben nur die liebesdunkle Nacht,
Da rauscht der Springbrunn in den Porphyrschalen
Und raunt ein Lied von unsern Sehnsuchtsqualen,
Und wie die späte Liebe dann erwacht.

Und ringsum in den abendwinddurchwehten
Tannwipfeln rauscht der duftgeschwellte Klang,
Und zittert wieder aus den mondlichtübersäten
In warmen Duft gebetteten Geranienbeeten
Und weckt in uns den wundersamen Drang . . .

[80]

Auf allen Wegen träumt das große Schweigen,
Das Mondlicht sickert silbern durch's Geäst,
Die Sehnsucht spielt auf zaubersüßen Geigen . . .
Da, unter schattenschweren, dunklen Zweigen
Erblüht nun unsrer Jugend heil'ges Fest.

Und sorgsam webt der Abend dichte Schleier . . .
Im fernen Äther ist ein Sternenreich erblüht,
Und glitzernd ruht sein Bild im friedesstillen Weiher.
Der Park ist aufgeblüht . . . Zu unsrer Liebesfeier
Singt er der Klänge und der Düfte schönstes Lied.

[81]

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