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Scherzhafte Lieder

Christian Felix Weiße: Scherzhafte Lieder - Kapitel 24
Quellenangabe
typepoem
booktitleScherzhafte Lieder
authorChristian Felix Weiße
year1965
firstpub1758
noteFaksimiledruck nach der Ausgabe von 1758
publisherJ. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung
addressStuttgart
titleScherzhafte Lieder
pages160
created20130324
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Einfalt.

            Unter Rosen und Jesminen
Fand den letzten Frühlingstag
Mops die Chloe, die im Grünen
Ueberrascht vom Schlummer lag:
Weste spielten mit dem Kleide,
Und des Busens leichten Flor:
Und der Gott der Lieb und Freude
Guckt aus jedem Strauch hervor.

Mops wirft neben ihr sich nieder,
Kneipt sie, bis er sie geweckt:
Sie seufzt, schmählet, seufzet wieder,
Fragt, warum er sie erschreckt?
»Weißt du, was du mir versprochen?
Ruft Mops; »jetzund halt es fein!
»Es sind, dünkt mir, schon vier Wochen; –
»Gelt? so lange muß es seyn?

Chloe wundert sich der Fragen,
Lächelt ja, und saget: Nein!
Ich? versprochen? kannst du sagen!
Glaube mir, es kann nicht seyn.
O, ruft Mops, wollt ich nur schwören
Doch Amynt belauscht uns ja:
Gleich sollst du es selber hören;
Ja, ich such ihn, warte da.

Nein, ich will ihn lieber suchen,
Sagte Chloe, warte du,
Und sie lief den stillen Buchen,
Wo Amyntas weidet, zu.
Mops bleibt voll Erwartung stehen;
Doch, wie lange wartet er?
Man würd ihn noch warten sehen,
Wenns nicht Nacht geworden wär.

 

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