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Wilhelm Rabener: Satiren - Kapitel 56
Quellenangabe
typesatire
booktitleSatiren
authorGottlieb Wilhelm Rabener
firstpub1764
year1764
publisherVerlag der Dyckischen Buchhandlung
addressLeipzig
titleSatiren
created20061022
sendergerd.bouillon
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»Wenn nun ein paar Dutzend Ducaten in diesen stummen Brief gelegt worden, so kann ihn der Herr Commissar ganz sicher also beantworten:«

 

Gnädiger Herr,

Sie besitzen die Geschicklichkeit, Ihre gerechte Sache so deutlich und überzeugend vorzutragen, daß man nicht einen Augenblick anstehen kann, Ihrer Meynung beyzupflichten. Ich habe, so bald ich Ihren Brief erhielt, die Acten noch einmal sorgfältig durchgesehn, und finde in der That, daß die Zweifel, die ich mir machte, so erheblich nicht sind, als ich vorher meinte. Der Bericht wird morgen abgehen. Sie können sich darauf verlassen, daß er Ihnen nicht nachtheilig ist. Ihr Agent hat ihn abgelößt, und mich genöthiget, zwanzig Thaler Vorschuß anzunehmen. Gewiß, Gnädiger Herr, Sie sind gar zu sorgfältig, und Ihr Agent fast zu eigensinnig, daß er über diesen Vorschuß nicht einmal Quittung von mir annehmen wollen. Ich werde Gelegenheit suchen, die Sache so einzurichten, daß Sie Ihre Aufmerksamkeit und Achtung gegen mich nicht einen Augenblick gereut. Sie haben böse verstockte Untertanen, ein hartnäckiges Volk! Noch bis auf diese Stunde habe ich nicht einen Dreyer Commißionsgebühren von ihnen bekommen können. Sie sind eine blinde Heerde, die sich von ihrem ungewissenhaften Advocaten irreführen läßt; fiat iustitia, pereat rusticus! Die Leute wollen es nicht besser haben. Ich habe meine schwere Pflicht auf mir. allen kann ich es unmöglich recht machen. Ich habe Ihrem Agenten im Vertrauen gesagt, wo er sich wegen des Berichts melden soll. Ein guter Bericht braucht dennoch einen guten Vortrag. Ich weis, gnädiger Herr, Ihnen darf man eine dergleichen Sache nur halb sagen, so verstehn Sie solche ganz. Ich bin mit der größten Ehrfurcht,

Gnädiger Herr,
Deren

unterthäniger Diener
—   —   —   —   —
       

 

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