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Scherzhafte Lieder

Christian Felix Weiße: Scherzhafte Lieder - Kapitel 52
Quellenangabe
typepoem
booktitleScherzhafte Lieder
authorChristian Felix Weiße
year1965
firstpub1758
noteFaksimiledruck nach der Ausgabe von 1758
publisherJ. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung
addressStuttgart
titleScherzhafte Lieder
pages160
created20130324
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Der Vogel im Sprenkel.

        Du weinest, schöne Caroline,
Daß sich dies Vögelchen hier in dem Sprenkel quält?
Doch siehst du längst an mir die bange düstre Mine,
Und fragst nicht einmal, was mir fehlt?

Du wünschst die Freyheit ihm zu geben?
Wohlan, es flattre hin! sein Glück verdank es dir.
Da sieh! vom nächsten Ast dankt dir sein Lied das Leben,
Allein das Meine raubst du mir. –

Dich scheint der Vorwurf zu betrüben,
Du rufst: »so grausam! ich? und wie? wenn raub ichs dir?«
Ja, Schönste, raubst du mir die Freyheit dich zu lieben,
Raubst du da nicht das Leben mir?

 

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