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Wilhelm Rabener: Satiren - Kapitel 174
Quellenangabe
typesatire
booktitleSatiren
authorGottlieb Wilhelm Rabener
firstpub1764
year1764
publisherVerlag der Dyckischen Buchhandlung
addressLeipzig
titleSatiren
created20061022
sendergerd.bouillon
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Antwort.

Liebe Frau Magisterinn,

Sie verlangen das Ihrige auf eine so bescheidne, und verpflichtende Art zurück, daß ich mich schämen muß, so lange Ihr Schuldner gewesen zu seyn. Es kömmt mir freylich die Aufkündigung des Wechsels itzt ein wenig unvermuthet; aber ich will Rath schaffen. Kann es nicht gleich zu der Messe seyn; so soll es doch geschehen, so bald ich nach Hause komme. Ich thue nichts, als was meine Schuldigkeit ist; und wenn Ihr lieber Sohn fromm und fleißig ist, so will ich weiter für ihn sorgen. Ich will noch heute versuchen, ob es möglich ist, ein Stipendium für ihn auszuwirken. Er kann sich, wenn er herkömmt, bey dem Herrn Professor N. melden, der mir versprochen hat, ihm einen Freytisch zu geben. Die Collegia soll er auch bey ihm umsonst hören. Der ehrliche Mann thut mir alles zu gefallen, was ich verlange. Mit einem Worte, ich will für ihn sorgen, und wenn er nach Leipzig geht, kann er erst auf mein Gut zu mir kommen, und das Geld gegen den Wechsel heben. Ich bin diese kleine Bemühung der Freundschaft schuldig, die mir Ihr seliger Mann erwiesen hat. Seyn Sie von meiner Aufrichtigkeit überzeugt, und leben Sie allemal wohl.

Nota! »Der Herr Sekretair wird sorgen, daß diese ehrliche Frau vor allen andern bezahlt wird. Davor behüte mich Gott, daß ich auch die Thränen der Wittwen und Waisen auf mich laden sollte. Diese Schuldpost nagt mich am Herzen. Ich habe noch vor meiner Abreise mit dem Professor geredet, er hat mir es versprochen. Sorgen Sie ja für die arme Frau. Ihr Mann war ein rechtschaffner Mann. Sie muß ihr Geld nach der Messe haben, es komme her wo es wolle.«

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