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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes

Johann Peter Hebel: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes - Kapitel 94
Quellenangabe
typenarrative
authorJohann Peter Hebel
titleSchatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
year1888
firstpub1811
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20151210
projectida841eee1
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Wie man aus Barmherzigkeit rasiert wird.

In eine Barbierstube kommt ein armer Mann mit einem starken schwarzen Bart, und statt eines Stücklein Brotes bittet er, der Meister soll so gut sein und ihm den Bart abnehmen um Gottes willen, daß er doch auch wieder aussehe wie ein Christ. Der Meister nimmt das schlechteste Messer, wo er hat, denn er dachte: »Was soll ich ein gutes dran stumpf hacken für nichts und wieder nichts?« Während er an dem armen Tropfen hackt und schabt, und er darf nichts sagen, weil es ihm der Schinder umsonst thut, heult der Hund auf dem Hof. Der Meister sagt: »Was fehlt dem Mopper, daß er so winselt und heult?« Der Christoph sagt: »Ich weiß nicht.« Der Hans-Frieder sagt: »Ich weiß auch nicht.« Der arme Mann unter dem Messer aber sagt: »Er wird vermutlich auch um Gottes willen barbiert, wie ich.«

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