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Scepter und Hammer

Karl May: Scepter und Hammer - Kapitel 71
Quellenangabe
typefiction
booktitleScepter und Hammer
authorCarl May
year1880
titleScepter und Hammer
sendernoname@abc.de, hille@abc.de
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»Seine Ausführung ist sehr leicht möglich. Dieser Abbé hat ja die Unvorsichtigkeit begangen, ein Konzept seiner ganzen Korrespondenz aufzubewahren. Erstens kenne ich aus demselben seinen Stil und zweitens habe ich ersehen, daß alle Aufgezeichneten bereits einmal oder öfters die Ruine besucht haben müssen. Wir telegraphiren ihnen und bestellen sie, da es für heut zu spät ist, für morgen um Mitternacht zur Ruine. Sie kommen sicher. Der Ort wird von Militär umzingelt, welches ja der treue Wallroth, der das Terrain bereits kennt, besorgen kann, und so haben wir die Überzeugung, daß uns keiner entkommt.«

»Und die hiesigen?«

»Das sind Fünf, deren Arretur ich selbst und der Vater besorgen können.«

»Gut; so sei es. Schreibe die Depeschen sofort; aber sorge dafür, daß uns Niemand in die Karte zu sehen vermag! Die Arretur des Prinzen werde ich selbst, und zwar gleich, übernehmen. Du, Brandauer, gehst zu Wallroth und siehst, wie es mit dem Hofprediger steht. Sobald Ihr mit diesen Obliegenheiten zu Ende seid, erwarte ich Euch im Schlosse.«

Er verließ den Gasthof und begab sich über den Fluß hinüber nach dem herzoglichen Palais. Dort frug er nach dem Prinzen, welcher einen Theil des Gebäudes bewohnte, erfuhr, daß derselbe anwesend sei, und ließ sich bei ihm melden. Natürlich wurde er sofort empfangen. Der Prinz, welcher seine volle Generalsuniform trug und augenscheinlich zum Ausgehen bereit gewesen war, kam ihm mit gut gegebener Ehrfurcht entgegen.

»Majestät! Welch hohe und unerwartete Ehre! Ich vernahm daß Ew. Königliche Hoheit geruht hätten, mit Papa auszufahren?«

»Ich bin bereits wieder zurück, wie Sie sehen, General.«

»Und der Vater?«

»Es sind sehr wichtige Angelegenheiten, welche ihn veranlaßt haben, sich meiner Wiederkehr nicht anzuschließen. Ich kam, um Sie davon zu benachrichtigen und Ihnen bei dieser Gelegenheit einige Mittheilungen zu machen.«

»Ich höre, Majestät!« antwortete der Prinz.

Er schob dem Könige ein Fauteuil entgegen und wartete, von ihm ebenso zum Platz nehmen eingeladen zu werden, was aber zu seiner Verwunderung nicht geschah. Er mußte stehen bleiben, während der König sich setzte und sogleich begann:

»Zunächst einige private Fragen: Sie hatten auf Veranlassung Ihres Vaters eine gewisse Intention in Betreff der hier anwesenden Prinzessin Asta von Süderland?«

Der Prinz erschrak recht sichtlich.

»Majestät!« war die einzige Antwort, welche er zögernd hervorbrachte.

»Sie dürfen mir offen antworten, denn Sie sehen, daß ich nicht so ununterrichtet bin, wie Sie bisher wohl angenommen haben. Ich weiß sehr genau, daß die Anwesenheit der süderländischen Herrschaften nur allein mit dieser Intention in Beziehung stand.«

»Hat Vater Ihnen die betreffende Mittheilung gemacht?«

»Leider nein, doch bin ich natürlich von anderer Seite unterrichtet worden. Wie weit ist diese Angelegenheit gediehen?«

Die Verlegenheit des Prinzen wuchs.

»Ich muß Ew. Majestät ersuchen, sich mit dieser Frage an den Vater zu wenden, da nur er kompetent ist.«

»Das ist bereits geschehen. Er sieht von dieser Spekulation vollständig ab.«

»Ah! Aus welchem Grunde?«

»Weil es die Überzeugung eines jeden guten Unterthanen ist, daß in solchen Angelegenheiten nur der Monarch allein zu bestimmen hat, zumal wenn mit denselben politische Berechnungen verbunden werden, welche die bestehende Ordnung in Gefahr bringen.«

»Majestät erschrecken mich! Ich war allerdings angewiesen, mich Prinzeß Asta zu nähern, habe aber nicht die mindeste Ahnung, was mit diesen politischen Umtrieben gemeint sein könne.«

»So? Auch hier dürfen Sie offen sprechen, denn ich bin in diesem Punkte ganz ebenso au fait wie in dem vorigen.«

»Ich ersuche Ew. Hoheit, mich gütigst zu informiren!«

»Gern! Ich werde es thun, um Ihnen den Beweis zu liefern, daß ich nicht unwissend bin. Ihre projektirte Vermählung mit der Prinzeß sollte den Hof von Süderland bewegen, Ihnen behilflich zu sein, der Thronerbe von Norland zu werden. Meine Absetzung, ja, mein Tod war eine ebenso beschlossene Sache, wie die Krönung Ihres lieben Herrn Vaters. Eine Erhebung des Volkes ist eingeleitet und, wie ich gestehe, mit sehr vieler Gewandtheit und Raffinerie. Diese Revolution sollte Süderland die Veranlassung geben, seine Heere, welche sich bereits hinter der Grenze konzentriren, marschiren zu lassen.«

»Majestät, das ist ja eine ganz wahnsinnige Idee!«

»Allerdings so wahnsinnig, daß Ihre Stimme zittert und Sie vor Erregung erbleichen. Leider sind mir sämmtliche Aktenstücke der Verräther in die Hände gefallen, und ich bin in der Lage, die Schlange, welche mir drohte, unschädlich zu machen.«

Der Prinz war wirklich bis zum Tode erbleicht und mußte alle Kraft aufbieten, um seine Fassung zu bewahren.

»Majestät dürfen vollständig überzeugt sein, daß sowohl ich als auch Papa einer solchen Bewegung, wenn sie in Wirklichkeit existiren sollte, vollständig fern stehen.«

»Von Ihrem Vater bin ich allerdings überzeugt, daß er derselben jetzt ganz und gar ferne steht,« antwortete der König mit Bedeutung. »Und ich wünschte sehr, diese Überzeugung ebenso auch von Ihnen haben zu können!«

»Das dürfen Sie, bei meiner Ehre!«

»Bei Ihrer Ehre? Prinz, bedenken Sie dieses Wort!«

»Ich werde Majestät sofort überzeugen.«

»Wodurch?«

»Ich bitte um die Erlaubniß, Ihnen bei Unterdrückung des Aufstandes mit allen Kräften dienlich sein zu dürfen.«

»Diese Erlaubniß gebe ich Ihnen vollständig, denn ich habe die Meinung, daß Sie mir sehr dienlich sein können.«

»Bestimmen Majestät die Art und Weise!«

»Sie wird nicht eine aktive, sondern eine passive sein, ganz wie bei Ihrem Herrn Papa. Sie werden sich von Allem vollständig fern zu halten haben.«

»Majestät!«

Dem Prinzen schien zu ahnen, welche Passivität der König meinte.

»Ihr Vater ist nämlich Gefangener. Sie sind ganz in demselben Grade kompromittirt wie er. Geben Sie mir die Erlaubniß, Ihre Papiere einer Durchsicht zu unterwerfen?«

»Ew. Hoheit befehlen, und ich gehorche, protestire aber gegen jede Gewaltmaßregel, welche gegen den Vater oder mich angewandt worden ist oder noch angewandt werden könnte!«

»Ich pflege nur solche Maßregeln zu ergreifen, zu denen ich mich befugt oder genöthigt sehe.«

»Dabei wäre wohl zu bedenken, daß der hohe Rang der Familie Raumburg in jeder, ich sage, in jeder Lage unbedingt zu berücksichtigen ist!«

»Ich stimme bei. Sowohl die bürgerliche Stellung als auch der Bildungsgrad und das genossene Vertrauen sind Faktoren, mit denen man ebenso zu rechnen hat, wie mit der Größe der Pflichten, welche eigentlich zu erfüllen waren. Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel gefordert, und der wird auch strenger bestraft, sobald er mit seinem Pfunde sündigte. Kommen Sie in Ihr Arbeitskabinet!«

»Ich gebe mein Ehrenwort, daß nichts zu finden ist, was Veranlassung geben könnte, mich unter eine Anklage zu stellen!«

»Sie gaben bereits vorhin einmal Ihr Ehrenwort und ich war überzeugt, daß Sie die Unwahrheit sprachen.«

»Wie? Majestät nennen mich einen Lügner? Es ist zu bedenken, daß ich mich im Hause Raumburg und inmitten einer Dienerschaft befinde, deren Treue mir die Mittel bietet, jeder Gewalt kräftig entgegen zu treten!«

»Sie wagen es, Ihrem Könige zu drohen? Pah! Ich bin nicht so isolirt, wie Sie meinen dürften. Versuchen Sie den geringsten Widerstand, so sind Sie unrettbar und für immer verloren. Ich kenne allerdings die Gewaltthätigkeiten, welche von jeher im Hause Raumburg verübt worden sind, und habe meine Vorkehrungen so getroffen, daß wenigstens die Majestät hier sicher ist!«

Der Prinz wurde durch diese Worte sichtlich eingeschüchtert; er zögerte, sein Arbeitszimmer zu betreten.

»Wenn Vater sich in Prisson befindet, so muß ich fragen, welcher Ort sein unfreiwilliger Aufenthalt ist?«

»Es wird auf Ihr Verhalten ankommen, ob Ihnen darüber eine Mittheilung gemacht werden kann. Ich ersuche Sie zum letzten Male um Vorlegung Ihrer Korrespondenz. Oder wünschen Sie, daß ich Ihre Wohnung polizeilich durchsuchen lasse? Sie sehen, daß ich allerdings geneigt bin, Ihren Rang zu berücksichtigen, indem ich amtliche Hände von Ihnen fern zu halten suche.«

»Ich füge mich!«

Sie traten in das Studierzimmer des Generals.

»Setzen Sie sich in diese Ecke, Prinz!« befahl der König. »Sie erheben sich nicht eher, als bis ich Ihnen die Erlaubniß dazu ertheile. Im Gegenfalle muß ich die in Bereitschaft stehende Hilfe rufen und kann dann keine Rücksicht mehr walten lassen.«

Der Monarch begann die Untersuchung in der Erwartung, daß er nichts Bedeutendes finden werde, fühlte sich aber sehr bald enttäuscht, denn bereits nach kurzer Zeit kam ihm ein Päckchen Briefe und Aufzeichnungen in die Hand, aus denen die sehr eingehende Betheiligung des Prinzen leicht zu beweisen war.

»Wie steht es nun mit Ihrem Ehrenworte?« frug er. »Nur der jugendliche Leichtsinn und das Einwiegen in vollständige Sicherheit konnten diesen offenen Ort zum Aufbewahrungsorte so wichtiger Skripturen wählen. Ein Anderer hätte sie wenigstens in ein verborgenes Fach gelegt, ungefähr wie dieses, welches ich jetzt öffne.«

In demselben fanden sich neue Belege; die vorigen waren jedenfalls vor kurzer Zeit gebraucht und nicht wieder zurückgelegt worden. Der Prinz mußte einsehen, daß ein Leugnen jetzt vollständig unmöglich war. Er schwieg, aber seine Hand lag am Degen, und sein Blick suchte die geladenen Reiterpistolen, welche nebst anderen Waffen an der Wand hingen. Der König bemerkte dies, schien es aber gar nicht zu beachten.

»Sie werden jetzt die Güte haben, mich in das Arbeitszimmer Ihres Vaters zu geleiten. Man muß sehen, ob dort vielleicht ein ähnlicher Fund zu machen ist!«

Die Augen des Prinzen leuchteten auf. Der Befehl des Königs mußte in ihm einen Gedanken erweckt haben, welcher vortheilhaft für ihn war. Er nahm eine kleinmüthige Miene an.

»Majestät, kann ein offenes Geständniß jene Rücksicht erwecken, um welche ich vorhin bat?«

»Allerdings. Doch muß ich bemerken, daß Sie nicht um dieselbe gebeten, sondern sie streng gefordert haben.«

»So bemühen sich Ew. Hoheit mit mir nach den Räumen meines Vaters. Ich werde Ihnen Alles ausantworten, was auf diese unglückselige Angelegenheit Bezug hat.«

Der König hatte den Blick gesehen. Er trat zur Wand und nahm die beiden Pistolen herab.

»Erlauben Sie vorher, diese Waffen zu mir zu stecken!«

»Sie stehen zur Verfügung,« meinte der Prinz, und dieses Mal bemerkte der König das höhnische Lächeln nicht, welches über die Züge seines Gegners glitt.

Beide schritten den Korridor entlang nach den Appartements des Herzogs. Die ihnen begegnenden Diener verbeugten sich so tief, daß keiner von ihnen eine Spur des Vorgefallenen in ihren Gesichtern bemerken konnte. Im Arbeitszimmer seines Vaters angekommen, meinte der Prinz:

»Hier ist nichts zu finden, Majestät. Vater pflegt Alles in seinem geheimen Kabinete aufzubewahren.«

»Wo befindet sich dasselbe?«

»Hinter der Bibliothek.«

»So kommen Sie!«

In der Bibliothek angelangt, trat der Prinz an die Wand, nahm ein Buch von seinem Orte und drückte an einem dahinter befindlichen Knopfe. Ein leises Rollen ließ sich vernehmen.

»Was thun Sie?«

»Ich öffne die geheime Thür.«

Er stellte das Buch wieder an seinen Platz und zog das Büchergestell da, wo sich die Thür befand, zur Seite. Die Treppenöffnung wurde sichtbar.

»Bitte, Majestät!«

»Nein, gehen Sie voran!«

»Ganz wie Ew. Hoheit befehlen!«

Er stieg langsam einige Stufen hinab, hart hinter sich den König. Da plötzlich wandte er sich zurück, faßte den letzteren, der sich einen solchen Angriff nicht vermuthet hatte, um die Arme, riß ihn an sich vorüber und schleuderte ihn die Treppe hinab. Er selbst war mit einigen Sprüngen wieder in der Bibliothek, zog in fieberhafter Eile ein zweites Buch hervor, drückte an einem ebenso dahinter befindlichen Knopf und lauschte. Ein ähnliches Rollen ließ sich vernehmen. Seine gespannten Züge legten sich in ein befriedigtes Lächeln.

»Gefangen! Wie gut war es, daß Vater kürzlich die eisernen Fallschieber anbrachte. Ihre ungeheure Nützlichkeit bei einem Falle wie der gegenwärtige hat sich jetzt gezeigt. Selbst wer den verborgenen Gang kennt, ist rettungslos verloren, wenn er zwischen diese Schieber kommt.«

Er schob die Thür wieder zu, verließ die Bibliothek und trat an den Schreibtisch seines Vaters.

»Fort mit den Papieren! Und dann muß ich zunächst sehen, welches der Sukkurs ist, von dem der König sprach.«

Er öffnete ein Fach des Tisches und steckte einen Pakt Schriften zu sich. Dann trat er hinaus auf den Korridor und stieg eine Treppe empor, welche auf das platte, mit einer hohen Steinbalustrade eingefaßte Dach des Palastes führte. Ein Gang um dasselbe genügte, ihm zu zeigen, daß in der ganzen Gegend nicht eine einzige polizeiliche oder ähnliche Person postirt sei.

»Ah, bloße Einschüchterung! Schadet aber nichts; er ist ja gefangen. Aber das ist sicher, daß wir verrathen sind. Es ist kein Augenblick Zeit zu verlieren, und nicht einmal nach dem Aufenthaltsorte des Vaters darf ich forschen. Geld her; dann zur Prinzessin und nachher fort, schleunigst fort und noch heut den Aufstand wach gerufen. Um Mitternacht befindet sich die Residenz bereits in den Händen der Aufständischen und dann kehre ich zurück. Vater wird dann leicht gefunden sein.«

Er stieg hinab in seine Studirstube und schrieb eiligst einige Billets, welche er in Couverts wohl verschloß, und eine Depesche. Diese war an den König von Süderland gerichtet und lautete nur: »Gleich nach Empfang. Raumburg.«

Jetzt klingelte er. Ein Diener erschien.

»Hat der König mit Jemand gesprochen, als er jetzt ging?« frug er diesen.

»Ich habe die Entfernung der Majestät nicht bemerkt, Durchlaucht,« lautete die Antwort.

»Aufpassen! Einen König bemerkt man allemal, und Ihr wußtet ja, daß er bei mir war. Diese Billets besorgt Heinrich eiligst an ihre Adresse, und Du nimmst ein Pferd, reitest augenblicklich nach dem ersten Anhaltepunkte der Südbahn und gibst diese Depesche auf. Franz schirrt schnell an; ich fahre zur Prinzessin von Süderland. Du haftest mit Deiner Stellung für die schleunigste Erfüllung dieser Befehle!«

Der Diener entfernte sich. Der Prinz legte seine Uniform ab und kleidete sich in Civil. Ein kleines Handköfferchen nahm die geheimen Papiere und die vorhandenen Gelder auf, dann begab er sich hinab in den Hof.

Der Kutscher schwang sich soeben auf den Bock, und Franz, der Diener öffnete den Schlag, um seinen Herrn einsteigen zu lassen. Der Wagen, welcher natürlich nicht per Kahn übergesetzt werden konnte, rollte der Brücke zu, welche weit oberhalb des herzoglichen Palais über den Fluß führte.

Unterdessen hatte Max seine Depeschen geschrieben und sie aufgegeben. Dann schritt er der Schmiede zu. Die drei Gesellen standen bei der Arbeit; sie mußten fleißig sein, um den fehlenden Meister mit zu ersetzen.

»Was muß nur seit gestern los sein?« meinte Heinrich, der Artillerist, indem er ein mit der Zange gefaßtes Eisen in die Gluth schob und dann den Blasebalg in Bewegung setzte.

»Halte den Schnapel!« antwortete Thomas. »Hape etwa ich oder der Paldrian darnach gefragt?«

»Na, man wird doch wohl fragen können, ob –«

»Still, alte Wißpegierde! Du hast gar nichts zu fragen op! Wir hapen Ordre zu pariren, den Pefehlen zu gehorchen und uns um weiter nichts zu pekümmern. Üprigens kommt da drüpen der junge Herr. Frage nur ihn selper, wenn Du apgedonnert werden willst!«

Max trat ein.

»Habt Ihr sehr nothwendig?« frug er.

»Es gipt viel zu thun,« antwortete der Obergeselle. »Aper wenn uns der Herr Doktor prauchen sollte, so sind wir sehr pereit.«

»So legt die Arbeit weg und zieht Euch an. Ihr sollt mir helfen.«

»Was?«

»Einige Leute heimlich arretiren.«

»Ah, wieder Spitzpupen! Gleich fertig, Herr Doktor!«

»Wer zuerst fertig ist, holt den Kutschwagen, mit dem der Meister heut gefahren ist. Er steht bei Eurer Barbara vor der Thür und wird schnell hierher gebracht. Übrigens muß Alles so geheim geschehen, daß kein Mensch eine Ahnung von dem hat, was wir thun.«

»Zu Pefehl, Herr Doktor!«

Max besann sich.

»Halt, noch besser! Ich brauche nur Thomas. Ihr Andern arbeitet fort. Ich werde mehrere einzelne Herren bringen. Sobald sie die Werkstatt betreten haben, faßt und bindet Ihr sie und schafft sie in die Eisenkammer, wie damals den Helbig. Sie werden auf das Strengste bewacht, bis ich weiter über sie bestimme! Es versteht sich von selbst, daß Ihr dafür sorgt, daß jetzt Niemand, der uns stören könnte, die Schmiede betritt.«

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