Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Wladimir Galaktionovich Korolenko: Sibirische Novellen - Kapitel 4
Quellenangabe
typenovelette
authorW. Korolenko
titleSibirische Novellen
publisherVerlag von Philipp Reclam jun.
translatorJulius Grünberg
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20070625
projectid2982d686
Schließen

Navigation:

Der Wald rauscht.

1.

Der Wald rauschte ...

Stets ging in jenem Walde ein Rauschen, so gleichmäßig, leise und feierlich, wie der Widerhall eines fernen Tones, so ruhig und trauervoll, wie ein sehnsuchtsvolles Lied ohne Worte, eine dunkle Erinnerung an die Vergangenheit. Er rauschte, der alte Kiefernwald, der noch unberührt war von Axt und Säge des Holzhackers. Hohe hundertjährige Tannen mit ihren mächtigen roten Stämmen standen wie ein Wall, hoch oben ein grünes, undurchdringliches Dach bildend. Unten war es still und stärkender Harzgeruch erfüllte die Luft; auf dem mit Nadeln übersäeten Boden wuchsen saftige Farne, üppig glänzend in ihrem satten Grün, ruhig und bewegungslos mit entfalteten Zweigen. In feuchterem Boden wuchs helles Gras. Der weiße Klee beugte sein schweres Haupt wie ermattet zur Erde – oben aber ging ein ununterbrochenes Rauschen, wie ein trauriges Seufzen des alten Waldes – und immer tiefer und lauter seufzte der Wald.

Ich fuhr auf einem Waldwege, und obgleich ich den Himmel nicht sehen konnte, merkte ich doch an dem Geflüster der Bäume, daß sich ein Gewitter zusammenziehe. Es war nicht mehr früh am Tage. Nur hier und da stahl sich durch die dichtstehenden Bäume, sie rötlich vergoldend, ein Strahl der untergehenden Sonne, grell sich abhebend vom hier herrschenden Dunkel.

Zum Abend bereitete sich ein Gewitter vor.

Für heute war also an Jagd nicht mehr zu denken; ich konnte froh sein, wenn ich ein schützendes Dach noch erreichte. Mein Roß stieß mit seinen Hufen auf vorstehende Wurzeln, die sich über den Weg schlängelten, es schnaubte und spitzte die Ohren, hinhorchend auf das dumpf ertönende Echo des Waldes und beschleunigte von selbst seine Schritte auf diesem bekannten Wege.

Da schlug ein Hund an. Zwischen den schon lichterstehenden Bäumen erscheint eine Mauer. Eine bläuliche Rauchwolke entsteigt dem Schornsteine und erhebt sich über das Grün der Baumkronen; ich erblicke eine baufällige Waldhütte mit altem Strohdache im Schatten der roten Stämme des Waldes. Sie scheint in die Erde zu wachsen, während die schlanken, hohen Tannen ihre Häupter stolz in den Himmel erheben. Mitten auf der Wiese steht eine dichte Gruppe junger Eichen.

Hier wohnen die steten Begleiter meiner Jagdausflüge, die Förster Sachar und Maxim. Jetzt scheinen sie beide nicht zu Hause zu sein, da niemand auf das Bellen des großen Hofhundes erscheint. Nur der Alte mit dem kahlen Haupte und dem weißen Schnurrbart sitzt auf der Bank und windet seine Bastschuhe. Sein Schnurrbart hängt ihm tief auf die Brust herunter, seine Augen sind trübe, als versuchte der Alte immerfort Bilder der Vergangenheit sich ins Gedächtnis zurückzurufen und vermöchte es nicht.

»Grüß Gott, Alter! Ist niemand zu Hause?«

»Niemand!« schüttelte der Alte sein Haupt. »Weder Sachar, noch Maxim ist daheim, und auch Motrja ist in den Wald hinausgegangen, um die Kühe zu suchen, die sich verlaufen haben; vielleicht hat sie auch der Bär überrascht. Ja, ja, niemand ist zu Hause!«

»Thut nichts; ich werde bei dir bleiben und warten.«

»Warte, warte!« nickt der Greis, und während ich den Zügel meines Pferdes über den Ast werfe, schaut er auf mich mit seinen schwachen, alten Augen. Ja, alt ist er, seine Augen wollen ihm nicht mehr gehorchen und auch die Hände zittern.

»Wer bist du, Herr?« fragt er, als ich mich auf die Bank setze. Diese Frage richtet er an mich bei meinem jedesmaligen Besuche.

»Weiß schon, weiß schon,« sagt er, seine Arbeit aufnehmend. »Alt und durchlöchert wie ein Sieb ist mein Gedächtnis und will nichts mehr halten. Derer, die schon lange tot sind, erinnere ich mich noch – o, noch recht gut; euch Neue vergesse ich aber immer. Bin schon zu alt ...«

»Lebst du schon lange hier im Walde?«

»O ja, schon lange, lange! Als die Franzosen ins Land kamen, war ich schon hier.«

»Da hast du viel gesehen und erlebt und kannst wohl manches erzählen.« Der Alte sieht mich erstaunt an.

»Gesehen? Ja, was denn? Den Wald? Und ihn Tag und Nacht, Sommer und Winter, rauschen gehört. Ich habe, wie jener Baum im Walde, ein Leben gelebt und es nicht gemerkt. Fürs Grab ist's nun schon Zeit, und wenn ich es so oft überdenke, Herr, so kann ich selbst nicht sagen, habe ich auf der Welt gelebt oder nicht ... Ja, vielleicht habe ich auch gar nicht gelebt!«

Der Rand der dunklen Wolke erschien über den Gipfeln der Bäume und zog sich über die Waldwiese hin; die Zweige der sie umschließenden Bäume bewegten sich rascher im Windzuge, und das Rauschen des Waldes ertönte einem dumpfen Accord gleich. Der Alte erhob sein Haupt und horchte.

»Ein Gewitter zieht auf,« sagte er nach kurzem Besinnen. »In der Nacht wird der Sturm wüten, Bäume mitten durchbrechen und sie entwurzeln. Der Herr des Waldes will spielen.«

»Woher weißt du denn das, Alter?«

»Ich weiß es, weil der Wald es sagt ... Er fürchtet sich auch. Sieh wie die Espe, dieser furchtsame Baum, ohne Unterlaß zittert, ohne daß ein Windzug ihn bewegt. Die Fichte im Walde rauscht leise; wenn sich aber ein Wind erhebt, so fängt sie an zu ächzen ... Doch das ist noch nichts. Höre mal hin! Zwar sind meine Augen schwach, doch höre ich noch gut. Die Eichen rauschen – dort auf der Wiese stöhnen sie, das prophezeit Sturm.«

Er hatte recht. Die Gruppe junger Eichen, die mitten auf der Waldwiese standen und durch die hohen Stamme des Waldes geschützt waren, bewegten ihre kräftigen Äste und erzeugten jenes hohle Geräusch, das so verschieden ist vom Rauschen der Kiefern.

»Hörst du, Herr?« fragte der Alte mit kindlichschlauem Lächeln. »Ich weiß es, wenn so die Eiche spricht, so will der Herr des Waldes in der Nacht kommen und spielen und Bäume brechen. Doch wird es ihm wohl nicht gelingen. Die Eiche ist ein kräftiger Baum, selbst seine Kraft könnte an ihr erlahmen.«

»Von welchem Herrn sprichst du denn; selbst sagtest du ja, daß ein Sturm aufzieht?«

Der Greis schüttelte sein Haupt, schlau lächelnd: »Wer sollte es denn wissen, wenn nicht ich? Jetzt sollen ja die jungen Leute nichts glauben, was man erzählt. Ich habe ihn aber gesehen, so wie jetzt dich, vielleicht noch besser, weil meine Augen damals noch ganz jung und scharf waren, nicht so, wie jetzt.«

»Wie hast du ihn denn gesehen? Erzähle, Alter!«

»Es war ganz so, wie jetzt: anfangs fingen die Tannen und Fichten an zu rauschen, zu klingen, zu seufzen und still ward es darauf – und dann seufzten sie wieder und wieder und stärker und klagender. Ihr Herr will sie ja in der Nacht zu Boden werfen. Dann fängt auch die Eiche an sich zu rühren, desto heftiger, je tiefer der Abend sich herabsenkt; nachts endlich fängt sie an zu ächzen und zu stöhnen, und da erscheint auch er selbst. Er läuft durch den Wald und lacht und weint und dreht sich im Sturme, tanzt und greift hohnlachend die Eichen an, um sie aus dem Boden zu reißen. Einmal blickte ich nun auch aus dem Fensterchen; das gefiel ihm nicht. Er kam an das Fenster herangelaufen und krach! – fing er an mit Tannenzapfen mich zu bewerfen. Fast hätte er mir das ganze Gesicht zerschlagen – der Kuckuck soll ihn holen! Ich bin auch nicht dumm und springe zurück – so, Herr, ärgert er sich.«

»Wie sieht er denn aus?«

»Ja, wie ein Weidenzweig im Sumpf; Haare wie von der Mistel und ebensolch ein Bart; seine Nase wie ein Ast; sein Gesicht schief und wie mit Flechten bewachsen. Pfui, wie häßlich er ist! Gott bewahre jeden Christen vor solchem Aussehen. Ein anderes Mal sah ich ihn im Sumpf, nah, ganz nah. Willst du ihn sehen, so komm im Winter her. Steige auf dem Berge auf den höchsten Baum, ganz auf den Gipfel, von da kann man ihn zuweilen sehen. Er geht wie ein weißer Stamm über den Wald hin und dreht sich und steigt vom Berge ins Thal. Da läuft er, läuft und verschwindet. Und wo er geht, bleibt hinter ihm eine Schneespur zurück. Wenn du mir nicht glaubst, kannst du's ja selber sehen!«

Der Alte war ins Plaudern gekommen. Das lebhafte Geflüster der Waldbäume und das drohende Gewitter schienen sein altes Blut in Wallung gebracht zu haben; er nickte mit dem Kopfe, lachte und blinzelte mit seinen alten Augen. Plötzlich zog ein Schatten über sein Gesicht. Er stieß mich an und sprach geheimnisvoll: »Weißt du, Herr, was ich dir sagen will? Freilich, der Alte ist zwar ein widerliches Geschöpf, das ist wahr, aber man muß nicht ungerecht sein – Böses thut er niemandem. Er liebt mit den Menschen zu scherzen, doch Böses thut er ihnen nicht.«

»Ja, du hast ja eben gesagt, er wollte dir das ganze Gesicht mit seinen Tannenzapfen zerschlagen.«

»Ja, freilich wollte er das. Ich habe durch das Fenster geblickt und das hatte ihn geärgert. Wenn man aber in seine Streiche und Spiele die Nase nicht hineinsteckt, so thut er nichts. So ist er, der Waldesherr! Weißt du, die Menschen im Walde thun manchmal viel Schlimmeres. Wahrhaftig, so ist es!«

Er senkte sein graues Haupt auf die Brust und brütete schweigend vor sich hin. Dann, wie er auf mich blickte, erglänzte in seinen Augen ein Strahl des wieder erwachten Gedächtnisses.

»Ich will dir erzählen, Herr, was im Walde sich ereignet hat ... Hier auf diesem selben Platze – noch erinnere ich mich alles dessen wie im Traum. Wenn aber der Wald zu rauschen beginnt – wird mir alles deutlich, als wäre es eben erst geschehen. Willst du, ich werde es dir erzählen?«

»Ja, ja, ich will; erzähle.«

»Nun, so höre.«


»Vater und Mutter starben mir als ich noch ein kleiner Junge war – sie ließen mich auf der Welt einsam und verlassen zurück. Alle, und auch der Gutsherr, überlegten nun, was sie mit mir armem Waisenknaben thun sollten. Da kam aus dem Walde der Förster Roman und sprach zum Dorfältesten: »Gieb ihn mir mit, ich will ihn aufziehen. Mir wird es nicht mehr so einsam im Walde sein, und er wird zu essen haben.« So sprach er und der Dorfälteste sagte: »Nimm ihn!« Seit der Zeit bin ich im Walde. Hier hat mich auch Roman großgezogen. Ein schrecklicher Mensch war er, behüte Gott einen jeden! ... Hoch von Wuchs, mit schwarzen Haaren und Augen, aus denen finster eine dunkle, menschenfeindliche Seele blickte, weil er sein ganzes Leben allein im Walde gehaust hatte. Das wilde Tier des Waldes soll ihm Bruder und Freund gewesen sein. Ein jedes Tier kannte er und fürchtete sich vor nichts; den Menschen aber ging er aus dem Wege und blickte sie nicht an. So war es, ich schwöre es. Wenn er mich einmal anblickte, überlief es mich kalt. Dennoch war er aber ein guter Mensch und gab mir gutes Essen – Grütze mit Speck, dann und wann auch eine Ente, wenn er eine geschossen hatte – mir war er ein guter Herr, das muß ich ihm lassen ...

2

So lebten wir denn beide, Roman und ich. Wenn er in den Wald ging, so schloß er mich ein, damit mich nicht ein Raubtier überfiele. Später gab man ihm die Oxana zum Weibe ...

Der Herr gab sie ihm. Ins Herrenhaus rief er ihn hin und sagte: »Hör mal, Roman, heirate!«

Und ihm erwiderte Roman: »Zum Henker, wozu in aller Welt habe ich ein Weib nötig? Was soll ich im Walde mit einem Weibsbilde anfangen, da ich doch schon einen Gehilfen habe? Ich will nicht heiraten.«

Er war nicht gewohnt, sich mit Frauenzimmern abzugeben, das war die ganze Sache. Na, der Herr war aber auch schlau! Wie ich mich dieses Herrn erinnere, so glaube ich, solche giebt es gar nicht mehr – sie sind ausgestorben. Nun, du, zum Beispiel, bist ja, wie man sagt, auch aus edlem Geschlecht, mag ja sein, aber dieses echte, dieses Herrenmäßige ist in dir gar nicht da.

Jener hatte es aber. Da will ich dir etwas sagen. Wie können doch auf der Welt Hunderte von Menschen einen einzigen Mann fürchten, vor einem einzigen zittern! Sieh mal: der Adler und das Huhn, beide kommen aus dem Ei – jener schwingt sich, kaum flügge, in die Luft, die er beherrscht, während dieses armselig wie ein Wurm auf der Erde kriecht – so auch der Edelmann und der einfache Mensch. Der Adler ist ein edler Vogel, das Huhn ein ganz gewöhnliches Wesen.

So kann ich mich noch aus meiner Jugend erinnern, wie einst gegen dreißig Bauern aus dem Walde dicke Baumstämme führten, und ihnen der Herr ganz allein, den Schnurrbart drehend, entgegengeritten kam. Das Pferd ging ruhig seines Weges, und er sah kaltblütig nach rechts und links. Kaum erblickten die Bauern den Edelmann, so begannen sie zu rennen und zu laufen, Pferde und Schlitten auf die Seite in den Schnee zu führen und die Mützen vom Kopfe zu ziehen. Stundenlange Arbeit im Schweiße ihres Angesichts brauchten sie später wieder, um die Baumstämme aus dem Schnee herauszuziehen, während der Herr wohlgemut weiter ritt. Er brauchte nur seine Augenbrauen zu bewegen, so zitterte der Bauer; er lachte und allen ward froh und frei ums Herz; er war verstimmt und alle gerieten in Furcht. Daß jemand dem Herrn widersprochen hätte, das wird wohl nie vorgekommen sein.

Nun war aber Roman im Walde aufgewachsen, kannte keine Umgangsformen, daher denn auch der Herr über ihn nicht ärgerlich wurde.

»Ich will, du sollst heiraten,« sagte der Herr, »das übrige ist meine Sache. Oxana soll dein Weib werden.«

»Nun, und ich will keine, und auch die Oxana nicht. Der Teufel selbst mag sie heiraten, ich aber nicht!«

Da ließ der Herr die Knute bringen, Roman wurde hingestreckt, und wieder fragte er ihn: »Willst du heiraten?«

»Nein,« erwiderte Roman.

»Los!« kommandierte der Herr.

Man schlug. Roman war zwar recht kräftig und abgehärtet, endlich aber wurde es auch ihm zu viel.

»Hol euch der Teufel, laßt mich los! Zum Henker, gebt sie mir lieber, als daß ein ordentlicher Kerl ihretwegen Schmerzen ertragen soll. Gebt sie her, ich will sie nehmen!«

Auf dem Gute wohnte ein armer Gast des Herrn, mit Namen Opanas. Er war gerade vom Felde zurückgekehrt, als man Roman zu seiner Ehe zu zwingen unternahm.

Als er von dem Unglück des Försters erfuhr, fiel er dem Herrn zu Füßen.

»Wozu, gnädiger Herr, einen Menschen mit Gewalt dazu bringen, was ich mit meiner ganzen Seele erstrebe. Gebt mir die Oxana zum Weibe!«

Er wollte sie selbst heiraten. Solch ein Mensch war der – ja wahrhaftig!

Da wurde Roman froh. Er stand auf und sagte: »Das ist gut! Weshalb bist du nur nicht früher gekommen? Und auch der Herr selbst? Er fragt nicht erst, ob sie jemand vielleicht willig nehmen will. So plötzlich nimmt er einen Menschen und läßt ihn schlagen. Ist das christlich? Pfui!«

Oho, zuweilen sagte er auch dem Herren ins Gesicht, was wahr war. Ja, mit ihm war auch nicht zu spaßen, ebenso wie der Herr, wenn er einmal verstimmt war, niemandem etwas hingehen ließ. Außerdem war der Herr auch schlau – er hatte noch etwas im Sinne ... Er ließ nochmals Roman die Knute geben.

»Ich will dir, du Esel, dein Glück geben, und du sträubst dich noch dagegen? Jetzt sitzt du immer allein wie der Bär in deiner Höhle und dich zu besuchen ist sogar langweilig ... Schlagt nur los auf diesen Schafskopf – so lange, bis er selbst »Genug!« ruft. Du aber, Opanas, geh zum Teufel! Lade dich nicht selbst zu Gaste, ohne geladen zu sein, sonst, passe auf, könnte dir noch dieselbe Speise verabreicht werden, die Roman zu schmecken bekommen hat!« Roman war indes böse geworden. He, he! Auf ihn hieb man tüchtig los, denn die Leute von früher verstanden mit der Knute umzugehen. Er lag still, so lang es ging, ohne »Genug!« zu rufen. Endlich spie er aus.

»Ihr sollt es nicht erleben, daß man einen ordentlichen Christenmenschen eines Weibes wegen mit der Knute unbarmherzig bearbeitet, ohne daß die Schläge auch nur gezählt würden. Daß eure Hände euch abfallen, ihr Hundesöhne! Gut, ich werde sie heiraten! ...«

Der Herr lächelte.

»So, das ist gut,« sagte er. – Wenn du auch auf deiner Hochzeit jetzt nicht wirst sitzen können, so wirst du doch wenigstens tanzen!«

Ein lustiger Herr war er – wahrhaftig, recht lustig! Nur später ging es ihm schlecht – Gott behüte einen jeden Christen davor. Wahrlich, ich wünsche niemandem so etwas, selbst nicht einem Juden ...

So heiratete denn Roman. Er brachte sein junges Weib in seine Hütte; anfangs schalt er sie und machte ihr die empfangenen Rutenstreiche zum Vorwurfe.

»Du,« sagte er, »bist es nicht wert, daß man deinetwegen einen Menschen dermaßen mißhandelt!« Wann immer er aus dem Walde nach Hause kam, trieb er sie aus der Hütte.

»Fort! Ich brauche kein Weib in der Hütte! Daß auch keine Spur von dir da ist! Ich liebe nicht, wenn ein Weib bei mir in der Hütte schläft!«

Mit der Zeit gewöhnte er sich aber. Oxana hielt die Hütte rein und in Ordnung, ordnete das Geschirr, daß alles nur so glänzte und sich das Herz im Leibe freute. Roman sah, daß es ein gutes Weib war und gewöhnte sich an sie. Ja, er gewöhnte sich nicht nur an sie, sondern gewann sie auch lieb. Wahrhaftig, ich lüge nicht! So war's mit Roman. Als er sich ordentlich an sein Weib gewöhnt hatte, sagte er: »Besten Dank schulde ich doch meinem Herrn, daß er mich das Gute erkennen gelehrt hat. Und ich bin auch so recht dumm gewesen, mußte erst so bitter die Knute kosten, um etwas anzunehmen, was doch wahrhaftig nicht schlecht ist. Ja, sogar so gut, so gut!«

So verging eine Zeit, ich weiß nicht, wie lange. Oxana fühlte sich unwohl, legte sich hin und begann zu stöhnen. Abends war sie krank geworden und als ich des Morgens aufwachte, höre ich jemand mit dünner Stimme quieken. »Aha,« denke ich, »da wird wohl ein ›Kleines‹ angekommen sein!« Und so war es auch.

Nicht lange lebte es – von diesem Morgen bis zum selben Abend; da hörte es auch auf zu schreien. Oxana weinte und Roman sagte ihr: »Da ist es nun aus mit dem Kinde, es ist nicht mehr bei uns, und weil es nicht da ist, brauchen wir auch nicht den Priester – hier im Walde wollen wir es begraben.«

So sprach Roman, und er sprach nicht nur so, er that auch, wie er gesprochen hatte, grub ein Grab und beerdigte das Kleine. Da steht ein Baumstumpf, vom Blitze zerbrochen, unter ihm hat damals Roman das Kleine begraben ... Und nun, höre auch, was ich dir noch sagen werde: bis zum heutigen Tage noch, wenn die Sonne untergeht und über dem Walde hell die Sterne leuchten, fliegt ein kleines Vögelchen um den Baum und singt sein Liedchen – so traurig, daß es mir das Herz rührt. Das ist nun die Seele des ungetauften Kindes, das um ein Kreuz bittet. Man sagt, daß jemand, der in den Büchern zu lesen versteht, ihr Ruhe geben kann, auf daß sie nicht mehr so unruhvoll umherfliege ... Wir leben hier im Walde und kennen nichts. Sie fliegt, fleht, und wir können ihr nur sagen: fliege, fliege arme Seele – nichts können wir für dich thun!« Dann weint sie und fliegt weg und fliegt doch wieder her. Wie schmerzt mich mein Herz dieser armen Seele wegen!

Als Oxana genesen war, ging sie täglich an dieses Grab. Sie saß und weinte, und häufig so laut, daß man ihre Stimme durch den ganzen Wald hörte. Um ihr Kind vergoß sie diese Thränen; Roman hatte es nicht geliebt, Oxana aber wohl. Zuweilen, wenn er aus dem Walde heimkehrte, stellte er sich neben Oxana und sagte zu ihr: »Schweige doch endlich still, thörichtes Weib du! Lohnt es sich auch! Ein Kind ist tot, Gott wird ein anderes geben! Und vielleicht auch ein besseres. Jenes ist vielleicht nicht einmal meines gewesen, ich weiß es ja nicht. Dieses aber wird meines sein!«

Wenn er so sprach, hörte Oxana es nicht gern. Sie hörte auf zu weinen und schalt ihn heftig. Doch Roman wurde nicht böse.

»Und was schiltst du denn? Ich habe ja gar nichts Schlimmes gesagt, nur daß ich's doch nicht wissen kann. Ich kann es nicht wissen, wohntest du doch früher nicht bei mir, nicht im Walde, sondern dort in der Welt mit den anderen Menschen zusammen. Wie also kann ich's denn wissen? Jetzt lebst du im Walde, jetzt ist's gut. Mir hat nur das alte Weib, die Theodosia, im Dorfe gesagt: »Wie kommst du, Roman, so früh zu einem Kinde?« »Woher soll ich's denn wissen, ob früh ob spät ... antwortete ich ihr. – Nun, und du hör mal auf, zu schelten, sonst werde ich böse und könnte dich schlagen.«

Sie schalt und schalt und hörte doch endlich auf. Sie schalt ihn und gab ihm bisweilen auch einen Schlag auf den Rücken; wurde er aber einmal böse, dann wurde auch sie ganz still. Sie fürchtete sich vor ihm. Sie küßt, umarmt ihn, sieht ihm in die Augen – dann wird auch Roman wieder ruhig. Denn siehst du, Herr, du wirst es vielleicht auch nicht wissen, ich aber, obgleich ich nie verheiratet war, sah in meinen Leben manchmal: süß küßt ein junges Weib, den bösesten Mann kann es begütigen. O ja – ich weiß es wohl, wie diese Weiber sind.

Oxana nun war ein schönes, glattes Weib, wie ich ein solches nie mehr gesehen habe. Auch die Weiber sind jetzt nicht mehr dieselben, wie früher.

3.

Da ertönte einmal im Walde ein Horn: Tra, tra, ta, ta, ta! So ergießt sich's durch den Wald hell und voll! Ich war damals ein kleiner Junge und wußte nicht, was das zu bedeuten habe. Ich sehe, wie die Vögel sich aus ihren Nestern erheben, die Flügel ausbreiten, schreien; hier und da erscheint auch ein Hase und springt schnell über den Weg. Da dachte ich mir erst, es müsse ein besonderes Tier sein, welches solche schöne Töne von sich gebe. Das war aber kein Tier, sondern der Gutsherr zu Pferde, der durch den Wald ritt und das Horn blies. Hinter ihm sein Gesinde mit den Hunden an der Koppel – am schönsten Opanas in seinem blauen Rocke, seine Mütze mit goldener Decke, sein Pferd spielt unter ihm, die Jacke glänzt auf seinem Rücken und die Laute hängt an einem Bande an seiner Seite.

Der Herr liebte den Opanas, weil er so schön die Laute schlagen und Lieder singen konnte. Und schön war er, dieser Opanas, o, sehr schön! Wo konnte sich mit ihm der Herr vergleichen, der schon grau und kahlköpfig war, mit roter Nase und mit Augen, die zwar lustig blitzten, aber doch nicht so waren, wie die des Opanas. Wenn Opanas mich zuweilen ansah, mich, den kleinen Jungen, so lachte mein Herz, ob ich doch kein Mädchen war. Man sagte, daß der Vater und die Ahnen des Opanas freie Kosaken waren, die ja alle schön und stattlich sind. Und überlege dir's nur selbst: auf schnellem Roß mit spitzer Lanze durchs Feld zu jagen oder im Walde mit der Axt Bäume zu fällen – das ist nicht dasselbe.

Ich lief hinaus aus der Hütte und sah wie der Herr angeritten kam und sein Roß anhielt. Das Gefolge stand beiseite. Roman war auch aus der Hütte getreten und hielt ihm den Steigbügel. Er stieg ab und Roman beugte sich vor ihm zur Erde.

»Grüß Gott! Bist du gesund?« fragte er den Roman.

»Ja, danke, ich bin schon gesund, was soll mir denn fehlen! Wie befinden sich Ew. Gnaden?«

»Na, Gott sei Dank, daß du wohl bist. Was macht dein Weibchen? Wo ist es denn?«

»Wo soll es denn sein? In der Hütte natürlich.«

»Nun, so wollen auch wir mal eintreten,« sagte der Herr. »Ihr legt mal so lange einen Teppich aus,« wandte er sich an das Gefolge, »und bereitet alles vor, um auf das Wohl des jungen Paares zu trinken.«

So traten sie denn in die Hütte: der Herr und Opanas und Roman mit der Mütze in der Hand hinter ihnen, und auch Bogdan, der älteste Knecht, ein treuer Diener seines Herrn.

Auch solche Diener giebt es nicht mehr auf der Welt: ein alter Mann war er, streng mit dem Gesinde, furchtsam wie ein Hund vor dem Herrn. Er hatte niemand auf der Welt, als seinen Herrn. Man erzählte von ihm, daß er, als sein Vater und seine Mutter gestorben waren, den alten Gutsherrn um die Erlaubnis gebeten habe, zu heiraten; das habe dieser nicht zugelassen, sondern ihn dem jungen Herrn beigesellt. »Der,« sagte er, »soll dir Vater, Mutter und Weib sein.« So hat ihn Bogdan denn erzogen und gepflegt, hat ihn reiten und mit der Büchse schießen gelehrt. So wuchs dieser heran und begann sein Gut zu bewirtschaften. Immer war ihm Bogdan zur Seite wie ein Hund. Ich will dir Wahrheit sagen: Viele haben diesen alten Bogdan verwünscht, viele Thränen liegen auf seinem Gewissen, und alles that er doch nur seines Herrn wegen. Ein Wort seines Herrn und er wäre imstande gewesen, den ersten besten abzuschlachten – ja, seinen eigenen Vater.

Ich folgte ihnen in die Hütte, natürlich war ich neugierig. Wohin der Herr ging, dahin ging auch ich.

Da sah ich ihn mitten in der Hütte stehen und seinen Bart glätten und lachen. Roman war auch hier und mit der Mütze in der Hand, während Opanas sich an die Wand lehnte – gebeugt, wie eine hohe Eiche im Sturm. Finster und zornig still ...

So wandten sich alle drei an Oxana. Nur der alte Bogdan setzte sich auf die Bank und wartete der Befehle seines Herrn. Oxana stellte sich zum Ofen, die Augen zu Boden gesenkt, rot wie mit Glut übergossen, als ob sie fühlte, daß sie Unglück über andere bringen würde. Und das, Herr, muß ich dir auch sagen: wenn drei Männer auf ein Weib blicken, so kann daraus nichts Gutes entstehen; ich weiß es, hab' es ja gesehen.

»Nun, Roman, habe ich dir eine gute Frau verschafft?« fragte lächelnd der Herr.

»Eine Frau, wie eine jede andere,« antwortete er.

Da zuckte Opanas die Achseln, blickte auf Oxana und bemerkte: »Ein Weib, doch nicht für solch einen Tölpel, wie du!«

»Inwiefern scheine ich Ihnen, Herr Opanas, denn solch ein Tölpel zu sein?«

»Insofern bist du ein Tölpel, als du dein Weib nicht zu hüten verstehst,« erwiderte Opanas.

Das sagte er ihm. Der Herr stampfte sogar mit dem Fuße, und Bogdan schüttelte seinen Kopf; Roman überlegte einen Augenblick, blickte dann fest auf den Herrn und sagte mit erhobenem Haupte: »Vor wem soll ich sie denn hüten?« sprach er, immer noch auf den Herrn blickend. »Außer den wilden Tieren des Waldes kommt hierher zu mir doch kein Teufel, nur zuweilen noch der gnädige Herr. Vor wem soll ich denn mein Weib hüten? Ich rate dir, Kosak, mich nicht zornig zumachen, sonst könnte es dir schlecht ergehn!«

Und wirklich, es hätte auch so geschehen können, hätte sich nicht der Herr eingemischt; er stampfte mit dem Fuß und sie schwiegen.

»Schweigt, ihr Teufelskinder! Wir kamen nicht hierher, um zu sehen, wie ihr euch prügelt. Aufs Wohl des jungen Paares wollen wir trinken und dann zum Abend, im Moore jagen gehen. Nun, kommt!«

Sich umwendend, verließ er die Hütte; ihm folgte Bogdan, während Opanas den Roman im Flur aufhielt und mit ihm sprach; draußen hatte das Gefolge inzwischen den Aufbiß vorbereitet.

»Sei nur nicht böse, Bruder,« wandte Opanas sich an Roman, »höre zu, was dir Opanas sagen will. Hast du gesehen, wie ich den Gutsherrn fußfällig gebeten, er solle Oxana mir zum Weibe geben. Doch, Gott mit dir, Mann! Du bist ihr angetraut – das Schicksal hat es also bestimmt. Doch das will und kann ich nicht dulden, daß jener gierige Teufel dich und sie zum Narren hält und mit euch sein nichtswürdiges Spiel treibt. Niemand, niemand weiß es, was mir auf dem Herzen ruht. Lieber will ich ihn und sie mit eigener Hand in die feuchte Erde betten ...«

Roman blickte auf den Kosaken und fragte: »Sage, Kosake, sprichst du nicht im Wahn?«

Ich weiß nicht, was darauf Opanas dem Roman ins Ohr geflüstert hat, nur hörte ich, wie dieser jenem auf die Schulter geklopft hat.

»Wie bitter schlecht doch die Menschen auf der Welt sind, und ich, ich Blinder, wußte nichts davon in meinem dunklen Walde! Herr, Herr, du hast böses Unheil auf dein Haupt herabbeschworen!«

»Geh jetzt,« sagte Opanas, »und verrate mit keinem Blicke, was du auf dem Herzen hast – am wenigsten vor Bogdan. Du bist nicht schlau genug für diesen schlauen herrschaftlichen Hund. Höre also, trinke nicht zu viel vom Feuertranke, und wenn dich dein Herr in das Moor sendet und selbst wird zurückbleiben wollen, so führe das Gefolge bis zur alten Eiche und zeige ihnen den Weg, du selbst kehre aber zurück, so schnell du nur kannst.«

»Gut,« sagte Roman, »ich will auf die Jagd gehen und mein Gewehr laden, doch nicht mit Pulver für den Vogel, sondern mit schwerer Kugel für den Bären.«

Sie traten hinaus. Der Herr saß schon auf dem Grase, ließ sich die Flasche mit dem Glase reichen, das er selbst vollgoß und Roman hinreichte. Schön waren die herrschaftliche Flasche und das Glas, doch schöner noch der Trank. Ein volles Glas erfreut das Herz, ein zweites öffnet Herz und Mund und beim dritten kann ein des Trinkens ungewohnter Gast sich nicht mehr auf den Füßen halten und muß unter den Tisch fallen, wenn nicht sein Weib ihn auf das Lager legt.

O, schlau war der Herr! Betrunken wollte er den Roman machen mit seinem Feuertrank, doch gab es keinen Trank, der den Roman hätte bezwingen können. Ein Glas trank er, ein zweites, drittes – und nur seine Augen blitzen, wie beim Wolfe, und sein schwarzer Schnurrbart zitterte. Der Herr sogar war ärgerlich geworden.

»Sieh mal an, wie tapfer der Teufelssohn trinken kann, ohne mit dem Auge zu zwinkern! Einem anderen wären schon längst die Thränen über die Backen gelaufen, er aber – seht hin, Leute! – lacht.«

»Weshalb soll ich denn weinen?« erwiderte ihm Roman, »das wäre sogar schlecht von mir. Zu mir kam der gnädige Herr zu Besuch, um mir zuzutrinken, und ich sollte weinen, wie ein altes Weib! Ich habe, Gott sei Dank, keinen Grund zu weinen, lasse lieber meine Feinde weinen ...«

»So bist du also zufrieden?«

»Weshalb soll ich denn unzufrieden sein?«

»Kannst du dich noch entsinnen, als man dich mit der Rute zur Heirat zwingen mußte?«

»Warum nicht gar? Sage ich's ja auch selbst, daß ich ein Tölpel war, der das Schlechte vom Guten nicht unterscheiden konnte und nicht wußte, was süß ist. Bitter ist die Knute, und doch liebte ich sie mehr als das Weib. Euch habe ich dafür zu danken, daß ich das Süße kennen gelernt habe.«

»Schon gut, schon gut!« erwidert ihm der Herr. »Deshalb thu mir auch einen Dienst; geh mal mit meinen Leuten ins Moor und schieße mir einige Vögel, doch jedenfalls besorge mir einen Auerhahn.«

»Und wann wollt Ihr uns, gnädiger Herr, in das Moor schicken?«

»Wir wollen noch eins trinken, und Opanas wird uns dann ein Lied singen – dann geht mit Gott!«

Roman blickte auf den Himmel und erwiderte dem Herrn: »Das ist nicht recht. Es ist nicht mehr früh und das Moor weit, dann heult der Wind auch noch durch den Wald und ein Gewitter zieht auf. Wie soll ich jetzt solch einen vorsichtigen Vogel treffen?«

Doch der Herr war schon berauscht und böse. Als er bemerkte, wie unter seinen Leuten sich ein Gerede erhob: Roman habe recht, ein starkes Gewitter ziehe auf – so wurde er ärgerlich und geriet in Zorn. Er stieß sein Glas geräuschvoll auf den Tisch, und alles wurde still.

Nur Opanas erschrak nicht. Er war auf den Wunsch des Herrn mit seiner Laute vorgetreten und, sie stimmend, blickte er auf ihn und sprach: »Herr, überlegt doch! Wo hat man das gesehen, daß man spät nachts, und noch dazu im Sturm, Leute in den dunkeln Wald schickt, um Vögel zu schießen?«

So kühn war er! Die anderen, des Herrn Leibeigene, waren natürlich furchtsam; er aber war ein freier Mann, den als kleines Kind ein Kosak, ein Lautenspieler, in diese Gegend mitgebracht hatte. Denn dort in seiner Heimatstadt waren die Leute unruhig geworden, und hatten ihm, dem alten Kosaken, die Augen ausgestochen, Ohren und Nase abgeschnitten und ihn betteln gehen lassen. So war er denn durch Feld und Wald, durch Stadt und Land gezogen und war auch zu uns mit seinem kleinen Führer, dem Opanas, gekommen. Der alte Gutsherr hatte ihn zu sich genommen, da er schöne Lieder liebte. Der junge Herr hatte ihn auch lieb und ließ ihm manches Wort hingehen, für das ein anderer die Knute schon hätte kosten müssen.

So auch jetzt. Zornig war er geworden, und man glaubte schon, er würde den Kosaken schlagen, doch gleich darauf sprach er ruhig zu ihm: »O, Opanas, du bist doch sonst recht klug, doch scheinst du es nicht zu wissen, daß man seine Finger und seine Nase nicht zwischen die Thür stecken soll!«

4.

So sprach er und der Kosak verstand ihn und erwiderte ihm nur mit einem Liede. Daß doch der Herr dieses verstanden hätte – seine Leute hätten nicht über seiner Leiche weinen müssen.

»Dank, Herr, für die Lehre!« sagte Opanas, »ich will dir ein Lied singen, höre also!«

Und er schlug die Saiten der Laute, dann blickte er hinauf zum Himmel, wo der Adler seine Kreise zog und der Wind die finstern Wolken vor sich trieb. Er horchte, lauschte, wie die mächtigen Fichten rauschten ...

Und wieder schlug er die Saiten der Laute.

O, Herr, daß du nicht das Spiel des Opanas hast hören können! Jetzt wirst du so etwas nimmermehr zu hören bekommen. Das Lautenspiel ist zwar kein schwieriges Kunststück, und doch – wie erklingt die Laute unter den Händen eines kundigen Mannes! Er läßt die Finger über ihre Saiten gleiten, und alles findet in seinem Spiel einen Ausdruck: das Rauschen des finstern Kiefernwaldes, das Wehen des Windes im hohen Grase der Steppe und das Flüstern des Grases auf dem hohen Grabe des tapfern Kosaken – alles, alles!!

Nein, Herr, echtes rechtes Spiel wirst du nicht mehr hören. Verschiedene Leute fahren jetzt umher, die überall gewesen sein sollen – doch unsere Lautenspieler sind es nicht; man sagt auch, die seien ganz ausgestorben. Bei mir in der Hütte hängt an der Wand noch eine alte Laute, auf der mich Opanas selbst hat spielen gelehrt – doch ich habe es niemanden lehren können, und so wird diese Kunst wohl mit mir zu Grabe getragen werden. Und das wird bald sein. Wenn ich gestorben sein werde, so wird auf der großen weiten Welt wohl nirgends mehr die Laute ertönen ...

Da sang Opanas sein Lied mit leiser Stimme. Er hatte keine laute Stimme; nachdenklich und traurig waren seine Lieder, die sich ins Herz so mächtig ergossen. Das Lied, das der Kosak jetzt sang, mag er wohl selbst für den Herrn gedichtet haben – ich habe es später nie mehr gehört, und wie oft ich auch Opanas später gebeten habe, es mir wieder einmal zu singen – er hat es niemals mehr gethan. »Der, für den ich dies Lied gesungen,« erwiderte er mir stets, »ist nicht mehr da!«

In jenem Liede sagte er dem Herrn die volle Wahrheit, was ihm beschieden sei, und dieser weinte; Thränen flossen über seine Wangen, und doch verstand er nichts vom Liede.

Ich entsinne mich nicht mehr ganz der Worte; nur einiges habe ich behalten. Er sang von dem »Pan« (Herrn), dem »Johann«:

»O Pan, Herr Johann! ...
Klug bist du, und weißt so viel,
Weißt, daß der Falke am Himmel fliegt und den Raben schlägt.

O Pan, Herr Johann! ...
Und doch weißt du's nicht.
Wie sich's in der Welt doch so häufig begiebt:
Daß beim Nest auch der Rabe den Falken erschlägt ...«

Als wäre es gestern, so lebhaft erinnere ich mich noch des Liedes und der Menschen, die es damals mit anhörten. Da steht der Kosak mit der Laute, der Herr sitzt auf dem Teppich, den Kopf gesenkt und weint, das Gefolge rund umher steht in einen Haufen gedrängt, einander mit dem Ellenbogen anstoßend, der alte Bogdan schüttelt das Haupt.

Und dabei rauscht der Wald, so wie jetzt, leise lispelt die Laute und der Kosak singt, wie die Gattin, den Pan, den Johann, beweint.

»Und sie weint, die Gattin, sie weint
Und zu Häupten des Pan, des Johann,
krächzt heiser der Rabe sein Lied!«

Der Herr hatte das Lied nicht verstanden, er trocknete die Thränen und sagte: »Nun, Roman, schnell auf den Weg, auf die Pferde. Auch du, Opanas, reite mit ihnen, genug mit deinen Liedern! – Schön war das Lied, doch niemals kommt so etwas vor auf der Welt!«

Das Herz war dem Kosaken weich geworden, die Augen trübe.

»O Herr, Herr,« sagte er ihm, »bei uns sagen die alten Leute: ›in Lied und Sage ruht Wahrheit. Nur ist in der Sage die Wahrheit hart wie das Eisen, das seit Jahrhunderten von Hand zu Hand gewandert und gerostet ist, im Liede ist sie wie lauter Gold,‹ so sagen die alten Leute.«

Der Herr winkte ab mit der Hand: »Vielleicht ist's so bei euch. Bei uns ist's jedenfalls nicht so« ... Geh, geh, Opanas, du langweilst mich!«

Da blieb der Kosak einen Augenblick stehen, dann fiel er vor ihm auf die Knie.

»Höre mich, Herr! Setze dich auf dein Roß und eile nach Hause zu deinem Weibe – es naht dir Schlimmes, mein Herz ahnt es!«

Da ward der Herr böse und stieß den Kosaken von sich mit dem Fuße, wie einen Hund.

»Fort von mir! Du bist ein altes Weib und kein Kosak. Fort von mir, sonst geht's dir schlimm! Und ihr, was steht ihr denn, Lumpengesindel? Oder bin ich nicht mehr Herr über euch? Ich will euch etwas zeigen, was eure Väter von den meinen noch nicht gesehen haben!«

Opanas erhob sich von der Erde, finster wie eine dunkle Gewitterwolke, und warf Roman einen Blick zu. Dieser stand zur Seite, auf sein Gewehr gelehnt, kalt und teilnahmlos.

»Nun sie weint, die Gattin, sie weint
Und zu Häupten des Pan, des Johann,
Krächzt heiser der Rabe sein Lied.«

Der Kosak ergriff stumm seine Laute und schlug mit ihr mächtig an einen Baum, daß sie zersplitterte – und nur ein leises Stöhnen ging durch den Wald.

»Der Teufel selbst mag Leute lehren und solchen raten, die eine verständige Warnung in den Wind schlagen – du brauchst wohl keinen treuen Diener mehr, Herr!«

Bevor der Herr noch zu antworten Zeit gefunden, hatte sich Opanas aufs Pferd geschwungen und war fortgeritten. Die Jäger setzten sich auch auf ihre Rosse, während Roman sein Gewehr über die Schulter warf und fortschritt, indem er nur Oxana auf dem Wege zurief: »Lege den Kleinen zu Bett, Oxana! Er soll schlafen gehen und auch dem Herrn bereite ein Lager!«

Bald waren sie alle auf dem Wege nach dem Moor im Walde verschwunden, der Herr war in die Hütte getreten; sein Roß stand an den Baum gebunden. Es begann schon zu dunkeln, nur im Walde rauschte es und der Regen plätscherte – ganz so wie jetzt. Mich brachte Oxana auf dem Heuboden zu Bett und segnete mich mit dem heiligen Kreuzeszeichen zur Nacht ...

Da hörte ich sie weinen! Nichts, gar nichts habe ich kleiner Junge damals verstanden, was um mich her vorging. Zusammengekauert lag ich auf dem Heu und lauschte, wie der Sturm sein Lied pfiff, bis ich einschlief.

Da – plötzlich hörte ich Schritte. Jemand trat zum Baum und band das Pferd los; es schnaubte, schlug mit den Hufen auf, und bald verstummte im Walde das Geräusch aufschlagender Hufe.

Da hörte ich wieder jemand durch den Wald der Hütte zujagen. Man kam angeritten, sprang aus dem Sattel zur Erde und wandte sich zum Fenster.

»Herr, Herr!« hörte ich die Stimme des alten Bogdan. »Herr, öffne schnell! Der Kosak führt Schlimmes im Sinne – er hat dein Roß in den Wald gejagt!«

Kaum hatte der Alte geendigt, als ihn jemand ergriff. Ich erschrak, da ich jemand fallen hörte.

Der Herr öffnete die Thür und trat mit dem Gewehr bewaffnet heraus, als Roman ihn ergriff und zu Boden warf ...

Da sah er, daß ihm Schlimmes bevorstand, und sprach: »Laß ab, Roman! So gedenkst du des Guten, das ich dir that?«

Roman aber entgegnete ihm: »Ja, wohl gedenke ich des Guten, das du mir und meinem Weibe erwiesen hast, und will es dir auch vergelten!«

Der Herr sprach weiter: »Hilf du nun, Opanas, mein treuer Diener. Ich habe dich so geliebt, wie meinen eigenen Sohn!«

»Und hast doch deinen treuen Diener wie einen Hund von dir gestoßen. Geliebt hast du mich, wie die Peitsche den Hund liebt und jetzt liebst du mich, wie der Hund die Peitsche ... Auch ich lag vor dir im Staube und habe gefleht und gebettelt ...«

Da begann der Herr auch Oxana zu bitten: »Hilf du mir, Oxana, dein Herz ist weich!«

Oxana schlug schluchzend die Hände über dem Kopfe zusammen: »Auch ich lag dir zu Füßen und bat und flehte, mir meine Unschuld zu lassen und die Treue meinem Manne, mich nicht ehrlos zu machen. Du hast mich nicht erhört, und jetzt – jetzt bittest du selbst ... o, wie bin ich elend und unglücklich!«

»Laßt ab,« rief er nochmals, »ihr werdet um meinetwillen alle in Sibiriens Eisfeldern verfaulen!«

»Sorge dich nicht um uns,« entgegnete Opanas. »Roman wird noch vor deinen Leuten im Moore angelangt sein, während ich allein auf der Welt bin. Um mich wird niemand trauern. Ich werfe mein Gewehr über die Schulter und gehe hinein in den Wald ... Will mir Freunde werben und den Wald zu unserem Wohnsitz machen. Nur nachts wollen wir auf die Landstraße hinaustreten, und wenn wir ins Dorf kommen, soll unser erster Gang den herrschaftlichen Scheunen gelten. He, Roman, hilf mir, den gnädigen Herrn mal hinaustragen!«

Da wehrte er sich und schrie, doch Roman brummte nur finster etwas vor sich hin und der Kosak lächelte. So traten sie hinaus.

Ich bekam Angst und eilte in die Hütte in den Schoß Oxanas. Da saß sie bleich und weiß wie die Wand ...

Im Walde aber heulte der Sturm; die Fichten ächzten und der Wind pfiff, das schreckliche Rollen des Donners fast übertönend. So saßen wir, Oxana und ich, auf der Bank. Da hörte ich ein leises Stöhnen im Walde und so um Erbarmen flehend, daß es mir durchs Herz schnitt und noch jetzt am Herzen nagt, wenn ich daran denke – und doch sind schon viele Jahre seitdem vergangen.

»Oxana,« sagte ich, »mein Täubchen, wer seufzt denn so im Walde?«

Sie ergriff mich am Arme und flüsterte, mich wiegend: »Schlaf, Kind! Es ist nichts! Es rauscht der Wald.«

Und er rauschte auch wirklich, er rauschte schrecklich ...

So saßen wir noch einige Zeit, da hörte ich es wie das Echo eines Schusses durch den Wald rollen.

»Oxana,« fragte ich, »wer schießt denn jetzt im Walde aus der Flinte?«

Sie aber wiegte mich noch immer und sprach: »Schweig, Kind, schweig. Das ist der Donner Gottes im Himmel.«

Und sie weinte und drückte mich an ihren Busen und wiegte mich: »Das Rauschen des Waldes ist's, Kind; nur der Wald rauscht, er rauscht.

So lag ich auf ihren Armen und schlief ein ...

Des Morgens aber, Herr, als ich erwachte, sah ich Oxana allein, angekleidet in der Hütte schlafen, und so erinnerte ich mich dessen, was geschehen war, und hielt es für einen Traum.

Und doch war's kein Traum, kein Traum; es war bittere Wahrheit. Ich lief aus der Hütte heraus, in den Wald hinein, doch hier zwitscherten fröhlich die Vögel und der Thau glänzte in tausend Farben an den Gräsern. Ich lief zum Gebüsch, da – lagen der Herr und sein Diener – der Herr ruhig und bleich, der Diener grau wie eine Taube und finster, als wäre er noch lebend. Auf der Brust sah man beim Diener und beim Herrn Blut.

– – »Nun und was geschah mit den anderen?« fragte ich, als ich sah, daß der Alte schwieg und sein Haupt auf die Brust sinken ließ.

»So geschah es, wie Opanas schon gesagt hatte. Er selbst lebte noch lange im Walde, und nur des Nachts erschien er auf dem großen Wege und auf den herrschaftlichen Gütern. Solch ein Leben war ihm vom Schicksal vorher bestimmt worden. Die Eltern waren Räuber gewesen, und auch er wurde es. Mehr als einmal ist er auch zu uns gekommen, Herr, doch gewöhnlich, wenn Roman nicht zu Hause war. Er kam, saß und spielte und sang zur Laute. Wenn er aber mit den anderen Gesellen erschien, nahmen Roman und Oxana sie immer auf. Und aufrichtig gesagt, es ward auch so manche Sünde hier begangen.

Da werden bald wohl Sachar und Maxim aus dem Walde zurückkommen – schau mal hin auf sie: ich habe ihnen zwar nie etwas gesagt; wer aber Roman und Oxana gekannt hat, der wird gleich sagen, wem von den beiden sie ähnlich sind, obgleich sie nicht mehr die Söhne, sondern die Enkel jener Leute sind.

Solche Sachen geschahen in meinem Leben hier im Walde. Doch der Wald rauscht stark; es wird gewittern.«

 

Die letzten Worte der Erzählung kamen aus dem Munde des Greises müde heraus. Seine Erregung war offenbar vergangen und löste sich jetzt durch eine starke Ermattung ab: die Zunge gehorchte nicht mehr, der Kopf zitterte und die Augen thränten.

Der Abend war schon angebrochen, im Walde war es dunkel, es wogte am Wege wie ein bewegtes Meer. Die dunklen hohen Kronen wallten und wogten, wie die schäumenden Wellen im Sturm.

Das frohe Gebell des Hundes zeigte die Rückkehr der Herren des Hauses an. Beide Förster kamen eilig in die Hütte geschritten, und hinter ihnen atemlos Motrja, welche die verloren gegangene Kuh in den Stall trieb. Unsere Gesellschaft war vollzählig.

Nach einigen Minuten saßen wir in der Hütte; im Ofen brannte ein lustiges Feuer und Motrja bereitete das Abendessen.

Obgleich ich früher schon mehr als einmal Sachar und Maxim gesehen hatte, blickte ich jetzt doch mit besonderem Interesse sie an. Das Antlitz Sachars war dunkel, die Augenbrauen über der Nasenwurzel unter der niedrigen Stirn verwachsen, die Augen blickten finster, obgleich die Gesichtszüge auf Gutmütigkeit mit Kraft gepaart hindeuteten. Maxim blickte mit freiem, lieblich lächelndem Blick seiner grauen Augen; zuweilen schüttelte er seine braunen Locken und sein frohes, freies Lachen wirkte ansteckend.

»Nun, was hat Ihnen der Alte erzählt, wohl die Sage von unserem Großvater?« fragte Maxim.

»Ja,« sagte ich.

»Er ist immer so! Beginnt nur der Wald zu rauschen, so erinnert er sich der Vergangenheit. Jetzt wird er die ganze Nacht nicht einschlafen können.«

»Er ist ganz kindisch,« sagte Motrja, ihm die Suppe eingießend.

Der Alte schien nicht zu verstehen, daß von ihm die Rede war; er war ganz schwach geworden, zuweilen lächelte er ausdruckslos, mit dem Haupte nickend; nur wenn der Wind von außen auf die Thür eindrang, begann er unruhig zu werden und zu lauschen und mit erschrockenem Gesichtsausdruck auf etwas hinzuhorchen. Bald war in der Waldhütte alles verstummt. Düster leuchtete die Öllampe und die Hausgrille zirpte ihren eintönigen Gesang ...

Im Walde schienen Tausende gewaltiger Stimmen miteinander zu reden, dumpf und undeutlich einander zuzuflüstern in der sie umgebenden Dunkelheit. Eine schaurige Kraft schien dort in der Dunkelheit laute Abstimmung zu halten und die einsame, verlassene Hütte überfallen zu wollen. Von Zeit zu Zeit wurde dieses schaurige Geflüster lauter, mächtiger, gewaltiger; dann erzitterte die Thür, als dringe jemand von außen auf sie ein, und im Schornstein pfiff der Nachtsturm eine grausige Melodie. Dann verstummten wieder die Windstöße, eine unheimliche Stille bedrückte das Herz, bis sich wieder der Sturm erhob, mächtiger, stärker noch als früher ...

Ich war ein wenig eingeschlummert, doch schlief ich, glaube ich, nicht lange. Der Sturm heulte durch den Wald, die Öllampe zuckte mehrmals und erleuchtete die Hütte schwach mit ihrem unsicheren Licht. Der Alte auf seinem Lager tastete mit der Hand neben sich umher, als suche er jemanden. Der Ausdruck der Furcht und gleichsam kindlicher Hilflosigkeit stand auf seinem Gesichte geschrieben.

»Oxana, mein Täubchen,« hörte ich ihn leise, ängstlich flüstern, »wer seufzt dort so im Walde?«

Unruhig tastete er mit der Hand und horchte. »He, he,« sagte er. »Niemand seufzt. Der Wind pfeift im Walde ... Nichts weiter ... Der Wald rauscht ... er rauscht ...«

Noch einige Augenblicke vergingen. In die kleinen Fenster der Hütte blitzten allaugenblicklich blaue Blitze, hohe Bäume hoben sich ab in ihrem plötzlichen Lichte von dem dunklen Hintergrunde des Waldes, in dem sie gleich darauf wieder verschwanden. Doch plötzlich erleuchtete ein greller Blitz wieder die Hütte und ein heftiger Donnerschlag erschütterte alles. Der Alte wälzte sich wieder unruhig auf seinem Lager.

»Oxana, mein Täubchen wer schießt denn jetzt im Walde?«

»Schlaf, Alter, schlaf!« ertönte die ruhige Stimme Motrjas. »Immer ist er so. Im Gewitter ruft er bei Nacht immer nach seiner Oxana. Vergessen hat er, daß sie schon längst tot ist.«

Sie gähnte, flüsterte ein Gebet und bald herrschte in der Hütte wieder volle Stille, nur durch das Rauschen des Waldes und das Flüstern des Alten unterbrochen.

»Der Wald rauscht, der Wald rauscht ... Oxana, mein Täubchen!« ... Bald strömte ein heftiger Platzregen aus den Wolken nieder, mit seinem Geräusche das Rauschen des Waldes und das Seufzen des Alten übertönend.

 << Kapitel 3  Kapitel 5 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.