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Schiller's Leben

Gustav Schwab: Schiller's Leben - Kapitel 57
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authorGustav Schwab
titleSchiller's Leben
publisherVerlag S. G. Liesching
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Reise nach Schwaben.

In der Mitte des Jahres 1793 schrieb Schiller an seinen Freund Körner: »Die Liebe zum Vaterlande ist sehr lebhaft in mir geworden.« Im August brach er in einem eigens für die ganze Reise gemietheten Wagen Boas II, 462. mit seiner Gattin auf und eilte Würtemberg zu. Der Weg wurde über Heidelberg, nach einer andern Angabe auch über Mannheim genommen, das Schiller aber als eine, wegen der kriegerischen Ereignisse jenseits des Rheines bedrohte Festung, bald wieder verlassen habe. Da ihm der Besuch seines alten Vaterlandes noch nicht gesichert war, wandte er sich in Schwaben zuerst nach der damaligen Reichsstadt Heilbronn Die nachfolgenden Einzelheiten über Schillers Aufenthalt in Hellbronn verdankt der Biograph der gefälligen brieflichen Mittheilung des Herrn Stadtschuldheißen Titot von Heilbronn, und den Schiller'schen Brief ebendemselben, aus dem Heilbronner Intelligenzblatt Nr. 7, Beilage vom 23. März 1839. und stieg im Gasthofe zur Sonne ab, wo er sich die ersten Tage leidend und fast immer zu Bette befand. Kaum hatte er sich ein wenig erholt, so schrieb er am 20. August 1793 an den regierenden Bürgermeister der Stadt Heilbronn, Gottlob Moriz Christian v. Wacks, einen erst ganz kürzlich im Heilbronner Archive wieder aufgefundenen Brief.

»Es kann Euer Hochwohlgeboren,« heißt es in diesem Schreiben, »nichts Unerwartetes seyn, wenn eine Stadt, die unter dem Einfluß einer aufgeklärten Regierung und im Genuß einer anständigen Freiheit blühet, und mit den Reizen einer schönen, fruchtbaren Gegend viele Kultur der Sitten vereinigt, Fremde herbeizieht und ihnen den Wunsch einflößt, dieser Wohlthaten eine Zeit lang theilhaftig zu werden.«

»Da ich mich gegenwärtig in diesem Falle befinde und Willens bin, meinen Aufenthalt allhier bis über den Winter zu verlängern, so habe ich es für meine Schuldigkeit gehalten, Ew. Hochwohlgeboren gehorsamst davon zu benachrichtigen und mich und die Meinigen dem landesherrlichen Schutz eines hochachtbaren Magistrats zu empfehlen.«

Zum Schlusse verspricht der Briefsteller, sobald seine Gesundheit es erlaube, dem Herrn Amtsbürgermeister persönlich seinen Respekt zu bezeugen. Dieser, damals ein Greis von 73 Jahren, auch in Schubarts Selbstbiographie seiner Humanität wegen gerühmt, entzog, obgleich von dem Herzoge Carl von Württemberg mit dem Titel eines württembergischen Regimentsrathes beehrt, seinen Schutz dem edeln Verbannten doch nicht, und nahm sich Schillers sehr freundlich an. Die Rathsherren von Heilbronn wußten die Ankunft eines solchen Gastes zu schätzen, und in das Rathsprotokoll findet sich, jenes Gesuch betreffend, unter dem 20. August 1793 der Beschluß eingetragen: »Wird willfahrt, und soll dem Herrn Hofrath durch eine Kanzleiperson (d.h. einen Senator) vergnügter Aufenthalt gewünscht werden.«

Bald verlegte Schiller, des unruhigen Quartiers im Gasthof müde, seine Wohnung in das Haus des Assessors und Kaufmanns Rueff am Sulmerthor. Sein Gesundheitszustand besserte sich sichtlich, er bestieg zu wiederholten Malen den schönen Wartberg und freute sich hier der herrlichen Aussicht auf sein heimathliches Schwaben. Eltern, Schwester und Jugendfreunde umarmte er zum erstenmal in Heilbronn; auch seine Schwägerin Caroline, die, nach aufgelöster erster Ehe, sich damals in der Nähe von Stuttgart bei einer Freundin aufhielt, eilte herbei. So verlebte der Dichter die angenehmsten Tage in der schwäbischen Reichsstadt, und seine Schwägerin erinnert sich namentlich merkwürdiger Gespräche, die er mit dem berühmten Arzte Eberhard Gmelin über thierischen Magnetismus daselbst pflog.

Von Heilbronn aus schrieb er dem Herzoge Carl von Württemberg im Sinn des dankbaren ehemaligen Zöglings, den widrige Verhältnisse aus seinem Vaterlande entfernt. Der Herzog, gichtkrank, und schon vom herannahenden Tode geschreckt, weßwegen sein Schweigen nicht so übel ausgelegt werden darf, antwortete nicht; aber er äußerte öffentlich: »Schiller werde nach Stuttgart kommen und von ihm ignorirt werden.« Am 24. Oktober starb der Herzog. Schiller brach (ob jetzt erst oder schon im September ist noch zweifelhaft) von Heilbronn auf und zog ins eigentliche Vaterland, in die Heimath seiner Jugend, nach Ludwigsburg, wo er dem Vater näher war, der auf der Solitude, jetzt als Major, noch immer die Oberaufsicht über die fürstlichen Gärten und Pflanzschulen führte. Vorzüglich zog ihn dorthin sein Jugendfreund von Hoven, in dessen Umgang und Pflege er Beruhigung und Unterhaltung in reichem Maße fand. Hoven Hoven bei Fr. v. Wolz, II, 104 f. aber erblickte in seinem Freund erstaunt »einen ganz andern Mann. Sein jugendliches Feuer war gemildert; er hatte weit mehr Anstand in seinem Betragen, an die Stelle der vormaligen Nachläßigkeit war eine anständige Eleganz getreten, und seine hagere Gestalt, sein blasses, kränkliches Aussehen vollendete das Interessante seines Anblicks. Leider war der Genuß seines Umgangs häufig, fast täglich, durch seine Krankheitsanfälle gestört; aber in den Stunden des Besserbefindens – in welcher Fülle ergoß sich da der Reichthum seines Geistes, wie liebevoll zeigte sich sein weiches, teilnehmendes Herz, wie sichtbar drückte sich in allen seinen Reden und Handlungen sein edler Charakter aus! Wie anständig war jetzt seine sonst etwas ausgelassene Jovialität, wie würdig waren selbst seine Scherze! Herr v. Hoven erzählte im Jahr 18l5 zu Nürnberg dem Verf. dieses Lebens einige Akademiescherze Schillers, die allerdings von gehörigem Kaliber waren. Kurz er war ein vollendeter Mann geworden.«

Trotz seiner Kränklichkeit studirte und arbeitete er auch während dieser Zeit. Kants Kritik der Urtheilskraft lag, wenn er auch wegen Unpäßlichkeit das Bett hüten mußte, oder gar, wie er oft scherzen konnte, von Arzneigläsern sich umlagert sah, immer nicht unweit jenes Belagerungsgeschützes, und lächelnd erzählte er einmal seinem Freunde v. Hoven bei einem Morgenbesuche, sein Bedienter, der bei ihm die Nacht über habe zu wachen gehabt, hätte, um sich auf seinem Posten munter zu erhalten, beinahe die ganze Kritik der Urteilskraft in Einem Zuge durchgelesen. Conz a. a. O., S. 42. – Von Schillers Dankbarkeit gegen Hoven zeugt sein Brief vom 10. Okt. 1792 (Hovens Leben. Nro. VI. S. 379.)

Fast täglich, meist in der Nacht, schrieb er einige Stunden an seinem Wallenstein, der anfangs in Prosa verfaßt war; wenn er sich weniger aufgelegt fühlte, an den ästhetischen Briefen, die hier, wie uns Conz versichert, im ersten Entwürfe niedergeschrieben und auch abgesendet wurden. Sie erschienen in der Folge, unter Fichte's Einflüssen umgearbeitet, in den Horen. Mehrere, die das erste Manuscript mit dem Abdrucke vergleichen konnten, worunter Conz selbst war, wollten behaupten, die einfachere Darstellung im ersten Entwurfe sey ansprechender gewesen.

Eine andere Frucht seiner Ludwigsburger Herbstmuße war seine geistreiche Rezension über Matthissons Gedichte, deren Verfasser, eben durch Ludwigsburg gekommen, Schillers Bekanntschaft gemacht hatte. Die Ansichten über malerische Poesie darin dankten ihre Entstehung einer Unterredung mit einem seiner Stuttgarter Freunde, dem kunstsinnigen Rapp, Dem Geh. Hofrath v. Rapp, Kaufmann zu Stuttgart, Dannecker's Schwager. Die Angabe ist von Conz, wurde mir aber vom sel. Rapp, meinem mütterlichen Oheim, wiederholt bestätigt. der selbst ausübender Liebhaber der Landschaftsmalerei war. Ausgearbeitet scheint übrigens dieselbe erst später zu seyn.

Bei allen diesen Arbeiten fand Schiller noch Zeit, eine Handlung herablassender Liebe zu vollbringen. Aus herzlicher Dankbarkeit gegen seinen alten Jugendlehrer, Jahn, dessen Stab die Ludwigsburger Schule noch immer regierte, verschmähte der große Dichter, der berühmte Mann es nicht, hier und da von ihm eine Lehrstunde im gewöhnlichen Schulzimmer zu übernehmen, und vierzehnjährige Knaben sahen den Dichter des Don Carlos vor und neben sich im Schulstaub auf der Bank sitzen, den Kopf auf die Hand gestützt und ein Bein, übers andre geschlagen. Da lehrte er bald Logik und Rhetorik, bald Geschichte, und bei dem letztem Vortrage – nach Schröckhs Abriß – konnte der seltene Lehrer, sonst still und ruhig, sich oft plötzlich bewegt und lebendig in die Höhe richten. Mündliche gefällige Mittheilung des Herrn Archivraths Schönleber und des Herrn Apothekers Hausmann, die beide damals Ludwigsburger Schüler waren.

Ungern verließ Schiller Ludwigsburg, um das benachbarte Stuttgart zu besuchen und eine Familienangelegenheit dort ins Reine zu bringen. Der alte Widerwille erwachte vorübergehend in ihm: »Ich hasse Stuttgart, Stuttgart soll mich nicht bei Tag erblicken!« sagte er zu seinem Jugendfreunde Elwert, mit welchem er einst den Katechismus gesprochen. Mündliche Mittheilung. Und wirklich soll er das erstemal bei Nacht nach Stuttgart gefahren und in wenigen Stunden wieder zurückgekommen seyn.

Doch verlebte er, wie wir von seiner Schwägerin und sonst wissen, einige Tage in jener Residenz. Damals modellirte der berühmte Dannecker die herrliche Büste seines Jugendfreundes, welche das Atelier des greisen Künstlers noch immer ziert, und die er bei seinen Lebzeiten sich nicht entschließen kann aus den Händen zu lassen. Der anhaltende und frohe Umgang mit diesem werthen Freunde erweckte in Schiller großes Interesse für die bildende Kunst. In dieselbe Zeit fällt zu Tübingen, wo er seinen lieben Lehrer Abel besuchte, auch Schillers Bekanntschaft mit den damaligen Besitzern der Johann Georg Cotta'schen Buchhandlung, Johann Friedrich Cotta und Christ. Jakob Zahn, welche zu einem dauernden Freundschafts- und Geschäftsverhältnisse mit dem ersteren führte. Cotta zeigte sich großsinnig für die deutsche Literatur, und seine Anerbietungen übertrafen Alles, was bis jetzt für deutsche Schriftsteller geschehen war. Schiller schätzte seinen Verstand, seine Umsicht, seine außerordentliche Thätigkeit, und vertraute seinem Charakter. Er wurde in seinen Hoffnungen nicht getäuscht. Der Dichter verdankte den Verträgen mit der Cotta'schen Buchhandlung seine Unabhängigkeit, und seine Erben danken ihnen den festen Grund ihres Wohlstandes. Zahn, gleichfalls ein vielseitig gebildeter Mann und geistreicher Gelehrter, dessen Name mit dem Namen des Freiherrn v. Cotta auch unter dem württembergischen Verfassungsvertrage steht, so wie beide Männer nach einander den Vicepräsidentenstuhl der zweiten Kammer lange Zeit eingenommen, hat später seinen Beitrag zur Popularisirung Schillers durch die köstliche Melodie des Reiterliedes geliefert.

Mit Cotta wurde der Plan zu den Horen entworfen, und das Ideal einer deutschen Zeitung besprochen, zu deren Redaktion Schiller jedoch später vom Verleger vergeblich eingeladen ward. Seine Tübinger und Stuttgarter Freunde hätten ihn gar zu gerne dem Vaterlande wiedergegeben, und spätere entschiedene Anträge bewiesen, wie ernstlich sie gewirkt hatten. Dankbarkeit, und Liebe zur Gattin hielten ihn in Jena fest.

In Tübingen machte Schiller auch die erste Bekanntschaft Fichte's, der aus der Schweiz nach Jena reiste, um dort den Katheder zu besteigen.

»Von dem französischen Freiheitswesen,« erzählt des Dichters Schwägerin, »welches auch in Württemberg damals einigen Anhang hatte, war Schiller kein Freund. Er hielt die französische Revolution für eine Wirkung der Leidenschaften... Die eigentlichen Principien, sagte er, die einer wahrhaft glücklichen, bürgerlichen Verfassung zum Grunde gelegt werden müssen, sind noch nicht so gemein unter den Menschen; sie sind (indem er auf Kants Kritik der Vernunft, die eben auf dem Tische lag, hinwies) noch nirgends anders, als hier. Die französische Republik wird eben so schnell aufhören, als sie entstanden ist; die republikanische Verfassung wird in einen Zustand der Anarchie übergehen, und früher oder später wird ein geistvoller, kräftiger Mann erscheinen, er mag kommen woher er will, der sich nicht nur zum Herrn von Frankreich, sondern auch vielleicht von einem großen Theil Europa's machen wird.«

Wenn diese Worte nicht unwillkürlich einigermaßen dem Erfolg angepaßt worden sind, so hat Schiller auch in ihnen seinen Prophetenberuf beurkundet.

In Ludwigsburg änderte der Dichter seine Götter Griechenlands, las fast alle Abende aus Voßens Homer vor und zeigte große Verehrung für den Uebersetzer. Göthe's Iphigenia erklärte er für das einzige Stück, das er, im Gefühle kein ähnliches machen zu können, beneide. Von seinen Räubern und den frühern Dramen fing er zu schweigen an; es schien, als wünschte er sie ungedruckt.

Während er im Vaterlande war, starb, wie oben gemeldet worden, der Herzog Carl, und wurde von ihm wie ein Freund betrauert. Schiller konnte sich trotz der Bitte des Vaters zu keinem Glückwünschungsschreiben an den Nachfolger entschließen, so viel man von dessen Herzensgüte erwartete. Er wollte auch den Schein vermeiden, als freute er sich über Carls Tod. »Da ruht er also,« sagte er, bei der Gruft zu Stuttgart mit seinem Freunde Hoven vorübergehend, »dieser rastlos thätig gewesene Mann! Er hatte große Fehler als Regent, noch größere als Mensch; aber die ersten wurden von seinen großen Eigenschaften überwogen, Im Text (Fr. v. Wolz, II, 108) steht »übertragen,« was ein offenbarer Druckfehler ist. und das Andenken an die letzteren muß mit dem Todten begraben werden. Darum sage ich dir, wenn du, da er nun dort liegt, jetzt noch Jemand nachtheilig von ihm sprechen hörst, traue diesem Menschen nicht; es ist kein guter, wenigstens kein edler Mensch.« Aus Schillers Gefühl herrlich gesprochen. Er erfüllte, was er als fünfzehnjährig am 10. Jan. 1775 dem Herzog gelobt hatte: »Thränen des Danks auf Ihre Asche, mein Vater.« (Vergl. Schillers erste Jugendschrift, herausgeg. von F. Freiherrn von Böhnen, Amberg 1839. Seite 19.)

Was das Wichtigste von Schillers Aufenthalt im Vaterlande war und nicht ohne entschiedenen Einfluß auf seine Individualität bleiben konnte, war das süße Glück der ersten Vaterfreude, das ihm am 14. Sept. 1793 Aus den verschiedenen Angaben wird nicht ganz klar, ob Schiller damals schon zu Ludwigsburg war, oder noch in Heilbronn weilte. Das erstere ist wahrscheinlicher, denn sein Arzt, v. Hoven, wohnte in Ludwigsburg. zu Theil wurde. Bei der schwer und lange dauernden Niederkunft leistete Hoven tröstliche und hülfreiche Dienste. Schillers Freude über die endlich erfolgte glückliche Entbindung, erzählte Jener, war die des gefühlvollen Mannes über die Rettung einer zärtlich geliebten Frau, und das Entzücken des Vaters über seinen erstgebornen Sohn. Carl Friedrich von Schiller, gegenwärtig K. Württemb. Oberförster zu Rottweil

»Es war ein erhebender Anblick,« sagt Conz, »den hohen Mann in den einfachwahren Ausdrücken väterlicher Lust an seinem Goldsohn, wie er ihn oft nannte, zu beobachten, und, wie ich öfter das Glück hatte, Zeuge davon zu seyn.« Zufällig oder absichtlich war ihm in jener Zeit Quintilian in die Hände gekommen. Er studirte aufmerksam des Römers herrliche Grundsätze über Erziehung und versicherte, den Sohn nach diesen Maximen aufziehen zu wollen. Ja, er versprach dem Landsmann in sein neu begründetes Museum für römische und griechische Literatur einen Aufsatz über Quintilian, der jedoch nie geschrieben wurde.

Da der Sohn ein Wasserkind war, machte er den Eltern anfangs nicht wenig Sorge, aber am 8. November meldet Schiller dem Großvater, daß ihm an Pflege und Wartung nichts abgehe, und er, trotz kleiner Unpäßlichkeiten und ein bischen Magerkeit abgerechnet, sehr munter sey und sich eines guten Appetits erfreue. Boas II, 461. In diesem Briefe wird der Arzt Hiren genannt, was falsch gelesen ist, und ganz gewiß Hoven heißen soll.

Von sich selbst meldet der Dichter in demselben Schreiben, daß er die ganze Woche über fleißig gewesen, und es ihm von der Hand gegangen. »Es ist mir immer himmlisch wohl, wenn ich beschäftigt bin und meine Arbeit mir gedeiht.«

Und in diesem himmlischen Gefühle geistigen Wohlseyns kehrte der kränkelnde, hinfällige Dichter, froh, daß ihm »die Vorsehung« gegönnt, die Eltern eine Weile zu haben und in ihrer Nähe zu leben, zuerst in sein schwäbisches Hauptquartier nach Heilbronn, und endlich im Mai 1794 nach Jena zurück, um die dritte Periode seines Daseyns, die Periode des vollendeten dichterischen Kunstlebens im hellen, geistigen Bewußtseyn der geläuterten Erkenntniß und erhöhten Kraft zu durchlaufen.

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