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Schwarzwaldau

Karl von Holtei: Schwarzwaldau - Kapitel 8
Quellenangabe
typefiction
booktitleSchwarzwaldau
authorCarl von Holtei
year1856
firstpub1856
publisherExpedition des Albums
addressPrag / Leipzig
isbn
titleSchwarzwaldau
pages476
created20091220
sendergerd.bouillon@t-online.de
secondcorrectorHerbert Niephaus
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Siebentes Kapitel.

›Flaches Land und flache Seelen!‹ ruft Friedrich Schlegel in irgend einem seiner Gedichte aus, und ich darf offen eingestehen, daß ich den Sinn dieses Ausrufes niemals begriffen habe. Will er dadurch andeuten, daß die Einwohner und Bebauer ebener Gegenden an Werth und Bedeutung hinter den Bergbewohnern zurückstehen? Dann dürften sich verschiedentliche Beobachter vorfinden, bereit, das Gegentheil zu behaupten. Soll es aber nur im Allgemeinen obligates Einstimmen 99 bedeuten in den hergebrachten Chorus, daß nur im Gebirge die Natur schön und entzückend; nur vor hohen Spitzen und Kegeln die Seele frei, der Blick heiter: nur in Alpenlüften die Brust gehoben und erquickt sei? Soll es bedeuten, daß in weiten Fluren und Hainen; in tiefen Waldungen kaum durch einen Hügel unterbrochen; auf grünen Wiesen von Bächlein durchrieselt; im Schatten des Erlengebüsches, die Raine entlang; am stillen See, von träumenden Kiefern umkränzt; im meilenlangen wogenden Kornfeld, auf welchem Cyanen und Mohn mit blauen und feurigen Augen blinzeln; auf brauner Haide, wo die summende Biene zu Tausenden arbeitet und wo der hohe Himmel sein heiliges Dach über den Einsamen schützend zu wölben scheint; daß da keine Freude an Gottes Schöpfung, keine Naturfrömmigkeit, kein Behagen, keine Wärme des Gefühls, keine geistige Erhebung aufblühen könne? – Dann, wie gesagt, begreif' ich den tiefen Denker gar nicht. Wie mir denn überhaupt alle enragirten, exclusiven, auf unser flaches Land höhnisch und verächtlich herabspöttelnde Gebirgs-Coquetterieen unbegreiflich sein würden, lernte man zuletzt nicht, sich in Alles zu finden; sogar in die Ansichten Derjenigen, die ihre Lust an der Natur einzig und allein nach der Höhe des Fußmaßes über dem 100 Meeresspiegel und an der größeren oder kleineren Summe jener in graue Ferne verschwimmenden Kuppen abzählen, welche ihr Tubus ihnen vor's Auge zaubert. Solche werden wahrscheinlich vornehm lächeln, wenn ich erzähle, wie Agnes und Caroline unerschöpfliches Vergnügen aufsuchten und genossen in den nächsten Umgebungen von Schwarzwaldau. Die erste Ausfahrt war ihre letzte gewesen; sie zogen vor, Arm in Arm durch den Park in's freie Feld und in den Wald zu wandern, ohne andere Begleitung; wonach Agnes von ihrem sogenannten Lieblingsbänkchen am kleinen See im Garten sich oft gesehnt, was sie aber, allein, nie gewagt hatte. Ihr ganzes Wesen war auch nach zweijähriger Ehe noch so jungfräulich-mädchenhaft geblieben und der feste Kern ihres edlen, starken Herzens schien von so zarter Form umhüllt, was äußerliches Gebahren betraf, daß eine resolute Freundin von Carolinens Art dazu gehörte, sie aus der halbklösterlichen Abgeschiedenheit heraus zu locken. Die Beiden ergänzten sich gewissermaßen. Carolinens weibliche Selbstständigkeit brachte Leben und Lebensfülle mit; Agnesens zarter Sinn verlieh Maß und Anmuth. Nur hätte, wer sie miteinander als Fremder gesehen, schwören müssen: Die Ehefrau sei das Mädchen und die Jungfrau sei des Gutsherrn 101 Gattin; so fest und sicher trat diese auf; so abhängig von ihr bewegte sich Agnes neben ihr, wie eine jüngere unvermälte Schwester. Dieß Verhältniß, und es hatte sich gleich in den ersten Tagen ihres Zusammenlebens ausgebildet, beruhte nicht allein auf dem Unterschiede ihrer Persönlichkeiten; es wurde auch begründet durch den vertraulichen Austausch aller innersten Geheimnisse, welcher zwischen ihnen Statt gefunden und in welchem sich Agnes dem forschenden Blick der Freundin auf Gnade und Ungnade hingegeben. Caroline kannte nun und erkannte bis auf den Grund die verborgensten Wurzeln, aus denen der Freundin Wohl und Weh keimte. Und das verlieh ihr ein entschiedenes Uebergewicht, mochte sie es auch nur in Liebe und Zuneigung geltend machen. Je lebhafter sie diese kund gab, um desto kälter zeigte sie sich gegen Emil. Was Wunder, wenn dieser argwöhnte, seine Gemalin habe schwere Klage wider ihn geführt? sich in diesem Argwohn von ihnen abwendete? und mehr als je seine eigene Wege ging? Die Hoffnung auf trauliches Zusammensein war mit dem ersten Abend erloschen. Franz der Jäger hielt sich wieder so zurückgezogen, als er vor dem ausführlichen Geständnisse gethan. Kein Blick, keine Miene verrieth, daß er nur einen Anschein von Berechtigung, 102 seinem Herrn näher zu stehen, in Anspruch nehme; womit dieser sich für's Erste zufrieden stellte; Alles sorglich vermied, was Funken aus der Asche zu wecken drohte; dabei jedoch übersah, oder übersehen wollte, daß es minder entsagende Ergebenheit, daß es vielmehr übelwollende, lauernde Verstellung sei, die um des Dieners Augen spielte.

An Selbstmord dachten wohl Beide nicht mehr, obgleich von allen Antrieben dazu keiner beseitiget war. Man will behaupten, und vielerlei Erfahrungen bestätigen es, daß die meisten Menschen, sobald sie einmal ihre bebende Hand auf das Riegelschloß der eisernen Pforte, die in's unerforschliche Dunkel der Ewigkeit führt, gelegt haben, ohne zu öffnen, (entweder weil die Entschlossenheit für den letzten Druck fehlte, oder weil sie gestört wurden,) ein zweites Mal sich gar nicht zu nähern wagen und lieber die beschwerlichsten Nebenpfade aufsuchen. Consequente Ausnahmen giebt es freilich auch. Doch zu diesen gehörten weder Emil, noch sein Diener; aus verschiedenen Gründen Beide. Und auf eben so verschiedene Art suchten Beide Trost, oder Ruhe. Franz vermied, wie er irgend mit seinem Dienste vereinbaren konnte, sich aus dem Schlosse und dessen nächsten Umgebungen zu entfernen; zog sich, noch 103 mehr als früher, von allen Menschen zurück; er trug seine Liebe und seinen Groll weder zur Schau, noch wähnte er, durch planloses Umherstreifen sich Erleichterung zu erjagen. Was in ihm kämpfte und arbeitete, machte er in seinem öden Jägerzimmer mit sich allein ab, ohne Beihilfe von Außen, ohne Zerstreuung zu wünschen. Dieser jedoch fühlte sich Emil um so bedürftiger. Was er bei Agnes und Carolinen, nach der zwischen ihm und Jenen eingetretenen Verstimmung nicht zu finden hoffte, suchte er im Nebel der Zufälligkeit. Er lief, einen seiner Lieblingsdichter zur Hand, kreuz und quer durch seine und die benachbarten Forste, im fatalistischen Glauben an ein aus den Wipfeln der Bäume fallendes Ereigniß, wodurch seine Seele zu neuem Leben empor getragen werde! Hätte er Rechenschaft geben sollen über nähere Beschaffenheit dieses Glaubens, er würde sehr verlegen geworden und unfähig gewesen sein etwas Vernünftiges vorzubringen; man müßte denn dafür gelten lassen, daß ihm, was Caroline vom schlafenden Unbekannten an der Grenze erzählt hatte, ein unbestimmter Antrieb wurde. Er zweifelte nicht, daß jener junge Mann kein Anderer sei, als der Sohn seiner nachbarlichen Gegner und Feinde. Es erschien ihm reizend, diesem – aber 104 ohne ihn aufzusuchen, nur zufällig! – im Walde zu begegnen, seine Bekanntschaft zu machen, und dieselbe, wofern sie die Mühe lohnte, der feindseligen Familien-Trennung zum Trotze, in's Geheim fortzusetzen; nur im Walde, sonst nirgend, mit ihm zusammenzukommen; ihn anderswo scheinbar nicht zu kennen; über ihr freundliches Begegnen den Schleier der Verborgenheit zu hüllen und auf solche Weise dem erträumten Verhältniß eine Bedeutung zu verleihen, die es sonst vielleicht nicht gewinnen dürfte. Derlei Kindereien mochten es etwa sein, die seiner haltlosen Phantasie Flügelchen ansetzten. Aber es kam noch etwas Anderes dazu, was wir nicht umgehen dürfen, weil es zur schärferen Bezeichnung Desjenigen beiträgt, dessen Geschicke den finstern Inhalt dieses Buches bilden. Emil von Schwarzwaldau, der Characterlose, Schwankende, Unerzogene, trug das Bedürfniß in sich, zu belehren, zu bilden, zu erziehen. Er war ein Schönredner; liebte als solcher zu glänzen, zu dociren. Was in ihm nicht klar, nicht fertig geworden, weil er nicht logisch zu denken vermochte, weil ihm auch dazu Ernst und Ausdauer fehlten, das strebte er sich klar zu machen und zum Abschluß zu bringen, wenn er seine unsicheren Gedanken und Ansichten, in's Gewand der 105 Phrase gehüllt, zum Besten gab. An Agnesen war seine Kunst verloren gegangen. Ein empfängliches, hingebendes Kind hatte er in ihr heimzuführen gemeint und war fast erschrocken vor dem abgeschlossenen Ernst der stillen Jungfrau, die seinen auf sie einströmenden Ergießungen unerschütterliche Festigkeit; die seinen, ›philosophische Untersuchungen‹ benannten Widersprüchen, weibliche Religiosität entgegenhielt, ohne sich im Geringsten irre machen zu lassen. Er gab sie auf – und vielleicht trug die Niederlage, welche seine Eitelkeit dadurch erlitt, nicht wenig dazu bei, ihn ihr zu entfremden. Gewiß verbarg sich hinter die Theilnahme, welche Franz mit den unheimlichen Bekenntnissen düsterer Vergangenheit ihm abgewann, im ersten Augenblicke die schmeichelnde Voraussicht, es werde in diesem Burschen ein bereitwilliger und empfänglicher Zuhörer für ihn gewonnen sein. Daher auch die fast brüderliche Annäherung; die jedoch vor des Jägers durchaus nicht schülermäßiger Haltung sich sogleich wieder zurückzog, wie wir gesehen haben.

Vergebens hatte Emil einige Wanderungen nach der von Carolinen bezeichneten Stelle an der Grenze unternommen. Der von ihr so scharf beobachtete Schläfer schien die Störung übel vermerkt und einen 106 anderweitigen Ruhe-Platz aufgesucht zu haben, den auszuforschen Emil sich angelegen sein ließ. Bei Menschen dieser Gattung geschieht es nicht selten, daß ziemlich gleichgiltige Absichten, die zu Anfang nur eine vorübergehende ›Volléität« – (ich kenne kein gutes deutsches Wort für diesen ächt-diplomatischen, mattes, fast planloses Wollen bezeichnenden Ausdruck!) – gewesen, nach und nach in lebhaften Wunsch übergehen und zuletzt, durch Nichterfüllung angereizt, sich bis zur fixen Idee steigern. Je länger die geträumte Begegnung auf sich warten ließ, desto hartnäckiger verrannte sich Emil in die Sehnsucht danach; so daß er endlich für nichts Anderes mehr Auge noch Ohr hatte und zu Hause die tödtlichste Langeweile empfand und um sich her verbreitete; worüber ihm Caroline manche witzige und spitzige Bemerkung machte. Ganz im Gegensatz mit Agnes, welche den kleinen Krieg nicht liebte und jede Art von Frieden vorzog; sollte es auch der Friede des Schweigens sein.

Das ersehnte Zusammentreffen fand nach langem Harren doch einmal Statt; wie denn auf die Länge sich Alles erfüllt, wonach Einer trachtet, – wofern er sich nur hübsch Zeit läßt und es auch erlebt. Ja, ich bin überzeugt, wer es nur erlebte, – aber am 107 Leben müßte man bleiben, sonst hilft die Erfüllung nichts mehr! – sähe gewiß Alles wahr werden, was er einst geträumt; sei es zum Glücke, sei es zum Verderben. Jedweder innige Wunsch ist schon an und für sich prophetisches Vorgefühl und unmöglich ist gar nichts, als was den Urgesetzen der Schöpfung widerspricht. Einzig und allein der Tod schneidet die Möglichkeit der Erfüllung ab. Oder auch der Vorbote des Todes: das langsame Absterben bei lebendigem Leibe; was wir Alter nennen, welchem verspätete Erfüllung keine mehr ist. Daher der furchtbare Göthe'sche Ausspruch: ›was man in der Jugend begehrt, hat man im Alter die Fülle.‹

Häufig auch geschieht, was wir so eifrig begehrten, erst dann wenn wir, durch vergebliches Trachten längst abgemattet, schon aufgehört hatten zu wünschen. Es steht dann so plötzlich vor uns, daß es mehr Schrecken bringt, als Freude gewährt, und wir müssen uns erst wieder in die fast verschmachteten Wünsche hineinleben. – Der Herbst begann. Die Jagd stand offen. Am Tage Aegidius war Emil auf Feldhühner ausgegangen und seit geraumer Zeit zum Erstenmale wieder hatte er seinem Leibjäger befohlen, ihn zu begleiten. Franz hatte sich diesem Befehle willig gezeigt, mit jener stummen, kalten 108 Gleichgiltigkeit, die seit der letzten Besprechung zwischen ihnen waltete; die bei ihm höhnischen Trotz verbarg; die bei Emil unbegreiflich bliebe, wüßten wir nicht schon einigermaßen von dessen wunderlichem Dualismus, wo mit lebenverbitternder, scrupulöser Gewissenhaftigkeit blinder Leichtsinn gewissenlos Hand in Hand, ja zu Zeiten mit ersterer auf und davon geht. Emil war blind für Franzens schweigsamen, scheinbar demüthigen Groll; war blind für sein eigenes Unrecht gegen den Diener; vermied sich in's Gedächtniß zurückzurufen, wie weit er in übereilter Vertraulichkeit schon gegangen und wie unklug es sei, davon keine Kenntniß mehr zu nehmen. Nur Carolinens Gegenwart, durch welche Agnes vor bedenklicher Nähe des Anbeters in Livree gleichsam geschützt blieb, während Emil durch dieselbe noch mehr als gewöhnlich aus dem Verkehr mit seiner Gattin vertrieben wurde, erklärt – wenigstens theilweise – eine Verblendung, die bei einiger Aufmerksamkeit auf Franzens Stimmung unmöglich gewesen wäre. Genug, sie war vorhanden, diese Verblendung, und ohne zu ahnen, daß es ein Feind sei, der neben ihm herziehe; ein Feind, den er sich durch eigenes Verschulden gemacht, bejagte Herr von Schwarzwaldau die Ackerbeete und Rübenfelder, nach spärlich-vorhandenen 109 Hühnern schießend, die aus versprengten Ketten sich in diesen Winkel geflüchtet. Hasen und Hühner machten schon damals nicht die Stärke des Wildstandes auf Schwarzwaldauischen Revieren, wie nirgend wo mittelmäßiger, oder gar magerer Boden nur dürftige Ernten darbietet. Desto reichere Fülle an höherem Wild boten die großen Forste, in denen es namentlich von Rehen wimmelte. Unglücklicher Weise besaßen einige Dorfbewohner schmale Zipfel sandigen Neulandes, worauf sie, nachdem der kümmerliche Holzbestand niedergeschlagen und verkauft war, Haidekorn zu bauen versuchten, an welchem die ungebetenen Gäste häufig naschten. Daraus waren schon mehrfache Händel entstanden. Die Besitzer hatten auf ›Wildschaden‹ Anspruch gemacht; der Gutsherr hatte ihnen entgegengestellt, daß er dazu nicht verpflichtet sei; denn wer heiße sie mitten im tiefsten Forste Ackerbau zu treiben, wo seit Menschengedenken Bäume gestanden? und warum sie nicht abermals Waldung angelegt, damit ihre Nachkommen fänden, was sie von ihren Vorfahren ererbt? Darauf hatten die Leute geantwortet, das ginge ihn nichts an, und wenn er sie nicht entschädigte, würden sie sich selbst helfen. Und das Ende vom Liede waren ein paar halb-erschossene, halb-erschlagene Rehe gewesen, die einen 110 langwierigen, langweiligen Wilddiebs-Proceß veranlaßt. Seit jener Zeit hatte in Emil's Herzen eine gewisse Erbitterung Wurzel geschlagen, die jedesmal sich regte, sobald das Wort ›Wildschütz‹ ausgesprochen wurde. Wie denn überhaupt nach unserem Dafürhalten alle Hirsche, Schweine und Rehe auf Erden nicht den zehnten Theil des Aergers und feindseligen Grimmes werth sind, den sie schon erregten; mannichfacher Härten und Grausamkeiten von der einen, blutiger Gewaltthaten von der anderen Seite gar nicht zu gedenken, wo ›Gesetz Unsinn und Wohlthat Plage wird.‹

Bis in einen dieser letzten Ackerstreifen verlief sich heute ein geflügeltes Feldhuhn, welches Emil und Franz von zwei Seiten um so eifriger verfolgten, als es bis jetzt die einzige Beute war. Der Vorstehhund, ein etwas ungeberdiger Gesell, hatte sie verlassen, die Spur eines flüchtig gewordenen Hasens nach dem Walde zu aufnehmend. So gelangten sie bis an die äußerste Spitze des Ackers, wo sie im Waldwinkel einander gegenüberstanden. Emil schalt den Jäger wegen des Hundes Ungehorsam. Franz vertheidigte sich mit der ganz richtigen Erklärung, er habe ihn nicht dressirt, sondern schon verdorben von seinem Vorgänger überkommen; doch er that dieß in 111 scharfem, verletzendem Tone. Emil stellte ihn darüber zur Rede. Franz antwortete höhnisch. Jener befahl ihm zu schweigen, wobei ein ›unverschämt‹ hörbar wurde. Dieser zuckte die Achseln verächtlich. Emil fuhr auf; es entschlüpfte ihm eine Andeutung auf des Andern Kerkerhaft. Wie von einem electrischen Schlage berührt, bebte Franz, unwillkürlich griff er nach seiner Flinte, das Schloß knackte, – da fiel im Gehölz ein Schuß und nach etlichen Secunden brach ein Rehbock durch die Zweige und stürzte zwischen den Beiden zusammen.

Dieß Ereigniß gab ihrem Zorn gewaltsam eine ablenkende Richtung. Sie warfen sich, Jeder von dem Platze, wo er stand, in's Dickicht.

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