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Scherze, Anekdoten, kurze Geschichten und Lehrreiches

: Scherze, Anekdoten, kurze Geschichten und Lehrreiches - Kapitel 3
Quellenangabe
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typemisc
authorVerschiedene Autoren
booktitleIn Freien Stunden
titleScherze, Anekdoten, kurze Geschichten und Lehrreiches
publisherBuchhandlung Vorwärts
seriesIn Freien Stunden
volumeElfter Jahrgang. 2. Halbjahresband.
year1907
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Scherze

Alles umsonst.

Gefängnisdirektor: »Ja, Huber, jetzt sind Sie schon wieder da?« – Sträfling: »Meine Schuld ist's nicht, Herr Direktor; ich hab' geleugnet bis zum letzten Augenblick.« (Mgg. Bl.)

*

Trinkerlogik.

»Der Hering hat mir solchen Durst gemacht, daß ich nun schon bei der dritten Flasche Wein bin! Und da sagen die Leute, der Hering sei ein billiges Volksnahrungsmittel!« (Fl. Bl.)

*

Boshaft.

Kaufmann (der schon öfters Bankrott gemacht): »Wie sind Sie eigentlich zu den vielen Schulden gekommen, Herr Baron?« – Schwiegersohn: »Ich frag' Sie ja auch nicht, wie Sie zu Ihrem Vermögen kamen,« (Fl. Bl.)

*

Ein Grübler.

Der kleine Hans (hat seiner Mutter nachdenklich zugesehen, während sie ihm seine Hosen säuberte): »Also, Mama, reingemachte Hosen sind nicht Hosen, in die ich was reingemacht, sondern aus denen Du was rausgemacht hast.« (Lust. Bl.)

*

Durchschaut.

Verschuldeter Lebemann (einer reichen Dame seine Liebe erklärend): »Ich bete Sie an!« – Sie: »Ja, Not lehrt beten.«

*

Bekräftigung.

Richter (zum Zeugen): »Sie wissen doch, was ein Eid bedeutet?« – »Freili' weiß ich's, hab' ja schon 'mal deshalb acht Monat 'kriegt.« (Mgg. Bl.)

*

Beim Zigeunerprimas.

»Wird die junge Baronesse Sie nun noch heiraten?« – »Frailich ... konn ja nimmer zurücktreten ... is schon verlaust!«

*

Prinzenerziehung.

»'tschuldigen, Herr Rektor, Se. Königliche Hoheit sind erkrankt und können nicht zur Prüfung kommen,« – »Ooh –! Da wollen wir ihm das Zeugnis nach Haus schicken.« (Jgd.)

*

Vorschlag zur Güte.

»Erst borgen Sie sich fünfzig Mark bei mir aus, dann trinken Sie Champagner – das kann ich mir nicht erlauben!« – »Warum denn nicht?! Pumpen Sie halt auch einen an!«

*

Sicherer.

»... Und i' heirat' Di', Lenerl – tausend Sternln san meine Zeug'n!« – »'s wär' mir schon lieber, wenn D' mir das vor meiner alten Waben sagen tätst!«

*

Galgenhumor.

Strolch (zum andern): »... Also anstatt Soldat zu werden, bist Du damals zwei Jahre ins Gefängnis gekommen?« – »Ja, und kürzlich bin ich erst wieder zu einer zehnwöchigen Uebung einberufen worden!«

*

Der Vorgesetzte.

»Nun haben wir uns beide nach dem Weg erkundigt und wissen ihn glücklich beide nicht – Sie Rindvieh!«

*

Rehabilitiert.

»Also mit dem Kerl, der Dich am Sonntag so kolossal geschimpft hat, warst Du beim Schiedsmann! Wie ist denn die Sache ausgegangen?« – »Glänzend für mich! Mehr als die Hälfte der Ausdrücke hat er zurücknehmen müssen!«

*

Der Privatier.

»So als Nebenbeschäftigung is a' biss'l Arbeit ganz nett!«

*

Ein Heuchler.

»... Karl, Du siehst aber gut aus!« – Student: »Gelt, Tantchen! ... Du mußt halt auch Milch trinken!«

*

Individuelle Auffassung.

»... Ich begreife Dich nicht, Elvira! Der Mann ist doch viel zu alt, um eine glänzende Partie zu sein!« – »So? Ich finde, er ist eine viel zu glänzende Partie, um zu alt zu sein!« (Fl. Bl.)

*

Ein guter Vergleich.

Ein vor einigen Jahren verstorbenes Original, ein Pfarrer im Ridwaldner Ländchen, verstieg sich in einer Predigt zu folgendem Vergleich: »Die schlechten Ehemänner gleichen den alten Phosphorzündhölzchen, die sich an jeder Reibfläche entzünden; die guten aber sind wie die schwedischen, die sich nur an der eigenen Schachtel entflammen.«

*

Wahres Geschichtchen.

Bei einer Beweisaufnahme sagt ein Zeuge ungünstig für die Partei des Anwalts aus, so daß dieser in seinem Aerger zu ihm sagt: »Sie sind ja ein sehr kluger Herr.« Der Zeuge entgegnet: »Ich würde Ihnen gern dasselbe Kompliment sagen, Herr Rechtsanwalt, wenn ich nicht vereidigt wäre.«

(Jgd.)

*

Schlechter Einfluß.

– »Ja, 's is' schon wahr, ... der Herr Pfarrer hat meinen Jungen so gern, ... aber er tut mir ihn auch ganz verderben, ... seitdem der Junge immer auf dera Pfarrei steckt, will er mir gar net mehr Holz stehlen gehn!«

*

Sarkastisch.

Junger Ehemann: »Heute habe ich aber einmal gut gegessen!«

Freund: »So! Wo denn?«

*

Gemütlich.

Fremder (mißtrauisch): »Wenn ihr mich aber schneidet und ich recht ungehalten bin ...?«

Dorfbader: »Dann schmeiß' i' Di' 'naus!«

*

Stimmt.

– »Die alten Krieger ließen sich zum Zeichen des Friedens und der Freundschaft immer am Herde nieder ...!«

Köchin: »Nun, das tun unsere heutigen Krieger auch.«

*

Auch noch.

»Ich hätte nicht geglaubt, daß Ihre Frau imstande wäre, durchzugehen!« – »Die? Die ist imstande und kommt auch wieder zurück!«

*

Ein Geplagter.

»... Komm' mit zum Frühschuppen, Bummel.«

»Kann nicht! Du siehst ich studiere

»Was denn eigentlich?«

»Wen ich anpumpen soll!«

*

Der gute Familienvater.

A.: »Was Sie immer über die Fleischrechnungen stöhnen, begreife ich nicht. Wir kommen durchschnittlich mit einem Pfund täglich aus,«

B.: »Wie ist das möglich!? Bei fünf Personen!

A.: »Sehr einfach: Meine Frau mag kein Fleisch, die Magd bekommt keins, die Kinder brauchen keins und ich begnüge mich eben mit einem Pfund

*

Individuell.

»Was sagte denn Herr Goldbaum, als Du ihm vorwarfst, er wechsle seine Gesinnung wie das Hemd?«

»Nichts, er lächelte geschmeichelt.«

*

Das glückliche Gesicht.

Frau (bei einer Trauung leise zu ihrer Nachbarin): »Die junge Frau bringt ihrem Mann achtzigtausend Mark mit; das sieht man ihr nicht an!«

»Nein, aber ihm!«

*

Gleicher Meinung.

Gattin (zum spät heimkommenden Mann): »I' möcht' wissen, wenn Du einmal g'nua kriagst.«

Gatte: »Siehst, Alte, dös möcht i' eben ausprobier'n.«

*

Beim Porträtmaler.

»Sie müssen mir garantieren, daß mein Porträt ähnlich wird!« – »Dann müssen Sie mir, gnädige Frau, auch garantieren, daß Sie es nehmen!«

*

Großartig.

Hausherr: »Die Herrschaften wünschen natürlich eine Wohnung mit Badezimmer?«

Protz: »Ach watt! Wir brauchen keen Badezimmer! Wir reisen jedet Jahr in't Bad.«

*

Verplappert.

Tante: »Der Klavierlehrer redet dich ja noch immer mit ›Du‹ an; dafür bist du denn doch schon zu alt! «

Backfisch: »O, zwei Jahre lang hat er auch ›Sie‹ zu mir gesagt!«

*

Nichtig.

Als ich kürzlich beim Gewitter meinen Neffen mit den Worten ins Haus rief: »Komm herein Theo, es donnert,« antwortete er mir: »Ja, aber das kann ich hier doch auch hören.«

*

Der Patriot.

Gepfändeter: »Mein Kaiserbild wollen Sie auch nicht verschonen?«

Gerichtsvollzieher: »Nein, aber das werde ich natürlich mit der schuldigen patriotischen Ehrfurcht pfänden

*

Die Prüfung.

Ein glücklicher Ehegatte hatte kein rechtes Zutrauen zu der Liebe seiner Gattin. In einer romantisch sentimentalen Anwandlung beschloß er, sich einen Beweis von der wahren Gesinnung seiner Frau zu verschaffen, dadurch, daß – er sich aufhängte: natürlich nur in effigie(bildlich). Er stoppelte also mit vieler Mühe eine Puppe zusammen, verschaffte sich eine ihm täuschend ähnliche Maske, bekleidete die Puppe mit seinem gewöhnlichen Anzug und hing sie auf den Boden in eine schwach beleuchtete Ecke. Er selbst stellte sich hinter den Schornstein, während ein Brief seiner Gattin den begangenen Selbstmord meldete. Er hatte nicht lange zu warten. Bald hörte er seine Frau mit dem Dienstmädchen die Treppe herauskommen, »Wenn der Esel sich hätte aufhängen wollen,« meinte sie, »dann hätte er's schon lange getan! Aber wahrhaftig, da hinten hängt er! Weißt Du, Marie, wir müssen ihn abschneiden! Geh' in die Küche und hole das Messer, aber renne nicht so, sonst fällst Du, – Marie, hör' 'mal! Das Küchenmesser ist ganz stumpf, fällt mir eben ein; geh' lieber 'mal 'rum zu Tante Lehmann und erzähl' ihr unser Unglück und laß Dir ein recht scharfes Messer geben, – Marie, hör' 'mal! Tante Lehmann ist am Ende gar nicht zu Hause; gestern meinte sie, sie müsse heut auf den Markt; geh' lieber zur Frau Doktorn, den kürzesten Weg über die Brücke, da kannst Du gut in einer Viertelstunde zurück sein! – Marie, hör' 'mal, frage auch gleich, ob ihr Jüngstes noch nicht besser ist; ich lasse schön grüßen! Marie, lauf' doch nicht so! Hör' 'mal, auf dem Rückwege bring' gleich ein Pfund Zucker mit, aber vom Kaufmann an der Ecke; der ist jetzt recht süß. So, nun geh'! – – Da hängt er nun an der neuen Waschleine: hätte auch einen alten Strick nehmen können – und was nun erst das Begräbnis kosten wird!«

»Der Teufel soll Dich holen!« schreit er und springt hinter dem Schornstein hervor; sie kreischt, auf, läuft hinunter, er ihr nach; sie stolpert, er auch; beide fallen die Treppe hinunter, während der Wirt seine Tür öffnet und lachend sagt:

»Immer Arm in Arm – immer zärtlich – immer wie die Turteltauben!«

*

Allerdings.

»... So, Lebensstellung haben Sie – das will bei einem Chauffeur nicht viel heißen!«

*

Aus Erfahrung.

»Was versteht man denn eigentlich unter reizloser Kost?« – Junger Ehemann: »Wenn die Frau selbst kocht.«

*

Ueberflüssig.

»Möchtest Du nicht heute abend dem Vortrag »Ueber die Schädlichkeit des übermäßigen Biergenusses« beiwohnen?« – »Das ist überflüssig; das bekomme ich jeden Abend von meiner Frau zuhören!« (Mgg. Bl.)

*

Kriegervereinsfest.

»Gib her die Fahne, wenn de se nich halten kannst!« – »Nee, die Fahne trag' ich. Das ist mei' Balanzierstang!«

*

Die neue Liste.

Ein Anhänger Luegers erhält die Liste der Neugewählten und liest deren Parteibezeichnung: Jungtscheche, Radikaltscheche, Alldeutscher, Christlich-Sozialer usw. Da stockt sein Blick an einer Parteibezeichnung, die – wörtlich wahr! – den Gewählten mit der Marke versieht: »Gemäßigter Israelit«, – »Was soll das heißen?« ruft er aus; »gemäßigter Israelit! – Spricht der nur mit einer Hand?« (Lust. Bl.)

*

Ein gütiger Vorschlag.

»Glaubst Du, daß ein Mensch reich und glücklich sein kann?« – »Ich weiß nicht! Aber ich gebe mich gern zum Versuchskaninchen her!«

*

Ein schwerer Beileidsbrief.

Die Unerfahrene: »Ich komme nicht über die Ueberschrift hinaus! Wie soll man auch jemandem einen Kondolenzbrief schreiben, der eine halbe Million geerbt hat?«

*

Im Eifer.

Pfarrer (auf der Kanzel): »Die Leute sagen, wir Geistliche könnten keine Kinder erziehen, weil wir selber keine hätten –, das ist aber nicht wahr ...« (Jgd.)

*

Polizistens Klage.

»Der Teufel soll die Autos holen! Fahren sie langsam, darf ich sie nicht aufschreiben, fahren sie schnell, kann ich die Nummer nicht lesen!«

*

Schlau.

Der kleine Willy betet sehr ungern sein Nachtgebet, wie es von der Mama verlangt wird. Einmal aber betete er solange, daß ihn seine Mutter erstaunt darüber befragt. »Weißt Du, Mutti,« sagte er ganz stolz, »jetzt habe ich für eine Woche vorausgebetet.« (Jgd.)

*

Entgegenkommend.

Hausfrau (zur Köchin, am ersten Tag ihres Eintritts): »... Und wenn sich mein Mann Ihnen gegenüber aufdringlich zeigt, verhalten Sie sich stets abweisend! ... Verstehen Sie?« – »Freili', gnä' Frau – zwei Watschen hat er schon!« (Fl. Bl.)

*

Vorgesorgt.

»Freu' Dich, Weiberl! Ich hab' heute zwei vorzügliche Dienstmädchen engagiert!« – »Aber, Mann, wozu zwei Mädchen? Wir brauchen doch nur eine!« – »Das ist schon in Ordnung! Die eine kommt morgen, die andere in acht Tagen.«

*

Fatale Verwechslung.

»Warum bist Du denn gar so traurig, mein Junge?« – »Ich und mein Bruder sind Zwillinge, und jedesmal, wenn einer von uns beiden 'was angestellt hat, tut der Vater mich hauen!«

*

Erhöhte Strafe.

Feigelstein (der wegen Bankerotts sitzt und auf Anordnung des Anstaltsarztes Bäder nehmen muß): »Entschuldigen Sie, Herr Verwalter, ich werd' mich beschweren ... das war im Urteil nicht drin!«

Professorin: »...Weißt Du denn nicht, wann und wo Dir der Hut weggeflogen ist?« – Professor: »Keine Ahnung! Ich merkte es ja erst, als ich grüßen wollte!« (Fl. Bl.)

*

Die liebe Freundin.

»Wo warst Du denn mit Deiner Kußbude placiert auf dem Wohltätigkeitsbasar?« – »So in der Mitte herum, zwischen zwei Sektständen.« – »Aha, damit sich die Herren vorher Mut antrinken konnten!« (Mgg. Bl.)

*

Widerlegt.

Hausfrau (mit dem Dienstmädchen zankend): »Ich sag's ja, Dienstboten sind bezahlte Feinde.« – »Aber, gnä' Frau, sind mir doch den Lohn noch immer schuldig!« (Mgg. Bl.)

*

Mißverständnis.

Junger Mann (im Coupé): »Mein Fräulein, wenn Sie vielleicht meine Zigarre geniert, dann werfe ich sie hinaus.«

Fräulein (sehr ängstlich): »Was – mich

*

Sächsisch.

Gast: »Sie, Kellner, wollen Sie mir einen Pfannenkuchen bestellen?«

Kellner: »Ei ja, wie's befehlen,«

Gast: »Währt's lang?«

Kellner: »Nee, 's werd rund!«

*

Renommage.

Schmul (bei Levi ein buntes Flanellhemd kaufend): »... is' es auch waschecht?«

Levi: »Puh! renommier doch nich! De wäschst's ja doch nich!«

*

Auf dem Standesamt.

Standesbeamter: »Sie wollen also das Fräulein X. als Ehefrau nehmen?« –

Bräutigam (stark verschuldet): »Ha ja, wie man halt in meiner Lage will.«

*

Wirtshauskochkunst.

Kellner: »Der Herr Naher schickt den Saftbraten zurück, er möchte doch lieber Roastbeef haben,« – Köchin: »Na, wie oft soll ich denn noch eine andere Sauce dranschütten!

*

Am Telephon.

»Ich verstehe kein Wort; mit wem habe ich denn eigentlich die Ehre?« – »Ihr Kutscher Franz bin ich!« – »Dämliches Rindvieh, warum sprechen Sie denn nicht lauter?« (Mgg. Bl.)

*

Unüberlegt.

Hausfrau: »... Mir tut es leid, daß Sie fortgehen, Resi! Werden Sie sich verbessern?« – Dienstmädchen: »O nein, gnädige Frau – ich werde heiraten!«

*

Schmeichelhaft.

»... Haben Sie schon bei »besseren« Herrschaften gedient?« – »O ja – bei viel besseren!«

*

Der kleine Egoist.

»Nun, Fritz, hast Du den Apfel mit Deinem Schwesterchen geteilt?« – »Nein, Tante!« – »Warum denn nicht?« – »In der andern Hälfte war ein Wurm!« (FI. BI.)

*

Spielverderber.

Eine kleine Gesellschaft fideler Herren wird im Hochgebirge vom Unwetter überrascht und muß zwei Tage unfreiwilligen Aufenthalt in einer Hütte nehmen. Nachdem alle möglichen Mittel zur Vertreibung der Langeweile erschöpft sind, kommt einer auf den geistreichen Einfall: Wer das dümmste Gesicht machen kann, soll eine Prämie erhalten. Der mit Beifall aufgenommene Vorschlag wird sofort in die Wirklichkeit umgesetzt und plötzlich erschallt es unisono: »Herr Assessor Moeller hat gewonnen.« – Dieser aber platzt empört heraus: »Meine Herren, das verbitte ich mir, ich hab ja gar nicht mitgespielt.« (Jgd.)

*

Umkehr.

Frau Wackermut wird lange Zeit von Zahnschmerzen heimgesucht und entschließt sich endlich zum Zahnarzt zu gehen. Bald leuchtet ihr auf der Straße das Schild entgegen: »Zum Zahnarzt. Tür geradezu!« – »Gott sei Dank,« ruft sie umkehrend, »daß die Tür gerade zu ist!«

*

Verzeihlicher Irrtum.

Der Hausherr unterhält sich mit seiner schwerhörigen Tante. Ein Hausierer öffnet die Tür: »Pardon, ich hab' gedacht, hier ist Auktion!« (Lust. Bl.)

*

Der Lebemann.

»Ich hab' solche Schulden, daß nur mehr eine Braut mit einem Buckel mich retten kann!«

*

Ein Zeitkind.

Lehrer: »Erklär' mal die Worte, Den Dolch im Gewande!« – Schüler: »Damals, als die Bürgschaft spielte, gab's noch keine Bomben!«

*

Aus der Physikstunde.

Professor: »Wie Sie sehen, meine Herren, sehen Sie jetzt nichts. Warum Sie nichts sehen, werden sie gleich sehen.« (Fl. Bl.)

*

Bosheit.

»Meinen Sie nicht auch, daß den Einbruch beim Bankier Klein ein mit den Verhältnissen Vertrauter verübt hat?« – »Keinesfalls; ein solcher wäre da nicht eingebrochen!«

*

Beim Brande.

Zuschauer: »Sie sehen dem Feuer so untätig zu; ist alles versichert bei Ihnen?« – Wohnungsinhaber: »Nein, aber ... gepfändet!«

*

Netter Schmuck.

Schurl (zum Franzi, der die zerschlagenen Fensterscheiben mit Zeitungsblättern verklebt): »Was machst Du denn da?« – Franzl: »Ich schmücke mein Heim!« (Mgg. Bl.)

*

Stilblüte.

Eine höhere Tochter sollte einen Aufsatz über Goethes Leben liefern und schrieb dabei: Goethe war nicht gerne Minister, weil er sich lieber geistig beschäftigte. (Jgd.)

*

Jägerpech.

»I' komm' halt nie zum Schießen! Entweder begegnet mir a' alt's Weib oder a' jung's Deandl!«

*

Festfreude.

»Unserem Herrn ist die Frau mit dem Buchhalter, durchgegangen! Weiß er es schon?« – »Nein! Ich heb' ihm die Nachricht für morgen auf; morgen ist sein Namenstag.(Fl. BI.)

*

Berliner Hochdeutsch.

»Willem! lauf man schnell zum Schlächter!« sagte ein Berliner in seinem schönsten Spreedeutsch zu seinem Lehrjungen, »ich lasse ihm sagen, daß er mich das Schwein und meinen Bruder den Ochsen nächsten Sonnabend schlachten muß. Et jiebt ein Familienfest, wo der Schmaus von uns Beede anjerichtet wird. Bring noch meine Frau die fette Jans mit, die dort injesetzt worden is.«

*

Malitiös.

»Wir Frauen haben doch ein viel tieferes Gemüt!« –»Gewiß; deshalb fallen wir Männer auch so leicht hinein!« (Fl. Bl.)

*

Familienbad.

A.: »Nun, macht das Spaß im Familienbad?« –

B.: »Ja, wenn man keine Familie hat.« (Jgd.)

*

Neues Uebel.

»Wo ist denn Ihre Frau?« – Sie ist nicht disponiert Kriegt eben die dritten Zähne. (Mgg. Bl.)

*

O weh!

»Nun, mein Junge,« fragte mit süßem Lächeln ein heiratslustiger alter Junggeselle das Söhnchen seiner geliebten Witwe, das er mühsam auf den Knien schaukelte, »wie gefällt Dir das nun so?«

»Recht gut, lieber Onkel! Gestern aber war's noch schöner, da habe ich auf einem wirklichen Esel geritten!«

*

Billige Noblesse.

»Du gibst aber auffallend viel Trinkgeld!« – »O, dafür gebe ich einige Glas Bier weniger an.«

*

Guter Rat.

»Vaterleben, soll ich Konkurs machen oder reich heiraten?« – »Erst Konkurs machen, dann reich heiraten!« (Mgg. Bl.)

*

Nicht so leicht.

Ein Diener, der eben eine Schüssel auf den Tisch setzen wollte, ließ dieselbe fallen, so daß sie in Stücke zerbrach. – »Das ist keine Kunst,« sagte sein Herr, »das kann ich auch!« – »Hm,« schmunzelte Johann, ein schlagfertiges Hamburger Kind, »nachdem ichs Ihnen erst vorgemacht habe!«

*

Aus Amerika.

»Vor zwei Jahren«, so schrieb ein amerikanisches Blatt, »heiratete Mr. John ein junges Mädchen mit so brennend rotem Haupthaar, daß er zum Schutz seiner Augen eine blaue Brille tragen mußte. Durch das längere Zusammenleben ist nun die Nase des Gatten so rot geworden, daß die Gattin eine grüne Brille tragen muß.«

*

Er hat's gespürt.

Lehrer: »Warum nennt man die Woche vor Ostern die Marterwoche?«

Schüler: »Weil in ihr das Examen stattfindet.«

*

Sicherer Trost.

Patient: »Und ist es denn gewiß, daß ich wieder genesen werde?«

»Unfehlbar,« ruft der Arzt, und zieht ein Papier mit vielen Zahlen aus der Tasche. »Sehen Sie hier die Statistiken über Ihren Fall: Sie finden, daß ein Prozent der mit Ihrem Leiden Behafteten gerettet wird.«

»Und damit wollen Sie mich beruhigen?« fragt trübselig der Kranke.

»Allerdings. Sie sind der Hundertste gerade –, den ich mit dieser Krankheit in Behandlung habe, die andern neunundneunzig sind alle gestorben, also Sie sind der Eine, der leben bleibt.«

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