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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes

Johann Peter Hebel: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes - Kapitel 18
Quellenangabe
typenarrative
authorJohann Peter Hebel
titleSchatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
year1888
firstpub1811
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20151210
projectida841eee1
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Drittes und viertes Rechnungsexempel.

3.

Zwei Schäfer begegnen sich mit Schafen auf der Straße. Hans sagt zu Fritz: »Gib mir eins von deinen Schafen! Alsdann hab' ich noch einmal so viel als du.« Fritz sagt zu Hans: »Nein, gib du mir eins von deinen! Alsdann hab ich ebensoviel als du.«

Nun ist zu erraten, wieviel ein jeder hatte.

Diese Aufgabe ist klein und leicht. Folgende ist auch nicht schwer, aber artig. Nur muß man richtig rechnen, und nicht irre werden, was leicht möglich ist.

4.

Ein Mann hatte sieben Kinder zu einem Vermögen von 4900 fl. Da gingen ihn die jüngeren Kinder öfters an, eine Verordnung darüber zu machen, damit sie in der Teilung nach seinem Absterben mehr bekommen sollten, als die älteren. Das kam dem guten Vater hart an, weil er eines von seinen Kindern liebte wie das andere, und weil er glaubte, Gott werde den jüngeren, wenn sie fleißig und gut gesinnet seien, nach seinem Tode helfen, wie er den älteren bei seinen Lebzeiten geholfen habe. Weil sie ihm aber keine Ruhe ließen, und die älteren Brüder es auch zufrieden waren, so machte er folgende Verordnung:

Der älteste Sohn soll von dem ganzen Vermögen 100 fl. zum voraus haben, und von dem übrigen den achten Teil.

Der zweite soll alsdann 200 fl. wegnehmen, und von dem übrigen wieder den achten Teil.

Der dritte soll 300 fl. vor dem nachfolgenden voraus empfangen, und auch wieder den achten Teil vom Rest.

Und so soll jeder folgende 100 fl. mehr als der erste und dann von dem übrigen das Achtel erhalten, und der letzte bekommt, was übrig bleibt, wie überall.

Damit waren die Kinder zufrieden. Nach dem Tode des Vaters wurde sein letzter Wille vollzogen, und es ist nun auszurechnen, wieviel ein jeder bekommen habe.

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