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Wilhelm Rabener: Satiren - Kapitel 130
Quellenangabe
typesatire
booktitleSatiren
authorGottlieb Wilhelm Rabener
firstpub1764
year1764
publisherVerlag der Dyckischen Buchhandlung
addressLeipzig
titleSatiren
created20061022
sendergerd.bouillon
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Frau Tochter,

Sende dem Herrn Obersten von – – innliegenden Brief unverzüglich zu. Es liegt mir daran. In acht Tagen hoffe ich, so Gott will, zurück zu kommen. Ich bin seit etlichen Tagen nicht gar zu wohl gewesen. Das Reissen in Gliedern wird immer heftiger. Die hiesigen Aerzte sind alle der Meinung, es sey eine fliegende Gicht. Ich hätte es doch nicht gedacht. Die beständige Mattigkeit ist das, was mir am meisten beschwerlich fällt. Der Appetit ist schlecht, und der Schlaf unruhig. Mit einem Worte, ich fühle meine Jahre. Das Alter ist selbst eine Krankheit, sagten unsre Väter. Wie Gott will! Ich bin alle Stunden bereit. Der Himmel bringe mich nur wieder gesund zu Euch, damit ich meine Kinder vor meinem Ende noch segnen kann. Sage es Fritzen, er soll nicht auf Reisen gehen, ich habe mich anders entschlossen. Wenn es geht, wie ich wünsche, so habe ich einen Weg vor mir, ihn glücklich zu machen. Mündlich ein mehrers. Grüsse Fritzen. Der Junge wäre gut genug, wenn er nur klüger wäre. Vielleicht giebt es sich mit den Jahren. Wie nachsehend sind doch die Aeltern gegen die Fehler ihrer Kinder. Wenn die Fräulein noch nicht an mich geschrieben hat, so kann es Anstand haben, bis ich zurück komme. Ich werde sie wohl bey ihrem Onkel sprechen. Ich bin

Liebe Frau Tochter,

Dein redlicher Vater.

N. S. Fritze soll sich zwey reiche Kleider machen lassen, und neue Livrey für die Bedienten. Wenn ich komme, daß alles fertig ist. Lebe wohl.

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