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Schiller's Leben

Gustav Schwab: Schiller's Leben - Kapitel 4
Quellenangabe
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authorGustav Schwab
titleSchiller's Leben
publisherVerlag S. G. Liesching
year1859
firstpub1840
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Erstes Buch.

Das Geschlecht des Dichters.

1550-1723

Die berühmtesten deutschen Dichter bringen keinen Glanz des Geschlechtes mit: bei Wenigen wird noch der Groß- oder Urgroßvater genannt, meistens aber verliert sich schon mit dem Vater der Name in unaufgehellte Dunkelheit, und der Gefeierte selbst steht in jener Größe da, welche ein römischer Cäsar mit dem bekannten Worte gestempelt hat: »dieser Mann scheint mir aus sich selbst geboren.« Wenn man sich jedoch die Mühe nähme, den Familien unserer großen Männer rückwärts nachzugehen, so ist darum, daß man in keine Paläste tritt, nicht zu fürchten, daß man in Schlupfwinkel geraten würde, deren ein Lebensbeschreiber, dem die Ehre seines Helden am Herzen liegt, sich zu schämen hätte. Vielmehr dürfte man zuletzt sich in irgend einem ehrlichen deutschen Dorfe befinden, wo in den Geschlechtsregistern ein reines Blut und ein unbefleckter Name von Jahrhundert zu Jahrhundert rückwärts jenen freien Ahnen sich nähert, die zwar nicht mit erblichen Geschlechtsnamen prangten, aber deren starker Arm einst die Römer aus den Wäldern des Vaterlandes verjagt hat.

So kühne Hoffnung dürfen wir von Erforschung des Geschlechtes schwäbischer Dichter freilich nicht hegen. Die Kirchenbücher der württembergischen Dörfer namentlich gehen wohl insgesamt nicht bis zur Reformation herab, sehr viele sind nach der Nördlinger Schlacht von den Kaiserlichen zerstört worden. Doch ist es dem Verfasser dieser Lebensbeschreibung durch die Gefälligkeit zweier Pfarrämter gelungen, den Mannsstamm Schillers mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bis ins siebente Glied rückwärts und in die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts zu verfolgen.

Schillers Vater, Johann Kaspar Schiller, ist zwei Stunden nördlich von der Ghibellinenstadt Waiblingen und in ihrem Oberamte, zu Bittenfeld (nicht Bitterfeld) einem altwürttembergischen Pfarrdorfe von etwa tausend Einwohnern am 27. Oktober des Jahres 1723 geboren: dessen Vater, der Großvater des Dichters, hieß Johannes Schiller, war Schultheiß des Dorfes und Bäcker, und am 20. Oktober 1682 zu Bittenfeld geboren; heirathete am 30. Oktober 1708 eine Bewohnerin des Dorfes Altdorf, Eva Margaretha Schatzin, und starb am 11. Juni 1733. Der Vater des Johannes, der Urgroßvater des Dichters, hieß, wie der Enkel, Johann Kaspar Schiller, war Mitglied des Gerichts und, wie sein Sohn, ein Bäcker. Seine Gattin hieß Anna Katharina. Er starb 37 Jahre 8 Monate alt am 4. September 1687. Dieser ist im Tauf- und Kopulationsbuche Bittenfelds nicht zu finden, und er soll von Großheppach nach Bittenfeld gezogen seyn. Urkundliche Mittheilung des Pfarramts Bittenfeld.

Wir wenden uns also nach diesem stattlichen Dorfe des weinreichen Remsthals, das gleichfalls im Waiblinger Oberamte und eine kleine Meile südöstlich von der Stadt Waiblingen gelegen, etwa 1400 Einwohner zählt und durch die Zusammenkunft der Helden Marlborough, Prinz Eugen und Markgraf Ludwig von Baden im dortigen Wirthshause zum Lamm am 9. Junius des Jahrs 1704 eine geschichtliche Illustration erhalten hat. Wirklich entdecken wir hier ^ einen Hans Schiller, geboren den 13. März 1650, dessen Alter bis auf 2 Monate mit der Altersangabe Hans Kaspars zu Bittenfeld übereinstimmt, und der weder im Kopulationsbuche noch im Todtenbuche Großheppachs zu finden ist. Die kleinen Differenzen können denjenigen, der die Ungenauigkeit alter Kirchenregister aus der Erfahrung kennt, nicht irre machen. Höchst wahrscheinlich ist Hans Schiller von Großheppach der Urgroßvater des Dichters. Der Vater des Hans hieß Ulrich Schiller, wie es scheint, geboren den 2. Juni 1617; Ulrichs Vater war Georg Schiller, geboren den 15. May 1587; Georgs Vater Jakob Schiller, zu dessen Geburt die Kirchenbücher nicht mehr hinaufreichen, der aber um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts geboren seyn wird. Jakobs uns unbekannter Großvater muß im besten Mannesalter den Bauernkrieg der Gegend erlebt haben, und als im Jahr 1514 »der arme Kunrad« auf dem Kappelberg, eine Stunde von Heppach, sich verschanzte, kann ein Schiller Zeuge gewesen seyn. Von Jakob Schiller bis Friedrich von Schiller sind es sieben Generationen. Hans Schiller hatte einen Bruder Jerg und mehrere Schwestern. Der Name Schiller kommt auch sonst in den Kirchenbüchern Großheppachs sehr häufig vor und mehrere dieses Namens werden als Gerichtsschreiber und Schultheißen aufgeführt. Urkundliche Mittheilung des Pfarramts Großheppach. Zu Marbach selbst, dem Geburtsorte des Dichters, findet sich ein Zweig jenes Geschlechts: einem Johann Kaspar Schiller, Bürger und Bäcker, wurde dort im Jahr 1727 ein Christoph Friedrich und im J. 1731 ein Johann Friedrich Schiller geboren. Urkundliche Mittheilung des Diakonats Marbach. Der letztere, ein Taufpathe unsres Schiller, ist der auf Balthasar Haugs Autorität hin öfters für Schillers Bruder gehaltene und zuweilen (noch 1838) mit unsrem Dichter verwechselte entfernte Verwandte desselben, der in London Mehreres und unter Anderm auch Robertsons Geschichte von Amerika (2te Aufl. 1801) übersetzt hat, später Buchdrucker in Mainz wurde und zuletzt angeblich noch nach Schillers Tode Buchhändlersgenosse in Mannheim war; wonach Hoffmeister und H. Döring zu berichtigen sind. Januar 1840

Durch diese Genealogie, welche das Geschlecht des Dichters mit großer Wahrscheinlichkeit mitten aus einem Rebenthale aufsprossen läßt, wird auch ein Licht auf die Bedeutung seines Geschlechtsnamens geworfen. Schiller heißt nämlich im Remsthale, wie in andern Weingegenden, am Neckar, am Niederrhein, in Ungarn, seit Jahrhunderten ein Wein, dessen Farbe schielt, der weder weiß noch dunkelroth ist und aus gemischten Traubensorten gewonnen wird; denn schielen heißt in den süddeutschen Dialekten schillen. In einem andern Weindorfe jenes Thales ist eins der ausgebreitetsten Geschlechter das der » Unger,« was unwillkürlich an die Ungertrauben erinnert; sollte nicht auch Schillers Urvater zu Heppach im Remsthale seinen Namen vom Schillerwein, den er baute, erhalten haben? So sind wir wenigstens nicht genöthigt, den ersten Schiller zu einem Strabo oder Pätus zu machen, römische Familiennamen, die einen Schieler bezeichnen.

1723 bis 1759.

Johann Kaspar Schiller, des Dichters Vater, wird nach den Zeugnissen verschiedener Zeitgenossen als einfach, kraftvoll, gewandt, thätig fürs praktische Leben, dabei rasch und rauh, geschildert; nur Eines nennt ihn einen im Grunde abentheuerlichen, schiefen, stets, über Entwürfen brütenden Kopf. Nach der Schilderung eines noch lebenden Hausfreundes war er von kleiner, wohl proportionirter Statur, kräftig und lebendig, seine Stirne gewölbt, sein Auge lebhaft; er hatte eine strenge, militärische Dressur, die sich auch auf die Religionsübungen des Hauses erstreckte, während seine innern Ueberzeugungen etwas von der kühlen Aufklärung des Zeitalters an sich trugen. Wissenschaftliche Studien im strengeren Sinne hatte er nicht gemacht, obgleich die verklärende Freundschaft oder Bewunderung für den Dichter, seinen Sohn, selbst dem Vater Beschäftigung mit der Dichtkunst und eine natürliche Anlage zu derselben, viele Belesenheit in der Weltgeschichte, Studium der Philosophie, der Mathematik, der Militärgeschichte und namentlich des dreißigjährigen Krieges zuschreibt. Dies Alles beschränkte sich wohl auf Liebhabereien, Lektüre, oder der alte Schiller wird mit seinem Verwandten Johann Friedrich Schiller S. oben. Der Verf. wird sich über diesen nicht ganz unmerkwürdigen Mann an einem andern Orte verbreiten. verwechselt.

Im Jahre 1745, als ein Jüngling von 22 Jahren, war dieser Johann Kaspar, der seinen Vater in einem Alter von nicht vollen 10 Jahren verloren hatte, mit einem bayerischen Husarenregimente als Feldscherer in die Niederlande gegangen, und wurde hier auch als Unteroffizier zu kleinen kriegerischen Unternehmungen gebraucht. Der Aachener Friede des Jahres 1748 gab ihn seinem Vaterlande Württemberg zurück, und er heirathete am 22. Jul. 1749 Urkundlich. die Mutter des Dichters zu Marbach, einem unfern von Ludwigsburg anmuthig auf einem Rebenhügel am Neckar gelegenen Landstädtchen. Die Wundarzneikunst nährte ihn hier nur kümmerlich. Er gab sie daher mit dem Ausbruche des siebenjährigen Krieges auf und wurde Fähnrich und Adjutant bei dem damaligen Regimente Prinz Louis, das ein Theil des Hülfskorps war, welches in einigen Feldzügen jenes Krieges mit dem österreichischen Heere focht. Als in Böhmen dieses Korps durch ein ansteckendes Fieber heimgesucht wurde, besorgte Schiller, den seine Mäßigkeit gesund erhielt, da es an Wundärzten fehlte, die Kranken und vertrat bei'm Gottesdienste die Stelle des Geistlichen durch Verlesung von Gebeten und Leitung des Gesanges. In der Folge stand er bei einem andern Regimente in Hessen und Thüringen, und kehrte nach beendigtem Kriege in das Quartier zu Ludwigsburg zurück, wo er landwirthschaftlichen Beschäftigungen oblag und Gründer einer glücklich gedeihenden Baumschule wurde. Herzog Carl von Württemberg übertrug ihm bald eine größere Anstalt dieser Art, die auf der Solitude, dem schönen herzoglichen Waldschlosse bei Stuttgart, errichtet worden war. Hier lebte er in der spätern Zeit ununterbrochen, von seinem Fürsten geachtet und zuletzt mit dem Majorstitel geschmückt, dem Gartenbau und der Baumzucht, die er als Kenner trieb und Pflegte, und über welche er, mit Beihülfe fremder Redaktion,, auch Bücher geschrieben hat. Von seinen Untergebenen war er wegen seiner Biederkeit und Unparteilichkeit geliebt, aber auch um seiner strengen Ordnungsliebe willen gefürchtet. Gattin und Kinder bewiesen ihm die ehrerbietigste Hochachtung und die innigste Liebe. Er erlebte noch den vollen Ruhm seines Sohnes, und langte mit vor Freude zitternden Händen nach den Manuskripten, die aus der Fremde an die Verlagshandlung gesendet, vor allen Dingen dem glücklichen Vater mitgetheilt wurden.

1723 bis 1759.

Bis ins hohe Lebensalter gesund, wurde er im dreiundsiebenzigsten Lebensjahr an den Folgen eines vernachläßigten Katharr's nach achtmonatlichem Leiden am 7. September 1796 von der Seite seiner Gattin genommen. Ueber seinen Tod schrieb der Sohn an die geliebte Mutter Worte, die ein unsterbliches Denkmal seiner Gesinnung sind: »Auch wenn ich nicht einmal daran denke, was der gute verewigte Vater mir und uns Allen gewesen ist, so kann ich mir nicht ohne wehmüthige Rührung den Beschluß eines so bedeutenden und thatenvollen Lebens denken, das ihm Gott so lange und mit solcher Gesundheit fristete, und das er so redlich und ehrenvoll verwaltete. Ja wahrlich, es ist nichts Geringes, auf einem so langen und mühevollen Laufe so treu auszuhalten, und so, wie er, noch im dreiundsiebenzigsten Jahre mit einem so kindlichen reinen Sinn von der Welt zu scheiden. Möchte ich, wenn es mich gleich alle seine Schmerzen kostete, so unschuldig von meinem Leben scheiden, als Er von dem seinigen! Das Leben ist eine so schwere Prüfung, und die Vortheile, die mir die Vorsehung in mancher Vergleichung mit ihm gegönnt haben mag, sind mit so vielen Gefahren für das Herz und für den wahren Frieden verknüpft! ... Unsrem theuren Vater ist wohl, und wir Alle müssen und werden ihm folgen. Nie wird sein Bild aus unserm Herzen erlöschen, und der Schmerz um ihn soll uns nur noch enger unter einander vereinigen.«

Vom Vater des Dichters wenden wir uns zur Mutter, die uns wichtiger ist, weil sie zu seinem Wesen und seiner Bildung mehr beigesteuert zu haben scheint.

1640 bis 1759.

Elisabetha Dorothea Kodweiß ward zu Marbach, fünf Stunden von Stuttgart und eine Meile von Ludwigsburg entfernt, am 13. Dezember 1732 Urkundlich. geboren. Ihr Vater war Georg Friedrich Kodweiß, nicht Johann Friedrich, wie ihn, einem Schreibfehler des Marbacher Taufbuchs nach, Schillers Biographen hier und da nennen. Dieser mütterliche Großvater des Dichters war am 4. Juni 1698 geboren; er war ein ehrsamer Bürger und Bäcker, Sohn und Enkel zweier Johann Kodweiß, beide Bäcker, der ältere auch Bürgermeister von Marbach (geb. den 5. April 1640). Weiter rückwärts erscheint das Geschlecht in den mangelhaften Kirchenbüchern der am 17. Jul. 1693 eingeäscherten Stadt Marbach nicht. Urkundliche gefällige Mittheilung des Diakonats Marbach. Eine Familiensage leitet dasselbe von einem herabgekommenen Adelsgeschlechte von Kottwitz (nicht Kattwitz) ab, und läßt es aus Norddeutschland nach Schwaben einwandern. Schillers Muttervater hatte sich als Wirth und Holzmesser ein kleines Vermögen rechtlich erworben, dasselbe aber bei einer großen Neckarüberschwemmung eingebüßt. Mit Unrecht wird also Schillers Mutter das Kind wohlhabender Landleute genannt, und durch ein seltsames Mißverständnis; denselben eine guteingerichtete Wirtschaft in Cannstadt und Ludwigsburg zugeschrieben. Vielmehr mußte der herabgekommene Mann zuletzt seine Zuflucht zur Thorwartsstelle zu Marbach in einem noch jetzt vorhandenen Hause nehmen, das damals eine armselige Hütte war, die unser Dichter als Knabe, wenn er den Großvater von Ludwigsburg her besuchte, aus Scham nicht von vorn betreten mochte, sondern in die er vom Stadtgraben aus hinterwärts hineinschlüpfte. Gefällige Mittheilung des Herrn Oberamtsrichters Rooschütz zu Marbach.

1732 bis 1759.

Schillers Mutter war schlank, ohne eben (wie häufig erzählt wird) groß zu seyn, in der Jugend hochblond, das Gesicht durch Sommerflecken gezeichnet, die Augen etwas kränklich, die Züge von sanftem Wohlwollen und Empfindung beseelt; die Stirne breit. Mit gewöhnlichem Verstande Versicherung von Hausfreunden. verband sie Innigkeit des Gefühls, wahre Frömmigkeit, Sinn für Natur, Anlage zur Musik und selbst zur Poesie, daher sie im Kreise ihrer Gespielinnen als Mädchen wohl für eine Schwärmerin galt. Das Spiel der Harfe soll sie leidenschaftlich geliebt haben, und den Gatten, der ihre erste Liebe war, begrüßte sie im achten Jahre ihrer damals noch kinderlosen Ehe am ersten Tage des Jahres 1757 mit den einfachen Strophen, die, als von Schillers Mutter gedichtet, wohl im Gedächtnisse seiner Verehrer aufbewahrt werden dürfen:

O hätt' ich doch im Thal Vergißmeinnicht gefunden
Und Rosen nebenbei! Dann hätt' ich Dir gewunden
Im Blüthenduft den Kranz zu diesem neuen Jahr,
Der schöner noch als der am Hochzeittage war.

Ich zürne, traun, daß itzt der kalte Nord regieret,
Und jedes Blümchens Keim in kalter Erde frieret!
Doch eines frieret nicht, es ist mein liebend Herz,
Dein ist es, theilt mit dir die Freuden und den Schmerz.

So anspruchlos diese Verse sind, so zeugen sie doch von einer Fertigkeit im Versbau und einem Sinne für den Rhythmus, welche nicht zweifeln lassen, daß die Anlage zur äußerlichen Form der Poesie bei Schiller ein Erbstück der Mutter war, zu deren Lieblingsbüchern Klopstocks damals kaum erschienene Messiade, Uz und Gellert gehörten. Sonst unterrichtete sie sich gerne in der Naturgeschichte, und sie, die bestimmt war, die Mutter eines berühmten Mannes zu werden, vertiefte sich auch am liebsten in die Lebensbeschreibungen berühmter Männer.

Schillers Mutter überlebte den Gatten sechs Jahre, welche sie theils in dem württembergischen Landstädtchen Leonberg, unweit von der Solitude, theils bei ihrer Tochter Louise in der Nähe von Heilbronn zubrachte. Sie starb Anfang Mai's 1802. Von ihrem Tode schreibt der Sohn: »Möge der Himmel der theuern Abgeschiedenen Alles mit reichen Zinsen vergelten, was sie im Leben gelitten und für die Ihrigen gethan. Wahrlich sie verdiente es, liebende und dankbare Kinder zu haben, denn sie war selbst eine gute Tochter für ihre leidenden und hülfsbedürftigen Eltern, und die kindliche Sorgfalt, die sie selbst gegen die letztern bewies, verdient es wohl, daß sie von uns ein Gleiches erfuhr.«

Aus der Ehe der Schillerschen Eltern entsprossen vier Kinder, drei Töchter und als zweites Kind der Sohn. Die älteste Tochter, Elisabethe Christophine Friederike (geb. den 4. September 1757) Wittwe des Hofraths Reinwald zu Meiningen, lebt noch dermalen (1839), und konnte sich mitten im Greisenalter »des völligen Gebrauchs ihrer Sinne und einer Heiterkeit der Seele« rühmen, »die gewöhnlich nur die Jugend beglückt.« Auch das dritte Kind, Dorothee Louise, Gattin des vor Kurzem verstorbenen Stadtpfarrers Frankh zu Möckmühl im Würtembergischen, überlebte den Bruder; die jüngste Tochter Nanette, oder, wie Schiller selbst sie nennt, Nane, eine »liebe und hoffnungsvolle Schwester« des Dichters, durch Geist und jungfräuliche Schönheit ausgezeichnet, starb schon im achtzehnten Jahre (1796), als gerade ihr Bruder »einige Vorkehrungen treffen wollte, die ihr Glück vielleicht gegründet hätten.«

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