Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Christian Felix Weiße >

Scherzhafte Lieder

Christian Felix Weiße: Scherzhafte Lieder - Kapitel 49
Quellenangabe
typepoem
booktitleScherzhafte Lieder
authorChristian Felix Weiße
year1965
firstpub1758
noteFaksimiledruck nach der Ausgabe von 1758
publisherJ. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung
addressStuttgart
titleScherzhafte Lieder
pages160
created20130324
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Was ich will und nicht will.

        Berette mit den gelben Haaren
Und todtenfarbigem Gesicht;
Jung am Verstand und alt an Jahren,
Will mich, allein ich mag sie nicht.
Themiren, die wie Rosen blühet,
Um die der Frühling Liljen sticht,
Nie Herzen preßt, nie spröd entfliehet,
Will ich, allein sie will mich nicht.

Megäre, die zu allen Dingen
Mit Fingern schnippt und widerspricht,
Gebietrisch winkt, um uns zu zwingen,
Will mich, allein ich mag sie nicht.
Climene, die die Macht nicht fühlet,
Wenn sie gefällig weichend ficht,
Und wenn sie zärtlich fleht, befiehlet,
Die will ich, doch sie will mich nicht.

Nerine, die in tiefen Schlüssen
Sich grundgelehrt den Kopf zerbricht,
Vom Grundtrieb redt, wenn sie soll küssen,
Will mich, jedoch ich mag sie nicht.
Lucinden, die von Witz beseelet,
Vernünftig mehr, als witzig spricht,
Bescheiden urtheilt, niemals fehlet,
Will ich, allein sie will mich nicht.

Corinne, deren Zauberblicken
An Buhlern es niemals gebricht,
Doch neue stets sucht zu berücken,
Die will mich, doch ich will sie nicht.
Selinde, die die Herzen raubet,
Wenn jede Mine Seele spricht,
Und siegt sie, nie zu siegen glaubet,
Die will ich, doch sie will mich nicht.

 

 << Kapitel 48  Kapitel 50 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.