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Scherzhafte Lieder

Christian Felix Weiße: Scherzhafte Lieder - Kapitel 36
Quellenangabe
typepoem
booktitleScherzhafte Lieder
authorChristian Felix Weiße
year1965
firstpub1758
noteFaksimiledruck nach der Ausgabe von 1758
publisherJ. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung
addressStuttgart
titleScherzhafte Lieder
pages160
created20130324
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Zeit.

            Wenn mich bejahrte Spröden quälen,
Mir ihrer Jugend Glück erzählen,
Und auf die ietzgen Zeiten schmählen:
Wie lang wird mir die Zeit!
Wenn artge Mädchen mit mir spielen,
Die noch wie ich, ihr Leben fühlen,
Und schlau nach meinem Herzen zielen,
Wie hurtig verschwindet die Zeit!

Wenn meine Vettern mich betäuben,
Mir weise Regeln niederschreiben,
Wie ich soll gute Wirthschaft treiben:
Wie lang wird mir die Zeit!
Doch wenn sie wie der Tejer winken,
Wo eingeschänkte Gläser blinken,
Mit ihnen jugendlich zu trinken,
Wie hurtig verschwindet die Zeit!

Wenn mich politsche Mäckler stören,
Sich wieder Türk und Pabst verschwören,
Bald Reiche baun, bald sie zerstören,
Wie lang wird mir die Zeit!
Doch wenn mit unsrer Zeit zufrieden,
Mich muntre Freund im Krieg und Frieden,
Durch heitre Scherze nie ermüden:
Wie hurtig verschwindet die Zeit!

Wenn meine Wechsel langsam gehen,
Die Gläubiger nicht Spas verstehen
Und Wirthe mich nicht gerne sehen,
Wie lang wird mir die Zeit!
Doch wenn die volle Börse klinget,
Man Wein mir ungefordert bringet,
Wenn man bald tanzt, bald küßt, bald singet:
Wie hurtig verschwindet die Zeit!

 

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