Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Jules Verne >

Schwarz-Indien

Jules Verne: Schwarz-Indien - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
booktitleSchwarz-Indien
authorJules Verne
translatorunbekannt
firstpub1878
year1878
publisherA. Hartleben Verlag
addressWien, Pest, Leipzig
titleSchwarz-Indien
created20060201
senderngiyaw@googlemail.com
Schließen

Navigation:

Elftes Capitel.

Die Feuerhexen.

Acht Tage nach obigen Ereignissen bemächtigte sich der Freunde James Starr's eine große Unruhe. Der Ingenieur war verschwunden geblieben, ohne daß man dafür einen Grund anzugeben vermochte. Durch Nachfragen bei seinem Diener erfuhr man zwar, daß er am Granton-pier an Bord eines Dampfers, sowie von dem Kapitän der »Prince de Galles«, daß er in Stirling wieder an's Land gegangen sei, aber weiter fehlte nun auch jede Spur von James Starr. Simon Ford's Brief hatte ihm die Geheimhaltung seines Besuches empfohlen und so hatte er auch nichts über das Ziel seiner Reise verlauten lassen.

In Edinburgh war überall die Rede von dem unerklärlichen Verschwinden des Ingenieurs. Sir W. Elphiston, der Präsident der »Royal Institution«, machte seinen Collegen Anzeige von dem Briefe, den James Starr kurz vor der Abreise an ihn gerichtet, und worin er sich entschuldigt, der nächsten Sitzung der Gesellschaft nicht beiwohnen zu können. Einige andere Personen producirten ebenfalls ähnliche Schreiben. Diese Documente bewiesen freilich, daß James Starr Edinburgh verlassen hatte – was man ohnedem schon wußte – erklärten aber nicht, wo er hingekommen sei. Seitens eines solchen Mannes mußte diese, seinen Gewohnheiten ganz widersprechende Abwesenheit aber zuerst auffallen und dann beunruhigen, je mehr sie sich in die Länge zog.

Keiner von des Ingenieurs Freunden wäre auf den Gedanken gekommen, daß er sich nach den Kohlenwerken von Aberfoyle begeben haben könne. Man kannte sein Widerstreben, den früheren Schauplatz seiner Thätigkeit wiederzusehen. Er hatte dorthin niemals wieder einen Fuß gesetzt seit der Stunde, da die letzte Hürde Kohlen zu Tag gefördert wurde.

Da ihn das Dampfboot jedoch am Landungsplatze von Stirling abgesetzt hatte, veranlaßte man einige Nachforschungen nach dieser Seite.

Leider blieben sie ohne Erfolg. Kein Mensch erinnerte sich, den Ingenieur in der Grafschaft gesehen zu haben. Nur Jack Ryan, der ihm in Begleitung Harry's auf einem Leiterpodest des Yarow-Schachtes begegnet war, hätte eine erwünschte Aufklärung geben können. Der junge Mann arbeitete aber, wie wir wissen, auf der Meierei von Melrose, vierzig Meilen südwestlich in der Grafschaft Renfrew, und ihm kam es gar nicht in den Sinn, daß man sich über das Verschwinden James Starr's beunruhigen könne. Acht Tage nach seinem Besuche in der Cottage hätte Jack Ryan also gewiß ebenso wie früher seine beliebtesten Lieder bei den Abendversammlungen des Clans von Irvine vorgetragen, wenn auch er nicht unter einer gewissen Unruhe gelitten hätte, wovon sofort weiter die Rede sein wird.

James Starr war nicht allein in der Hauptstadt, sondern auch in ganz Schottland ein viel zu bekannter und allgemein geachteter Mann, als daß irgend ein ihn berührendes Vorkommniß hätte unbemerkt bleiben können. Der Lordmayor, der Stadtrath von Edinburgh, die Amtsleute und Räthe, zum größten Theile lauter nähere Freunde des Ingenieurs, ließen nun eingehendere Nachforschungen anstellen und sendeten damit betraute Agenten hinaus in's Land, welche freilich ebenfalls kein Resultat erzielten.

Es blieb nun nichts Anderes übrig, als in den gelesensten Zeitungen des Vereinigten Königreiches eine Bekanntmachung nebst Personalbeschreibung James Starr's zu erlassen, welche die Zeit seiner Abreise aus Edinburgh angab, und des Erfolges derselben zu harren. Die ängstliche Aufregung stieg von Tag zu Tag. Die gelehrte Welt Englands neigte sich schon der Annahme zu, daß eines ihrer hervorragendsten Mitglieder definitiv verschollen sei.

Während sich die Allgemeinheit so wegen der Person James Starr's beunruhigte, war Harry nicht minder der Gegenstand lebhaftester Besorgnisse, nur daß Letzterer, statt von der Allgemeinheit vermißt zu werden, allein der guten Laune seines Freundes Jack Ryan Abbruch that.

Der Leser erinnert sich, daß Jack Ryan bei Gelegenheit des Zusammentreffens im Yarow-Schachte Harry einlud, in acht Tagen zu dem Feste des Clans von Irvine zu kommen. Letzterer hatte es angenommen und sein Erscheinen ausdrücklich zugesagt. Jack Ryan wußte aus vielfacher Erfahrung, daß sein früherer Kamerad ein Mann von Wort war. Was er versprach, war so gut wie schon geschehen.

Beim Feste in Irvine hätte es ihm nun an nichts gefehlt, weder an Liedern, noch an Tänzen und Lustbarkeiten aller Art, aber – Harry Ford blieb aus.

Jack Ryan wollte ihm schon zürnen, denn das Fehlen des Jugendfreundes trübte seine gute Laune, so daß ihn sogar mitten in einem Gesange das Gedächtniß im Stiche ließ und er zum ersten Male halb Fiasco machte, wo er sonst den lautesten Beifall einzuernten gewöhnt war.

Die James Starr betreffende und in den Journalen veröffentlichte Bekanntmachung war ihm freilich noch nicht zu Gesicht gekommen. Der wackere Bursche machte sich also nur über Harry's Ausbleiben allerhand Gedanken, welche immer darauf hinausliefen, daß nur gewichtige Umstände ihn veranlaßt haben könnten, sein Versprechen nicht einzulösen. Jack Ryan beschloß also, den nächsten Tag die Eisenbahn nach Glasgow zu benutzen, um sich nach der Grube Dochart zu begeben, und hätte diesen Vorsatz gewiß auch ausgeführt, wenn nicht ein Ereigniß dazwischen getreten wäre, das ihm beinahe das Leben gekostet hätte.

Wir lassen hier folgen, was sich in der Nacht des 12. December zutrug. Jedenfalls war es Wasser auf die Mühle für alle Anhänger des Aberglaubens, deren die Meierei von Melrose nicht zu wenige zählte.

Irvine, eine kleine Seestadt in der Grafschaft Renfrew, zählt etwa siebentausend Einwohner und liegt, nahe der Mündung des Golfs von Clyde, an einer scharf zurückspringenden Bucht der schottischen Küste. Seinen gegen die Seewinde gut geschützten Hafen bezeichnet ein mächtiges Leuchtfeuer, so daß der kundige Seemann sich hier allemal ausfindet. Schiffbrüche gehören an dieser Küste also zu den Seltenheiten, und Küstenfahrer und größere Schiffe können, sie mögen nun in den Golf von Clyde einlaufen, um sich nach Glasgow zu begeben, oder auch in der Bai von Irvine vor Anker gehen wollen, hier auch in der dunkelsten Nacht gefahrlos manövriren.

Hat eine Stadt eine gewisse historische Vergangenheit, und wäre diese noch so dürftig, hat ein Schloß daselbst ehemals einem Robert Stuart gehört, so besitzt sie sicher auch einige Ruinen.

In Schottland gerade sind alle Ruinen von Gespenstern bewohnt; so glaubt man wenigstens in den Hochlanden wie in den Ebenen.

Die ältesten und gleichzeitig berüchtigsten Ruinen dieser Küstenstrecke waren nun die eines Schlosses Robert Stuart's, welches den Namen Dundonald-Castle führt.

Zur Zeit unserer Erzählung stand dieses Schloß von Dundonald schon lange, lange Jahrhunderte ganz leer und diente nur umherirrenden Geistern als Zuflucht. Niemand besuchte es auf dem hohen, am Meere emporragenden Felsen, zwei Meilen von der Stadt. Einzelne Fremde geriethen wohl auf den Einfall, diese alten, historischen Überbleibsel näher in Augenschein zu nehmen, dann mußten sie den Weg aber allein zu finden wissen. Die Einwohner von Irvine hätten sie um keinen Preis der Welt dahin geleitet. Daran mochten vorzüglich die Erzählungen von gewissen »Feuerhexen« schuld sein, welche das Schloß unsicher machten.

Die Abergläubischsten behaupteten, jene phantastischen Wesen gesehen, mit eigenen Augen gesehen zu haben. Jack Ryan gehörte natürlich zu den Letzteren.

Die Wahrheit hieran war, daß von Zeit zu Zeit, bald über einer halb zusammengefallenen Mauer, bald an der Höhe des Thurmes, der die Ruinen von Dundonald-Castle überragt, lange Flammen sichtbar wurden.

Ähnelten dieselben wirklich der Gestalt eines Menschen, wie man allgemein behauptete? Verdienten sie den Namen »Feuerhexen«, den ihnen die Uferbewohner beilegten? Offenbar lag hier nur eine der großen Leichtgläubigkeit zuzuschreibende Täuschung vor, während eine nüchterne Prüfung die ganze Erscheinung leicht auf ihre physikalischen Ursachen zurückgeführt hätte.

Wie dem auch sei, die Feuerhexen standen in der ganzen Umgebung in dem Rufe, die Ruinen des alten Schlosses häufig zu besuchen und dort, vorzüglich in dunklen Nächten, ihre wilden Tänze und Gesänge aufzuführen. Ein so muthiger Gesell Jack Ryan auch war, er hätte doch nimmermehr gewagt, jene dabei auf seinem Dudelsacke zu begleiten.

»Für sie ist der eisgraue Nick schon genug,« sagte er; »der bedarf meiner nicht, sein Orchester zu verstärken.«

Man wird leicht glauben, daß diese seltsamen Erscheinungen den obligaten Text der Vorträge bei den Abendvereinigungen abgaben, Jack Ryan besaß ein ganzes Repertoire Legenden von den Feuerhexen und kam niemals in Verlegenheit, wenn dieses Thema angeregt wurde.

Auch bei der letzten Abendgesellschaft des Irviner Festes, bei der Ale, Brandy und Whisky reichlich flossen, verfehlte Jack Ryan nicht, zum großen Vergnügen und doch auch zum heimlichen Graulen der Zuhörer, sein Lieblingsthema wieder aufzunehmen.

Diese Versammlung fand in einer großen Scheuer der Meierei von Melrose, nahe dem Ufer der Bai, statt. In der Mitte der Theilnehmer loderte ein tüchtiges Cokesfeuer auf einem eisernen Dreifuß.

Draußen tobte ein schweres Wetter. Über die Wellen jagten dichte Dunstmassen dahin, unter denen jene, von einem steifen Südwest getrieben, der Küste zueilten. Bei der pechschwarzen Nacht, ohne jede hellere Stelle am Himmel, flossen Erde, Himmel und Wasser in der Finsterniß zusammen und mußten jede Landung in der Bai von Irvine außerordentlich erschweren, im Fall sich ein Schiff bei dem heftigen, auf die Küste zutreibenden Winde hinein wagte.

Der kleine Hafen von Irvine ist nicht stark besucht, wenigstens nicht von Fahrzeugen mit einigermaßen größerem Tonnengehalte. Größere Dampf- und Segelschiffe steuern auf das Land etwas nördlicher zu, wenn sie in den Golf von Clyde einfahren wollen.

An jenem Abend aber hatte ein am Strande zurückgebliebener Fischer nicht ohne Verwunderung ein Fahrzeug bemerkt, welches auf die Küste zu hielt. Wäre es plötzlich Tag geworden, man hätte nicht mit Erstaunen, sondern mit Entsetzen erkannt, daß das Fahrzeug mit dem Wind im Rücken und mit aller Leinwand, die es tragen konnte, darauf zu segelte. Verfehlte es aber einmal den Eingang des Golfes, so fand es keine rettende Bai an den mächtigen Felsen des Ufers. Wenn dieses unvorsichtige Schiff sich noch weiter näherte, so war nicht einzusehen, wie es wieder werde abkommen können.

Die Abendgesellschaft sollte eben nach einem letzten Liede Jack Ryan's geschlossen werden. Die einmal in die Welt der Phantome versetzten Zuhörer waren gerade in der Verfassung, gegebenenfalls ganz ihrem Aberglauben gemäß zu handeln.

Plötzlich hörte man draußen laut und ängstlich rufen. Jack Ryan unterbrach seinen Vortrag und Alles eilte aus der Scheuer.

Die Nacht war dunkel; peitschend flogen kalte Regenschauer über den Strand.

Einige Fischer, welche sich gegen einen Felsen lehnten, um dem Winde besser Trotz zu bieten, riefen wiederholt mit lauter Stimme.

Jack Ryan und seine Genossen liefen auf sie zu.

Das Rufen galt freilich nicht den Insassen des Gutes, sondern einer Schiffsmannschaft, welche unbewußt in ihr Verderben lief.

Einige Kabellängen vom Ufer erhob sich eine dunkle Masse. Daß es ein Segelschiff sei, erkannte man an seinen Positionslichtern, einem grünen Licht an der Steuerbord- und einem rothen auf der Backbordseite (ein Dampfschiff hätte auch noch ein weißes Licht am Top des Fockmastes führen müssen). Man sah dasselbe also von vornher und es unterlag keinem Zweifel, daß jenes mit aller Schnelligkeit auf die Küste zusegelte.

»Ein Schiff in Noth?« rief Jack Ryan.

»Ja,« erwiderten die Schiffer, »und wenn es jetzt noch wenden wollte, würde das nicht mehr gelingen.«

»Signale, Signale geben!« rief einer der Schotten.

»Aber welche?« versetzte einer der Fischer. »Bei diesem Sturme könnte man eine Fackel gar nicht brennend erhalten!«

Während dieses kurzen Gespräches riefen die Nebenstehenden dem Schiffe immer laut zu. Wie hätte man sie aber bei diesem Wetter hören können? Der Besatzung des Schiffes war jede Möglichkeit genommen, den drohenden Schiffbruch zu verhüten.

»Warum mögen sie nur diesen Kurs steuern?« fragte ein Seemann.

»Wollen sie sich vielleicht absichtlich auf den Grund setzen?« meinte ein Anderer.

»Der Kapitän hat also wohl keine Kenntniß von dem Leuchtfeuer von Irvine?« fragte Jack Ryan.

»Man möchte es fast glauben,« erwiderte einer der Fischer, wenn er sich nicht hat täuschen lassen durch irgend . . .«

Noch hatte der Fischer seine Worte nicht vollendet, als Jack Ryan einen entsetzlichen Schrei ausstieß. Hörte ihn jene unglückliche Mannschaft? Jedenfalls war es für sie doch zu spät, das Schiff aus der wilden, weiß aufschäumenden Brandung wieder zurückzuführen.

Jener Aufschrei hatte aber auch gar nicht, wie man zuerst wohl annahm, die Bedeutung einer letzten Warnung. Jack Ryan stand jetzt mit dem Rücken nach dem Meere gewendet, seine Kameraden drehten sich ebenfalls um, und Alle blickten unverwandt nach einem etwa eine halbe Meile landeinwärts liegenden Punkte hin.

Dort erhob sich das Schloß von Dundonald. Im Winde loderte eine gewaltige Flamme an der Spitze des alten Thurmes.

»Die Feuerhexe!« riefen wie aus einem Munde die abergläubigen Schotten.

Es gehörte freilich nicht wenig Einbildung dazu, in dieser Flamme eine menschenähnliche Erscheinung zu erkennen. Flatternd, wie eine vom Winde bewegte, feurig-leuchtende Flagge, schien sie manchmal von der Spitze des Thurmes wegzufliegen, als sollte sie erlöschen, und heftete sich im nächsten Augenblicke doch wieder mit ihrem unteren, bläulichen Theile an denselben an.

»Die Feuerhexe! die Feuerhexe!« riefen die Fischer und die entsetzten Landleute.

Jetzt erklärte sich Alles. Offenbar hatte sich das durch den Nebel getäuschte Schiff verirrt und jene auf dem Schlosse Dundonald lodernde Flamme für das Leuchtfeuer von Irvine gehalten. Es mochte glauben sich vor dem zwei Meilen nördlicher gelegenen Eingange zum Golf zu befinden und segelte jetzt direct auf die Küste zu, die ihm verderblich werden mußte.

Was konnte man zu seiner Rettung thun, wenn dazu überhaupt noch Zeit war? Vielleicht hätte man nach den Ruinen eilen sollen, um womöglich jene Flamme zu ersticken und eine fernere Verwechslung derselben mit dem Leuchtfeuer von Irvine unmöglich zu machen.

Doch wenn hierin auch das einzige wirksame Mittel zu liegen schien, welcher Schotte hätte nur den Gedanken, und nach diesem die Kühnheit gehabt, der Feuerhexe Trotz zu bieten? Höchstens Jack Ryan, denn er war eine muthige Natur, und sein Aberglaube vermochte, so stark er auch war, eine edlere Regung in ihm nicht ganz zu unterdrücken.

Zu spät . . . ein entsetzliches Krachen übertönte für einen Augenblick das Toben der Elemente.

Das Schiff hatte mit dem Hintertheile des Kieles auf den Grund gestoßen. Seine Signallichter verloschen. Die weiße Linie der Brandungswellen erschien für eine Minute gebrochen. Das Schiff, welches sich auf die Seite legte und zwischen einigen Klippen fest saß, hielt sie auf.

Gerade in diesem Augenblick verschwand durch ein fast wunderbar zufälliges Zusammentreffen die lange Flamme, als habe sie ein heftigerer Windstoß entführt. Das Meer, der Himmel und der Strand verhüllte wieder die undurchdringlichste Finsterniß.

»Die Feuerhexe!« hatte Jack Ryan zum letzten Male ausgerufen, als jene für ihn und seine Kameraden übernatürliche Erscheinung plötzlich unsichtbar ward.

Fehlte es den abergläubigen Schotten aber vorher an Muth gegenüber einer eingebildeten Gefahr, so gewannen sie diesen einer thatsächlichen gegenüber bald wieder, als es sich um die Rettung bedrohter Menschenleben handelte. Die entfesselten Elemente schreckten sie nicht zurück. Sie sicherten sich selbst möglichst durch umgeschlungene Taue und stürzten sich – jetzt ebenso entschlossen, wie vorher abergläubig – in das Meer, dem verunglückten Schiffe Hilfe zu bringen.

Ihr Wagestück gelang, freilich nicht, ohne daß der Eine oder der Andere – und Jack Ryan gehörte zu diesen – sich an den Felsen unter dem Wasser ziemlich ernsthaft verletzte; der Kapitän des Schiffes aber und dessen aus acht Mann bestehende Besatzung wurden heil und gesund an's Land gebracht.

Jenes Schiff, die norwegische Brigg »Motala«, mit einer Ladung Holz aus dem Norden, hatte nach Glasgow segeln wollen.

Es verhielt sich, wie man vermuthete. Getäuscht von dem Feuer auf dem Schloßthurme von Dundonald, war der Kapitän geraden Wegs auf die Küste zugesteuert, wo er in den Golf von Clyde einzulaufen glaubte.

Von der »Motala« schwammen bald nur noch einige Wrackstücke umher, welche die Brandung an den Felsen des Ufers vollends zertrümmerte.

 << Kapitel 11  Kapitel 13 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.