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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes

Johann Peter Hebel: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes - Kapitel 98
Quellenangabe
typenarrative
authorJohann Peter Hebel
titleSchatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
year1888
firstpub1811
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20151210
projectida841eee1
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Wie man in den Wald schreit, also schreit es heraus.

Ein Mann, der etwas gleich sah, aber nicht viel Komplimente machte, kommt in ein Wirtshaus. Alle Gäste, die da waren, zogen höflich den Hut oder die Kappe vor ihm ab, bis auf einen, der ihn nicht kommen sah, weil er gerade die Stiche zählte, die er im Mariaschen von seinem Nachbar gewonnen hatte. Und als er eben das Herzaß durch die Finger schob und sagte: »Zweiundfünfzig und elf sind dreiundsechzig,« und bemerkte immer den Fremden noch nicht, der etwas gleich sah, fragte ihn der Fremde: »Herr, für was seht Ihr mich an?« Der Gast sagte: »Für einen honetten Mann; was weiß ich von Euch?« Der Fremde sagte: »Das dank Euch ein anderer.« Da stand der Gast vom Spieltisch auf und fragte: »Für was sieht denn der Herr mich an?« Der Fremde sagte: »Für einen Flegel.« Darauf sagte der Gast: »Das danke dem Herrn auch ein anderer. Ich merke, daß wir einander beide für den Unrechten angesehen haben.« Als aber die anderen Gäste merkten, daß doch auch in einem feinen Rock ein grober Mensch stecken könne, setzten sie alle die Hüte wieder auf, und der Fremde konnte nichts machen, als ein andermal manierlicher sein.

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