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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes

Johann Peter Hebel: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes - Kapitel 121
Quellenangabe
typenarrative
authorJohann Peter Hebel
titleSchatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
year1888
firstpub1811
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20151210
projectida841eee1
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Teures Späßlein.

Man muß mit Wirten keinen Spaß und Mutwillen treiben, sonst kommt man unversehens an den Unrechten. Einer in Basel will ein Glas Bier trinken, das Bier war sauer, zog ihm den Mund zusammen, daß ihm die Ohren bis auf die Backen hervor kamen. Um es auf eine witzige Art an den Tag zu legen und den Wirt vor den Gästen lächerlich zu machen, sagte er nicht: »Das Bier ist sauer,« sondern »Frau Wirtin,« sagte er, »könnt' ich nicht ein wenig Salat und Oel zu meinem Bier haben?« Die Wirtin sagte: »In Basel kann man für Geld alles haben,« strickte aber noch ein wenig fort, als wenn sie's wenig achtete, denn sie war eben am Zwickel. Nach einigen Minuten, als unterdessen die Gäste miteinander diskurierten und einer sagte: »Habt Ihr gestern das Kamel auch gesehen und den Affen?« Ein anderer sagte: »Es ist kein Kamel, es ist ein Trampeltier,« sagte die Wirtin: »Mit Erlaubnis,« und deckte eine schneeweiße Serviette vom feinsten Gebilde auf den Tisch. Jeder glaubte, der andere habe ein Bratwürstlein bestellt, oder etwas, und »es ist doch ein Kamel,« sagte ein dritter, »denn es ist weiß, die Trampeltiere sind braun.« Unterdessen kam die Wirtin wieder mit einem Teller voll zarter Kukümerlein aus dem markgräfischen Garten, aus dem Treibhaus, fein geschnitten wie Postpapier, und mit dem kostbarsten genuesischen Baumöl angemacht, und sagte zu dem Gast mit spöttischem Lächeln: »Ist's gefällig?« Also lachten die anderen nicht mehr den Wirt aus, sondern den Gast, und wer wohl oder übel seinen Spaß mit zehn Batzen fünf Rappen Basler Währung bezahlen mußte, war er.

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