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Silberne Saiten

Stefan Zweig: Silberne Saiten - Kapitel 55
Quellenangabe
authorStefan Zweig
titleSilberne Saiten
publisherSchuster & Loeffler
year1901
correctorreuters@abc.de ohne Rechtschreibprüfung
senderbruce.welch@gmx.de
created20171117
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Meine Liebe.

Ich hasse Frauen mit dem satten Lächeln,
Das nur Erfahrung und Gewohnheit giebt,
Die prahlerisch gereifte Reize fächeln. –
Ich hasse den, der solche Schönheit liebt.

Aus stillen Augen will ich Funken schlagen
Bis sie in heißer Liebeslust erglühn,
Will blassen Mädchen meine Träume sagen,
Durch deren Parke ihre Bilder ziehn.

Will Glieder fühlen, die es nicht verspürten,
Daß sie dem Leben schon herangereift,
Die Lippen schmiegen auf die unberührten,
Die nie ein thatgewordner Wunsch gestreift.

Ich will nur elfenzarte Finger küssen,
Durch die das Blut mit blassem Leuchten rinnt,
Ich liebe Mädchen, die nicht Wahrheit wissen,
Ein armes, stilles lebensfremdes Kind.

[73]

Doch dieser weiß ich tausend Seligkeiten
Aus unverbrauchter Jugend heißer Glut,
Um ihre Glieder will ich Königspurpur breiten
Wenn sie im Banne meiner Arme ruht.

Sie will ich dann das Glück der Liebe lehren,
Das weit hinauf in Himmelsfernen trägt,
Sowie von opferflammenden Altären
Die Lohe jauchzend zu den Sternen schlägt . . .

[74]

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