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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes

Johann Peter Hebel: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes - Kapitel 74
Quellenangabe
typenarrative
authorJohann Peter Hebel
titleSchatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
year1888
firstpub1811
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20151210
projectida841eee1
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Teure Eier.

Als zu seiner Zeit ein fremder Fürst nach Frankreich reiste, wurde es ihm unterwegs öd im Magen und ließ sich in einem gemeinen Wirtshaus, wo sonst dergleichen Gäste nicht einkehren, drei gesottene Eier geben. Als er damit fertig war, fordert der Wirt dafür 300 Livres. Der Fürst fragte, ob denn hier die Eier so rar seien. Der Wirt lächelte und sagte: »Nein, die Eier nicht, aber die großen Herren, die so etwas dafür bezahlen können.« Der Fürst lächelte auch und gab das Geld, und das war gut. Als aber der damalige König von Frankreich von der Sache hörte (es wurde ihm als ein Spaß erzählt), nahm er's sehr übel, daß ein Wirt in seinen: Reich sich unterstand, solche unverschämte Ueberforderungen zu machen, und sagte dem Fürsten: »Wenn Sie auf ihrer Rückreise wieder an dem Wirtshaus vorbeifahren, werden Sie sehen, daß Gerechtigkeit in meinem Lande herrscht.« Als der Fürst auf seiner Rückreise wieder an dem Wirtshaus vorbeifuhr, sah er keinen Schild mehr dran, aber die Thüren und Fenster waren zugemauert, und das war auch gut.

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