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Wilhelm Rabener: Satiren - Kapitel 150
Quellenangabe
typesatire
booktitleSatiren
authorGottlieb Wilhelm Rabener
firstpub1764
year1764
publisherVerlag der Dyckischen Buchhandlung
addressLeipzig
titleSatiren
created20061022
sendergerd.bouillon
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»Unter tausend glücklichen Vorzügen, die der Bauer vor vielen Vornehmen genießt, ist auch dieser, daß er meistentheils vernünftig, vorsichtig, und uneigennützig liebt. Es ist wahr, er fängt gemeiniglich da in der Liebe an, wo wir aufhören; aber dieses ist ein neuer Vorzug für ihn, und wenn er weniger seufzt, so ist er auch weniger lächerlich. Er überlegt, ob er eine Frau ernähren kann. Er sucht sich eine Frau, die ihm in seiner Nahrung helfen soll. Er sorgt, daß seine Kinder gesund und arbeitsam erzogen werden. Ein wenig Eifersucht erhält die Liebe neu und lebhaft; und auch dieses Vergnügen fehlt dem Bauer nicht. Zur Abwechslung will ich ein paar Briefe einrücken, welche zeigen, wie unschuldig man in den Hütten liebt.«

 

Grethe,

Du bist ein flinkes Mensch. Ich habe es in der Heuerndte gesehen, wie Dir die Arbeit frisch von der Faust gieng. So eine Frau möchte ich haben! Willst du mich, so schlag ein. Ich habe ein bezahltes Häuschen, funfzig Gülden baar Geld, und der gnädige Herr ist mir auf ein ganzes Jahr Arbeiterlohn schuldig. Er wird mich schon bezahlen, wenn er Geld kriegt. Wir wollen uns redlich und ehrlich nähren, und für unsre Kinder wird sich auch Brodt finden, wenn sie arbeiten lernen. Was meinst Du, Grethe? Nimm mich, ich bin Dir gut. Thue mir nicht so schön mit Nachbars Christeln. Stecke den Brief nur hinter den Backofen, ich will ihn schon finden. Ich bin Dir recht gut.

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