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Scarlett Trent der Abenteurer

Edward Phillips Oppenheim: Scarlett Trent der Abenteurer - Kapitel 7
Quellenangabe
authorE. Phillips Oppenheim
titleScarlett Trent der Abenteurer
publisherRijke & Stock Verlagsgesellschaft m.b.H.
yearo.J.
firstpub1927
translatorReinhard Rijke
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20180612
projectid5b3d7545
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Sechstes Kapitel.
Hiram Da Souza

Eine Luft wie züngelnde Flammen, dazu eine Atmosphäre, die mit Schwefeldämpfen geschwängert schien. Kein lindernder Windhauch, kein sanftes Rauschen in den schlaffhängenden Blättern der afrikanischen Bäume und im Dickicht der Dornbüsche. Überall rundum schwerer, widerlicher Brodem giftiger Säfte.

Vom Antlitz des Mannes, der noch in straffer Haltung den Kampf des Lebens stritt, ohne sich für besiegt zu erklären, strömte der Schweiß in kleinen Bächen. Sein älterer Gefährte aber lag zusammengebrochen auf der Erde und verzog im Krampf die farblosen Lippen.

»Es ist aus mit mir, Trent!« hauchte er mühsam. »Sehen Sie zu, daß wenigstens Sie davonkommen! Der Pfad wird jetzt durchsichtiger. Ich glaube, daß wir uns auf dem richtigen Wege befinden und die schwarzen Teufel von unserer Fährte abgelenkt haben. Schonen Sie Ihre Kräfte! Nutzen Sie die einzige Möglichkeit! Überlassen Sie mich meinem Schicksal! Es hat keinen Zweck, sich mit einem Leichnam zu beschweren.«

Der Jüngere, gleichfalls den Tod vor Augen, brach in Verwünschungen aus. »Einen gangbaren Weg auf der ganzen Tour, die Fieberzeit vorüber, die Sümpfe ausgetrocknet«, fluchte er. »Oh, wenn ich an Sams schöne Rede denke, dann möcht' ich die kleinste Lebensaussicht, die mir bleibt, hergeben, um ihn hier einen Augenblick vor mir zu haben. Wenn ich bedenke, daß der Schurke am Leben bleibt und wir sterben müssen!«

»Lehnen Sie mich gegen den Baum, Trent, und hören Sie zu! Verwünschen Sie Onkel Sam nicht zu sehr! Erinnern Sie sich, wie er die letzten beiden Tage alles aufbieten mußte, seine eigene Haut in Sicherheit zu bringen! Er hat uns gewarnt, so oft und so gut er's vermochte. Er brachte uns unbelästigt nach Bekwando und bearbeitete dort den König.«

»Ja, und nachher machte er sich unter Francis' Schutz aus dem Staube! Und nahm alle Träger mit, obwohl wir ihn schon für den Rückmarsch bezahlt hatten. Uns schickte er hierher mit nichts anderem als der Wahrscheinlichkeit, wie Ratten gefangen und aufgespießt zu werden. Hätten wir nur einen Führer gehabt, wir wären schon längst in Buchomari!«

»Was das Gold betrifft, so hat er recht behalten. Es liegt dort nur zum Aufheben. Wenn wir zurückkommen könnten, wären wir Zeit unseres Lebens geborgen.«

Trent wischte sich den Schweiß von der Stirn und warf wilde Blicke um sich. »Ich werde entkommen, selbst wenn ich noch im Laufen sterben müßte! Und auch Sie kann ich noch weitertragen – ich habe mich schon etwas erholt.«

Der andere, dem bereits Todesschauer die Adern vereisten, schüttelte den Kopf. »Es strengt mich zu sehr an, und es würde nur Kraftvergeudung sein. Vorwärts, Trent! Und kümmern Sie sich nicht um mich! Sie haben mir gegenüber schon mehr als Ihre Pflicht erfüllt. Höchstens Ihren kleinen Revolver könnten Sie mir zurücklassen, falls die Wilden auftauchen und ... Trent – –«

»Ja?«

»Das Bild – eine Sekunde nur! Ich möchte es gern noch einmal sehen!«

Trent holte es hervor – ein wenig umständlich und ein wenig verlegen ob der Sorgfalt, mit der er es in Wachsleinen eingewickelt hatte. Monty beschattete mit den Händen die Augen und führte die Photographie an die Lippen. Trent hatte sich halb abgewandt und verwünschte sich innerlich wegen seiner Hartherzigkeit. Er tat, als ob er auf schleichende Schritte der Feinde horche. In Wirklichkeit aber stritt er mit einer Empfindung, die ihn antrieb, dem Sterbenden das Bild zu lassen.

»Ich glaube, es ist am besten, Sie behalten es«, bemerkte er widerstrebend.

Monty wehrte ab und gab es ihm zurück. »Es gehört Ihnen, Trent. Ich hab's ehrlich verloren. Stets habe ich darauf gehalten, meine Spielschulden zu begleichen – das ist so ziemlich die einzige gesellschaftliche Moralanschauung, gegen die ich nie verstieß. Aber noch etwas!«

»Und das wäre?«

»Die Bestimmung in unserem Kontrakt, Trent, derzufolge Sie bei meinem Tode Alleinbesitzer der Konzession werden. Nicht wahr – die Aussichten standen nicht gleich zu gleich? Es war nicht sehr wahrscheinlich, daß Ihnen etwas vor mir zustoßen würde?«

»Ich habe aber den Plan erdacht und das ganze Unternehmen zustande gebracht. Sie haben nichts anderes getan als etwas Erz gefunden. Es war nicht mehr als berechtigt, daß der Vorteil auf meiner Seite war. Im übrigen gaben Sie ja Ihre Zustimmung: Sie haben das Dokument unterzeichnet.«

»Ich war damals nicht voll bei Vernunft. Es war mir das alles nicht recht klar. Nein, Trent, es ist nicht gerade ehrlich von Ihnen: Ich habe doch auch mein Teil zum Gelingen beigetragen, und ich zahle mit meinem Leben.«

»Was kann es Sie jetzt noch anfechten? Mitnehmen können Sie ja doch nichts!«

Der dem Ende nahe Mann richtete sich halb auf. Seine fieberglühenden Augen hefteten sich auf den Gefährten. »Es ist für meine Tochter«, keuchte er heiser. »Ich möchte ihr so gern etwas hinterlassen. Wenn die Sache Gewinn abwirft, können Sie mit Leichtigkeit einen kleinen Teil entbehren. Hier ist ein Brief, für einen mir bekannten Notar bestimmt. Von ihm werden Sie alles über meine Tochter erfahren.«

Trent nahm das Schriftstück entgegen. »Gut« – ich verspreche Ihnen, daß ich ihr etwas geben werde, aber zu einer bestimmten Summe kann ich mich nicht verpflichten. Wir werden sehen.«

»Sie werden doch Wort halten? Ich möchte sie so gerne wissen lassen, daß meine letzten Gedanken ihr galten.«

»Beruhigen Sie sich! Es weicht wohl ein wenig von unserer Vereinbarung ab, aber ich werde die Angelegenheit schon regeln. Noch etwas?«

Monty antwortete nicht mehr und fiel hintenüber. Eine plötzliche Veränderung trat in sein Gesicht. Trent, der schon mehr Menschen hatte sterben sehen, riß sich zusammen und klemmte die Zähne aufeinander.

»Ich muß mich sputen, daß ich von hier verschwinde,« sagte er langsam, mit hartem Nachdruck vor sich hin. »Ich verspüre durchaus keine Lust, mich hier umbringen zu lassen, denn ich will noch weiterleben.«

Stolpernd strauchelte er über ein paar Steine. Eine kleine schwarze Natter schoß aus ihrem Schlammbett und funkelte ihn mit gelben Augen an. Er versetzte ihr einen wütenden Tritt, der das Tier zu einer formlosen Masse quetschte.

Auf dem Weitermarsch glaubte er zu bemerken, daß die Luft klarer wurde, die stickigen Dämpfe sich mählich verloren. In der nächtlichen Stille hatte er sich noch vor wenigen Stunden eingebildet, das entfernte Branden der See zu hören. Mit matt glänzenden Augen und geballten Fäusten schleppte er sich schwerfällig vorwärts. Eine Art Betäubung sank auf ihn, doch sein Hirn arbeitete fieberhaft weiter. Zähe hielt er die einmal eingeschlagene Richtung.

Aber was war das? Dies unausgesetzt eintönige Rauschen? War es die See? Und sah er dort Lichter vor seinen flimmernden Augen – die Lichter Buchomaris oder die des Todes? ...

Stunden danach wurde er bewußtlos in unmittelbarer Nähe der Niederlassung gefunden.

*

Drei Abende später saßen zwei Männer in einem langausgestreckten Holzgebäude, dem größten und wichtigsten des Dorfes Buchomari, einander gegenüber. Einer von ihnen war Scarlett Trent, die Pfeife im Munde. Sein Gesicht trug kaum noch Spuren der fürchterlichen Tage, die hinter ihm lagen. Er unterhielt sich mit Hiram Da Souza, dem einflußreichsten Kapitalisten dieser weltentlegenen Gegend.

Der portugiesische Jude – über Da Souzas Rassenzugehörigkeit konnte man bei seinem Anblick unmöglich im Zweifel sein – war für einen Abkömmling seines Stammes vierschrötig und groß. Er trug einen schmutzigen Leinenanzug und rauchte eine schwarze Zigarre. An jedem unsauberen kleinen Finger blitzte ein Brillantring. Lächeln spielte um die wulstigen Lippen.

Der mit dem Negerkönig abgeschlossene Vertrag, der bereits Flecke und Eselsohren aufwies, lag auf dem Tisch. In der Hauptsache führte Da Souza das Wort. Trent gab sich den Anschein, nur flüchtig an der Sache interessiert zu sein.

»Sehen Sie her, mein Bester!« bemerkte der Portugiese. »Ihre kleine Konzession ist, richtig betrachtet, ein äußerst riskantes Unternehmen. Die Nigger besitzen nicht das geringste Ehrgefühl. Oft genug habe ich das zu meinem Nachteil erfahren müssen.«

Trent verharrte in verächtlichem Schweigen. Da Souza hatte ein Vermögen erworben, indem er Rum im Kongogebiet einführte und dadurch wahrscheinlich mehr zu dem moralischen Verfall der Neger beitrug als sonst jemand in Afrika.

»Die Einwohner Bekwandos stehen in schlechtem Ruf – in sehr schlechtem sogar. Und was ihre Auffassung vom Innehalten eines Vertrages anbelangt, mein Lieber, so können Sie ebensogut erwarten, daß Diamanten wie Pilze unter unseren Füßen zum Vorschein kämen.«

»Das Dokument ist vom König unterzeichnet«, erwiderte Trent, »und zwar in Gegenwart des Hauptmanns Francis, der hier für das englische Gouvernement als Generalbevollmächtigter auftritt. Es war kein Geschenk, bilden Sie sich das nicht etwa ein – es hat mich Beträchtliches gekostet! Wir mußten vierzig Träger mieten, die unsere Gaben nach Bekwando transportierten, und wir haben drei Monate benötigt, um das Geschäft in Ordnung zu bringen. An der Sache ist reichlich genug zu verdienen, um uns beide zu Millionären zu machen.«

»Warum wollen Sie mir dann Anteile überlassen?« forschte Da Souza funkelnden Auges.

»Weil ich keinen roten Heller mehr besitze! Ich brauche bares Geld. Ich hab' noch nie fünftausend englische Pfund in Händen gehabt – selbst keine fünftausend Schilling. Aber wenn Sie mir Gründungskapital vorstrecken wollen, dann werde ich, so wahr ich lebe, meinen Verpflichtungen redlich nachkommen.«

Der Portugiese lehnte sich in seinen Stuhl zurück und hob die Hände gen Himmel. »Aber, mein Bester, Sie träumen doch nicht etwa, für diesen Papierfetzen eine Summe von fünftausend Pfund oder fünfundzwanzigtausend Dollar zu bekommen?«

Das Staunen auf seinem Gesicht – halb bekümmert, halb tadelnd – war prächtig einstudiert. Aber Trent ließ sich nicht irreführen. »Für den Papierfetzen, wie Sie ihn zu benennen belieben, haben wir unsere sauer ersparten Pfennige geopfert und ein wochen- und monatelanges Höllendasein in Sumpfwäldern verbracht. Kurz und gut, ich bin nicht zu einem Plauderstündchen hierhergekommen. Wollen Sie sich beteiligen – ja oder nein? Aber wenn Sie das Geschäft mit mir machen wollen, dann hören Sie meine Bedingungen: Fünftausend englische Pfund gegen einen Sechstel-Anteil.«

»Ein Sechstel!« zeterte der andere. »Ein Sechstel!«

»Die Sache ist mindestens eine Million wert – Pfund, wohlverstanden, keine Dollar! Ein Sechstel-Anteil bedeutet ein Riesenvermögen. Verschwenden Sie nicht Ihre Zeit, vor mir hier Ihre Augen zu verdrehen!«

Da Souza buchstabierte das Schriftstück aufs neue. »Die Konzession ist Herrn Scarlett Trent und einem gewissen Monty übertragen. Wer ist dieser Monty, und wieweit hat er bei unseren Verhandlungen zu bestimmen?«

»Er war mein Kompagnon, aber er ist unterwegs gestorben – auf dem fürchterlichen Rückmarsch, der auch mich beinahe das Leben gekostet hätte.«

Trent verschwieg, daß sie sich volle vier Tage und Nächte vor den Eingeborenen, die der König von Bekwando ihnen nachgesandt, in Höhlen und auf Bäumen hatten verstecken müssen, daß ihre Träger fortgelaufen und sie gezwungen gewesen waren, den eigentlichen Weg zu verlassen, um sich durch unbekannten Urwald einen Pfad zu bahnen.

»Und der Anteil Ihres Teilhabers?« erkundigte sich der Portugiese. »Wie steht's damit?«

»Geht auf mich über! War zwischen uns so ausgemacht, als wir das Unternehmen gründeten. Es war eine ehrliche Vereinbarung. Sie können es dort lesen.«

»Aber waren Sie persönlich bei seinem Sterben zugegen? Sind Sie überzeugt, daß er tot ist?«

Trent neigte den Kopf. »Er ist so tot, wie man es sich nur vorstellen kann.«

»Ich biete ...« begann Da Souza.

»Und wenn Sie mir viertausendneunhundertneunundneunzig Pfund vorschlagen«, fiel Trent ihm ins Wort, »dann würde ich noch mit Freuden darauf verzichten.«

Der andere seufzte. Dieser Scarlett Trent war kein Partner, mit dem sich leicht verhandeln ließ.

»Gut«, entschied er. »Falls ich nun zustimme, sind Sie dann bereit, mir einen Sechstel-Anteil zu überlassen, sowohl von sich wie seitens Ihres verstorbenen Kompagnons?«

»Genau so! Heraus mit dem Gelde – und Sie haben Ihren Anteil!«

»Ich gebe Ihnen viertausend Pfund für ein Viertel.«

Trent klopfte seine Pfeife aus und erhob sich. »Wir wollen keine Zeit mehr vertrödeln. Machen Sie, bitte, ein wenig Platz! Ich möchte gehen.«

Da Souza hielt die Hände beharrlich auf dem Dokument. »Aber, lieber Freund, Sie sind immer gleich so kurz angebunden! Nehmen Sie doch Vernunft an! Ich will Ihnen also fünftausend Pfund für ein Viertel geben. Das ist die Hälfte meines Vermögens.«

»Her mit dem Vertrag! Adieu!«

»Für ein Fünftel denn!« jammerte Da Souza.

Ohne ein weiteres Wort ging Trent zur Tür.

Da Souza stöhnte. »Sie werden mich ruinieren!« wehklagte er. »So wahr ich hier sitze! Nun gut: Fünftausend für einen Sechstel-Anteil. Es ist hinausgeworfenes Geld.«

»Wenn Sie so darüber denken, brauchen Sie es nicht zu tun,« bemerkte Trent von der Schwelle her. »Machen Sie, was Sie wollen! Mich läßt es kühl.«

Eine volle Minute noch schwankte Da Souza. Fünftausend Pfund waren kein Pappenstiel, und es bestand immerhin die Möglichkeit, daß das Gouvernement, falls Schwierigkeiten auftauchen würden, den Konzessionsinhabern die Unterstützung abschlug. Er zögerte so lange, daß Trent bereits aus der Tür war, bevor er sich zu einem Entschluß durchgerungen hatte.

»Herr Trent!« rief er. »Kommen Sie zurück! Ich nehme Ihren Vorschlag an!«

Trents Gesichtsausdruck verriet nicht die geringste Erregung. »Haben Sie das Geld da?«

Da Souza brachte einen Haufen Gold und Banknoten ans Tageslicht. Trent zählte alles sorgfältig nach und barg es in seiner Tasche. Dann unterschrieb er das Schriftstück, das der andere inzwischen entworfen hatte.

»Einen Whisky?« fragte er.

Da Souza schüttelte den Kopf. »Je weniger wir in diesem gottverlassenen Land trinken, um so besser. Alkohol ist hier fast ebenso gefährlich wie Gift, glauben Sie mir! Ich will eine Zigarre von Ihnen rauchen, wenn Sie zufällig eine bei sich haben.«

Trent fischte eine Handvoll Zigarren hervor. »Ein scheußliches Kraut. Aber was kann man in dieser Gegend anderes verlangen? Ich will froh sein, wenn ich den Staub hier von meinen Füßen schütteln kann.«

»Wir haben noch verschiedene Einzelheiten zu besprechen.«

»Morgen!« wehrte Trent ab. »Für heut ist's genug! Ich hab' die Strapazen des Rückwegs noch nicht überstanden. Muß mich schlafen legen.«

Er wankte auf den Beinen, als er endlich in die Finsternis trat. Die Luft war durchsetzt mit fieberschwangeren Dämpfen, die aus dem Sumpfgebiet herüberwallten. Trent wanderte eine Strecke weiter der Wasserseite zu und ließ sich auf einen Baumstumpf nieder. Schwermütiges Rauschen drang vom Walde her, der in geringer Entfernung vor ihm ragte – düster und undurchdringlich.

Er wandte ungehalten den Kopf, von einer Art abergläubischer Furcht erfaßt. Unwillkürlich schloß er die Augen und drückte die Hand gegen die glühenden Lider. Er war ein Mann mit wenig Phantasie, aber nun schien irrlichtgleich das bleiche Antlitz eines Sterbenden plötzlich aus der Schwärze zu tauchen – traurig und bedeutungsvoll, mit einem schwachen Vorwurf.

Fluchend erhob sich Trent, wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn. Alle Sinne gestrafft, horchte er in das Dunkel. Nichts war zu hören als der leise klagende Laut des Windes und das Geräusch ruhelosen Nachtgetiers.

Verdrossen schlug er den Heimweg ein. Dies war die letzte Nacht, die er in dem kleinen Bungalow verbringen würde. Im Türeingang blieb er stehen und schaute nochmals nach dem geheimnisvollen Urwald zurück. »Jetzt hab' ich mit dir abgeschlossen!« rief er, mit einem Klang frohlockender Freude. »Um mein Leben hab' ich gewürfelt und habe gewonnen! Morgen beginne ich den Gewinn zu verzehren!«

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